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Sodbrennen - Die besten Tipps!

Kommentar schreiben Montag, 22. Dezember 2014

Ein Drittel der Deutschen ist von Sodbrennen betroffen; die Beschwerden treten regelmäßig oder gelegentlich nach dem Essen auf. Was ist Sodbrennen eigentlich? Und was sind die Ursachen von Sodbrennen?

Ein brennender Schmerz und saures Aufstoßen nach dem Essen

Typisch für Sodbrennen ist das saure Aufstoßen und Brennen hinter dem Brustbein - dafür verantwortlich ist der Magensaft, der eine 0,5 prozentige Salzsäure enthält und für wichtige Verdauungsprozesse notwendig ist. Außerdem tötet der Magensaft viele Bakterien ab, welche mit Nahrungsaufnahme in den Körper gelangen. Durch das Aufstoßen steigt die aggressive Magensäure nach oben in die Speiseröhre und kann als Reizung und Brennen empfunden werden - man spricht hier von Sodbrennen.

Die Ursache für Sodbrennen

Es gibt viele Ursachen für Sodbrennen. Zum einen könnte eine erhöhte Säureproduktion im Magen infrage kommen. Zum anderen kann eine Schwächung des Schließmuskels vor dem Mageneingang, welcher im Normalfall das Aufstoßen der Säure verhindert, Grund für das Sodbrennen sein. Aber auch andere Auslöser können den brennenden Schmerz begünstigen: Stressfaktoren, zu schnelles Essen oder scharf gewürzte Lebensmittel sowie die Einnahme von bestimmten Medikamenten können ebenfalls dafür verantwortlich sein.

Sodbrennen sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden

Saures Aufstoßen ist lästig und wenn es nur gelegentlich auftritt, nicht gefährlich. Dauerhaftes Sodbrennen ist jedoch ernst zu nehmen, da die Schleimhaut der Speiseröhre durch das Aufstoßen der Magensäure immer wieder gereizt wird und dies gesundheitliche Folgen haben kann - Mediziner sprechen von einem sogenannten Barrett-Syndrom, wenn die Schleimhautzellen der Speiseröhre typische Veränderungen aufweisen, die in 10 Prozent aller Fälle einen bösartigen Tumor entstehen lassen können. Deshalb sollten dauerhafte Beschwerden von einem Arzt abgeklärt werden, um grundliegende Ursachen feststellen zu können. In einigen Fällen reicht es aus, Medikamente einzunehmen, die eine überschüssige Magenproduktion hemmt, es gibt jedoch auch Alarmzeichen, die einen Arztbesuch erforderlich machen.

Alarmzeichen Sodbrennen

Von einer Selbstbehandlung und rezeptfreien Arzneimitteln aus der Apotheke sollten Sie absehen und so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, wenn folgende Beschwerden auftreten:

- Schluckbeschwerden - ungewollte Gewichtsabnahme - blutiges Erbrechen - schwarzer Stuhl

Diese Beschwerden können Hinweis auf ein Karzinom geben und sollten so schnell wie möglich abgeklärt werden.

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Und auch wenn man eigentlich bisher noch keine Beschwerden mit Sodbrennen gehabt hat, kann es trotz allem auch in der Schwangerschaft eintreten - ab dem ersten Trimester leiden etwa 20 Prozent der Frauen unter den unangenehmen Symptomen, im dritten Trimester sind es sogar über 70 Prozent. Das Sodbrennen hält in der Regel leider meist bis zur Geburt des Kindes an. Sodbrennen in Verbindung mit einer Schwangerschaft kommt aus folgendem Grund zustande: Während der Schwangerschaft wird das Hormon Progesteron produziert, welches sowohl zur Entspannung der Gebärmuttermuskeln dient als auch zur Entspannung des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre, wodurch die Magensäure in die Speiseröhre gelangt und das unangenehme Gefühl des Sodbrennens verursacht. Auch das Wachstum des Fötus spielt eine entscheidende Rolle: Gegen Ende der Schwangerschaft nimmt der Fötus so viel Platz in der Bauchhöhle ein, sodass die Ausscheidung verlangsamt und die Magensäure nach oben gedrückt wird, was ebenfalls Sodbrennen auslöst.

