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Ingwer: Wie eine Knolle die Gesundheit beeinflussen kann

3 Kommentare Freitag, 06. November 2015 - Aktualisiert am Donnerstag, 19. März 2020

Heilende Knolle? Aus vielen Küchen ist Ingwer nicht mehr weg zu denken. Er schmeckt frisch und gibt jedem Gericht eine einzigartige würzige und scharfe Note. Doch wer regelmäßig Ingwer isst, tut auch seinem Körper etwas Gutes. Als Wickel, Tee, Wasser oder einfach roh hilft Ingwer gegen verschiedene Beschwerden im alltäglichen Leben. Sogar in der Krebstherapie kommt die Knolle unterstützend zum Einsatz.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Ingwer wächst vor allem in östlichen Ländern wie Indien, Malaysia oder auch China. Dank seiner steigenden Beliebtheit wird er heutzutage auch in Europa und Amerika angebaut, allerdings kommt er hier nicht wild vor. Was wir in unserer Küche als Ingwer bezeichnen ist genau genommen das Rhizom – also der Wurzelstock unter der Erde – der "Zingiber officinale". Es gehört zur Familie der Ingwergewächse und wird im Spätherbst geerntet. Aus dem Wurzelstock wächst ein bis zu einen Meter hoher Stängel, der eine orchideenartige Blüte trägt.

Wir kennen Ingwer vor allem aus der asiatischen Küche, er wird häufig in Currys verwendet. Doch inzwischen ist das fruchtig, scharfe Gewürz auch in unseren Breiten in nahezu jedem Supermarkt erhältlich.

Inhaltsstoffe der Knolle 

Aufgeschnittener IngwerIn Ingwer ist viel Vitamin C enthalten. Auf 100 Gramm der Knolle kommen je nach Größe etwa 6 Gramm des Vitamins vor. Außerdem sind die Vitamine B1, B2 und B6 enthalten. Sie sind an vielen Stoffwechselprozessen des Körpers beteiligt. Auch Magnesium, Zink, Kalzium und Eisen kommen in hohem Maße vor. Diese Mineralstoffe spielen für die Blutherstellung und den Knochenaufbau wichtige Rollen.

Der scharfe Geschmack der Knolle deutet bereits darauf hin: In Ingwer sind Scharfstoffe und Aromen enthalten. Zu den Scharfstoffen gehören das sogenannte Gingerol und das Shogaol. Gemeinsam mit etlichen Aromastoffen sind sie für die gesundheitsfördernde Wirkung des Ingwers verantwortlich.

Ingwer gegen Schmerzen und Entzündung 

Die Inhaltsstoffe des Ingwers wirken im Körper ähnlich wie die aus Schmerzmitteln bekannte Acetylsalicylsäure. Dadurch werden Enzyme, die Schmerzen verursachen, gehemmt. Entzündungsprozesse im Körper können so eingedämmt werden. So ist Ingwer auch als „Schmerzmittel der Natur“ bekannt.

Durch die schmerz- und entzündungshemmende Wirkung kommt Ingwer in der Therapie von Arthrose vor. Studien konnten zeigen, dass die Einnahme der braunen Knolle die Symptome der Gelenkentzündungen bei Arthrose um bis zu 40 Prozent reduzieren kann. Ingwer kann dem Organismus helfen, den Entzündungsprozess, der zum Knorpelabbau führt, zu mindern und so die Schmerzen im Gelenk zu lindern.

Mit Ingwer gegen Erkältungen 

Auch das Immunsystem des Körpers wird durch die Einnahme von Ingwer unterstützt. Er regt die weißen Blutkörperchen an und stimuliert so die Abwehrprozesse. Schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung kann ein frisch aufgebrühter Ingwertee helfen.

Dazu ein Stück Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Diese dann mit einem bis 1,5 Litern heißem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Das Getränk über den ganzen Tag verteilt (am besten heiß) trinken. So können Entzündungsprozesse im Körper unterbunden und die Erkältung vielleicht noch abgewendet werden. Bei einem fiebrigen Infekt sollte von einer eigenständigen Behandlung mit Ingwer abgesehen werden, da es durch die Schärfe zu einem weiteren Anstieg der Körpertemperatur kommen kann.

Magenprobleme und Übelkeit? Ingwer hilft! 

Die positive Wirkung von Ingwer auf die Magenschleimhaut und das Verdauungssystem ist wissenschaftlich erwiesen. Die Knolle regt die Produktion von Magensaft und Speichel an und steigert sanft die Darmbewegung. So kann die Verdauung gefördert und der Organismus entschlackt werden. Auch der Appetit wird durch die Einnahme von Ingwer positiv stimuliert (das kann vor allem bei Krebspatienten zu einer Normalisierung des Gewichtes führen).

Bei Übelkeit kann das kauen auf einem Stück frischen, geschälten Ingwer helfen. Auch Bonbons mit Ingwerextrakt können diese Wirkung haben, dabei kommt es allerdings auf die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe an. Ob bei einer Krankheit, Reiseübelkeit oder sogar während der Chemotherapie bei der Krebsbehandlung: Die Inhaltsstoffe des Ingwers unterbrechen einen Vorgang im Körper, der zum Brechreiz führt. Wie genau das funktioniert, ist nicht ganz klar. Vor allem bei der Chemotherapie sollte die Anwendung von Ingwer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Werden schwangere Frauen von Übelkeit gequält, sollten sie Rücksprache mit dem Gynäkologen halten, da die Auswirkung von Ingwer während der Schwangerschaft umstritten ist. Einige Experten gehen davon aus, dass Ingwer verfrühte Wehen auslösen kann.

