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Was versteht man unter der Höhenkrankheit?

Kommentar schreiben Dienstag, 24. November 2020

Für viele Menschen ist es ein interessanter Sport, hohe Berge und Höhen zu erklimmen. Vor allem der Massentourismus führt dazu, dass dieses Thema öfters in den Schlagzeilen ist. Egal ob geübter Bergsteiger oder Freizeitkletterer - die Höhenkrankheit kann jeden treffen. Hier gilt es genauer hinzuschauen, was man im Vorfeld beachten sollte, um erst gar nicht seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Entscheidend ist eine gute Vorbereitung und ein Maß an gesundem Menschenverstand. Was man unter der Höhenkrankheit versteht, welche Symptome durch diese Bergkrankheit entstehen und welche Medikamente hilfreich sein können, wird hier im Detail erklärt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Höhenkrankheit?

 Die Höhenkrankheit kann man auch als eine Anpassungsstörung des Körpers an einen Höhenunterschied bezeichnen. Der Auslöser für die Erkrankung ist das Sinken des Luftdrucks. Das bedeutet, die Luft in der Höhe wird dünner.

Ebenso fällt das Atmen schwerer und der Pulsschlag erhöht sich. Daher kann der Körper weniger Sauerstoff aufnehmen und es kommt zu einem Defizit und unterschiedlichen Symptomen. Es kann jeden treffen, egal wie alt und fit jemand ist. Durch die Unterversorgung an Sauerstoff, vor allem des Gehirns, können gewisse Symptome auftreten und es kann sogar lebensgefährlich werden.

Es gibt zwar einige Medikamente, die eingenommen werden können, jedoch sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Das Beste, was man machen kann, ist den Aufstieg in kleinere Etappen zu unterteilen.

Dies führt zur Akklimatisierung des Körpers. . Das heißt, dass man die Reise in die Berge zeitlich so plant, dass man nur langsam an Höhe gewinnt. Die stufenweise Anpassung sollte ab ca. 2.000 - 2.500 Höhenmetern erfolgen und pro Tag sollten nur etwa 500 Höhenmeter überwunden werden. Dem Körper soll dadurch Zeit gelassen werden, um sich an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen.

Die gelungene Anpassung kann man daran erkennen, dass sich der Ruhepuls wieder auf ein Normalmaß einpendelt. Durch die Akklimatisierung vermehren sich die roten Blutkörperchen und dadurch die Sauerstoffträger, die den Sauerstoff zum Gewebe transportieren. Somit kann sich wieder alles auf einen normalen Zustand ausgleichen.

Es gibt zum Beispiel einige Orte auf der Welt, die sehr bei Urlaubern beliebt sind. Wer zum Beispiel zu den Anden in Peru oder nach Tibet zum höchstgelegenen Plateau der Welt reist, sollte genug Zeit einplanen. Am besten ist es, einen erfahrenen Führer an seiner Seite zu haben.

Denn der Urlaub sollte nicht dazu führen, dass er wegen Krankheit, ausgelöst durch ein Höhenhirnödem oder ein Höhenlungenödem, abgebrochen werden muss. Eine gute Planung und körperliche Fitness sind die Grundlagen, um die gewünschten Höhen zu erreichen.

Falls im Vorfeld diese Vorkehrungen nicht beachtet werden, kann sich die Höhenkrankheit durch folgende Symptome bemerkbar machen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit, Desinteresse, Leistungsabfall, Schlaflosigkeit oder Müdigkeit. Werden die Symptome nicht beachtet, so kann dies zu Erbrechen, Atemnot, Sehstörungen, Husten, Bewusstseinsstörung und Bewusstlosigkeit führen. Der schlimmste Fall ist ein Höhenhirnödem, das sogar zum Tod führen kann.1

Wodurch kann die Höhenkrankheit verstärkt werden?

Es gibt ein paar Faktoren, durch die die Höhenkrankheit gefördert wird. Wenn man jedoch ein paar Dinge im Vorfeld berücksichtigt und sich entsprechend verhält, kann man die Höhenkrankheit vermeiden oder minimieren.

Hier eine Auflistung, um welche Faktoren es sich handelt und was man dagegen tun kann:

• Zu wenig Planung und Überlegungen im Vorfeld

> Hier gilt es sich mit der Tour bzw. der Reise bereits lange im Vorfeld schon auseinanderzusetzen und entsprechende Literatur zu lesen. Auch der gesundheitliche Zustand sollte im Vorfeld gecheckt werden.

