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Frühling ist Heuschnupfen-Zeit: Tipps gegen die Pollen

Kommentar schreiben Donnerstag, 19. März 2015

Die ersten Blumen beginnen zu blühen, die Sonne wird immer kräftiger und die Bäume schlagen aus – es ist Frühling. Nicht jeder freut sich über die milde Jahreszeit, für Heuschnupfen-Geplagte beginnt das alljährliche Leid. Lesen Sie hier, welche Pollen wann fliegen und wie man sich am effektivsten vor einer allergischen Reaktion schützen kann.

Der Frühling könnte so schön sein, wäre da nicht diese Allergie. Nach einer Forsa-Umfrage reagiert jeder Dritte in Deutschland auf etwas allergisch. Die Reaktion auf Pollen ist dabei die häufigste Form. 43 Prozent der Allergiker reagieren auf den abgesonderten Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Getreide, Gräsern und Kräutern. Damit handelt es sich bei Heuschnupfen um die am weitesten verbreitete Allergie.

Volkskrankheit Allergie

Bei einer Allergie handelt es sich um eine überschießende Reaktion des Körpers auf eine bestimmte körperfremde Substanz aus der Umwelt, beschreibt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Der Körper reagiert auf die Substanz (Allergen) wie auf einen Krankheitskeim, das Abwehrsystem läuft auf Hochtouren. Dabei wird Histamin ausgeschüttet das zu den typischen allergischen Symptomen führt. Der Patient hat juckende Augen, gereizte Schleimhäute, leidet unter Niesanfällen, die Nase läuft oder verstopft. An einen angenehmen Frühling ist kaum zu denken.

Die Intensität einer allergischen Reaktion kann dabei sehr stark variieren. Der eine leidet lediglich unter einer laufenden Nase und juckenden Augen, während der andere starke Atemprobleme sowie Magen-Darm-Beschwerden hat. Die extremste Variante ist ein Allergischer Schock, auch Anaphylaxie genannt. Dabei kommt es zum Kreislaufzusammenbruch bis hin zum Herzinfarkt.

Milde Winter begünstigen Pollenflug

Seit einigen Jahren startet die Pollen Saison immer früher. Bereits Ende Dezember können bei sensiblen Allergikern die ersten Reaktionen auftreten. Milde Winter begünstigen das zeitige Wachstum der Pflanzen. Die Hasel und die Erle geben bereits zu dieser Jahreszeit ihre ersten Pollen ab. Wer auf diese beiden Pollenarten reagiert, kann im April wieder aufatmen.

Anders sieht das bei der Ulme aus: Ihr Blütenstaub belastet die Luft von Mitte Februar bis Mitte Mai. Die Esche und die Birke folgen im Pollenflugkalender (siehe unten): Sie Blühen von Anfang März bis Mitte Mai. Besonders lange blühen Löwenzahn und Raps. Allergiker spüren diese Pollen von Mitte März bis Ende August oder Anfang September. Wer auf Buche oder Eiche reagiert, sollte sich von Anfang April bis Mitte Juni in Acht nehmen, hier ist die Belastung am stärksten.

Gräser treiben ab April

Die Pollen von Gräsern liegen ab Mitte April in der Luft und schwirren bis August umher. Deutlich kürzere Blütezeit hat der Roggen: Er ärgert Allergiker von Mitte Mai bis Anfang Juli. Weizen und Hafer beginnen Ende Mai ihre Blüte. Der Weizen sondert bis Mitte Juli, der Hafer bis Mitte August Pollen ab.

Der blühende Holunder ist zwar ein herrlicher Anblick, doch seine Pollen sorgen bei Heuschnupfen-Geplagten von Mitte Mai bis Ende September für Probleme. Sauerampfer und Spitzwegerich blühen ab Anfang Mai für drei und viereinhalb Monate. Anfang Juni stehen Gänsefuß und Mais in Blüte und sondern bis Ende beziehungsweise Anfang September ihre Pollen ab. Die Nessel ist von Mitte Mai bis Ende September von Allergikern von großer Bedeutung. Goldrute blüht von Anfang Juni bis Mitte September.

