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Herzinfarkt: Ursache, Symptome und Vorbeugung

2 Kommentare Dienstag, 02. Januar 2018

Ein plötzliches Stechen in der Brust, kalter Schweiß auf der Stirn und ein unerträgliches Gefühl von Enge: ein Herzinfarkt kommt oft plötzlich. 2012 starben nach dem Statistischen Bundesamt fast 55.500 Menschen an einem Myokardinfarkt. Die Sterberate geht jedoch zurück. Mit einem gesunden Lebensstil kann der Herzinfarkt verhindert werden – Rauchen und Übergewicht gelten als Risikofaktoren. Ein plötzliches Stechen in der Brust ist meist das heftigste erste Symptom eines akuten Herzinfarktes. Dann sollte es schnell gehen: Bei Verdacht auf einen Herzanfall ist der Notruf immer die richtige Wahl. Denn je schneller die Gefäße wieder durchlässig gemacht werden, desto geringer ist der Schaden am Herzmuskelgewebe. Bei einem Herzinfarkt verschließt ein Herzkranzgefäß, das den Herzmuskel (Myokard) mit Blut versorgt. Durch den Verschluss kommt es zu einer Sauerstoff-Unterversorgung des Muskels und schließlich zum Absterben von Herzmuskelzellen. Je länger die Unterversorgung besteht, desto größer ist der bleibende Schaden am Herzen. Einmal abgestorbenes Gewebe kann nicht wiederhergestellt werden.

Wie verschließt ein Herzkranzgefäß?

Die Herzkranzgefäße sind Arterien, die rund um den Herzmuskel anliegen. Hier diffundiert der in der Lunge aufgenommene Sauerstoff aus dem Blut in das Muskelgewebe und versorgt es so mit Energie. Daher sind die Gefäße sehr fein. Ist die Gefäßwand verkalkt, spricht man von einer Arteriosklerose. Durch die Anlagerung von Blutfetten, wie zum Beispiel Cholesterin und Kalk bildet sich sogenannte Plaques und verengen das Gefäß zunehmend. Diese Stenose (Verengung) wird auch als Koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet und ist eine Vorstufe zum Herzinfarkt. Kommt es nun zur Ruptur (Einriss) des Plaques, lagern sich Thrombozyten (Wundheilende Stoffe) aus dem Blut an und durch die Blutgerinnung verstopft das Gefäß bis zum vollständigen Verschluss. Das Blut kann nicht mehr passieren und das Muskelgewebe wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Die Folge ist eine Unterversorgung des Gewebes und somit ein Herzinfarkt. Vor allem Männer im mittleren und höheren Alter sind von Herzkrankheiten und –infarkten betroffen. In Industrieländern wie Deutschland kommen deutlich mehr Herzinfarkte vor als in ärmeren Entwicklungsländern. Ein Zusammenhang mit dem ungesunden Lebensstil lässt sich erkennen.

Die Symptome eines Herzinfarkts

Die meisten Betroffenen sprechen von einem sehr plötzlichen Auftreten der Symptome. Vor allem das starke Stechen in der Brust (Angina pectoris) ist ein charakteristisches Merkmal für einen akuten kardiovaskulären Notfall. Außerdem kann es zu

  • blasser Haut
  • kalten Extremitäten
  • unregelmäßigem Puls
  • Schmerzen in der Brust (Ausstrahlung in Arme, Unterkiefer, Rücken und Bauchraum möglich)
  • Gefühl von Enge
  • Übelkeit
  • Manche Patienten verspüren Todesangst
  • Panikattacken
  • Atemnot

kommen. Die Intensität der Symptome ist von Patient zu Patient verschieden. So kann auch ein eher mild verlaufender Infarkt starke Schmerzen und Beschwerden hervorrufen und akute Notfälle unter Umständen mit unspezifischen Erscheinungen auftreten. Bei Schmerzen in der Brust sollte Sie sofort einen Arzt aufsuchen oder den Notarzt alarmieren und eine präzise Diagnose erstellen lassen. Es gilt: Lieber einmal zu oft den Notruf gewählt als einmal zu wenig. Im schlimmsten Fall kann es bei Herzbeschwerden sehr schnell gehen. Unbehandelt können Herzinfarkte tödlich enden. Neben einem Herzinfarkt können auch andere Erkrankungen die Symptome hervorrufen. Daher sollten Schmerzen in der Brust immer professionell abgeklärt werden.

