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Work-Life-Blending: Das neue Verständnis von Arbeit und Freizeit

Kommentar schreiben Aktualisiert am 06. Oktober 2022

Ich warte schon lange auf den Handwerker, der jetzt ausgerechnet am Montagvormittag kommen kann. In der Schule der Kinder ist eine große Feier am Mittwochnachmittag, oder ich würde mich so gern mal wieder zu einer Runde Tennis mit meiner besten Freundin verabreden. Vormittags, wenn nicht so viel auf dem Platz los ist. Aber all das ist mit einer normalen Arbeitszeit nicht vereinbar. Außer: Meine Firma bietet mir Work-Life-Blending an. Und schon sind all meine Probleme gelöst. Wirklich? Oder handelt es sich bei diesem Modell um eine Mogelpackung?

 

 

Was bedeutet der Begriff Work-Life-Blending?

Nine-to-five-Modelle haben längst ausgedient. Heute setzen Unternehmen auf Work-Life-Balance und seit neustem sogar auf Work-Life-Blending. Die Zeit wird immer schnelllebiger, die Berufswelt globaler. Dinge ändern sich manchmal ganz schnell und wir müssen darauf reagieren. Das kann dann nach Feierabend, am Wochenende oder sogar im Urlaub sein. Dafür kann ich während der Woche auch tagsüber private Termine wahrnehmen, die mir wichtig sind. Beim Work-Life-Blending verschwindet die strikte Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben völlig, beides verschmilzt sozusagen.

Selbstdisziplin und -organisation spielen hier eine große Rolle. So soll die Produktivität der Mitarbeiter gesteigert und dem individuellen Biorhythmus angepasst werden. Die Firma Microsoft schaffte schon 1998 die Arbeitszeiten für ihre Mitarbeiter komplett ab, der Streaming-Anbieter Netflix setzt auf das Angebot, dass seine Mitarbeiter so oft und so lange sie wollen in den Urlaub gehen können. Und das auf Vertrauensbasis ohne langen Papierkram. Auch bei SAP, der Deutschen Bank und Google wählen die Mitarbeiter Arbeitszeit und -ort frei.

 

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Was ist der Unterschied zur Work-Life-Balance?

Bei der Work-Life-Balance sind Berufliches und Privates genau voneinander getrennt. Nach Arbeitsende konzentriert man sich ganz auf Freizeit, Familie und Freunde. Eine funktionierende Balance ist ausschlaggebend, um Stress und Burnout vorzubeugen. Die Wünsche vieler Arbeitnehmer gehen immer mehr in die Richtung, dass ein Job glücklich macht. Aber auch die eigene – vor allem mentale – Gesundheit steht im Mittelpunkt. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance wird oft in Zusammenhang mit dem Erreichen dieser Bedürfnisse und Wünsche genannt.

Dabei stehen für jeden Einzelnen andere individuelle Ziele im Vordergrund. Auch Firmen setzten sich heute verstärkt mit dieser Thematik auseinander und entwickeln Konzepte, die einerseits der Mitarbeitermotivation dienen, gleichzeitig aber auch das Unternehmensimage und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Viele Angebote, um den Mitarbeitern eine bessere Work-Life-Balance zu bieten, drehen sich um Flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice, Gesundheitsmanagement und ausgewogene Ernährung im Betrieb, eigene Kinderbetreuung und diverse Freizeitangebote wie ein Entspannungsraum, Betriebssport oder ein Tischkicker, um mal abzuschalten.

 

Wie verändert sich die Arbeitsweise und welchen Einfluss haben die Digitalisierung und die Pandemie darauf genommen?

Die Digitalisierung ermöglicht heute den Zugriff auf alle Daten – von wo und wann immer Sie wollen. Genau das ist die Grundlage für die neue Arbeitsweise. Aber auch die Pandemie spielt eine große Rolle dabei, wie sich die Arbeitswelt geändert hat. Standen viele Unternehmen dem Homeoffice skeptisch gegenüber, blieb ihnen in dieser Zeit nichts anderes übrig, als ihre Mitarbeiter nach Hause zu schicken. Und plötzlich wurde klar: Das klappt ja!