• Ein zu schneller Aufstieg ohne Akklimatisierung

> Um dem vorzubeugen, sollte man genug Zeit für den Aufstieg einplanen. Eine geplante Tour mit einem Bergführer, vor allem, wenn man sich das erste Mal in größerer Höhe befindet, ist eine gute Idee.

• Fehlende Fitness und Überanstrengung

> Hier kann im Vorfeld bereits an der Kondition gearbeitet werden, indem man immer wieder kleinere Höhen überwindet und aktiv ist.

Alkohol

> Zum Schutz der eigenen Person sollte hier komplett darauf verzichtet werden.

• Flüssigkeits- und Mineralmangel

> Es gilt dafür zu sorgen, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Im Vorfeld kann durch einen Arzt überprüft werden, ob ein Mineralmangel besteht,  wie dieser behoben werden kann und welche Mineralien ins Handgepäck gehören.

• Infekte und Schwächung des Immunsystems

> Wenn man zum Beispiel gerade eine Krankheit überwunden hat und sich nicht richtig fit fühlt, sollte man sich überlegen, ob man sich die Tour wirklich zumuten möchte. Hier setzt man sich der Gefahr aus, dass es einem beim Aufstieg noch schlechter geht.

• Schlafmittel

> Man sollte sich die Frage stellen: Brauche ich das wirklich und bin ich dann beim Aufstieg geistig voll präsent? Was für Nebenwirkungen hat das Schlafmittel?2

Vor allem die Akklimatisierung trägt dazu bei, sich an die dünnere Luft in den Höhen anzupassen. Wer nicht krank werden möchte, sollte seinem Körper genug Zeit für den Aufstieg gönnen. Wie viel dies ist, ist individuell sehr verschieden.

Jedoch sollten bei den ersten Anzeichen wie Schwindel und Kopfschmerzen unbedingt eine Ruhephase eingelegt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es zu einem Höhenhirnödem oder einem Lungenödem mit tödlichen Folgen führen kann.

 

Können auch Kinder unter der Höhenkrankheit leiden?

 Eltern sollten Verantwortung gegenüber ihren Kindern tragen. Das bedeutet, dass vor allem anstrengende und weite Touren im Hochgebirge in der Regel erst für Jugendliche sinnvoll sind.

Dr. Gunhild Kilian-Kornell,Was versteht man unter der Höhenkrankheit? - Auf dem Bild ist ein kleines Kind von hinten zu sehen. Mit gelber Jacke und einem hellblauen Rucksack. Kinder- und Jugendärztin sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat sich dazu geäußert. Sie meinte, dass man mit Kindern viel mehr Pausen einplanen sollte und darauf achten muss, dass sie genug trinken und Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen sollen. Da kleine Kinder ihre Beschwerden nicht so gut äußern und beschreiben können, sollte man sie gut beobachten, um schnell zu handeln, wenn man etwas Außergewöhnliches bemerkt. Höhen über 2.500 Metern sollte man grundsätzlich kleinen Kindern nicht zumuten. Auch an einen Kälte-, Wind- und Sonnenschutz sollte gedacht werden. Bezüglich des Tempos sollten die Erwachsenen sich an die Kinder anpassen und sie nicht überfordern.Bereits im Vorfeld sollte die Tour mit Kindern gut geplant sein. Es ist wichtig, erst einmal einige kleinere Touren in geringerer Höhe zu machen um zu erkennen, wie die Kinder sich verhalten und ob es mit Ihnen überhaupt machbar ist.

Außerdem sollte man bevor man die Höhenwanderung antritt mit den Kindern sprechen worauf sie bei sich achten sollen. Vor allem, dass sie Beschwerden rechtzeitig den Eltern melden sollen. Es hilft hier ebenso wie bei den Erwachsenen eine gute Akklimatisierung. Also langsam aufzusteigen, um sich an den geringeren Sauerstoffanteil zu gewöhnen.

Frühe Anzeichen für eine Höhenkrankheit bei Kindern können zum Beispiel sein:

Schläfrigkeit, Übelkeit, Müdigkeit, extreme Nörgelei und andere ungewöhnliche Verhaltensauffälligkeiten. Diese gilt es rechtzeitig zu bemerken, um den Abstieg rechtzeitig zu planen.4

Welche Symptome können sich durch die Höhenkrankheit zeigen?

