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Hitzeschlag: Zu viel Sonne schadet dem Kreislauf

Kommentar schreiben Freitag, 05. August 2016

Die sommerlichen Temperaturen tuen Körper und Seele gut. Doch wer nicht aufpasst und zu lange in der prallen Sonne ausharrt, kann durch große Hitze körperliche Schäden nehmen. Es kann zu einem Sonnenstich, Hitzekollaps oder gar einem Hitzschlag kommen. Das kann lebensgefährlich werden. Hier lesen Sie, wie Sie sich vor einem Hitzeschlag schützen können und wie Sie am besten erste Hilfe leisten können. 

Gerade im Hochsommer passiert es schnell: Man hält sich beim Sport, während der Arbeit oder in der Freizeit außen auf, ohne die hohen Temperaturen richtig einzuschätzen. Nicht selten treten im Anschluss Kopfschmerzen, Übelkeit oder Nackensteifheit auf. Doch ab wann ist große Hitze gefährlich und wie nimmt der Körper Schaden?

Man unterscheidet grundsätzlich zwei verschiedene Arten der Hitzeschäden. Zum einen kann man sich einen Sonnenstich zu ziehen. Dabei handelt es sich um eine Reizung der Hirnhäute durch die enorme Hitzeeinwirkung auf Kopf und Nacken. Die Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, starke Kopfschmerzen und Verwirrungszustände. Auch ein Anstieg des Schädelinnendrucks mit Folgeschäden ist im Bereich des Möglichen.

Hitzschlag: Klimaanlage des Körpers außer Gefecht

Die zweite, im Sommer verbreitete, Art der Hitzeschäden ist der sogenannte Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom). Er entsteht, wenn der Körper zu langer Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt war. Kommt dann noch körperliche Belastung durch Arbeit oder Sport hinzu, stößt der Organismus an seine Grenzen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Überhitzung des Körpers. Auch zu warme und luftundurchlässige Kleidung kann zu einem Hitzschlag beitragen.

Um abzukühlen produziert der Körper vermehrt Schweiß. Dieser soll auf der Haut verdunsten und so die hohen Temperaturen im Organismus durch Verdunstungskälte herunterregulieren. Doch fehlt dem Körper an einem heißen Tag Flüssigkeit (durch zu geringe Trinkmenge oder starkes Schwitzen bei Sport oder Arbeit), bricht dieses Kühlsystem zusammen. Es kann nicht mehr genug Wärme abgegeben werden, die Körpertemperatur steigt immer weiter an.

Symptome eines Hitzschlags

Durch die hohen Temperaturen und den Mangel an Flüssigkeit ist die Haut rot, heiß aber trocken. Hinzu kommen Kopfschmerzen, eine Körpertemperatur von 40 Grad Celsius und Höher und Schwindel. Da sich die Gefäße bei enormer Hitze weiten um Wärme abzugeben schlägt das Herz schneller. Ein hoher Puls bei zunächst normalem Blutdruck ist deshalb typisch.

Wird nicht umgehend ein kühler Ort aufgesucht und Flüssigkeit zugeführt, kann es zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufkollaps kommen. Der Blutdruck sackt schlagartig ab, weil das Herz die vermehrte Pumpleistung nicht mehr erbringen kann. Es kommt zu einer Sauerstoff-Unterversorgung der Organe und des Gehirns. Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Krampfanfälle können ein Symptom sein.

Kranken, Kindern und älteren Menschen macht die Hitze zu schaffen

Vor allem sehr junge und alte Menschen kommen mit den hohen Temperaturen nicht so gut klar. Bei Babys und Kleinkindern ist zum einen die Schädeldecke noch nicht gänzlich ausgehärtet und die Sonneneinstrahlung führt schneller zu Überhitzung. Zum anderen haben sie noch nicht das ausgeprägte Kühlsystem eines Erwachsenen – die Hitze schlägt schneller an.

Auch ältere Menschen reagieren empfindlich auf sommerliche Hitze. Sie haben oft kein normales Durstgefühl mehr und trinken deshalb zu wenig. Dadurch ist ein Hitzschlag wahrscheinlicher als bei jüngeren Personen. Sie sollten die Mittagshitze meiden und sich stets im Schatten aufhalten oder den Kopf bedecken.

Anzeichen einer Überhitzung bei Babys

Bei kleinen Kindern ist es oft schwierig eine Überhitzung zu bemerken. Sie verweigern gegebenenfalls die Nahrung, sind eventuell reizbarer als gewöhnlich oder gleichgültig. Die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad Celsius, der Säugling ist allerdings trocken und schwitzt nicht.

Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne, können weitere Symptome des Hitzschlags sein. Das Kind muss dann sofort aus der Hitze geholt und an einen kühlen Ort gebracht werden. Kühle Umschläge und ausreichend Flüssigkeit können die akuten Symptome lindern und die Temperatur senken.

Behandlung einer Hyperthermie

Wenn Sie an sich oder anderen Personen diese Symptome feststellen, müssen sie sofort handeln. Zuerst muss der Betroffene aus der Sonne gebracht werden und ein Notarzt verständigt werden. In einer liegenden Position können kühle Wickel um Arme, Beine, Rumpf und im Nacken Abkühlung verschaffen. Sollte der Betroffene zu warme oder zu enge Kleidung tragen, muss diese abgelegt werden.

Ist der Patient noch bei Bewusstsein und ansprechbar, sollte er Wasser trinken um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzubessern. Bei Krampfanfällen und Ohnmacht kann es beim Trinken allerdings zum Verschlucken kommen. Hat die Person einen Kreislaufkollaps, muss umgehend die stabile Seitenlage angewandt werden. Außerdem muss die Atmung überprüft werden. Dafür das Ohr mindestens 10 Sekunden über Mund und Nase halten. Sind keine Atemgeräusche zu hören und hebt und senkt sich die Brust nicht, muss die Reanimation gestartet werden bis der Notarzt eintrifft.

Vorbeugen eines Hitzekollapses

Damit es gar nicht erst zum Hitzeschlag kommt, ist es ratsam an warmen Sommertagen die direkte Mittagssonne zu meiden. Sportliche Aktivitäten oder schwere körperliche Arbeiten sollten in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden. An heißen Tagen darf man nicht vergessen zusätzlich zu den drei Litern täglich mindestens einen Liter mehr zu trinken. Auch Kinder und ältere Menschen müssen an regelmäßiges Trinken erinnert werden.

Eine Kopfbedeckung (vor allem bei Glatzen oder sehr dünnen oder hellen Haaren) schützt nicht nur vor Verbrennungen der Haut, sondern auch vor einer Überhitzung des Schädels. Nach dem intensiven Sonnenbaden im Urlaub ist es nicht ratsam, direkt in den eiskalten Pool zu springen. Der Körper sollte viel mehr langsam an den Temperaturunterschied gewöhnt werden – denn auch hier kann es zu lebensbedrohlichen Schockreaktionen kommen.

Nach dem Sonnenbad

Nach einem Sonnenstich oder Hitzekollaps steht vor allem Ruhe auf dem Programm. Der Körper muss sich von den Strapazen erholen. Auch hier muss natürlich ausreichend getrunken werden. Nach einigen Stunden bis wenigen Tagen klingen dann (gegebenenfalls nach ärztlicher Behandlung) die Symptome wieder ab. In den meisten Fällen bleiben keine körperlichen Schäden. Nur nach schlimmen Überhitzungen kann es zu körperlichen Folgen kommen.

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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