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Top 10 der Superfoods | Teil 8: Avocado

Kommentar schreiben Donnerstag, 18. August 2016

Die Avocado, historisch auch Alligatorbirne oder Butterfrucht genannt, gilt als Superfood und entpuppt sich nicht nur als ein wahres Figurwunder, sondern wird auch zu medizinischen Zwecken verwendet. Erfahren Sie alles rund um die gesunde Avocado-Frucht im folgenden Beitrag.

 

Die Geschichte der Avocado-Frucht

 

Die Bezeichnung „Avocado“ ist zurückzuführen von dem Wort der Nahuatl-Sprache „ahuacatl“, welches übersetzt auch „Hoden“ bedeutet – im älteren Spanisch folgte dann eine Umbenennung in Avocado, heute spanisch abogado. Im 20. Jahrhundert ist dann die Namensgebung „Avocado“ ins Deutsche übernommen worden.

 

Die Avocado-Frucht hat aber auch viele andere Bezeichnungen:

 

  • „Butterfrucht“ wegen der cremigen Konsistenz des Fruchtfleisches
  • „Butterbirne“ wegen ihrer Form
  • „Alligatorbirne“ aufgrund der Beschaffenheit ihrer Schale

 

Und obwohl immer wieder von der „Avocado-Frucht“ oder Avocado als „Steinfrucht“ gesprochen wird, sind Avocados eigentlich Beeren, die an einem Avocado-Baum hängen und ungereift – auch ohne Pflücken – in einem harten, grünen Zustand, auf den Boden fallen und dann nachreifen. Es handelt sich nämlich um klimakterische Früchte, die einen Nachreifeprozess durchlaufen und erst dann reif sind, wenn die Schale den Glanz verliert. Ein voll ausgewachsener Avocado-Baum kann zwischen zehn und fünfzehn Meter groß werden, die Rinde des Avocado-Baums ist mehr oder weniger glatt und hat eine aschgraue Farbe; das Holz ist sehr weich, sodass bei Windeinkehr Äste leicht abbrechen können.

 

Unterschiede zwischen Avocados

 

Avocado ist nicht gleich Avocado! Denn es gibt verschiedene Sorten, welche sich dann auch in Farbe, Form und Festigkeit unterschieden: Die meisten Avocados stammen aus folgenden Gebieten: Nord-und Zentralamerika, Südafrika, Mexiko, Israel und Südspanien. Von Mai bis September haben die Avocados Hochsaison aus Südafrika, im August aus Mexiko in der kalten Jahreszeit aus Israel und Spanien - sprich: Avocados sind bei uns das ganze Jahr über Importware. Im 17. Jahrhundert haben die spanischen Entdecker erstmals die Avocado nach Europa gebracht. Die bekanntesten Sorten sind „Fuerte“ und „Hass“.

 

Die Sorte „Fuerte“ ist im Vergleich zu „Hass“ birnenförmig mit Hals und die Schale ist glatt und grün und vom Geschmack mild-cremig. Im Hinblick auf die Lagerung bei der Sorte „Fuerte“ ist ein leicht gekühlter Ort, nicht kühler als 5°C zu empfehlen, da die Frucht ungekühlt sonst sehr schnell nachreift – schwarze Stellen deuten bei der „Fuerte“ darauf hin, dass diese verdorben ist. Die Sorte „Hass“ ist kleiner als „Fuerte“, eiförmig bis rund, ihre Schale ist schwarz, dick sowie uneben und ihr Geschmack ist vollmundig-nussig. Die Sorte „Hass“ ist zunächst grün und wechselt während des Reifeprozesses die Farbe und wird schwarz – dass diese Avocado reif ist, merkt man daran, dass sie auf Druck leicht nachgibt, während eine schrumpelige Beschaffenheit schon ein Indiz dafür ist, dass die Frucht bereits überreif ist.

 

Weitere Avocado-Sorten sind Edranol, Ryan, Pinkerton, Reed und Bacon sowie Ettinger.

 

Folgende Einkaufstipps sollte man bei Avocados beachten: Avocados werden unreif zum Verkauf angeboten, da diese nicht am Avocado-Baum reifen, sondern ungereift auf den Boden fallen; deshalb sollte man auch nie reife Avocados im Laden kaufen, sondern diese lieber zu Hause nachreifen lassen – der Nachreifeprozess wird am besten beschleunigt, wenn Avocados neben Äpfeln gelagert wird, da Äpfel das Reifegas Ethylen verströmen und dadurch eine schnell genießbare Avocado entstehen kann. In der Regel dauert es zwei bis zehn Tage bis eine Avocado nachgereift ist.

