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Die Goethe Pflanze - schöpferische Kraft der Botanik

1 Kommentar Donnerstag, 22. November 2018 - Aktualisiert am Mittwoch, 18. März 2020

Die Goethe-Pflanze, eine Pflanzenart aus der Familie der Dickblattgewächse hatte nicht nur Einfluss auf Goethes Dichtkunst, sondern findet auch medizinische Verwendung. Als „Lebende Apotheke“ oder als sogenannte Erste-Hilfe-Pflanze kann die Pflanze auf der Fensterbank wachsen und stets griffbereit sein. Bei welchen Erkrankungen kann die Goethe-Pflanze eingesetzt werden? Wissenswertes zum Wunderblatt im folgenden Artikel.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Die Goethe-Pflanze seit 1814 

 

Die Goethe-Pflanze wurde erstmals 1814, unter dem Namen Bryophyllum calycinum nach Deutschland eingeführt und im Botanischen Garten in Hannover vermehrt.  Der lateinische Name Bryophyllum bedeutet „sprossendes Blatt“ und ist eine Ableitung aus dem Griechischen „bryein“ für „sprossen, wachsen und „phyllon“ für Blatt.

Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe fand einst so Gefallen an der Pflanze, fasziniert davon, wie kleine Pflänzchen am Rand der Mutterpflanze wuchsen, dass er damit begann, sich der Aufzucht und der genauen Beobachtung der Pflanze zu widmen. Er wurde vom Präsidenten der Deutschen Akademie der Naturforscher namens von Esenbeck gebeten, eine wissenschaftliche Abhandlung zu schreiben. Zwar fertigte Goethe zwei Entwürfe an, diese wurden jedoch nicht veröffentlicht, sodass zu seinen Lebzeiten nur kleine, fragmentierte Notizen über die Pflanze an die Öffentlichkeit kamen.

 

Beschreibung der Goethe-Pflanze 

 

Die Goethe-Pflanze ist eine Pflanzenart der Gattung Kalanchoe und heißt Kalanchoe pinnata; sie gehört zur Familie der Dickblattgewächse und kann als kräftige meist aufrechte und oft verzweigte Pflanze eine Höhe von 0,3 bis 2 Metern erreichen. Ursprünglich beheimatet ist die Pflanze in den Wäldern Madagaskars, ist aber inzwischen nun auch in vielen tropischen und subtropischen Gegenden verwildert. 

Die Pflanze besitzt hängende, gestielte Blüten, hat eine dunkelgrüne Farbe und dicke, saftige herzförmige Blätter, die eine Länge von mehreren Zentimetern erreichen. Auf den Rändern wachsen kleine Ableger in großer Anzahl. Die Blätter sind unterschiedlich geformt: unten einfach und im Bereich des Blütenstandes dann zusammengesetzt. Die Goethe-Pflanze ist ein Symbol für die Regenerationsfähigkeit des Lebens, denn ihre Blätter verfügen über die Fähigkeit, in kürzester Zeit neue Pflänzchen zu treiben und als Miniaturen der Mutterpflanze zu wachsen.

 

Die Goethe-Pflanze als Zimmerpflanze 

 

Goethe-PflanzeDie Goethe-Pflanze kann als Zimmerpflanze gehalten werden und ist im Hinblick auf das Wachstum äußerst pflegeleicht: es reicht sparsam zu düngen und wenig zu gießen!

Sowohl von den Blättern als auch von dem Saft des Blattes kann man Gebrauch machen. In der traditionellen Medizin Afrikas, Indiens, Chinas und Australiens kommt die Goethe-Pflanze medizinisch zur Wehenhemmung, Leishmanniose, Gelbsucht, Bluthochdruck und Wundheilung zum Einsatz.  

