Mythen rund um den Alkohol Mittwoch, 23. August 2017

Mythen rund um den Alkohol | apomio-Gesundheitsblog © Pixabay

Alkohol, die am weitesten verbreitete Droge der Welt, ist ein Massenphänomen: als Einschlaf- und Verdauungshelfer gepriesen, als Kalorienbombe während einer Diät gemieden. Ist Rotwein gut für das Herz? Schließt Schnaps nach dem Essen wirklich den Magen? Im folgenden Beitrag mehr zu Mythen und Irrtümer rund um den Alkohol und was an Ihnen dran ist.

Alkohol und seine Volksweisheiten

Rund um den Alkohol gibt es viele Volksweisheiten. So zum Beispiel: „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“ Eine Redensart, die allem Anschein nach viele beherzigen, denn laut Stiftung Warentest, verzichten tatsächlich sehr wenige Menschen in Deutschland auf Alkohol: Nur etwa 3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland verzichten ein Leben lang auf Alkohol. Alkohol soll gut zum Einschlafen sein, die Verdauung fördern, das Herz schützen und natürlich die Stimmung anheben. Was ist dran an derartigen Aussagen? Ein Hoch auf Alkohol? Nein. Definitiv nicht.

Ist Alkohol gut zum Einschlafen?

Alkohol hat eine dämpfende und betäubende Wirkung, weil es wie andere Schlafmedikamente über ähnliche Rezeptoren im Körper wirkt und dadurch die Bettschwere durch Alkohol erhöht wird. Trotz allem sollte Alkohol nicht als Schlafmittel verwendet werden, da Alkohol die Qualität des Schlafs verschlechtert, was zur Folge hat, dass man sich am nächsten Morgen nicht ausgeschlafen und kaum ausgeruht fühlt. Wer seine Schlafprobleme mit Alkohol zu bekämpfen versucht, läuft vielmehr in Gefahr, schnell süchtig zu werden. Obergrenze für risikoarmen Alkoholkonsum bei gesunden Erwachsenen ist übrigens: maximal 12g reinen Alkohols pro Tag bei Frauen, entspricht einem Standardglas und maximal 24g reinen Alkohols pro Tag bei Männern, entspricht zwei Standardgläser pro Tag und mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche.

Ist ein Schnaps gut für die Verdauung?

Sogenannte Verdauungsschnäpse nach dem Essen sollen angeblich den Magen verschließen und die Verdauung fördern. Ein Irrtum! Diese sogenannten Verdauungsschnäpse verdünnen nämlich nicht das fettreiche Essen, wie es viele annehmen, sondern nur die Magensaftsäure im Magen, wodurch die Verdauung wesentlich länger braucht, um die Fette im Magen abzubauen. Auch Kräuterschnäpse helfen hierbei nicht, weil die Kräuterwirkung durch den im Schnaps enthaltenen Alkohol aufgehoben wird.

Leben Weintrinker gesünder als Biertrinker?

Diese Aussage kann einen Wahrheitsgehalt haben, doch liegt es weniger am Alkohol bzw. dem Getränk, sondern vielmehr an der Lebensweise des Konsumenten. Menschen, die Wein kaufen, haben öfter Fisch, frisches Obst und Gemüse und weniger Butter auf der Einkaufsliste, als diejenigen, die Bier bevorzugen – das fanden Wissenschaftler in Dänemark heraus, die 3,5 Millionen Kassenbons in ihrer Studie genauer unter die Lupe nahmen.

Ist Rotwein gut für das Herz?

Jeden Tag ein oder zwei Gläschen Rotwein seien eine lebensverlängernde Maßnahme, so die Antwort von älteren Menschen, wenn man sie fragt, womit sie sich gesund halten. Doch tatsächlich ist nicht der Rotwein lebensverlängernd, sondern die im Rotwein enthaltenen Flavonoide, welche auch im Tee oder Traubensaft enthalten sind, und eine schützende Wirkung auf das Herz haben. Eine lebensverlängernde Wirkung ist aber trotzdem nicht gegeben, so Experten.