 Immer wieder erkranken Bergsteiger und andere Reisende im Hochgebirge an der Höhenkrankheit, weil die Gefahr oft unterschätzt wird. Oft handelt es sich um harmlose Beschwerden. Jedoch sollte die Gefahr nicht unterschätzt werden, da beim nicht erkennen der Symptome diese Erkrankung schwerwiegende Folgen haben kann.

Schon bei den ersten Anzeichen, sollten Bergsteiger ihre Expedition nicht fortsetzen, sondern sich erst einmal eine Pause gönnen. Klingen die Symptome ab, kann der Aufstieg weiter fortgesetzt werden. Bei schweren Symptomen raten Experten dazu, sofort abzusteigen. Deshalb kann es von entscheidender Bedeutung sein, auf seinen Körper zu hören.

Auf folgende Symptome sollte geachtet werden:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Sehstörungen
  • Erbrechen
  • Atemnot und Herzrasen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Verminderte oder ausbleibende Urinausscheidung
  • Rapider Leistungsabfall
  • Euphorie und Benommenheit
Dies kann hin bis zur Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeit, extremem Husten und rasselnder Atmung führen. Hier muss umgehend gehandelt werden.5

 

Es gibt verschiedene Formen der Höhenkrankheit, die wie folgt unterteilt werden:

  • Akute Höhenkrankheit (AMS): Vorrangig Kopfschmerzen kombiniert mit Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, allgemeiner Schwäche, erhöhtem Ruhepuls, vermindertem Harndrang
  • Höhenlungenödem (HAPE): Hier entsteht ein ausgeprägter Leistungsverlust, akute Atemnot, Reizhusten, sogenannte Raschelgeräusche beim Atmen sowie dem Blaufärben der Lippen, erhöhte Temperatur
  • Höhenhirnödem (HACE): Dies kann zu Lähmungen, Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen, Halluzinationen bis hin zum Koma führen

Ein guter Tipp ist es, auf die ersten Anzeichen des Körpers zu achten und immer mal wieder in sich hineinzuhören wie es einem gerade geht. Ebenso sich mit dem Tourenpartner zu vergleichen und sich gegenseitig hinsichtlich der Befindlichkeit zu befragen.6

Die akute Bergkrankheit ist nach der ersten Nacht in größerer Höhe häufig am stärksten ausgeprägt. Die intensive körperliche Anstrengung sowie lange, technische Was versteht man unter der Höhenkrankheit? - Auf dem Bild ist eine Gruppe mit Männern und Frauen auf einem Berg zu sehen. Aufstiege verstärken die Symptome zusätzlich. Wenn auf einen weiteren Höhengewinn verzichtet wird und körperliche Schonung erfolgt, verschwinden die Auswirkungen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Auftreten wieder. Was man nicht tun sollte ist trotz vorhandener Symptome weiter aufzusteigen, damit sich die Höhenkrankheit nicht zu einem Höhenhirnödem weiterentwickelt. In diesem Fall gilt es unverzüglich abzusteigen. Als Maßnahme bei leichteren Beschwerden reicht es oft etwas zu trinken und ein leichtes Mahl zu sich zu nehmen. Ebenso hilft es sich eine Ruhepause zu gönnen. Sollten die Beschweren extremer sein ist es sinnvoll, den Abstieg zu planen.7

Die wichtigste Unterstützung in diesem Fall ist der sofortige Abstieg oder Abtransport des Patienten um einige hundert Höhenmeter tiefer. Falls dies nicht zeitnah möglich ist, dann gilt es den Höhenkranken zu stabilisieren und den Körper warm zu halten.

Hier können folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  1. Sauerstoffbeatmung aus mitgeführten Flaschen mit Manometer und Flussmesser sollten so lange erfolgen, bis der Sauerstoffmangel zurückgegangen ist
  2. Verbesserung des Sauerstoffangebotes und Verminderung des Sauerstoffbedarfs der Gewebe z.B. mit Nifedipin (Adalat-Retard Kapseln)
  3. Behandlung des Höhenhirnödems oder des Höhenlungenödems z.B. mit Dexamethason
  4. Für den Abtransport sollte eine "hyperbare Kammer" (= aufblasbarer Rettungssack) zur Verfügung stehen. Hier wird der Patient hineingelegt und die Beschwerden reduzieren sich relativ schnell. Da die Wirkung jedoch nicht so lange anhält, sollte der Abstieg zeitnah erfolgen.2

Kann man der Höhenkrankheit vorbeugen?

