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Angst vor der Geburt

Kommentar schreiben Montag, 30. November 2020

Zweifelsohne ist die Ankunft eines neuen Erdenbürgers ein magisches Ereignis. Dennoch ist die Angst vor der Geburt für viele Frauen sehr präsent. Der Grat zwischen normalen Sorgen und deutlich gesteigerter Angst mit entsprechendem Leidensdruck ist schmal. Erschwerend kommt hinzu, dass Geburtsängste tabuisiert und häufig relativiert werden. Viele Schwangere behalten ihre Sorgen für sich und ertragen unangenehme Begleiterscheinungen wie psychosomatische Beschwerden, Schlafprobleme oder gar Panikattacken stumm.

Folgender Beitrag setzt sich intensiv mit der Thematik Geburtsangst auseinander. Was macht Angst vor der Geburt und wie äußert sich diese? Welche Auslöser und Risikofaktoren spielen hier hinein? Warum sind Ängste nicht grundsätzlich als etwas Negatives zu sehen? Und wie kann es gelingen, die Angst vor der Geburt entsprechend zu bearbeiten und schlussendlich zu überwinden? Konkrete Ratschläge für eine sinnvolle Geburtsvorbereitung dürfen abschließend natürlich nicht fehlen.

Inhaltsverzeichnis

Was macht Angst vor der Geburt?

Warum entsteht Angst vor der Geburt?

Geburtsangst: Gründe und Risikofaktoren im Überblick

Wie äußert sich Angst vor der Geburt?

Angst vor der Geburt: Anzeichen im Überblick

Geburtsangst: Der Grat zwischen Furcht und Panik ist schmal

Was tun bei Angst vor der Geburt?

Wie überwinde ich die Angst vor der Geburt?

Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten?

Angst vor der Geburt? Die richtige Vorbereitung ist alles!

You never walk alone

Geburtsängste: auf Entspannung und Fitness setzen

Geburtsvorbereitung: Selbstfürsorge ist wichtig

Angst vor der Geburt lindern: Möglichkeiten darüber hinaus

Was macht Angst vor der Geburt?

Angst vor der Geburt ist ganz unterschiedlich gelagert. Häufig sind es naheliegende Gründe, die werdenden Müttern Sorge bereiten. Unsicher machen natürlich vor allem die zu erwartenden Geburtsschmerzen. Gerade Erstgebärende fragen sich, ob der Geburtsvorgang tatsächlich so schmerzhaft ist, wie man gemeinhin annimmt. Bei manchen Frauen sind entsprechende Ängste gar so tiefgehend, dass die Entscheidung für einen Wunschkaiserschnitt früh feststeht. Die aktuelle Situation durch Corona schürt die Angst vor der Geburt zusätzlich. Faktoren wie ungewohnte Sicherheitsmaßnahmen oder Zutrittsbeschränkungen in Krankenhäusern können verunsichern und Ängste triggern.

Neben der klassischen Angst vor Geburtsschmerzen, kämpfen werdende Mütter auch mit anderen Sorgen. Dass Komplikationen während der Geburt auftreten könnten zum Beispiel, oder aber, dass das Kind womöglich nicht gesund zur Welt kommt.1 Allein die Vorstellung von Szenarien wie etwa einem Geburtsstillstand oder Notkaiserschnitt schürt bei vielen Frauen starke Ängste.

Dazu gesellen sich Sorgen um diverse Geburtsverletzungen, die auftreten und durchaus langfristige Folgen für das eigene Wohlbefinden nach sich ziehen können (Dammriss, Scheidenriss,…). Die konkrete Angst, der Geburt körperlich oder psychisch nicht gewachsen zu sein, ist für viele Frauen für die gesamte Dauer der Schwangerschaft allgegenwärtig.2