In der Schwangerschaft wird man vermutlich das Sodbrennen nicht ganz loswerden, aber einige Tipps helfen, es etwas erträglicher zu machen. Zum einen ist es wichtig, die Nahrung besonders gründlich zu kauen und eher mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Zum anderen ist zu empfehlen, erhobenen Hauptes zu liegen. Aufgrund der Schwerkraft kann so die Magensäure die Speiseröhre nicht erreichen.

Mythos: Milch hilft bei Sodbrennen und andere Hausmittel gegen Sodbrennen

Immer wieder werden Ratschläge und Empfehlungen ausgesprochen, man solle bei Sodbrennen Milch trinken, da man annimmt, dass das Eiweiß aus der Milch die Magensäure abmildert und den Magen beruhigt. Dieses Hausmittel als Lösung gegen Sodbrennen ist allerdings fraglich! Ernährungswissenschaftler haben beweisen können, dass Milch das genaue Gegenteil bezweckt: Milch regt die Magensäureproduktion an - somit würde Milch das Sodbrennen noch mehr begünstigen.

Auch die Liste anderer Hausmittel, die gegen Sodbrennen helfen können, ist lang. Diese unterscheiden sich von Kultur zu Kultur und manche helfen besser als andere. Das optimale Hausmittel muss wohl im Einzelfall jeder für sich selbst entdecken.

Da wäre beispielsweise das Hausmittel, bei welchem ein paar Bissen von einem Weißbrot oder einer Banane hilfreich sein können, den brennenden Schmerz zu lindern, da die Magensäure gebunden wird. Auch das Kauen einer rohen Kartoffel soll angeblich Abhilfe schaffen. Ein Hausmittel, das besonders gut helfen soll, ist das Aufnehmen von Kaffeepulver oder das Zerkauen einer Kaffeebohne. Generell gilt: Alle Produkte, die viel Stärke enthalten, nicht gekocht sind und frei von Zucker sowie Gewürzen sind, sind ideal beim Kampf gegen die Säure.

Tipps bei Sodbrennen im Allgemeinen

Die Therapie von Sodbrennen, besonders wenn es sich nur gelegentlich bemerkbar macht, richtet sich in der Regel nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. Schon eine Umstellung des Lebensstils und der Essgewohnheiten können Besserung schaffen:

Vermeiden Sie Stress und den Genuss von erhöhtem Alkohol- und Nikotinkonsum, da diese Faktoren die Magensäureproduktion steigen lässt. Auch typische Lebensmittel, die zu Sodbrennen führen, sollten nur in Maßen oder gar nicht mehr verzehrt werden; zu diesen zählen üppige Mahlzeiten, fettreiches Essen und scharfe Gewürze.

Tritt Sodbrennen unabhängig von den Lebens- und Essgewohnheiten auf, ist der Weg zum Arzt ratsam, denn auch eine Infektionskrankheit, wie zum Beispiel eine Helicobacter-pylori-Infektion kann zugrunde liegen und mit Antibiotika leicht behandelt werden.

Völlegefühl und Sodbrennen in der Weihnachtszeit

Besonders die Weihnachtszeit kann für den Magen Schwerstarbeit bedeuten und vom Gänsebraten bis hin zum Christstollen eine große Herausforderung darstellen, was unweigerlich Völlegefühl und Sodbrennen verursachen kann. Weihnachten? Kein Fest für den Magen? Das muss nicht sein! Durch Kümmel, einem Gewürz mit ätherischen Ölen, welches man gut mitkochen kann, wird das Essen bekömmlicher und beugt das Völlegefühl vor. Nach einem schweren Essen kann auch ein Tee mit Anis oder Fenchel helfen und die Verdauung unterstützen, sodass Ihnen nicht das Gefühl "einen Stein im Magen zu haben" aufkommt. Auch ein ausgedehnter Spaziergang nach dem Festmahl kann Wunder wirken. In diesem Sinne: Bleiben Sie auch zum Weihnachtsfest magenfreundlich!

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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