 

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Mit Ingwer gegen Krebs? 

Studien haben ergeben, dass sich die Einnahme von Ingwer auf Krebszellen auswirken kann. Er kann die Produktion von nekrotischen Zellen reduzieren und bereits vorhandene Krebszellen zum Absterben bringen. Doch auf Chemotherapeutika kann Ingwer eine negative Wirkung haben – er kann ihre Wirkung herabsetzen. Deshalb muss eine Behandlung mit Ingwer unbedingt mit dem zuständigen Mediziner besprochen und auf den Therapieplan abgestimmt werden.

Doch auch vorbeugend kann die braune Knolle eingenommen werden.

Abnehmen mit Hilfe von Ingwer 

Waage mit Frau im HintergrundMit Ingwer kann man jede Diät im Kampf gegen die überflüssigen Fettpölsterchen unterstützen. Die Inhaltsstoffe regen den Stoffwechsel an und wirken vitalisierend. Außerdem wird vermutet, dass die Fettspeicherung durch Ingwer gehemmt und so weniger „angesetzt“ wird. Wer regelmäßig zu der Knolle greift, kann also effektiv Gewicht verlieren.

Vor allem Ingwerwasser kann nebenbei den ganzen Tag getrunken werden. Dazu einfach ein paar Scheiben frischen Ingwer mit Wasser übergießen und ziehen lassen. Wer andere Getränke wie Cola, Saftschorlen oder gesüßten Tee damit ersetzt, spart Kalorien und unterstützt den Körper bei der Fettverbrennung. Wem das Ingwer-Getränk zu scharf ist, kann den Geschmack mit einem Spritzer frischer Zitrone hemmen.

Regulation des Blutzuckers 

Auch bei Diabetes mellitus ist die positive Wirkung von Ingwer nachgewiesen. Die Scharfstoffe der Knolle helfen dabei den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren und zu senken. Ein bestimmtes Protein auf der Muskeloberfläche wird vergrößert und dadurch kann mehr Glukose in den Muskel aufgenommen werden. Die Folge: Der Zuckerspiegel im Blut fällt etwas ab.

 

Doch auch für Diabetiker gilt: Die Anwendung von Ingwer immer mit dem Spezialisten absprechen und nicht eigenständig beginnen.

Vorsicht bei Gallensteinen und Bluthochdruck 

Wer zu Gallensteinen neigt, der sollte den Genuss von Ingwer in Grenzen halten. Die Scharfstoffe kurbeln nämlich nicht nur Stoffwechsel und Magen-Darm-Aktivität an, sondern fördern auch die Tätigkeit der Galle. Durch die regelmäßige Zufuhr von Ingwer kann es vermehrt zur Gallensteinbildung kommen.

Auch Menschen mit Bluthochdruck sollten Vorsicht im Umgang mit dem asiatischen Gewürz walten lassen, denn die Meinungen über die Wirkung von Ingwer auf das Herz-Kreislaufsystem gehen auseinander. Einige Experten meinen, Ingwer steigere den Blutdruck, andere sind der Auffassung, dass die Knolle den Druck in den Gefäßen nachhaltig senken könne. Die tatsächliche Auswirkung auf den Blutdruck muss erst noch weiter erforscht werden.

 

Bildnachweis:

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

3 Kommentare

Klaus – Mittwoch, 05. Dezember 2018
Ich finde es sehr positiv, dass in diesem Artikel auch die Gegenanzeigen im Zusammenhang mit Ingwer benannt werden. Es sind ohnehin nicht viel aber sie sollten unbedingt, wie hier, Erwähnung finden. Wie die Schulmedizin und deren Vertreter den Umgang mit der Knolle einschätzen wird im Einzelfall zu bewerten sein aber der Gedanke an den Eigennutz, wie ihn hier ein anderer Kommentator anführt, ist nicht von der Hand zu weisen. Und einen einen chinesischen Mediziner aus der Zeit vor 3.000 Jahren zu seiner Meinung über Ingwer zu befragen ist leider nicht mehr möglich. Ich gehe aber davon aus, dass sie stark von den Ansichten seiner heutigen "Kollegen" abweichen dürfte.
Lisa Vogel – Montag, 16. April 2018
Lieber Markus, in vielen Krankheitsfällen ist die Schulmedizin das Mittel der Wahl der Ärzte. Doch wenn der Patient den Wunsch äußert, alternative Behandlungsansätze mit einzubeziehen, sind viele Mediziner kooperativ. Ein aufklärendes Gespräch mit dem behandelenden Arzt ist oft der Schlüssel zur bestmöglichen Behandlung. Beste Grüße Lisa Vogel
Markus – Sonntag, 25. März 2018
Ob Bluthochdruck,Diabetes mellitus,Fieber oder bei der Chemotherapie. Wenn ich das Wundermittel Ingwer einsetzen möchte und vorher einen Arzt sprich Schulmediziner fragen muß wird derjenige meistens seine Medikamente empfehlen und Ingwer als nicht wirksam nachweisbare Substanz ablehnen. Somit ist der Artikel wenig hifreich.

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