 

Bereits reife Avocados können im Gemüsefach im Kühlschrank verstaut werden und sofern nur die Hälfte einer Avocado verwendet wird, ist es ratsam die ungenutzte Hälfte mit dem Kern zu belassen und mit Zitronensaft zu beträufeln, damit die Frucht länger hält und unschöne braune Flecken vermieden werden. Übrigens: Eine unreife Avocado zu verzehren kann Bauchschmerzen verursachen sowie Bauchkrämpfe hervorrufen, da in einer nicht ausgereiften Frucht ein hoher Anteil von dem sogenannten Gift Persin enthalten ist, welcher auch für einen bitteren Geschmack verantwortlich ist. Zwar ist dieses Gift für den Menschen nicht lebensgefährlich, allerdings kann es Beschwerden auslösen – die Giftwirkung auf Tiere wie Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe, Hunde, Katzen, Kaninchen, Ratten und Mäuse, Hamster, Meerschweinchen, Fische und Vögel ist dahingegen sehr stark.

 

Die Avocado ist gesund und gut für die Figur

 

Die Avocado hat einen sehr hohen Fettgehalt, weshalb auf 100 g 200 Kalorien kommen, und trotzdem ist der Verzehr einer Avocado sehr gesund und kann sogar eine Gewichtsreduktion unterstützen: Avocados enthalten viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren – wertvolle pflanzliche Fettsäuren, die sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken – die ein langes Sättigungsgefühl versprechen und schlank machen. Die ungesunden Fette des Wurst-Aufschnitts lassen sich also hervorragend durch eine gesunde Avocado-Creme als Brotaufstrich ersetzen und neben einem leckeren Geschmack, tut man auch der Gesundheit etwas Gutes! Darüber hinaus sorgt das köstliche Superfood auch für eine schöne Haut und schönes Haar: aus der Avocado-Frucht kann nämlich auch Öl gewonnen, welches weniger als Speiseöl verwendet, sondern mehr in der Kosmetik von Bedeutung ist.

 

Das aus den überreifen gepresste Avocadoöl ist sehr teuer und aufgrund des hohen Fettgehalts besonders für trockene, spröde Haut ideal; auch in Haarshampoos bei trockenem Haar kann Avocado enthalten sein. Einige Sorten werden auch zu medizinischen Zwecken verwendet und beispielsweise als Bakterizid oder gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt. Auch sollen Avocados gegen Schwermut und schlechte Laune helfen – das Ergebnis vieler verschiedener Studien: Avocado kann sich positiv auf das Gemüt auswirken und bei depressiver Verstimmung helfen. Die New York Times spricht sogar von „der Wunderdroge“! Denn die Avocado liefert einen Baustein, der besonders wichtig für den Hormonstoffwechsel ist, nämlich Tryptophan. Tryptophan ist gut für das Gehirn, um Serotonin und Melatonin herzustellen, das bedeutet: der Schlaf-Wach-Rhythmus sowie die Laune bleiben im Gleichgewicht.

 

Weitere positive Eigenschaften für die Gesundheit sind:

 

  • sorgt für ein gesundes Herz- und Kreislaufsystem und kann zum Beispiel die Gefahr von Herzinfarkten verringern (aufgrund des sehr hohen Vitamin E Gehalts)
  • hilft den Blutzucker und den Blutdruck zu regulieren, wodurch Diabetes mellitus auch vorgebeugt werden kann
  • kann Arthritis vorbeugen
  • schützt vor Zell-Alterung und Krebs-Entstehung

 

Fazit: die Avocado ist wahrlich ein Superfood – ungereift kaufen und zu Hause nachreifen lassen und in den Speiseplan im Alltag integrieren: ob in Smoothies, als Brotaufstrich, im Salat oder gemischt mit anderen Obstsorten, wie Mango und Ananas: Avocado ist vielfach einsetzbar und auch außerhalb der Ernährung von positivem Wert. Vielseitig und gesund! Ein heilkräftiges Lebensmittel, das auch noch schmeckt! Überzeugen Sie sich!

 

Lesen Sie hier weitere Teile unserer Superfood-Reihe:

Top 10 der Superfoods | Teil 1: LinsenTop 10 der Superfoods | Teil 2: Grapefruit Top 10 der Superfoods | Teil 3: Acaibeeren Top 10 der Superfoods | Teil 4: Sauerkraut Top 10 der Superfoods | Teil 5: Der Wirsing Top 10 der Superfoods | Teil 6: Quinoa Top 10 der Superfoods | Teil 7: HeidelbeerenTop 10 der Superfoods | Teil 9: Mandel Top 10 der Superfoods | Teil 10: Lupine

 

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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