Eine Studie der Harvard Business School hat herausgefunden, dass das im Alltag natürlich mehr Meetings und Konferenzen bedeutet. Während vorher nur jeder Sechste virtuell konferierte, ist es nun jeder Dritte, der mehrmals in der Woche an Telefon- oder Videomeetings teilnimmt. Auch geschäftliche Reisen werden immer weniger. Warum für viel Geld in den Flieger steigen, wenn es mit Videokonferenzen auch funktioniert? Zumal auch noch die Umwelt geschont wird. Arbeitnehmer müssen zudem oft nicht mehr pendeln, weil sie im Homeoffice sitzen.

Das entlastet die Straßen und Züge, schont auch die Umwelt und natürlich den Geldbeutel des Arbeitnehmers.

 

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Welche Vorteile gibt es beim Work-Life-Blending?

Der wohl größte Vorteil ist der Freiraum, den man sich selbst schaffen kann. Die Zeit individuell einzuteilen und selbst zu bestimmen, wann man welche Aufgaben erledigt. Ist man an einem Tag schnell, muss man nicht auf den Feierabend warten, man kann dann gleich Privates erledigen. Und sich für den nächsten Tag eventuell schon mal auf mehr Arbeit einstellen. Sich aber auch dazu entscheiden, die Arbeit in den eigenen vier Wänden zu erledigen. Außerdem können Sie sich ganz nach Ihrem Biorhythmus richten.

Sie schlafen lieber länger? Dann geht es eben später los. Wer allerdings Job und Kinder unter einen Hut bringen muss, kann nach Wunsch ganz früh anfangen. Wahre Nachteulen dürfen sogar erst in den Abendstunden loslegen. Diese Selbstbestimmtheit sorgt bei den meisten für eine höhere Zufriedenheit und Motivation. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein enormer Vorteil, weil Sie flexibel auf Termine und die freie Zeit mit Kids und Co. reagieren können.

 

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Welche Nachteile gibt es?

Arbeit im Homeoffice und das Dazwischenschieben privater Termine hört sich eigentlich gut an, oder? Aber es gibt auch Schattenseiten. Denn Work-Life-Blending vermittelt das Gefühl, immer erreichbar sein zu müssen. Und dauernd im Einsatz zu sein. Eine Studie des Organisationsforschungsinstituts YouGov befragte 750 Akademiker. 22 Prozent gaben an, einmal im Monat am Wochenende oder Feierabend für ihren Arbeitgeber tätig zu sein. Weitere 20 Prozent arbeiten sogar mindestens einen Tag an jedem Wochenende. Und die Hälfte der Arbeitnehmer beantwortet Mails und Anrufe auch während der Freizeit. Überstunden werden plötzlich ganz normal – oft aber nicht bezahlt.

Das Stresslevel erhöht sich enorm, schlimme Folge kann ein Burnout sein. Wer dann auch noch die Arbeitszeiten nicht richtig erfasst, hat das Nachsehen. Denn bezahlt werden diese Stunden natürlich nicht. Außerdem ist aus dem Work-Life-Blending eine neues Symptom entstanden: das Zoom-Fatigue. Das bedeutet, dass Videokonferenzen über Maß anstrengend sind und müde machen. Eine zunehmende Erschöpfung ist die Folge. Auch, weil sich viele bis hin zur Selbstausbeutung auf den Job einlassen. Aber es gibt noch andere Nachteile: Eine wissenschaftliche Studie der Riga-Initiative, einer Kooperation der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung mit Verbänden der Krankenkassen zeigt, dass viele, die Work-Life-Blending praktizieren, unter Schlafstörungen leiden.

