KCL RETARD ZYMA (50 Stück)
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Pflichtangaben: KCL RETARD ZYMA
Indikation
Mineralstoffpräparat. Wird angewendet zur Korrektur bzw. Verhütung eines Kaliummangels bei Patienten, die Kaliumchlorid in Form einer Lösung oder einer Brausetablette nicht vertragen oder nicht einnehmen wollen, oder wenn Schwierigkeiten mit der Einnahmezuverlässigkeit bestehen.
Kontraindikation
Darf nicht eingenommen werden:
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen eine Gabe von Kalium oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind;
- wenn die Kalium-Konzentration in Ihrem Blut zu hoch ist (Hyperkaliämie), weil eine weitere Erhöhung zu Herzrhythmusstörungen und sogar zu Herzstillstand führen kann;
- wenn Sie an einer Erkrankung oder deren Folgen leiden, die häufig mit einer Erhöhung des Kaliums im Blut verbunden ist, wie z. B. Entwässerung, eingeschränkte Ausscheidung durch die Nieren, Unterfunktion der Nebennierenrinde (Morbus Addison), periodisch wiederkehrende Lähmung aufgrund eines hohen Kaliumspiegels im Blut (Adynamia episodica hereditaria, Gamstorp-Syndrom), kongenitale Paramyotonie (Eulenburg-Syndrom), Sichelzellanämie, ausgedehnter Zellzerfall (z. B. bedingt durch Verletzungen, Verbrennungen, massiven Zerfall roter Blutkörperchen, Rhabdomyolyse, Zellzerfall bei Tumorerkrankungen), erhöhter Blutspiegel des Hormons Aldosteron (hyporeninämischer Hypoaldosteronismus), Übersäuerung des Blutes (dekompensierte metabolische Azidose), weil eine weitere Kaliumzufuhr zu Störungen im Herzrhythmus und sogar zu Herzstillstand führen kann;
- bei Nierenversagen, auch bei noch nicht erhöhtem Kalium im Blut;
- bei gleichzeitiger Anwendung mit Kalium-sparenden harntreibenden Mitteln (Spironolacton, Triamteren, Amilorid);
- bei Kindern.
Sie sollten das Arzneimittel, wie alle Kaliumpräparate mit verzögerter Wirkstoff-Freigabe, nicht anwenden, wenn bei Ihnen die Passage durch den Verdauungstrakt verlangsamt oder behindert ist (partieller oder totaler Verschluss der Speiseröhre, z. B. infolge von Karzinomen [der Speiseröhre, der Schilddrüse, hinter dem Kehlkopf], Aortenaneurysma, Vergrößerung des linken Vorhofs, Entzündungen der Speiseröhre, Verschiebungen der Speiseröhre nach herzchirurgischen Eingriffen [z. B. Ersatz einer Herzklappe], Verengung oder Atonien im gesamten Magen-Darm-Trakt [z. B. Verengung des Magenausgangs oder im Darmbereich]).
Dosierung
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis für Erwachsene:
Bestehender Kaliummangel:
Soweit nicht anders verordnet, sollten bei bestehendem Kaliummangel täglich 6 Retardtabletten, verteilt auf mehrere Gaben, 8 bis 10 Tage lang zu den Mahlzeiten unzer-kaut mit genügend Flüssigkeit eingenommen werden; dann werden die Kaliumbestände des Körpers im Allgemeinen wieder aufgefüllt sein.
Verhinderung eines Kaliummangels:
Soweit nicht anders verordnet, sind bei Gefahr eines Kaliummangels (z. B. Gabe eines Kaliumausscheidenden Medikaments, wie Saluretika, Blutdrucksenker, Abführmittel u. a.) für die Dauer dieser Gefährdung täglich 3 Retardtabletten einzunehmen, um einem zu erwartenden Kaliummangel vorzubeugen.
Allgemeine Hinweise zur Dosierung:
Die übliche Kaliumzufuhr mit der Nahrung beträgt bei Erwachsenen durchschnittlich 50-100 mmol/Tag. Im Allgemeinen tritt ein Kaliumverlust, der zu Hypokaliämie führt, nicht auf, bis mindestens 200 mmol Kalium vom gesamten Kaliumvorrat im Körper verloren gegangen sind.