Behandlung eines Herzinfarktes: Eröffnung der Herzkranzgefäße

Trifft der Notarzt beim Patienten ein wird zunächst eine kurze Befragung zu den Symptomen vorgenommen. Die Anamnese muss in diesem Fall schnell gehen, damit die Behandlung eingeleitet werden kann. Die Gabe von Nitro (Nitroglycerin) über die Atemwege kann die Atmung erleichtern und die akuten Schmerzen lindern. Als Spray wird das Mittel einfach eingeatmet und gelangt schnell in den Organismus. Dadurch legt sich bei vielen Betroffenen die Panik etwas und der Transport in eine Klinik kann erfolgen. Dort angekommen ist das Ziel der Behandlung die rasche Wiedereröffnung des Gefäßes, um so viel Herzmuskelgewebe wie möglich zu erhalten. Dabei gibt es verschiedene operative Methoden: Zu der interventionellen Behandlung eines Infarkts zählt der Einsatz eines Stents. Hierbei handelt es sich um eine Stütze aus Edelstahl, die mittels eines Katheters in das Blutgefäß eingeführt wird und die Engstelle im Gefäß für den Blutfluss dauerhaft wieder durchgängig macht. Die Stütze hält das Gefäß offen und durchlässig, sodass das Gewebe ausreichend versorgt wird. Der Stent verbleibt dauerhaft im Organismus. Eine andere Methode zur Wiedereröffnung ist eine Bypass-Operation. Die Ärzte (Kardiologen) entnehmen dem Patienten venöses oder arterielles Material zum Beispiel aus den Beinen und setzten es so am Herzkranzgefäß ein, dass der Engpass über eine „Umleitung“ überbrückt wird. Durch die Behandlung mit eigenem Körpergewebe springt das Immunsystem nicht an und Komplikationen wie Entzündungen bleiben meist aus.

Wie beugt man einem Myokardinfarkt vor?

Damit es nicht so weit kommt ist eine gesunde Lebensführung die beste Prävention. Denn meist sind es äußere Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes steigern Zu den kardiovaskulären Risikofaktoren gehört Bluthochdruck, Rauchen, hohe Blutfettwerte, Diabetes mellitus, Übergewicht, zu wenig Bewegung, Stress und gegebenenfalls die genetische Vorbelastung. Das Risiko eines Herzinfarkts steigt außerdem mit dem Alter. Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, hat meist keine erhöhten Blutfettwerte und es bilden sich nicht so schnell Ablagerungen in den Gefäßen. Ausreichend Bewegung fördert zudem einen gesunden Blutdruck. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit fördert das Wohlbefinden und kann die Entstehung von Stress und stressbedingten Erkrankungen verhindern. Gibt es in der Familie vermehrt Herzleiden oder kam es bereits früher zu Problemen mit Herz und Kreislauf ist es ratsam, Vorsorgeuntersuchungen bei einem Kardiologen wahrzunehmen. Hier werden der Blutdruck und die Herzaktivität überwacht. Regelmäßige Aufnahmen der Herzkranzgefäße kann eine Stenose rechtzeitig erkannt und präventiv behandelt werden. Ein erster Ansprechpartner bei leichten Beschwerden ist der Hausarzt. Er kann die Symptome deuten und gegebenenfalls an einen Spezialisten vermitteln. Dies gilt nicht bei akuten Beschwerden: Hier ist immer die Notaufnahme oder der Notarzt die richtige Anlaufstelle.

Sterbefälle nach akutem Herzinfarkt | Create Infographics
Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

2 Kommentare

Josefine Harbauer – Montag, 03. August 2015
Wir freuen uns über Ihr Interesse und hoffen mit unseren Beiträgen mehr Menschen aufzuklären. Vielen Dank für Ihren Eintrag!
Herzinfarkt? Ohne mich! – Donnerstag, 30. Juli 2015
Herzlichen Dank für Ihren Artikel, Frau Vogel. Zum Thema Prävention bin ich gespannt, wie sich die Zahl der Herzkranken in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird. In unserer heutigen, sehr stressigen Zeit, wo in Unternehmen Überstunden keine Seltenheit sind, kann ein stressfreier Lebensstil nur schwer umgesetzt werden.

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