Durch die ständige Erreichbarkeit kommen sie einfach nicht mehr zur Ruhe, das Gedankenkarussell dreht sich ohne Unterbrechung und die meisten können so nur schwer abschalten. Außerdem leidet auch die Familie unter Work-Life-Blending. 68 Prozent geben an, durch die ständige Erreichbarkeit des Partners in ihrem Privatleben beeinträchtigt zu sein. Das wirkt sich auch negativ auf gemeinsame Aktivitäten, die Urlaubsplanung und familiäre Verpflichtungen aus. Private Konflikte sind vorprogrammiert. Und im Unternehmen schwindet oft das gemeinsame Teamfeeling, das soziale Miteinander und die Zugehörigkeit zum Unternehmen verschwimmen.

 

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Warum ist die Arbeitszeiterfassung in Unternehmen auch im Homeoffice wichtig, um mögliche Konfliktpotenziale zu vermeiden?

Da im Homeoffice die Arbeitszeit nicht wie im Büro durch das Betätigen der Stechuhr registriert wird, kommt es unter den Kollegen hier oft zu Irritationen. Manchmal entstehen sogar größere Konflikte, wenn manche glauben, mehr zu arbeiten und sich stärker einzusetzen als andere. Da es in Deutschland im Augenblick keine Verpflichtung für Arbeitnehmer gibt, die komplette Arbeitszeit aufzuzeichnen, existiert auch keine Vorgabe für das Homeoffice. Umso wichtiger ist, dass engagierte Unternehmen die Arbeitszeiten der Mitarbeiter auch im Homeoffice dokumentieren.

Doch welche Erfassungsmöglichkeiten hat der Arbeitgeber? Die tatsächliche Arbeitszeit lässt sich durch Softwaresysteme kaum messen. Mitarbeiter verlassen im Homeoffice hin und wieder den Arbeitsplatz, gehen zum Kühlschrank, zur Kaffeemaschine oder nehmen eine Lieferung des Paketzustellers an. In all dieser Zeit „arbeitet” ein Mitarbeiter im strengen Sinne nicht. Das ist ähnlich wie bei der Zigarettenpause im Betrieb. Auch die beste Software liefert so keine sicheren Daten, sie kann nur die Anwesenheit dokumentieren.  Grundsätzlich gilt das Arbeitszeitgesetz.

Darin ist festgelegt, dass die regelmäßige Arbeitszeit nicht überschritten werden sollte und auch die Pausen gesetzlich einzuhalten sind. So sollte bereits nach vier Stunden die erste kurze Pause stattfinden und nach sechs Stunden Arbeitszeit mindestens eine Mittagspause erfolgen. Diese Pausen müssen auch im Homeoffice umgesetzt werden. Das Gleiche gilt für die Kurzpausen bei Bildschirmarbeit. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, darauf hinzuweisen und diese zu dokumentieren. Überstunden sind nur im Ausnahmefall zulässig und müssen je nach Betriebsvereinbarung vorher mit dem Chef abgesprochen und genehmigt werden. Die Zeiterfassung im Homeoffice wird in Zukunft aber eine wichtige Rolle spielen, allerdings muss der Gesetzgeber erst noch klare Rechte und Pflichten für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber aufgrund des EuGH-Urteils zur Zeiterfassung verabschieden.

Solange muss in vielen Bereichen auf großes Vertrauen gesetzt werden.

 

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Wie verändert Work-Life-Blending die Arbeitswelt?

Ein Zurück gibt es nicht mehr. Viele Arbeitnehmer haben sich daran gewöhnt, dass der Nine-to-five Job ausstirbt. Denn die Digitalisierung wird sich immer weiter entwickeln und uns noch ganz viele neue Möglichkeiten bieten. Wichtig ist es, diese Chancen sinnvoll zu nutzen. Auch die Automatisierung und Globalisierung der Arbeitswelt wird immer weiter fortschreiten. Aber von jedem Mitarbeiter plötzlich diese Flexibilität einzufordern, kann nicht die Lösung sein. Arbeitgeber werden daher in Zukunft noch stärker aufgefordert sein, ihren Beschäftigten flexible und verschiedene Arbeitsmodelle mit der Möglichkeit zum Zeitausgleich zur Auswahl zu stellen.