Konkrete Sorgen in Bezug auf die bevorstehende Geburt gehen häufig mit tiefliegenden diffusen Ängsten – sogenannten Urängsten – einher. Hier spielen vor allem die Angst vor dem Unbekannten sowie Ängste, der Geburtssituation hilflos ausgeliefert zu sein, eine gewichtige Rolle. Als kontrollierendes Wesen kommt der Mensch mit Kontrollverlust nicht unbedingt gut zurecht. Unvorhergesehenes macht häufig unsicher. Nicht zuletzt besteht auch oftmals die Sorge, dass individuelle Bedürfnisse während der Entbindung nicht ernst genommen beziehungsweise konkrete Wünsche nicht berücksichtigt werden.3

Angst vor der Geburt ist aber nicht zwingend als etwas gänzlich Negatives zu sehen, ganz im Gegenteil. Immerhin dient uns Furcht als Schutzmechanismus und wirkt förderlich auf unsere Aufmerksamkeit und Alarmbereitschaft. Das kann unter der Geburt durchaus nützlich sein. Deshalb ist es wichtig, dass Geburtsangst Raum findet und besprochen werden darf. Doch leider ist das in unserer Gesellschaft nicht immer unbedingt einfach.

So gilt die Ankunft eines neuen Erdenbürgers als etwas Besonderes und Schönes. Gefühle wie Angst scheinen hier fehl am Platz. Geburtsangst ist generell relativ tabuisiert und wird häufig heruntergespielt – gerade auch von Frauen selbst. Hinzu kommt die Tatsache, dass in unserer Leistungsgesellschaft kaum Schwächen gezeigt werden dürfen. Hier anzusetzen und Geburtsängsten – besonders auch im Rahmen der medizinischen Betreuung schwangerer Frauen – Platz einzuräumen, sollte unbedingt stärker im Fokus stehen.4

Warum entsteht Angst vor der Geburt?

Weshalb entsteht Angst vor der Geburt aber denn nun genau? Welches sind Faktoren, die Furcht triggern?

Solche sind etwa psychische Vorerkrankungen. Werdende Mütter, die im Laufe ihres Lebens mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen hatten, sind besonders gefährdet, während der Schwangerschaft von tiefgreifenden Ängsten heimgesucht zu werden. Gerade Angststörungen, Zwangsstörungen oder depressive Erkrankungen sind immense Risikofaktoren. Doch auch belastende Vorerfahrung in Bezug auf die eigene körperliche Unversehrtheit kann schwer wiegen. Hier sind vor allem schwerwiegende ErkrAngst vor der Geburt - Auf dem Bild sieht man eine werdende Mutter vor einem Kinderbettchen stehen.ankungen, Missbrauchserfahrung oder andere körperliche Grenzverletzungen wesentliche Aspekte.Angst vor der Geburt kann sich zudem aufgrund negativer Erfahrungen in vorangegangenen Schwangerschaften oder Geburten manifestieren. Angst vor einer Geburtseinleitung oder einem Notkaiserschnitt wiegt naheliegenderweise schwerer, wenn man solch eine Situation schon einmal durchlebt hat. Ebenso können entsprechende Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld Ängste vor der Geburt triggern. Der Austausch über neue Medien nimmt hier außerdem Einfluss. Heutzutage sind schwangere Frauen durch soziale Netzwerke viel eher mit „Horrorgeschichten“ über Schwangerschaft und Geburt konfrontiert als noch vor einer Generation.6

Nicht zuletzt sind es persönliche Rahmenbedingungen, die große Angst vor der Geburt auslösen können. Etwa eine wenig stabile Partnerschaft, ein fehlendes soziales Umfeld, unsichere Arbeitsbedingungen, beengter Wohnraum oder finanzielle Schwierigkeiten.

Geburtsangst: Gründe und Risikofaktoren im Überblick

  • Psychische Vorerkrankungen (v.a. Angststörungen, Zwangsstörungen und depressive Erkrankungen)
  • Belastende Vorerfahrung in Bezug auf körperliche/psychische Unversehrtheit (Missbrauchserfahrung, Gewalterfahrung, schwere Erkrankungen,…)
  • Negative Erfahrungen bei vorangegangenen Schwangerschaften/Geburten (Fehlgeburt/Frühgeburt; Geburtseinleitung; Geburtsstillstand; Notkaiserschnitt etc.)
  • Konfrontation mit negativen Erfahrungen aus dem persönlichen oder virtuellen Umfeld
  • Ungünstige Rahmenbedingungen (fehlende oder instabile Partnerschaft; nicht vorhandenes soziales Netzwerk; schlechte Arbeits- und Wohnbedingungen; Schulden;...)