Die Dosierung muss den individuellen Bedürfnissen des Patienten und dem Schweregrad des tatsächlichen bzw. vermuteten Kaliummangels angepasst werden. Werden harntreibende Mittel (Diuretika) abwechselnd angewendet, sollte das Arzneimittel an den Tagen eingenommen werden, an denen die harntreibenden Mittel nicht eingenommen werden.
Wenn die Dosis 20 mmol K+ überschreitet, sollte sie auf mehrere Gaben verteilt werden, so dass nicht mehr als 20 mmol K+ auf einmal eingenommen wird. Von daher dürfen höchstens 2 Retardtabletten (= 16 mmol K+) gleichzeitig eingenommen werden.
Behandlungsdauer:
Der Behandlungserfolg sollte, vorzugsweise durch wiederholte Bestimmung des Plasma-Kalium-Spiegels, überwacht werden. Die Behandlung ist fortzusetzen, bis der Kaliummangel korrigiert ist.
Nehmen Sie das Arzneimittel ohne ärztlichen Rat nicht länger als 8 bis 10 Tage ein.
Überdosierung:
Eine Überdosierung kann lebensbedrohlich sein. Besteht der Verdacht auf eine Überdosierung, sollte daher schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.
Symptome:
Bei Überdosierung kann es zu erhöhten Kaliumwerten im Blut (Hyperkaliämie) kommen, insbesondere bei gleichzeitiger Übersäuerung des Blutes (Azidose) oder Nierenfunktionsstörungen. Hier kann eine Hyperkaliämie bereits nach Gabe relativ geringer Dosierungen von KCl-retard Zyma auftreten.
Herz-Kreislauf-System: Anzeichen der Hyperkaliämie sind vor allem Herz-Kreislauf-Störungen. Es kann zu einem Abfall der Herfrequenz, AV-Blockierung und zu ventrikulären Rhythmusstörungen, Schenkelblock, Kammerflimmern, begleitet von Hypotonie und Schock, kommen, die unter Umständen zu einem Herzstillstand führen können. Neben der Erhöhung der Serum-Kalium-Konzentration werden dabei im EKG typische Veränderungen vorgefunden (hohe, spitze, symmetrische T-Wel-len, Verschwinden der P-Welle, Verbreiterung des QRS-Komplexes und ST-Strecken-Senkung).
Zentralnervensystem und Muskulatur: Die neuromuskulären Symptome umfassen Missempfindungen (Kribbeln), Reflexverlust, schlaffe Lähmung, die evtl. zu einer Atemlähmung führen kann, und Verwirrtheitszustände. Plasma-Kalium-Konzentrationen ab 6,5 mmol/l sind lebensbedrohlich, über 8 mmol/l oft tödlich.
Therapie:
Im Falle einer Überdosierung kann Ihr Arzt die am Ende dieser Gebrauchsinformation aufgeführten Maßnahmen ergreifen.
Vergessene Einnahme:
Setzen Sie in diesem Fall die Einnahme in der verordneten Dosierung zum nächsten Anwendungszeitpunkt fort. Verwenden Sie auch in diesem Fall keine größere Menge als die angegebene oder verordnete Einzeldosis.
Behandlungsabbruch:
Wenn Sie die Einnahme abbrechen, kann es sein, dass ein zu niedriger Kaliumspiegel in Ihrem Blut nicht ausgeglichen werden kann. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie die Behandlung abbrechen.
Patientenhinweise
Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich:
- bei Magen-Darm-Erkrankungen: Sollten Sie bei der Behandlung ausgeprägte Übelkeit, schweres Erbrechen, starke Bauchschmerzen oder Blähungen, Durchfälle oder Magen-Darm-Blutungen bekommen, ist das Präparat sofort abzusetzen, da diese Symptome auf schwere Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt hinweisen können. Diese Risiken können erhöht sein, wenn Sie eine Stauung in der Speiseröhre, Magen- oder Darmgeschwüre in der Vorgeschichte, verzögerte Darmpassagezeit oder Minderdurchblutung des Darms aufgrund einer allgemeinen arteriosklerotischen Gefäßerkrankung haben.
