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Angelika: Eine Pflanze für Körper und Geist

Kommentar schreiben Freitag, 04. Dezember 2015

Das Nordlicht der Heilpflanzen spendet Kraft als Magenbitter, Hustenlöser und zur Regeneration bei Schwächezuständen. Früher als Abwehrmittel gegen Pest und böse Geister wird es heute zur Aktivierung der Verdauungssäfte, Vitalität und Herzkraft eingesetzt. Angelika, auch Engelwurz genannt, erwärmt Magen und Gemüt. Sie regt den Fluss von Speichel, Magensäure, Galle und Pankreassaft an und bringt die Verdauung in Schwung.

Auch die Abwehr- und Lebenskräfte werden gestärkt, Leber und Nieren unterstützt, Ödeme abgebaut. Rheuma, Gicht und Nervenschmerzen können durch äußerliche Anwendung behandelt werden. Die Engel- oder Angstwurz durchdringt mit Licht bei Angst, Mutlosigkeit und Depression, bei der Vorstellung, den Boden unter den Füßen zu verlieren und ganz alleine dazustehen. Sie bringt Kraft für Körper und Seele.

Die Pflanze Angelika

Angelika (Angelica archangelica) gehört zur Familie der Doldenblütler. Sie bildet im 1. Jahr Blätter am Boden und wird im 2. Jahr, in dem sie Blüten trägt, bis zu 2,5 Meter hoch. Von ihrem dicken Rhizom aus, erhebt sich ein aufrechter, im Inneren hohler Stängel, der sich oben verzweigt. Die lange gestielten Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, ihre Spreite ist 60 bis 90 cm lang. Die endständigen, halbkugeligen Blütenstände, enthalten 20 bis 40 Doldenstrahlen. Die Kronblätter der Blüten sind, grünlich-weiß bis gelblich gefärbt. Sie duften nach Honig und werden emsig von Bienen und anderen Insekten aufgesucht. Die alte Heilpflanze stammt ursprünglich aus dem hohen Norden, aus Island, Nordengland und Grönland, aber auch aus dem Osten, aus Transsilvanien und der Gegend um den Baikalsee, wo sie als Gemüse verzehrt wurde. Bei uns ist die Engelwurz heute nicht mehr so verbreitet. Sie sollte nur von Kennern gesammelt werden, da sie leicht mit dem tödlich giftigen Wasserschierling verwechselt werden kann. Für pharmakologische Zwecke wird die Angelika kultiviert.

Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Medizinisch verwendet werden die getrockneten Wurzeln. Sie enthalten ätherische Öle, Angelica- und Fumarsäure, Chlorogen- und Kaffeesäure, Bitter- und Gerbstoffe, Cumarine und photosensibilisierende Furanocumarine, Lactone, entzündungshemmendes Bisabolol und Harze.

Angelika und ihre Wirkungen

Angelika regt den Appetit und die Sekretion der Verdauungssäfte an. Schon im Mund wird vermehrt Speichel gebildet, der die Nahrung umhüllt, mit ersten Verdauungsenzymen versetzt und sie gleitfähig zum Schlucken macht. Im Magen wird verstärkt Säure ausgeschüttet, im Dünndarm der Gallefluss erhöht und die Bauchspeicheldrüse angeregt. Die Aktivierung des Verdauungsprozesses, löst Blähungen und Krämpfe im Magen- Darmbereich. Engelwurz hilft auch, die Monatsblutung wieder zum Fließen zu bringen. Die Doldenblütlerin wirkt antibakteriell und schützt vor Ansteckung. Bei Husten löst sie den Schleim und fördert den Auswurf. Sie schenkt Kraft, Stärke bei Schwächezuständen und in Phasen der Rekonvaleszenz und Regeneration. Das gilt für Körper und Psyche.

Anwendungsbereiche von Engelwurz

Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Blähungen, Völlegefühl, Magen-Darm-Krämpfe. Atemwegserkrankungen und grippale Infekte. Menstruationsfördernd. Kreislaufstabilisierend. Bei Leber- und Nierenschwäche, Rheuma und Gicht (auch äußerlich). Stärkend bei Abwehrschwäche, Dauerstress, Erschöpfung, Burnout, Angstzuständen, depressiven Stimmungen, nach langer Krankheit und Operationen.

Darreichungsformen von Engelwurz

Tee, Tinktur, Öl, Magenlikör (Chartreuse, Benediktiner). Zur Vorbeugung vor und bei Infektionskrankheiten und eine halbe Stunde vor "schwerem Essen" die Wurzel kauen. Der Tee wird kalt angesetzt (1 Teelöffel auf 1 Tasse), über Nacht stehen lassen, zum Sieden bringen, 2 Minuten ziehen lassen und abgießen. Tagesdosis: 2-3 Tassen. Bekanntestes Präparat zur Verdauungsförderung ist Iberogast in Kombination, mit ähnlich wirkenden Heilpflanzen. Die Engelwurz kann auch als homöopathisches Einzelmittel eingenommen werden: Angelica archangelica. Zur seelischen Stärkung gibt es die kalifornische Blütenessenz Angelica.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Durch die Furanocumarine können Lichtüberempfindlichkeit und Kontaktekzeme entstehen. Daher auf übermäßige Sonnenbestrahlung während der Einnahme verzichten und beim Ernten der Wurzel Handschuhe tragen. Aufgrund der verstärkten Magensaftsekretion nicht bei Gastritis, Magen- und Darmgeschwüren anwenden. Da die Gebärmutter angeregt wird, keine Einnahme während der Schwangerschaft.

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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