Midazolam

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Midazolam

 

Was ist Midazolam?
Midazolam gehört zur Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine. Diese besitzen  angstlösende, muskelentspannende, krampflösende, schlaffördernde und beruhigende Effekte.

In Tabletten ist es als Midazolammaleat enthalten. Die Injektionslösung und die Lösung zur Anwendung im Mund enthalten das wasserlösliche Midazolamhydrochlorid.

Midazolam gehört zu den unverzichtbaren Arzneistoffen und wurde bereits im Jahr 2011 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel aufgenommen.

 

 

Wie wirkt Midazolam?

Midazolam überwindet die Blut-Hirn-Schranke – sie schützt das Gehirn vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern, Toxinen und Botenstoffen – und sorgt dafür, dass Erregungszustände nicht mehr übertragen werden. Es verstärkt die hemmende Wirkung des körpereigenen Neurotransmitters Gamma-Amino-Buttersäure (GABA). Midazolam bindet an die GABA-A-Rezeptoren und in Folge strömen mehr Chlorid-Ionen in die Zelle. Hierdurch steigt die Spannung der Zellmembran an und gleichzeitig wird die Erregungsfähigkeit der Zelle reduziert. Dies ruft die gewünschten angstlösenden, muskelentspannenden, krampflösenden und beruhigenden Effekte hervor.

Die Wirkung setzt schnell ein und hält kurz an. Midazolam zählt daher zu den kurz wirksamen Benzodiazepinen.

 

 

Wann wird Midazolam angewendet?

Das Benzodiazepin wird bei folgenden Indikationen eingesetzt:

  • zur Narkosevorbereitung vor Operationen und zur Beruhigung für kurze diagnostische und therapeutische Eingriffe
  • zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen
  • bei länger anhaltenden, akuten Krampfanfällen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen

Hierzu stehen Lösungen zur Anwendung in der Mundhöhle zur Verfügung. Diese werden mit Hilfe eines speziellen Applikators in den Zwischenraum zwischen Zahnfleisch und Wange eingetropft. Das Verschlucken der Lösung sollte hierbei unbedingt vermieden werden.

 

Des Weiteren sind Tabletten, Lösungen zum Einnehmen sowie Injektionslösungen im Handel. Letztere können mit einem am Ende der Spritze befestigten Kunststoffapplikator auch rektal verabreicht werden.

 

Wie alle Benzodiazepine besitzt Midazolam ein erhebliches Suchtrisiko und Missbrauchspotenzial. Es sollte daher nicht länger als 2 Wochen am Stück eingenommen werden. Nach einer längeren Einnahmedauer muss das Mittel langsam ausgeschlichen werden, um die Entzugssymptome so niedrig wie möglich zu halten. Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt sein.

 

 

Quellen:

 

Mutschler Arzneimittelwirkungen. 8. Auflage

 

Taschenatlas Pharmakologie, 5. Auflage

 

Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013

 