Nicht jeder wird sich für Work-Life-Blending entscheiden wollen, es wird also bei vielen Unternehmen Diskussionen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern geben. Wichtig ist es hier, genaue gesetzliche Vorschriften zu finden. Aber auch Manager und Personalabteilungen müssen sich in ihrer Arbeit umstellen, mehr Fokus auch auf die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeiter legen. Eine Kultur des Vertrauens und der Wertschätzung sind ganz wichtig. Das funktioniert heute in einigen Betrieben überhaupt nicht. Die neuen Herausforderungen können aber nur gemeinsam überwunden werden.

 

Wie können wir trotz Work-Life-Blending eine Balance in Arbeit und Freizeit bringen?

Ganz wichtig ist, eine klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben vorzunehmen. Bauen Sie immer wieder Pausen ein, und geben Sie sich an Wochenenden frei. Mal schnell eine Mail zu beantworten – auch das kostet Zeit und sollte unbedingt erfasst werden. Wichtig ist, den kompletten Arbeitsaufwand zu notieren und den Ausgleich beim Arbeitgeber einzufordern. Viele tappen dazu in folgende Falle: Da man die Zeit frei einteilen kann, werden manchmal auch wichtige aber unangenehme Dinge aufgeschoben. Bleiben Sie diszipliniert und erledigen Sie das, sonst fällt es Ihnen irgendwann auf die Füße.

Außerdem sollte man sich nicht vom Fernseher oder Googeln ablenken lassen. Oft benötigt man dann viel mehr Zeit als nötig. Und: Hören sie auf Ihren Körper. Tauchen Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Schlafstörungen auf? Ein Warnzeichen! Dann müssen Sie an Ihrem Arbeitsalltag etwas ändern und vermehrt auf Entspannung achten. Ein kleines Training zwischendurch oder eine Meditation helfen enorm weiter. Und natürlich ein Mini-Digital-Detox. Also: Handy und Laptop auch mal ausstellen und sich nicht verführen lassen, ständig darauf zu schauen.

 

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Fazit: Ausblick in die Zukunft: Wie wird sich unsere Arbeitsweise in Zukunft weiterentwickeln?

Die Zukunft rückt das Work-Life-Blending immer mehr in den Mittelpunkt. Arbeitgeber nutzen dieses Angebot, um motivierte Mitarbeiter zu recruiten. Allerdings funktioniert das nicht für alle Generationen. Die Generation Z, also die, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, setzen wieder ganz deutlich darauf, stärker zwischen Arbeits- und Privatleben zu trennen. In der Zukunft ist Flexibilität aber besonders wichtig. Wer sich hier anpassen kann, für den stehen ganz neue Möglichkeiten offen. Starre Arbeitszeiten und Anwesenheitspflicht rücken in den Hintergrund.

Natürlich fallen auch einige Jobs auf absehbare Zeit ganz weg. Verkäufer, Buchhändler, Versicherungsmakler, Mechaniker und Taxifahrer beispielsweise werden es schwer haben. Umso wichtiger, sich im Job zu spezialisieren, neuen Feldern gegenüber offen zu sein. Darüber hinaus wird es ganz wichtig, Selbstführung und Selbstmanagement zu erlernen und umzusetzen, wenn von überall aus gearbeitet wird. Die Belohnung: Eine Menge Freiraum zur Persönlichkeitsentwicklung.

Die IZA der Universität Mannheim veröffentlichte die Studie „Die Zukunft der Arbeit und der Wandel der Arbeitswelt“. Das Ergebnis: Roboter können Jobs gut ersetzen, wenn es sich um Routineabläufe handelt. Zeitgleich nehmen aber Jobs im hoch qualifizierten Bereich zu. Eine Telekom-Studie sagt: Maschinen stoßen noch an ihre Grenzen. Die Zukunft der Arbeit sollte deshalb nicht von Angst geprägt sein. Arbeitnehmer werden nicht überflüssig, die Nachfrage verschiebt sich lediglich.

Umso wichtiger ist es, sich auf die Veränderungen einzulassen.

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apomio.de
Autor: apomio.de

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