Zu den Spätblühern gehören Beifuss und Ragweed (Ambrosia). Der Beifuß treibt von Ende Juni bis Mitte August und Ragweed von Anfang August bis Ende September.

Die genaue Pollenbelastung kann auf einem Radar beobachtet werden. Hier ist die Belastung einzelner Regionen tagesaktuell dargestellt. Die Belastung ist von Witterung und meteorologischen Faktoren abhängig und kann variieren.

Was hilft gegen Heuschnupfen?

Um eine geeignete Therapie zu beginnen muss eine korrekte Diagnose gestellt werden. Das geschieht bei einem Arzt oder Allergologen. Das wirkungsvollste Mittel gegen eine Allergie ist die Karenz. Das bedeutet das auslösende Allergen wird gemieden. Im Falle eines Heuschnupfens ist das allerdings nur schwer beziehungsweise gar nicht möglich, denn die Pollen werden Kilometerweit durch die Luft getragen.

Der DAAB beschreibt, dass die spezifische Immuntherapie die einzige Therapie sei, die an der Ursache des Heuschnupfens ansetzt. Dem Allergiker wird das jeweilige Allergen in einer kontinuierlich steigenden Dosis verabreicht, damit sich der Körper daran gewöhnt und die allergische Reaktion bei Kontakt ausbleibt. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten dem Körper das Alergen zuzuführen. Es kann auf die Haut aufgetragen, unter die Haut gespritzt oder über Tabletten aufgenommen werden. Schweizer Wissenschaftler arbeiten an einem Pflaster, das ähnlich funktioniert wie ein Nikotinpflaster zur Rauchentwöhnung. Das Allergen wird stetig über die Haut aufgenommen und der Körper gewöhnt sich daran und „lernt“, dass es sich dabei nicht um einen Schadstoff handelt – die Reaktion ist vermindert oder bleibt sogar aus. Bis das Pflaster in Deutschland auf den Markt kommt vergehen vermutlich noch einige Jahre, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Laut einer Forsa-Umfrage sind 70 Prozent der Allergiker, die eine Sensibilisierung absolviert haben mit dem Ergebnis zufrieden. Eine solche Behandlung sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt stattfinden.

Medikamentöse Behandlung bei Heuschnupfen

Frei verkäufliche Mittel gegen die Symptome einer Pollenallergie, wie etwa Nasensprays und Augentropfen gibt es in den Apotheken. Sie sollten allerdings nicht dauerhaft über einen längeren Zeitraum angewendet werden, da es sonst zu einer Gewöhnung kommt und ein gegenteiliger Effekt auftreten kann.

Die am häufigsten eingesetzten Medikamente sin Antihistaminika. Sie sind meist ohne Rezept frei erhältlich. Sie unterbinden die Reaktion des ausgeschütteten Histamins. Auch Kortison kann zum Einsatz kommen – als Tablette oder lokal aufgetragen. Diese Präparate sind verschreibungspflichtig und kommen zum Einsatz, wenn Antihistaminika nicht ausreichend wirken.

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Alternative Behandlungsansätze für Allergiker

Ergänzend zu einer medizinischen Therapie können alternative Naturheilverfahren gegen Heuschnupfen angewendet werden, so der DAAB. Gegen eine Pollenallergie kann vor allem Akkupunktur ein unterstützendes Instrument sein. Auch Homöopathische Mittel versprechen eine Linderung der Symptome, doch ihre Wirkung ist wissenschaftlich bisher nicht bestätigt.

Mit einigen Verhaltensregeln kann der Allergiker seinen Alltag trotz Pollenflug erleichtern. Während den Morgenstunden sollte nicht gelüftet werden, hier ist die Konzentration des Blütenstaubes in der Luft besonders hoch. Es können spezielle Pollenfilter an den Fenstern angebracht werden. Vor dem zu Bett gehen sollte man sich die Pollen gründlich aus den Haaren waschen und die Kleidung, die man im Freien trug, sollte nicht im Schlafzimmer abgelegt werden.

[caption id="attachment_1326" align="alignleft" width="609"]Grafik: Pollenflugkalender | apomio Mein Gesundheits-blog Pollenflugkalender | apomio Mein Gesundheits-blog[/caption]

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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