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Das versteckte Wundermittel: Granatapfelessig

Kommentar schreiben Montag, 11. November 2019

Der Granatapfel, Symbol für Fruchtbarkeit und Antioxidans mit Anti-Aging-Effekt lässt sich auch als Essig genießen. Er verfeinert Salate, mediterrane und orientalische Gerichte und gibt Süßspeisen den letzten Pfiff. Woher kommt der Granatapfel? Was ist drin und wie fördert er die Gesundheit? Wie können Sie Granatapfelessig selber machen und welche anderen Granatapfelprodukte gibt es noch?

 

Woher kommt der Granatapfel?

 

Der Granatapfel (Punica granatum) mit seinen glänzenden Kernen wird seit Jahrhunderten als Symbol der Weiblichkeit, Fruchtbarkeit und Erotik verehrt.1 Noch heute werfen Griechen an Silvester einen Granatapfel mit Wucht in die Ecke, damit er aufplatzt und mit seiner Fülle an Samen, die er in die Gegend spritzt, eine gutes Zeichen für ein glückliches Jahr abgeben soll. Die knallrote Frucht wird in der Bibel wie im Koran erwähnt und ist in Westasien und im Mittelmeerraum zuhause.2 

 

Inhaltsstoffe – Was ist drin in der exotischen Frucht?

 

Granatäpfel sind nicht nur prall gefüllt mit Saft und Kernen. Sie sind auch reich an sekundären Pflanzenstoffen. Antioxidative und entzündungshemmende Phenole sind im Granatapfel deutlich höher konzentriert als in Rotwein, Grüntee, Blaubeeren und Traubensaft.3 Dazu zählen Anthocyane, Quercetin, Ellagsäuren, Gallussäuren und speziell die Punicalagine. Vitamin C und E verstärken den antioxidativen Effekt.1 Calcium und Magnesium stärken die Knochen. Calcium trägt außerdem zur Entsäuerung bei und Magnesium dient als Anti-Stress-Mittel. Kalium ist unverzichtbar für die Funktion von Herz, Muskeln und Nerven, Eisen für die Bildung der roten Blutkörperchen. Der Granatapfel enthält pflanzliche Östrogene, worauf auch schon die Signatur hinweist: Die Frucht erinnert an einen Eierstock, gefüllt mit Eiern.2

 

Wie kann der Granatapfel die Gesundheit fördern? 

 

Studien4 zeigen übereinstimmend: Der Granatapfel hemmt die Entzündung und bindet aggressive Sauerstoffverbindungen, die freien Radikale. Auf diese Weise schützt er Zelle und Erbgut vor oxidativen Stress. Diese antioxidative Wirkung kann der Entstehung und dem Verlauf von Tumorerkrankungen, besonders Prostatakrebs, entgegenwirken und verzögert den Alterungsprozess.

 

Als Antioxidans mit entzündungshemmenden Eigenschaften wirkt Granatapfel gegen Arteriosklerose, chronisch-infektiöse Krankheiten wie rheumatoide Arthritis, neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer, Grauen Star und altersabhängige Makuladegeneration. Die Durchblutung von Herz und Gehirn kann verbessert werden, Cholesterin und andere Blutfettwerte können gesenkt, die Insulinempfindlichkeit der Zellen bei Diabetes 2 erhöht und Autoimmunerkrankungen gelindert werden.3 Die rote Frucht soll auch blutverdünnend wirken und durch Entspannung und Erweiterung der Gefäße zur Blutdrucksenkung beitragen. Sie stärkt die Abwehrkräfte und kann das Abnehmen unterstützen.

 

Was ist Essig und wofür wird er eingesetzt?

 

Essig entsteht durch die Gärung eines alkoholischen Getränks. Schon vor 8000 Jahren nutzen die Babylonier Essig als Erfrischungsgetränk, indem sie es mit Wasser verdünnten, sowie zur Reinigung von Magen und Darm. Met, den Honigwein, hat man in seiner sauer vergorenen Form verdünnt als Getränk genutzt, Fleisch und Fisch damit konserviert und Wasser trinkbar gemacht. In der Antike nutze man Essig bei Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden und im Mittelalter diente er den Ärzten zur Desinfektion von Wunden. Auch heute noch ist Essig bekannt, um entzündliche Hautprobleme zu bekämpfen und die Durchblutung der Kopfhaut bei Haarausfall anzuregen. Innerlich dient Essig zur Aktivierung des Stoffwechsels, zum Entschlacken, Entgiften und Entsäuern. Das gilt besonders für Obstessig, z.B. Apfelessig oder Granatapfelessig. Beide Essig-Arten enthalten Pektine, die als Ballaststoffe eine gesunde Darmflora fördern.5

 

Wie können Sie Granatapfelessig selbst herstellen? 

