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Welche Schwimmarten sind für wen geeignet?

Kommentar schreiben Freitag, 09. November 2018

Schwimmen schult Ausdauer und Kraft und schont dabei die Gelenke. Schwimmen ist allerdings nicht gleich schwimmen. Welche Schwimmarten sind für wen geeignet und welche Vor- und Nachteile gibt es? Mehr zum Thema Kraul-, Rücken- und Brustschwimmen im folgenden Beitrag.

 

Bewegungs- und Sporttherapie

 

Die Bewegung bildet für das Wohlbefinden, für das Funktionieren des Körpers einen der wichtigsten Reize. Sport ist nicht nur das beste Mittel zur Entmüdung, zur Hebung der seelischen Verfassung und zu Beseitigung täglich anreichernden Stoffwechselprodukte, sondern er stellt auch die beste Vorbeugung gegen vorzeitige Alterung und Abnutzung dar. So kann regelmäßige körperliche Bewegung auch harmonisierend auf den Tonus des vegetativen Nervensystems wirken. Vor allem durch die Entwicklung von Ausdauer und Kraft steigt, nach sportmedizinischen Erkenntnissen, die körperliche Leistungsfähigkeit. Aus diesem Grund sind Ausdauersportarten mit sogenannten zyklischen Bewegungen wie Laufen, Radfahren, Rudern, Skilanglauf und Schwimmen zu empfehlen.

 

Für wen ist Schwimmen geeignet?

 

Schwimmen schult die Ganzkörperbewegung, Ausdauer und Kraft und schont dabei Bänder und Gelenke, weshalb diese Sportart auch besonders gut für übergewichtige Personen geeignet ist als auch für Betroffene, die unter Knieproblemen, Rückenschmerzen oder Arthrose leiden. Schwimmen ist ein beliebter Sport, der die Laune heben kann und dabei auch noch den Körper formt. Eine Sportart, die nicht nur für jedes Gewicht, sondern auch für jedes Alter geeignet ist: Ob Baby, Kind, Erwachsener oder Senior – für jeden gibt es eine geeignete Technik beim Schwimmen. Welche Technik für einen erfolgsversprechend ist, richtet sich nach Alter und Gesundheitszustand. Denn Schwimmen ist alles andere als nicht anstrengend. Da man sich nämlich gegen den Widerstand im Wasser bewegen muss, ist körperliche Leistungsfähigkeit gefragt, welche auch antrainiert werden kann.

Unter den Techniken beim Schwimmen ist das Brustschwimmen der Klassiker. Das Rückenschwimmen schont den Kopf und den Nacken, entlastet den Rücken und kräftigt die Rückenmuskulatur. Ein hohes Maß an Kraft und Ausdauer ist beim Kraulen nötig, ebenfalls beim sogenannten Delfin/Butterflyschwimmen, die als eher schwer zu erlernen gilt. Jeder kann seinen Schwimmstil für sich entdecken und Freude am Schwimmsport haben. 

 

Vor- und Nachteile Brustschwimmen:

 

Brustschwimmen erinnert ein wenig an die Bewegung eines Frosches im Wasser. Brustschwimmen ist die beliebteste Technik der Deutschen; 80 Prozent der Gelegenheitsschwimmer sind Brustschwimmer. Im Gegensatz zum bekannten im Sportunterricht oder Seepferdchen-Kursen gelernten  „Schulschwimmen“ befindet sich der Kopf beim Brustschwimmen korrekterweise bei jedem Zug unter Wasser. Brustschwimmen ist der älteste Schwimmstil und rein koordinativ zählt Brustschwimmen zu den schwierigen Schwimmarten: Nur beim Brustschwimmen werden die Arme Unterwasser nach vorn gebracht, sodass ein natürlicher Widerstand zustande kommt. Durch das Anwinkeln der Beine tragen diese zur Widerstandserhöhung bei, weshalb es wichtig ist, auf eine optimale Ausführung von Arm- und Beinarbeit, zu achten. Der Vorwärtsschub wird zu 70 Prozent mit den Beinen und zu 30 Prozent mit den Armen erzeugt. Der Kopf sollte durch das Wasser gleiten und nur zum Atmen angehoben werden; man atmet dann nach vorne aus. Brustschwimmen fördert die Kondition, kann aber auf Dauer, bei falscher Schwimmtechnikausübung, körperlich belasten, vor allem die Halswirbelsäule und die Kniegelenke.