Wie äußert sich Angst vor der Geburt?

Die Angst vor der Geburt zeigt sich in ganz unterschiedlicher Weise. Mitunter beeinträchtigt sie den Alltag werdender Mütter erheblich. Häufig treten Schlafprobleme und schlechte Träume auf. In diesem Zusammenhang werden Müdigkeit und Abgeschlagenheit durchaus zum Problem. Auch psychosomatische Beschwerden – etwa  im Magen-Darm-Bereich – können auftreten. Wird die Schwangerschaft von starken Ängsten begleitet, sind auch Panikattacken keine Seltenheit. Damit gehen typische Symptome, wie Atemnot, vermehrtes Zittern oder Herzrasen, einher.7

Anzeichen von starken Ängsten vor der Geburt sind durchaus mit den Symptomen einer klassischen Angststörung vergleichbar. Werdende Mütter sind deutlich in ihren Sorgen verhaftet. Es kommt zum ständigen Nachdenken über die Ängste bis hin zu zwanghaftem Denken und Gedankenkreisen. Traurigkeit, Verzweiflung sowie sozialer Rückzug können ebenso präsent sein wie vermehrte Ruhelosigkeit oder Nervosität. Auch erhöhte Reizbarkeit oder Aggression sind mögliche Anzeichen von Schwangerschaftsängsten. Neben bereits erwähnten Panikattacken oder psychosomatischen Beschwerden, berichten Betroffene häufig auch von Beklemmungsgefühlen, Hitze- oder Kältewallungen sowie vermindertem Antrieb.8

Auch bei der Entbindung können sich Ängste negativ auswirken. So kommt es dabei nämlich zu einer verstärkten Verkrampfung der Gebärmuttermuskulatur, wodurch der Geburtsverlauf selbst erschwert ist. Der Geburtsschmerz wird unter diesen Umständen häufig als unverhältnismäßig stark empfunden.

Nicht zuletzt kann die starke Anspannung der Gebärmutter deren Durchblutung beeinträchtigen. Das wiederum hat negative Auswirkungen auf die Versorgung des Ungeborenen.9

 

Angst vor der Geburt: Anzeichen im Überblick

  • Ständiges Nachdenken über Sorgen/Gedankenkreisen/zwanghaftes Denken
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Angst- und Panikattacken
  • Schlafprobleme/Albträume/Müdigkeit/Abgeschlagenheit
  • Traurigkeit/Verzweiflung/sozialer Rückzug
  • Ruhelosigkeit und Nervosität
  • Reizbarkeit/Aggression
  • Beklemmungsgefühle
  • Hitze- und Kältewallungen
  • Antriebsstörungen
  • Erschwerter Geburtsverlauf

Geburtsangst: Der Grat zwischen Furcht und Panik ist schmal

Zweifelsohne sind Sorgen und Ängste vor der Geburt etwas völlig Normales. Man setzt sich damit auseinander, was kommen mag: mit dem Wehenschmerz, den eigenen körperlichen wie psychischen Grenzen sowie der aufregenden Zeit in der neuen Rolle als frischgebackene Mutter.

In diesem Zusammenhang ist Angst vor der Geburt – wie schon erwähnt – durchaus als etwas Sinnbringendes zu sehen. Sie schärft die Sinne, macht reaktionsschneller und sorgt dafür, dass uns die Geburt nicht völlig unvorbereitet überrollt. Vorsicht ist allerdings dort geboten, wo sich solche „normalen“ Geburtsängste verselbständigen und Leidensdruck entsteht.

