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Badezusätze - die perfekten Begleiter für die Winterzeit

Kommentar schreiben Mittwoch, 09. November 2016

Winterzeit - Badezeit. Nichts ist schöner als ein wohlig warmes Bad, wenn man durchgefroren aus der Kälte kommt. So richtig Spaß macht es aber erst mit einem Badezusatz. Neben Entspannungsbädern zum Aufwärmen und als Auszeit vom Alltag haben andere Badezusätze medizinische Wirkung: Erkältungsbäder lassen wieder frei durchatmen, Lavendel-Zusätze sorgen für erholsamen Schlaf und Schwefelbäder finden Einsatz bei Rheuma und Allergien. Totes Meer-Salz lindert Beschwerden des Bewegungsapparats und bei Schuppenflechte und Neurodermitis, basisches Salz entsäuert. Die Liste der Einsatzmöglichkeiten eines heißen Bades für die Gesundheit ist lang. So können Sie wohltuende Entspannung mit heilenden Effekten ideal kombinieren. Erfahren Sie, welche Wirkungen die unterschiedlichen Badezusätze haben und wie Sie Ihr eigenes Badeöl und –salz herstellen können.

 

Welche Arten von Badezusätzen gibt es und wofür sind sie geeignet?

 

Am bekanntesten sind Schaumbäder. Sie enthalten verschiedene Duft- und Farbstoffe und sorgen vor allem für Spaß beim Baden. Der fluffige Schaumteppich isoliert und bewahrt die Wärme des Wassers. Schaumbäder haben reinen Wellnesscharakter. Badeöle machen die Haut weich und geschmeidig. Sie sind für trockene Haut geeignet. Besonders nährend sind natürliche Öle, wie Mandel-, Jojoba- und Olivenöl. Durch die Zugabe von ätherischen Ölen erhalten sie entspannende, anregende oder medizinische Wirkung. Badesalz hat leichten Peeling-Charakter, entschlackt und versorgt mit Mineralstoffen. Lose oder gepresst in Tablettenform wirkt es lindernd auf juckende, sehr trockene Haut. Kräuterbäder mit Kamille, Salbei oder Heublumenbäder haben medizinische Indikationen wie Entzündungen und Schmerzen.

 

Wie lange und bei welchen Temperaturen ist Baden gesund?

 

Vollbäder werden möglichst bei Temperaturen zwischen 36 und 38 Grad genommen. Höhere Temperaturen sind belastend für den Kreislauf und vor allem nicht für geschwächte Menschen oder Patienten mit Bluthochdruck geeignet. Die ideale Badedauer liegt bei 15 Minuten. Ausnahme bilden basische Bäder. Für sie gelten 30-40 Minuten. Diese Zeit braucht es für die Entsäuerung und Entgiftung.

 

Welche Badezusätze eignen sich zur Entspannung und bei Schlafstörungen?

 

Zusätze zur Entspannung sind Lavendel, Melisse, Baldrian und Hopfen. Sie sind als Öle oder Cremebäder erhältlich. Damit pflegen Sie noch gleichzeitig die Haut. Auch Blütendüfte wie Rose werden als entspannend empfunden. Bei Schlafstörungen sollten Sie zwischen 21 und 22 Uhr baden und dann bald darauf ins Bett gehen. Nach Bädern am Nachmittag kommt der Entspannungseffekt am besten zustande, wenn Sie sich nach dem Bad warm einmummem und noch 30 Minuten auf dem Sofa ruhen. Die Entspannungswirkung des Bades kann bei Schlafstörungen durch Tees oder Präparate mit Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsfrucht noch verstärkt werden.

 

Was ist ein basisches oder Detox-Bad?

 

Ein basisches Bad entsäuert den Körper über die Haut. Dazu eignen sich spezielle Badesalze. Sie sind zum Teil mit pulverisierten Edelsteinen oder Kräuterzusätzen versetzt. Basische Bäder entziehen dem Körper Säure, Schlacken und Giftstoffe. Hinterher fühlt man sich tiefengereinigt und wie neu geboren. Neben den Fertigpräparaten können Sie auch Meersalz, speziell Salz aus dem Toten Meer, Natron (Natriumhydrogencarbonat) und Bittersalz (Magnesiumsulfat) dem Badewasser zugeben: Bei Erwachsenen ca. 250 g. Sie können die Salze auch mixen. Natron ist speziell für die Entsäuerung geeignet und sollte mit 1-2 Tassen jedem Detox-Bad zugesetzt werden.

 

Welche Wirkungen haben Erkältungsbäder und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?