 

Die Vorteile des Brustschwimmens sind:

 

  • schnelles und zügiges Lernen
  • Schwimmtechnik erlaubt eine gute Orientierung, der Blick richtet sich in Schwimmrichtung
  • die Beine, die für den Antrieb sorgen, sind meist schon in jungen Jahren gut ausgebildet
  • während der Gleitphase sind Entspannungsphasen möglich

 

Zu den Nachteilen des Brustschwimmens gehören unter anderem:

 

  • langsame Schwimmtechnik
  • ungewohnte Arm und Beinbewegung
  • komplizierte Bewegungsabläufe der Beine
  • starke Beanspruchung der Hals und Rückenmuskulatur
  • höhere Belastung von Kniegelenken und Halswirbelsäule

 

Rückenschwimmen, welche Vor- und Nachteile

 

Rückenschwimmen wird aufgrund der geraden Wasserlage und der damit verbundenen Streckung der Wirbelsäule als die gesündeste Schwimmart geschätzt. Rückenschwimmen ähnelt dem Kraulen, nur das diese Schwimmart eben auf dem Rücken liegend ausgeübt wird. Auch beim Rückenschwimmen wird Gebrauch von der asynchronen Schwimmbewegung zur Fortbewegung gemacht. Wer das Rückenschwimmen für sich entdeckt, trainiert nicht nur seine Rückenmuskulatur, sondern auch die Muskulatur der Arme, der Schultern, der Beine und des Gesäßes sowie des Bauches.

 

Nachteile des Rückenschwimmens können sein:

 

  • der fehlende Blick nach vorn, wenn man die Schwimmbahnen mit anderen Schwimmern teilen muss
  • Unterbrechungen durch die Schwimmzüge sind möglich, da durch die Armbewegungen Wasser ins Gesicht gelangt

 

Kraulen, welche Vor- und Nachteile:

 

Beim Kraulschwimmen erfolgen wechselseitige Armzüge und schnelle Beinschläge, während das Gesicht unter Wasser bleibt und der Kopf nur zum Luftholen seitlich gedreht wird. Das Ergebnis der Schwimmtechnik: Schnelles Schwimmen und eine horizontale Körperhaltung, die rückenschonender ist als das Brustschwimmen. Auch wenn Kraulen auf den ersten Blick kompliziert erscheint, schwimmt man mit dieser Technik rückenschonender als andere.

 

Die Vorteile des Kraulens sind:

 

  • ähnliche Bewegungsform wie beim Laufen: entgegengesetzte Arm und Beinbewegungen, das heißt nicht synchron
  • gestreckte Körperlage ist schonend für den Rücken und die Gelenke
  • Kraulen ist die schnellste Schwimmart

 

Nachteile des Kraulens:

 

  • für Anfänger erschwert: schlechte Orientierung und eingeschränkte Sicht in Schwimmrichtung
  • Ohren sind zeitweise unter Wasser
  • Koordination der Atmung mit der Armbewegung ist schwer zu erlernen
  • hoher konditioneller Aufwand, vor allem für die Armbewegung
  • Kraftausdauer erforderlich

 

Welche Schwimmart zu einem passt, sollte jeder selbst für sich heraus finden. Denn stets sollte diejenige Tätigkeit ausgeübt werden, die einem Freude bereitet und der man konstitutionell gewachsen ist. Wer beabsichtigt, sich erstmals oder nach längerer Zeit wieder sportlich zu betätigen, sollte in jedem Fall seine derzeitige körperliche Verfassung berücksichtigen und unter Umständen bei erheblichem körperlichen Mangeltraining eine ärztliche Untersuchung durchführen lassen.

Schwimmen ist die ideale Sportart, um seine Gesundheit auf die Sprünge zu helfen. Viele Menschen können sich fürs Schwimmen begeistern. Und schon lange ist Schwimmen nicht als „Rentnersportart“ gesehen. In diesem Sinne: An die Bahnen, fertig, los!

J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Judith Ehresmann ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Ehresmann schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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