Der Grat zwischen gewöhnlicher Angst vor der Geburt und belastenden Ängsten ist mitunter denkbar schmal. Das Risiko, dass sich solche Geburtsängste manifestieren und Krankheitswert (massive Ängste/Panik mit entsprechenden Symptomen) erlangen, ist gegeben. Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass ein vorhandener Kinderwunsch vielleicht gar nicht realisiert wird oder es gar zum Schwangerschaftsabbruch kommt.

Für diese krankhaften Ängste vor Geburt und Schwangerschaft existiert mittlerweile eine eigene Bezeichnung: Tokophobie. Der Begriff taucht im wissenschaftlichen Kontext erstmalig im Jahre 2000 auf, ist allerdings recht wenig bekannt. Wissenschaftliche Auseinandersetzung gibt es hier (noch) kaum.

Einerseits ist es schwierig, exakte Messinstrumente zu entwickeln und die Forschung dementsprechend voranzutreiben, andererseits bezieht sich das Phänomen auf die Gesamtheit aller gebärfähigen Frauen und betrifft nicht nur Schwangere allein. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass der Kinderwunsch aufgrund entsprechender Ängste nicht umgesetzt wird. Demnach ist es auch nicht möglich, konkrete Fallzahlen Betroffener zu nennen. Es muss zudem stets davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer recht hoch ist.10

Was tun bei Angst vor der Geburt?

Angst vor der Geburt wirkt weniger bedrohlich, wenn man sie sich deutlich bewusst macht und bearbeitet. Dabei hilft es, Sorgen und Ängste in Bezug auf Schwangerschaft, Geburt und die Zeit als frischgebackene Mutter ernst zu nehmen, aber auch als etwas Natürliches und mitunter Positives zu sehen. Es ist eine völlig neuartige Situation, auf die sich werdende Mütter erst einstellen müssen.

Dabei ist es ausgesprochen hilfreich, offen darüber zu sprechen. Das bricht bestehende Tabus und zeigt auf, dass Angst vor der Geburt etwas völlig Normales ist und keinesfalls ein Einzelschicksal darstellt. Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft sind nun einmal nicht zur Gänze steuerbar. Dass das Ängste auslöst, die bearbeitet werden müssen, scheint demnach logisch.

Vielen werdenden Müttern hilft es immens, dort anzusetzen, wo sie steuern können. Hier gibt es durchaus viele konkrete Handlungsmöglichkeiten sowie Hilfsangebote von außen (s. letztes Kapitel). Wichtig ist es, sich auf die Situation mitsamt ihren Höhen und Tiefen einzulassen und auch andere Personen (Partner, soziales Umfeld, Profis,…) mit ins Boot zu holen. Zudem sollten Schwangere gut in sich hineinhorchen und aufmerksam werden, sobald Ängste aus dem Ruder laufen.

Treten belastende Symptome wie psychosomatische Beschwerden oder Panikattacken auf, die den Alltag deutlich beeinträchtigen, sollten Frauen nicht davor scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aufgrund falscher Scham zuzuwarten, erhöht nicht nur den Leidensdruck, sondern kann sich auch negativ auf das Ungeborene sowie die entstehende Mutter-Kind-Beziehung auswirken. Erste Ansprechpersonen sind hier der Gynäkologe oder Hausarzt. Diese können bei Bedarf geeignete psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung in die Wege leiten.

Wie überwinde ich die Angst vor der Geburt?

Das Überwinden von Geburtsängsten geht stets mit ihrer Bewusstmachung und Bearbeitung einher. Sich mit der Angst vor der Geburt auseinanderzusetzen, sie anzunehmen und sich dabei auch ein wenig fallen zu lassen, ist nicht immer einfach. Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, all diese Prozesse zu gestalten.

Vielen Frauen hilft es besonders, Schwangerschaft und Geburt so gut wie möglich zu verstehen und zu planen. Das sorgt Sicherheit und Stabilität. Je besser man Bescheid weiß, desto sicherer fühlt man sich. Hier sind vor allem Informationen aus erster Hand (von Hebammen, Frauenärzten, Müttern oder Großmüttern) Gold wert.