 

In den meisten Erkältungsbädern ist Eukalyptus, Thymian, Kampfer, Kiefer oder Fichte. Die Hauptwirkung besteht darin, die Durchblutung anzuregen und den Schleim zu lösen. Eukalyptus und Thymian wirken zudem stark antibakteriell und antiviral. Der beste Zeitpunkt für ein Erkältungsbad ist bei den ersten Anzeichen wie Jucken in der Nase, Kratzen im Hals, Gliederschmerzen oder Frösteln. Die Wärme fördert die Durchblutung und entspannt die glatte Muskulatur der Atemwege. Durch den Anstieg der Körpertemperatur werden Krankheitserreger abgetötet. Zu spät für ein Erkältungsbad ist es jedoch, wenn Schnupfen und Husten schon voll im Gange sind. Dann ist das Bad zu belastend. Auf ein Erkältungsbad ganz verzichten sollten Kleinkinder und Patienten mit Fieber.

 

Was bewirken Bäder mit Salz aus dem Toten Meer?

 

Der Salzgehalt im Toten Meer ist 10-mal höher als im normalen Meer. Es ist zudem ein Konzentrat an Mineralstoffen und Spurenelementen. Das Wasser fühlt sich weich und leicht an. Der Haut wird weniger Salz entzogen, die Durchblutung gefördert und der Stoffwechsel angeregt. Hautschüppchen lösen sich leichter ab und die Neubildung und Regeneration der Hautzellen werden aktiviert. Auch der Überproduktion von Hautfett wird entgegengewirkt. So sind Anwendungen mit dem Salz für sehr trockene und für fettige Haut gleichermaßen nützlich. Anwendungsbereiche sind Schuppenflechte, Neurodermitis, Akne, Seborrhoe und Ekzeme sowie Gicht, Ischias, Muskel- und Gelenkerkrankungen. Aber auch gesunde Menschen profitieren von der entschlackenden und straffenden Wirkung eines hochkonzentrierten Salzbads.

 

Welche Beschwerden werden durch Schwefelbäder gelindert?

 

Regelmäßige Schwefelbäder wirken sich positiv bei degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, Bandscheibenleiden, Weichteilrheumatismus und entzündlichen rheumatischen Erkrankungen und Muskelschmerzen aus. Sie haben auch eine lindernde Wirkung bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Ekzemen. Schwefelbäder sind nicht geeignet bei Kleinkindern, hoch akuten, infektiösen oder fieberhaften Erkrankungen, Arteriosklerose, Tuberkulose, Asthma und Tumorerkrankungen.

 

Wie werden Aroma- und Kräuterbäder eingesetzt und worauf sollten Sie achten?

 

Für ein Aromabad mischen Sie 10 Tropfen ätherisches Öl mit 2-5 Esslöffeln Sahne oder Honig als Emulgator und geben es dem voll eingelaufenen Badewasser zu. Rosmarin wirkt anregend, Lavendel entspannend, Teebaumöl antiseptisch, Kamille entzündungshemmend und schmerzlindernd, Calendula wundheilend, Ingwer heizt ein und Lindenblüten, Thymian und Holunder sind schweißtreibend. Natürlich können Sie jeden Duft, der Ihnen gefällt, wählen. Verwenden Sie nur naturreine ätherische Öle und beachten Sie die Kontraindikationen bei Schwangerschaft, Kleinkindern und Bluthochdruck sowie die Möglichkeit allergischer Reaktionen. Dasselbe können Sie mit frischen oder getrockneten Kräutern tun: Füllen Sie ein Badesäckchen, z.B. einen dünnen Waschlappen mit den Kräutern und hängen Sie es an einer Schnur unter das einlaufende Wasser. Sie können auch ein oder mehrere Säckchen zubinden und ins Badewasser geben. Auch Tee-Aufgüsse sind als Badezusatz möglich.

 

Wie können Sie Ihr eigenes Badesalz und Badeöl herstellen?

 

Für ein Ölbad verwenden Sie 5 Esslöffel Mandel- oder Jojobaöl und, wenn Sie es noch weicher und pflegender wollen, 2 Tassen Sahne und fügen die ätherischen Öle dazu. Für ein Badesalz nehmen Sie 2-3 Tassen Meersalz oder 250 g Totes-Meer-Salz und tröpfeln 3-5 Tropfen ätherisches Öl dazu. Gut umrühren, damit sich der Duftstoff überall verteilt. Mit ein paar getrockneten Blüten dazu und in einem schönen Glas verpackt auch gut als Geschenk geeignet!  

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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