Die Höhenkrankheit stellt ein besonderes Risiko für Reisende dar, die in Eile sind; die also in möglichst kurzer Zeit eine möglichst weite Strecke zurücklegen wollen. Laut Auswärtigem Amt kann die Höhenkrankheit vermieden werden, wenn der Aufstieg langsam erfolgt.

Pro Tag sollten nicht mehr als 300 Meter maximal 500 Höhe hinzukommen. Wenn Reisen ins Hochgebirge vernünftig geplant werden, besteht für gesunde Menschen nur ein geringes Risiko, an der Höhenkrankheit zu erkranken.5

Ansonsten ist es sinnvoll sich als Tourist vor einer Reise in größere Höhen oder einer Bergtour vom Arzt durchchecken zu lassen, um gesundheitliche Probleme und Risiken im Vorfeld anzusprechen. Vorab gilt es mit seinem Arzt über eventuell bestehende Erkrankungen und die dazugehörige Medikamenteneinnahme zu sprechen.

Falls bereits schon negative Erfahrungen mit Beschwerden in der Höhe gemacht wurden, ist dies dem Arzt gegenüber zu erwähnen. Vielleicht werden auch weitere Untersuchungen bezüglich des Gesundheitszustand und der Leistungsfähigkeit erforderlich. Eventuell sind auch Medikamente für alle Fälle mit sich zu tragen.

Bei der Besprechung können grundlegende Fragen erörtert werden:

  • Wodurch kann ich das Risiko einer Höhenerkrankung senken?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, mich im Notfall selbst zu behandeln?

Auch eine bestimmte Atemtechnik kann vorbeugend vor oder beim Aufstieg eingesetzt werden. Die Atmung mit erhöhtem Druck beim Ausatmen verbessert die Sauerstoffsättigung im Blut. Dabei soll gegen den Widerstand einer leicht zugehaltenen Nase und fast geschlossenen Lippen ausgeatmet werden. Es existieren noch mehrere bekannte Atemtechniken, die man gesondert in speziellen Bergführern nachlesen kann. Es gibt für diese Anwendung auch spezielle Atemventile, die käuflich zu erwerben sind. Diese erhöhen automatisch den Druck in der Lunge beim Ausatmen.

Weitere Tipps:

  • Keine zu große Distanz der täglichen Schlafhöhe bewältigen.
  • Das Gehtempo kann zum Beispiel am Rhythmus der Atmung orientiert werden. Das bedeutet: Einen Schritt lang einatmen – zwei Schritte ausatmen bzw. ab etwa 3.000 Meter einen Schritt einatmen, einen Schritt ausatmen.
  • Kurze Tagesetappen, leichter Rucksack und häufiges Ausruhen beim Aufstieg.
  • Beim Erreichen der eigenen persönlichen „kritischen Höhe“, sollte man auf dieser Höhe erst mehrere Nächte schlafen, bevor man an den weiteren Aufstieg denkt. Beim weiteren Aufstieg sollte der tägliche Höhenunterschied bis zum nächsten Schlafplatz nicht mehr als 300 bis 500 Meter betragen. Falls sich größere Abstände der Schlafhöhen nicht vermeiden lassen, sollten zwei Nächte auf der gleichen Höhe verbracht werden.
  • Ganz wichtig ist es, ausreichend zu trinken: Dies bedeutet, dass oberhalb von 2.500 Metern der tägliche Flüssigkeitsbedarf bei rund drei bis vier Litern liegt. Man erkennt daran, dass man genug getrunken hat, dass der Harn hell und klar ist. Das Problem ist, dass Flüssigkeitsmangel die Bluteindickung verstärkt und damit ein höheres Risiko für Thrombosen und Thrombembolien besteht.
  • Eventuell nach Erreichen der Schlafhöhe noch ca.100 bis 400 Höhenmeter weiter auf- und dann wieder absteigen8

Was ist ein Höhenhirnödem?

 Vorzubeugen, indem man auf seine körperliche Fitness achtet und einen langsamen Höhengewinn anstrebt sind eine gute Grundlage für das Bergsteigen. Ebenso auf seinen Körper zu hören, ist sicher der beste Schutz vor einem Höhenhirnödem.

Falls nämlich bestehende Symptome ignoriert werden und der Aufstieg dennoch fortgesetzt wird, kann dies zum lebensbedrohlichen Höhenhirnödem führen, bei dem sich Flüssigkeit im Gehirn ansammelt und dadurch zu einer echten Gefahr für Leib und Leben wird. Durch einen langsamen Aufstieg kann hier vorgebeugt werden.