Genau in sich hinein zu horchen und entsprechende Regungen ernst zu nehmen, ist ebenso wichtig. Auf diese Weise lässt sich oftmals herausfinden, ob sich bestehende Ängste noch im normalen Rahmen bewegen, oder aber übermäßigen Leidensdruck bewirken. Auch Triggerfaktoren oder außergewöhnliche Belastungssituationen rücken so leichter in den Fokus.

 

Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten?

Die richtige Geburtsvorbereitung hilft maßgeblich dabei, Angst vor der Geburt entsprechend zu bearbeiten und erfolgreich zu reduzieren. Hier bieten sich ganz unterschiedliche Möglichkeiten an. Angefangen über verschiedene Therapie- und Heilverfahren über einen soliden Geburtsvorbereitungskurs bis hin zu alternativen Möglichkeiten wie Homöopathie oder Hypnobirthing ist vieles geeignet, Angst vor der Geburt zu lindern.

Verschiedene Ansätze möchten wir abschließend gerne vorstellen:

Angst vor der Geburt? Die richtige Vorbereitung ist alles!

Über Schwangerschaft, Geburtsverlauf und Wochenbett so gut wie möglich Bescheid zu wissen, kann Ängste reduzieren. Das Unbekannte macht uns automatisch Angst. Wenn man weiß, was einen erwartet, kann man sich – aktiv oder auch unbewusst – darauf einstellen und vorbereiten.

Wichtig ist es, dass Informationen nicht geschönt vermittelt werden. Über natürliche Abläufe sowie mögliche Komplikationen und Nachwirkungen darf ruhig gesprochen werden (Geburtsverletzungen, Wundsein, Nachwehen, Milcheinschuss, Schmerzen beim Stillen,…). Ansprechpartner sind hier vor allem Fachkräfte wie Hebammen oder Gynäkologen, aber auch Mütter aus dem privaten Umfeld. Angst vor der Geburt - Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, die ein Buch ließt. Ein Geburtsvorbereitungskurs ist gerade für Erstgebärende unbedingt anzuraten. Auch eine Familienhebamme, die schon während der Schwangerschaft engmaschig betreut, sorgt für Sicherheit.11 Wer den direkten Austausch scheut, kann sich Wissen natürlich auch über Fachliteratur aneignen.

Plant man eine Krankenhausgeburt, kann eine Beleghebamme Unsicherheit und Angst vor der Geburt mindern. Ein entsprechendes Vertrauensverhältnis zu einer Fachperson sorgt für Sicherheit. Zudem ist es sinnvoll, an einem Informationsabend beziehungsweise einer Besichtigung des Kreißsaals teilzunehmen. Man gewinnt hier nicht nur mehr Einblick, auch offene Fragen lassen sich klären. Es empfiehlt sich, eine Vertrauensperson (Partner, Verwandte) mitzunehmen und sich bestehende Fragen im Vorfeld zu notieren.12

Selbstbestimmung, Planung und Kontrolle sind für viele Schwangere wichtige Schlagworte. Also ist es unbedingt sinnvoll, sich über das WO und WIE der Entbindung Gedanken zu machen. Soll die Geburt in einem Krankenhaus oder Geburtshaus stattfinden oder kommt vielleicht eher eine Hausgeburt infrage? Ist man für schmerzlindernde Medikation oder eine PDA während der Geburt offen? Fühlt man sich bei dem Gedanken an einen geplanten Kaiserschnitt am wohlsten?

Planung verleiht Sicherheit. Allerdings sollte man dennoch darauf achten, möglichst offen und flexibel zu bleiben und sich nicht zwingend auf einen konkreten Geburtsverlauf zu versteifen. Kommt es dann nämlich doch anders, kann das psychisch sehr anstrengend werden.

You never walk alone

Dass werdende Mütter sämtliche Strapazen und Anstrengungen von Schwangerschaft und Geburt ganz alleine tragen müssen, ist zu kurz gedacht. Schon eine einzige Person, die als Ansprech- oder Vertrauensperson fungiert, schafft Sicherheit und Stabilität. Je mehr Menschen solch eine Rolle einnehmen, desto besser.