Schützt eine gute Essensgrundlage vor einem Vollrausch?

Die Alkoholaufnahme kann tatsächlich verzögert werden, wenn man zuvor die Nahrungsaufnahme aus einer kohlenhydratreichen-und fettreichen Speise bestand. Das bedeutet: Alkohol kann nicht so schnell ins Blut gelangen, wenn man zuvor ausgiebig gegessen und sich umgangssprachlich eine „Vorlage“ für den Alkohol geschaffen hat. Nüchtern kann die Alkoholaufnahme innerhalb von 30 Minuten komplett abgeschlossen sein. Nicht nüchtern vollzieht sich die Alkoholaufnahme über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden.

Tötet Alkohol Gehirnzellen?

Angeblich soll jeder Rausch uns etwa 10.000 Gehirnzellen kosten, so heißt es. Aber stimmt das auch? Zugegeben: Alkohol bereichert uns sicher nicht mit einem hohen Maß an Intelligenz. Das allein ist schön festzustellen, wenn man versucht, betrunken hoch konzentriert ein seriöses Gespräch zu führen – man wird kläglich scheitern. Auch der Versuch den Schlüssel ins Schloss beim Heimkommen nach einem feucht-fröhlichen Abend zu stecken, kann eine große Herausforderung darstellen. Wie gut, dass der nächste Morgen – begleitet von Kopfschmerzen und einer gereizten Magenschleimhaut – nur noch vage Erinnerungen daran hinterlässt, sich eventuell im Alkoholrausch blamiert haben zu können, aber der Alkohol selbst wieder den Körper verlassen hat. Allmählich kehren also Sprachvermögen, Gleichgewichtssinn, Konzentrationsfähigkeit und Feinmotorik wieder zurück. Auch wenn sich das Gehirn also schnell von dem Alkohol zu erholen scheint, ist die Befürchtung immer noch groß, das Einbüßen von Nervenzellen in Kauf nehmen zu müssen. Dem ist aber nicht so: Wissenschaftler haben zwar tatsächlich beobachten können, dass die Hirnmasse bei schweren Alkoholikern abnehme, doch Forscher haben in Erfahrung bringen können, dass Alkohol viel sanfter zu den Nervenzellen ist, als zuvor befürchtet: Alkohol töten nicht die Nervenzellen, sondern stört sie in ihrer Kommunikation. Unser Denken wird dadurch verlangsamt; glücklicherweise aber auch nur in der Zeit des Alkoholrauschs. Trotz allem stellt dies keine Ausrede dar, ungehemmt zu trinken. Denn Alkohol kann indirekt dem Hirn schaden, nämlich über eine aufgrund des hohen Alkoholkonsums bedingte kaputte Leber oder einen Vitamin-B1-Mangel.

Regelmäßiger Alkoholkonsum schädigt die Gesundheit

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass regelmäßiger Alkoholkonsum die Gesundheit schädigt. Beeinträchtigungen können unter anderem beobachtet werden in:

  • Beeinträchtigung der Muskelleistung
  • Nervenschädigung
  • Organschädigung
  • Entstehung von Übergewicht (Adipositas)
  • Entstehung psychischer Störungen
  • Begünstigung Krebserkrankungen
  • erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Fettleber
  • erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Fazit: Das Gläschen Wein oder die Flasche Bier soll Ihnen durch diesen Beitrag nun keinesfalls vermiest werden, sondern viel mehr soll erzielt werden, dass der Umgang mit Alkohol bedacht sein sollte und man in Zukunft mit Vorsicht Alkohol trinken sollte. Denn: regelmäßiger Alkoholkonsum schädigt die Gesundheit. Alkohol. Kennen Sie Ihr Limit?!

Autor: Judith Schega

Judith Schega ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Schega schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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