Fachinfo Fertigarzneimittel

Midazolam ist ein kurzwirksames Benzodiazepin, das als Beruhigungsmittel, Anxiolytikum, Amnesiator und in bestimmten Fällen als Antikonvulsivum eingesetzt wird. Es wird häufig zur Prämedikation vor Operationen oder zur Sedierung bei diagnostischen und therapeutischen Verfahren verwendet.
Midazolam gehört chemisch zur Gruppe der Benzodiazepine. Es wirkt, indem es die GABAerge Hemmung im zentralen Nervensystem verstärkt, wodurch Sedierung, Angstlinderung, Gedächtnisverlust (Amnesie) und Muskelrelaxation entstehen. Die Wirkung setzt rasch ein und ist dosisabhängig; die Wirkdauer ist typischerweise kurz bis mittellang.
Hauptwirkungen sind Sedierung, anxiolysis (Angstlinderung), Amnesie, antikonvulsiver Effekt und Muskelrelaxation. Nach intravenöser Gabe tritt der Effekt rasch ein, und die Wirkungsdauer ist vergleichsweise kurz, sodass eine kontrollierte Überwachung erforderlich ist.
Prämedikation vor Operationen, Einleitungs- und Aufwachsedierung, Sedierung bei diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen sowie die akute Behandlung von Anfällen in Notfallsituationen unter ärztlicher Aufsicht.
Anwendung und Dosierung (Beispiele): Intravenöse Gabe: 0,1–0,2 mg/kg KG als Anfangsdosis; bei Bedarf 0,05–0,1 mg/kg KG追加; Höchstmenge ca. 0,4 mg/kg KG. Ältere Patienten benötigen meist eine niedrigere Dosis. Intramuskuläre oder intranasale Verabreichung erfolgen nach speziellen Dosisanleitungen. Die Dosierung richtet sich nach Alter, Begleiterkrankungen und dem geplanten Eingriff; eine sorgfältige Überwachung ist obligatorisch.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schläfrigkeit, Benommenheit, Verwirrtheit, Gedächtnislücken (Amnesie), Kopfschmerzen, Übelkeit und in einigen Fällen Atemdepression, Hypotonie oder paradoxale Erregung.
Wesentliche Wechselwirkungen bestehen mit Alkohol, zentral dämpfenden Substanzen, Opioiden und anderen Benzodiazepinen. Die Wirkung kann durch Inhibitoren oder Induktoren des Cytochrom-P450-Systems (z. B. CYP3A4) beeinflusst werden. Vorsicht bei Leberfunktionsstörungen und gleichzeitiger Behandlung mit anderen sedierenden Medikamenten.
Midazolam ist während der Schwangerschaft und Stillzeit nur unter strengen ärztlichen Abwägungen einzusetzen. Es besteht das Risiko einer prolongierten Sedierung bei Leberfunktionsstörungen. Eine ständige Überwachung von Atemwegen, Blutdruck und Kreislauf ist erforderlich. Bei Beendigung der Behandlung sollte die Dosis schrittweise reduziert werden, um Entzug zu verhindern.
Midazolam ist Bestandteil verschiedener Präparate, vor allem als generischer Wirkstoff oder in Markenprodukten wie Dormicum und Hypnovel. Weitere Marken und Generika verwenden Midazolam als aktiven Inhaltsstoff.

Häufig Gestellte Fragen

Was ist Midazolam?

Midazolam ist ein kurzwirksames Benzodiazepin, das zur Sedierung, Anxiolyse, Amnesie und Antikonvulsivwirkung eingesetzt wird.

Wofür wird Midazolam verwendet?

Hauptsächlich zur Prämedikation vor Operationen, zur Sedierung bei diagnostischen/therapeutischen Eingriffen und in Notfällen bei akuten Anfällen, jeweils unter ärztlicher Aufsicht.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Häufige Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Benommenheit, Gedächtnislücken, Übelkeit; in seltenen Fällen Atemdepression, Hypotonie oder paradoxale Erregung.

Welche Vorsichtsmaßnahmen gelten?

Es erfordert ärztliche Überwachung, insbesondere bei älteren Patienten, Leberfunktionsstörungen, Atemwegserkrankungen und gleichzeitiger Einnahme anderer ZNS-dämpfender Substanzen.

Wie wird Midazolam dosiert?

Die Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht, Eingriff und Begleiterkrankungen; typischerweise 0,1–0,2 mg/kg intravenös als Startdosis, ggf. zusätzliche Dosen in geringen Mengen unter strenger Kontrolle.

Midazolam ist ein wertvolles Medikament für Sedierung, Anxiolyse und Amnesie in medizinischen Verfahren. Es muss ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht und mit sorgfältiger Überwachung von Atemwegen, Kreislauf und Bewusstseinslage eingesetzt werden. Diese SEO-Beschreibung richtet sich an Apomedien-User und vermittelt wesentliche Informationen sicher und verständlich.