Neben dem Partner, engen Freunden oder Familienmitgliedern können das selbstverständlich auch Profis wie etwa eine persönliche Hebamme oder der betreuende Frauenarzt sein. Wichtig ist ganz einfach, dass da jemand ist, der zuhört und Ängste und Sorgen ernst nimmt. Allein das kann ungemein entlastend wirken. Sinnvoll ist es zudem, mit der Person, die die Geburt begleitet, wesentliche Wünsche (Schmerzmittelgabe, PDA, Eingriffe wie Dammschnitt oder Aufstechen der Fruchtblase,…) abzusprechen. So ist sichergestellt, dass jemand für die eigenen Bedürfnisse eintritt, während man sich selbst einzig und alleine auf die Geburt konzentriert.13

Geburtsängste: auf Entspannung und Fitness setzen

Körperliche und seelische Fitness und Entspannung wirken sich schon während der Schwangerschaft positiv aus und können den Geburtsverlauf deutlich vereinfachen. Hier werden diverse Kurse angeboten, die speziell auf Schwangere ausgerichtet sind. Ob Schwangerschaftsyoga, autogenes Training, Meditation oder Schwangerschaftsgymnastik – da ist für jeden etwas dabei. Als besonders hilfreich wird das Erlernen diverser Atemtechniken empfunden. In diesem Zusammenhang steht seit einiger Zeit Hypnobirthing hoch im Kurs.14

Für welchen Schwangerschaftskurs man sich letztendlich auch entscheidet, sie alle vermitteln ein gewisses Rüstzeug, das man gut für sich nutzen kann. Gerade während der Geburt profitieren zudem viele Frauen davon, auf etwas Erlerntes zurückgreifen zu können. Das schafft ein hohes Maß an Sicherheit.

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Geburtsvorbereitung: Selbstfürsorge ist wichtig

Gerade während der Schwangerschaft ist es wichtig, gut auf seinen Körper und die wohlbekannte innere Stimme zu hören. In diesem Zusammenhang ist Selbstfürsorge ein wichtiges Schlagwort. Wo liegen die individuellen Bedürfnisse? Was tut einem ganz besonders gut? Wenn werdende Mütter gut auf sich achten, profitiert davon auch das Ungeborene. Besonders Entspannung und gesunde Ernährung haben nachhaltige positive Effekte. Und selbstverständlich darf man sich als Schwangere ruhig auch ein wenig von seinem Umfeld verwöhnen lassen!

Angst vor der Geburt lindern: Möglichkeiten darüber hinaus

Es gibt einige Handlungsweisen und Therapieansätze, die geburtsvorbereitend wirken. Solche können dazu beitragen, die Angst vor der Geburt im Rahmen zu halten. Neben Klassikern wie Massagen, Osteopathie oder Beckenbodenübungen, können auch Akupunktur oder Homöopathie nachhaltig helfen.

Ganz besonders wichtig – gerade bei Erstgebärenden – ist der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses. Hier bekommt man nicht nur einen guten Überblick darüber, was einen bei der Geburt und im Wochenbett erwartet, man kann auch alle offenen Fragen klären und erhält wertvolle Tipps und Ratschläge. Viele Paare nutzen diese Möglichkeit auch, um erste Kontakte zu anderen werdenden Eltern zu knüpfen.  

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Daniela Jarosz
Autor: Daniela Jarosz

Daniela Jarosz ist Sonder- und Heilpädagogin. Während des Studiums hat sie sich intensiv mit Inhalten aus Medizin und Psychologie auseinandergesetzt. Sie arbeitet seit vielen Jahren im psychosozialen Feld und fühlt sich außerdem in der freiberuflichen Tätigkeit als Autorin zuhause. Im redaktionellen Bereich hat sie sich auf die Fachrichtungen Medizin, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Work-Life-Balance sowie Kinder und Familie spezialisiert.

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