 

Zur Herstellung von Granatapfelessig gibt es verschiedene Möglichkeiten: Üblich ist eine Mischung aus einem Essig und Granatapfelsaft. Bei industriell produziertem Essig kommen zum Teil andere Komponenten wie Traubenmost und Konservierungsmittel dazu. Die einfachste Methode, Granatapfelsaft selbst zu machen, ist die Mischung eines halben Liters Weißweinessig mit 5 Teelöffeln Granatapfelsirup. Dazu wird der Weißweinessig in ein hohes Gefäß gefüllt, der Granatapfelsirup zugegossen und die beiden Flüssigkeiten gut miteinander vermischt. Zur besseren Haltbarkeit füllt man den Granatapfelessig in kleine Flaschen ab, die gut verschlossen trocken und kühl aufbewahrt werden. Die Fläschchen eignen sich auch hervorragend als Geschenk.6


Bei einer etwas aufwendigeren Methode gewinnt man den Essig aus frischen Früchten. Dazu werden ein Liter Weinessig, drei reife, süße Granatäpfel und drei Esslöffel Honig benötigt.6 Da Granatäpfel schwer zu entfernende Flecken machen, gibt es Tipps, wie man am besten an die Kerne herankommt: Eine Variante ist es, die Frucht zu vierteln, die Teile in eine Schüssel mit kaltem Wasser zu geben und sie mit den Händen im Wasser aufzubrechen. Vorteil ist, dass der Saft in das Wasser und nicht auf die Kleidung spritzt.

 

Die Kerne sinken ab, das Fruchtfleisch schwimmt oben und kann abgesammelt werden. Jetzt müssen die Kerne nur noch mit einem Sieb abgegossen werden. Bei einer anderen Methode wird der Granatapfel gerollt, halbiert und mit der Mitte nach unten über eine Schüssel gehalten. Die Kerne werden mit einem Kochlöffel herausgeklopft.7 Die Kerne werden auf zwei große Gläser verteilt, die mit dem Weinessig aufgegossen und gut verschlossen werden. Die Gläser werden zwei bis drei Wochen lang an einem kühlen Ort gelagert. Danach ist der Granatapfelessig fertig und kann gefiltert, in kleine Flaschen gefüllt und kühl und dunkel aufbewahrt werden.6

 

Welche Qualitäten unterscheidet man bei Granatapfelessig?

 

Die Qualität hängt von den Ausgangsstoffen ab: Sind die Früchte konventionell oder kontrolliert biologisch angebaut? Ist die Grundlage ein edler Balsamico-Essig, ein Weinessig, Granatapfelessig, Apfelessig oder Branntweinessig? Wie hoch ist der Anteil des Granatapfelsaftes? Oder ist einem Balsamico-Essig einfach etwas Granatapfelaroma beigemischt? Sind dem Essig Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe oder Geschmacksverstärker hinzugefügt? Je nach Bedarf und Anspruch lohnt und empfiehlt es sich deshalb, die Inhaltsstoffe des Produkts vor dem Kauf genau zu studieren.

 

Zu welchen Gerichten passt Granatapfelessig?

 

Der exotisch-fruchtige Essig eignet sich hervorragend für orientalische und mediterrane Salate, Bulgursalat, rote Beete Salat und grüne Blattsalate wie Rucola und Feldsalat sowie Gemüse. Passende Begleiter für das Salatdressing sind Walnuss-, Haselnuss-, Kürbiskern-, geröstetes Sesam-, Traubenkern- und mildes Olivenöl. Auch Desserts wie Obstsalat, Panna Cotta und Vanilleeis sowie Müsli und Joghurt können mit Granatapfelessig verfeinert werden. Der fruchtige Essig mit der erfrischenden Säurenote rundet auch Gerichte der nordafrikanischen Küche wie Couscous, Wildgerichte und Käse harmonisch ab.

 

Sirup, Tee, Kapseln, Pulver - Welche Granatapfelprodukte sind noch auf dem Markt?

 

Granatapfelsirup wird aus 100 % Konzentrat aus der Frucht gewonnen oder ist mit Zucker und Zusatzstoffen versetzt. Er ist fester Bestandteil der türkischen und orientalischen Küche, wo er mit Salat, Suppen, Couscous, Bulgur, alkoholischen und alkoholfreien Getränken sowie Backwaren und Eis serviert wird.
 

Zur therapeutischen Anwendung eignen sich hochkonzentrierte Pulver und Kapseln sowie der Granatapfelsaft. Auch Tees, möglichst ohne Zusatzstoffe und Zucker, können die Gesundheit fördern: Die Blätter enthalten konzentriert antioxidative Flavonoide zum Zellschutz, gegen Arteriosklerose und Alterserscheinungen und begleitend zur Tumortherapie. Die Schalen der Frucht, wenn nicht hitzegetrocknet, wirken aufgrund ihres hohen Gehalts an Bitterstoffen gegen Durchfall, pathogene Keime und zur unterstützenden die Behandlung von Geschwüren.

 

Die antimikrobiell und antioxidativ wirkenden Granatapfelblüten werden insbesondere bei der Insulinresistenz bei Diabetes 2 eingesetzt. Aufgrund des östrogenartigen Effekts des Granatapfelöls gibt es Vaginalzäpfchen, die Scheidentrockenheit in den Wechseljahren entgegenwirken sollen. Äußerlich wird Granatapfel besonders als Öl Kosmetika und Körperpflegeprodukten beigefügt. Es bewirkt mehr Geschmeidigkeit, Weichheit und Elastizität der Haut und kann bei regelmäßiger Anwendung den Alterungsprozess der Haut verlangsamen.

 

 

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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