Weil bestimmte Arzneimittel (Anticholinergika) die Beweglichkeit des Magen-Darm-Trakts verringern, sollten Sie diese, vor allem in hoher Dosierung, nur auf ärztliche Verordnung zusammen mit Kaliumpräparaten einnehmen.
Wenn Sie Magen- oder Darmgeschwüre haben, sollten Sie zuerst Ihren Arzt befragen, bevor Sie Kaliumpräparate einnehmen. Bei einem künstlichen Darmausgang sind wegen der eventuell veränderten Darmpassagezeit andere Darreichungsformen von Kaliumsalzen vorzuziehen.
- bei erhöhtem Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie): Wenn Sie Kalium nur schlecht ausscheiden können, kann die Gabe von Kaliumsalzen zu erhöhten Kaliumspiegeln im Blut (Hyperkaliämie) und Herzstillstand führen. Dies tritt hauptsächlich nach intravenöser Gabe von Kalium auf, kann aber auch nach Einnahme von Kalium vorkommen. Eine potenziell tödliche Hyperkaliämie kann sich schnell entwickeln und ohne Symptome verlaufen. Wenn Sie an einer chronischen Nierenerkrankung oder anderen Erkrankungen, die möglicherweise die Kaliumausscheidung beeinträchtigen könnten, leiden, ist eine besonders sorgfältige Überwachung der Kaliumkonzentration im Blut und eine entsprechende Dosisanpassung durch den Arzt erforderlich. In diesen Fällen sollten das Arzneimittel nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen.
Kaliumchlorid sollte nur mit Vorsicht angewendet werden, wenn Sie Arzneimittel erhalten, von denen bekannt ist, dass sie Hyperkaliämien verursachen können, wie Aldosteron-Antagonis-ten, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten, nicht steroidale Antiphlogistika (z. B. Indometacin), Beta-Blocker, Heparin, Digoxin und Ciclosporin. Fragen Sie in diesem Fall vor der Einnahme Ihren Arzt um Rat.
Durch Wechselwirkungen mit diesen Arzneimitteln sowie durch plötzlich auftretende Übersäuerung des Blutes, akute Einschränkung der Nierenfunktion oder andere Zustände kann es zu versehentlich auftretender Hyperkaliämie kommen.
- bei Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose): Besteht gleichzeitig eine metabolische Azidose, sollten anstelle von Kaliumchlorid neutralisierende Kaliumsalze (wie z. B. Kaliumhydrogencarbonat, Kaliumcitrat, Kaliumacetat) gegeben werden.
Wenn Sie neben einer Hypokaliämie einen durch harntreibende Mittel ausgelösten Magnesiummangel haben, ist der Ausgleich des intrazellulären Kaliumdefizits erschwert. Deshalb sollte gleichzeitig auch der Magnesiummangel korrigiert werden.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Es ist nicht bekannt, ob das Arzneimittel die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflusst.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Schwangerschaft
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schwangerschaft:
Es gibt keine Daten über die Anwendung während der Schwangerschaft. Aus Tierversuchen ergeben sich keine Hinweise auf eine nachteilige Wirkung einer Einnahme während der Schwangerschaft.
Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie wegen der dadurch bedingten Herabsetzung der gastro-intestinalen Motilität feste Darreichungsformen von Kaliumpräparaten nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen.
Stillzeit:
Die Ausscheidung von Kalium über die Milch wurde weder an Tieren noch an Menschen untersucht. Der normale Kaliumgehalt der Muttermilch beträgt etwa 13 mmol/l. Aufgrund der raschen Verteilung von zugeführtem Kaliumchlorid im gesamten Organismus ist bei der Gabe des Arzneimittels nur ein geringer oder kein Einfluss auf den Kaliumgehalt der Muttermilch zu erwarten, zumindest solange die Kaliummenge im Körper nicht übermäßig erhöht ist.
Das Arzneimittel sollte während der Stillzeit nur dann gegeben werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter ein mögliches Risiko für den Säugling überwiegt.
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