Die Blätter und der Blattsaft können unter anderem auch für folgende Beschwerden zum Einsatz kommen:

 

  • äußerliche Abszesse
  • Gelenkentzündungen
  • Fußpilz
  • Brandwunden
  • Schwielen
  • Ohrenschmerzen
  • Ekzeme
  • Kopfschmerzen
  • Insektenstiche
  • Juckreiz
  • Hautverletzungen
  • Rheuma
  • Zahnschmerzen
  • Warzen
  • Pickel
  • Verstauchungen
  • Glaukom
  • wunde Stellen im Mund
  • Menstruationsbeschwerden
  • Durchfall
  • Fieber

 

Bei der äußerlichen Anwendung kann ein Blatt perforiert werden oder mit einem Wellholz ausgerollt werden, damit der Saft des Blattes austreten kann, auf die betroffene Stelle gelegt und seine Wirkung entfalten kann. Bei Augen oder Ohreninfektionen werden die Blätter traditionell erwärmt die danach ausgedrückte Flüssigkeit wird hinein geträufelt.

Da der Artikel ausschließlich zu Informationszwecken dient, ist an dieser Stelle anzumerken, dass der Text in keiner Weise Ersatz für eine ärztliche Behandlung ist, sodass nicht ohne weiteres eine Selbstmedikation erfolgen sollte.

 

Klinische Forschungen haben bestätigen können, dass der Goethe-Pflanze folgende Eigenschaften zugeschrieben werden kann:

 

Wirkungsweisen: antiviral, antifugal, antibakteriell, fiebersenkend, entzündungshemmend, wundheilend, muskelentspannend, schmerzlindernd und mild beruhigend.

 

Außerdem verschafft die Goethe-Pflanze anscheinend Linderung bei bestehenden Magengeschwüren. Die beschriebenen Heilwirkungen der Goethe-Pflanze sind so umfangreich, dass sie bei vielen körperlichen Beschwerden zum Einsatz kommt und nicht umsonst die Bezeichnung wie „Wunderpflanze“ erhalten hat.

Studien haben darüber hinaus auch nachweisen können, dass der Pflanze eine wehenhemmende Wirkung zugeschrieben werden könne, sodass eine natürliche Alternative zu synthetischen Wehenhemmern gegeben sei. In der Anthrosophischen Medizin wird die Pflanze seit Jahrzehnten schon zur Wehenhemmung verwendet.

Gegenstand experimenteller Untersuchungen ist derzeit, ob die Goethe-Pflanze auch immunosuppressive und antimutagene Effekte bei Tumorerkrankungen habe.

 

Die Goethe Pflanze in der Kosmetikindustrie 

 

Die Goethe-Pflanze findet auch in der Kosmetikindustrie Anwendung. So wirbt Clarins beispielsweise mit Cremes und darin enthaltenen Extrakten der Goethe-Pflanze, die die natürlichen Feuchtigkeitsmechanismen der Haut reaktivieren. Die Kosmetikindustrie Clarins schreibt über die Goethe-Pflanze als „ein faszinierendes Beispiel für die schöpferische Kraft der Botanik“.

 

Goethes Dichtkunst zur Wunderpflanze 

 

Im Jahr 1826 schickte der Dichter Goethe Marianne von Willemer, einer seiner Musen, ein Blatt der Pflanze, mit folgender Pflegeanleitung: „Flach auf guten Grund gelegt, Merke wie es Wurzel schlägt!“

Abschließend das Gedicht von Goethe „Mit einem Blatt Bryophyllum calycinum“ an Marianne von Willemer, 12. November 1826:

 

„Was erst still gekeimt in Sachsen,

Soll am Maine freudig wachsen.

Flach auf guten Grund gelegt,

Merke wie es Wurzeln schlägt!

Dann der Pflanzen frische Menge

Steigt in lustigem Gedränge.

Mäßig warm und mäßig feucht

Ist, was ihnen heilsam deucht.

Wenn du’s gut mit ihnen meinst,

Blühen sie dir wohl dereinst.“

 

 

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

1 Kommentare

Haas Lisette – Samstag, 14. Dezember 2019
Vielen Dank, das ist wirklich eine schöne Abhandlung über diese Pflanze. Ihr Stil zu schreiben, ist eine Freude, .Eine Begabung, welche heutzutage selten geworden ist. Eine begeisterte Leserin, welche lange Jahre Op Schwester war.

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