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Die Pflanze Hopfen
Als Wildpflanze wächst Hopfen besonders an Lichtungen und Waldrändern mit viel Feuchtigkeit. In großem Stil wird er vor allem in der Hallertau in Bayern angebaut. Der Echte Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Er ist eine Kletterpflanze, die eine Höhe von bis zu 7 Metern erreichen kann. Die männlichen und weiblichen Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Die männlichen stehen in rispenartigen, die weiblichen in zapfenartigen Blütenständen. Als Heilpflanze und zum Bierbrauen werden nur die unbefruchteten Ähren der weiblichen Pflanzen verwendet.
Inhaltstoffe des Hopfens
Hopfen besteht zu 15-30 % aus Harz, welcher die Bittersäuren Humulon und Lupulon enthält. Zusätzlich sind im Hopfen: 0,3-1 % ätherische Öle, Proanthocyanidine und Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer, entzündungshemmender Wirkung, z. B. Xanthohumol), Phyto-Östrogene, sowie Gerbstoffe enthalten. Pharmazeutisch werden die getrockneten weiblichen Blütenstände, die Hopfenzapfen, mit ihren Blättern und Drüsenschuppen verwendet.
Hopfen und seine Wirkungen
Als Mitglied der Familie Hanfgewächse, zu denen auch Cannabis zählt, hat Hopfen eine entspannende, krampflösende Wirkung und unterstützt zudem das Ein- und Durchschlafen. Man geht davon aus, dass die Hopfenbitterstoffe im Körper zu einer Substanz zerfallen, die an den Rezeptoren (Empfangsstellen) andockt, die für die Auslösung von Müdigkeit und Schlaf zuständig sind. Auch bei Depressionen, Angstzuständen, Stress und Burnout ist Hopfen hilfreich.
Durch seine östrogenartige Wirkung, hat er sich bei nächtlichem Schwitzen und zur Beruhigung, bei starkem Herzklopfen, in den Wechseljahren bewährt.
Die Bitterstoffe regen den Appetit und die Abgabe von Speichel und Magensaft an, was die Verdauung fördert. Sie üben außerdem, eine anti-entzündliche Wirkung bei Hauterkrankungen aus.
Hopfen wirkt auch regenerierend bei reifer Haut, sowie anregend auf Haarwurzeln und Kopfhaut.
Die Substanz Xanthohumol hat sich bei Tierversuchen im Krebsforschungsinstitut, in Heidelberg, als vorbeugend und heilend bei der Entwicklung von Krebszellen erwiesen. In Labortests wirkte der Stoff zudem schützend auf die Nervenzellen des Gehirns und könnte so den Verlauf von Parkinson und Alzheimer verlangsamen. Das gilt wohl bemerkt, für den benannten Einzelstoff und nicht für Bier allgemein. In dem Getränk ist nur wenig der heilsamen Substanz vorhanden. Ihre gesundheitsfördernde Wirkung wird durch den schädigenden Alkoholgehalt überlagert.
Anwendungsbereiche des Hopfens
Einschlafstörungen, Unruhe, Nervosität, Angstzustände, nervöse Reizbarkeit mit Erschöpfung, unterstützend bei einer Überfunktion der Schilddrüse. Appetitlosigkeit, nervöse Magenerkrankungen, Wechseljahresbeschwerden, wie starkes Schwitzen und Herzklopfen. Sexuelle Übererregbarkeit bei Männern.
Darreichungsformen des Hopfens
Zur inneren Anwendung: Tee, für den besseren Geschmack meist mit Melisse oder Passionsblume gemischt. Tinktur, Dragées, Kapseln, Extrakt.
Zur äußeren Anwendung: Badezusatz, Hopfenkissen. Tee für Waschungen.
Hopfen ist auch Bestandteil mancher Haar- und Hautpflegeprodukte.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Keine