Das Höhenhirnödem führt zu Bewegungsstörungen, Bewusstseinsstörungen und Verwirrtheit und kann sogar zum Koma führen. Wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird, kann es mit dem Tod enden. Deshalb sollte bei akuten Beschwerden ein schneller Abstieg bzw. Abtransport erfolgen. Dem Behandelnden sollte außerdem Sauerstoff zugeführt werden. Manchmal kann auch ein Kortisonpräparat verabreicht werden.9

Welche Medikamente helfen bei Höhenkrankheit?

 In vielen Fällen ist die letzte Möglichkeit bei Höhenkrankheit mit akuten Symptomen die Medikamenteneinnahme. Die Entscheidung welches Medikament eingenommen werden sollte, ist am besten im Vorfeld mit dem eigenen Arzt zu besprechen. Jedoch sollte einen das nicht dazu verleiten, schneller aufzusteigen, wenn sich Medikamente im Rucksack befinden.

Vor allem, wenn man in der Vergangenheit schon die Erfahrung gemacht hat, dass sich trotz eines langsamen Aufstiegs Zeichen einer Bergkrankheit gezeigt haben, ist hier Vorsicht geboten. Das Gute ist, dass bei organisierten Expeditionen oder einem Höhentrekking oft ein Arzt dabei ist, der die Entscheidung trifft, was als nächstes zu tun ist.

Bei einem Höhenlungenödem wird die Verabreichung von Sauerstoff sowie die Gabe von Medikamenten mit gefäßerweiterter Wirkung wie zum Beispiel Nifedipin empfohlen. Das Medikament beeinflusst den Druck in den Lungengefäßen und verhindert so eine weitere Zunahme des Ödems.

Bei einem Höhenhirnödem wird ebenfalls die Verabreichung von Sauerstoff empfohlen.  Zusätzlich die Gabe von hochdosiertem Cortison bzw. Dexamethason, welches entzündungshemmend wirkt. Auch hier ist ein weiterer Aufenthalt in der Höhe lebensgefährlich, es hilft hier nur der schnelle Abstieg.

Ibuprofen wird oft bei höhenbedingten Kopfschmerzen eingesetzt und ist schmerzstillend. Dies sollte jedoch nicht dazu verleiten, das Symptom nur zu unterdrücken, sondern es gilt verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen.6

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Was ist Dexamethason?

Dexamethason gehört zu den wichtigsten Arzneistoffen, die eingesetzt werden, um das körpereigene Immunsystem zu unterdrücken und Entzündungen im Körper zu unterdrücken. Deshalb wird dieses Medikament auch oft bei Gefahr eines Höhenhirnödems verabreicht.

Allerdings ist zu betonen, dass der Wirkstoff zur Gruppe der sogenannten Kortikoide („Kortison“) gehört, die wegen ihrer starken Nebenwirkungen häufig nur eingeschränkt verordnet werden.

Der Wirkstoff Dexamethason ist ein stark wirksames Kortikoid, das die Bildung von entzündungsvermittelnden Signalstoffen hemmt. Ebenso wird die Neubildung von Zellen des Immunsystems vermindert. Hierdurch werden Entzündungsprozesse gestoppt und Immunreaktionen unterdrückt.10

Vorsicht ist bei Personen mit Herzproblemen oder bestehenden Vorerkrankungen des Darms oder der Nieren geboten. Durch die Einnahme von Dexamethason können sich Symptome der Krankheit verschlimmern.

Im Zusammenhang mit diesem Präparat ist beobachtet worden, dass die Anzahl der weißen Blutkörperchen abnimmt oder sich stark erhöht. Auch eine außergewöhnliche Blutgerinnung ist möglich. Bei Allergikern kann es zu schweren, allergischen Reaktionen kommen.11

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Christine Riemer-Mathies
Autor: Christine Riemer-Mathies

Christine Riemer-Mathies ist Psychologische Beraterin, Coach für Persönlichkeitsentwicklung, Zielerreichung und Beziehungsthemen sowie Ernährungsberaterin. Seit über 10 Jahren hält Sie Vorträge und Seminare zur Verbesserung der Lebensqualität und schreibt für diverse Blogs. Als Methoden setzt sie im Life-Coaching Gespräche und Beratung, Systemische Aufstellung, Klopfakupressur sowie die BILDERN-Methode ein. Außerdem bietet sie Online Seminare auf der Plattform edudip an. Weitere Informationen: www.lebensfreudefinden.de

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