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Richtig gegen Warzen vorgehen

Kommentar schreiben Donnerstag, 22. Januar 2015

Warzen-Serie Teil 2: Was tun, wenn man eine Warze an seinem Körper entdeckt hat? Oft beginnt dann die langwierige Behandlung – bis Erfolge zu sehen sind, braucht der Patient Geduld. Erfahren Sie hier alles über die verschiedenen Behandlungsmethoden, was Sie zu Hause tun können und wann der Gang zum Arzt unausweichlich ist.

Oft heilen Warzen ganz von alleine wieder ab. Wenn das Immunsystem wieder voll einsatzfähig ist, bekämpft es die Papilloma-Viren meist erfolgreich von selbst. Da dieser Vorgang allerdings einige Wochen oder Monate in Anspruch nehmen kann und Warzen keine ästhetische Bereicherung sind und zum Teil große Schmerzen verursachen, kann man der Wucherung auch Feuer unterm Hintern machen. Der Hausarzt kann die Warze untersuchen und empfehlen, wie am besten gegen sie vorgegangen werden sollte.

Auflösen der Hornschicht

Verschiedene Warzen-Arten brauchen verschiedenen Behandlungen. Die Therapie erfolgt abhängig von Erreger, Ausprägungsgrad und Lokalisation, beschreibt Dr. Nicolas Gumpert. Zu den üblichen Vorgehensweisen zählt das Auflösen der verdickten Hornschicht und somit das Abtragen der Warze, schreibt die Pharmazeutische Zeitung. Dieser Vorgang kann mehrere Wochen dauern. Geeignete Mittel zum Auflösen der verhärteten Hornschicht sind unter anderem Salicylsäure oder Milchsäure. Sie wirken keratolytisch, das bedeutet sie helfen der Haut abgestorbene Zellen abzutransportieren und sich gewissermaßen zu schälen. Die Säuren können über Tinkturen oder Pflaster aufgetragen werden. Dabei ist es wichtig, die gesunde umliegende Haut vor dem Mittel zu schützen, etwa mit Vaseline oder Zinkpaste.

Warzen-Pflaster sollten genau zugeschnitten werden und dann einige Tage auf der Warze getragen werden. Lösungen und Tinkturen sollten je nach Dosierung zwei bis viermal täglich aufgetragen werden. Sie hinterlassen häufig eine durchsichtige lackartige Schicht auf der Warze. Vor einer erneuten Anwendung sollte dieser Lack abgezogen werden.

Um die nun weiche Hornhaut zu entfernen, können Patienten die betroffenen Körperteile (Hände, Finger, Füße, etc.) in warmem Salzwasser baden und anschließend vorsichtig mit einem Bimsstein oder einem Hobel die oberste Hautschicht mit der Warze abtragen. Bei tief gehenden Dornwarzen kann das bereits zu einer Schmerzlinderung führen. Durch diesen Vorgang wird allerdings nur die äußerliche Warze behandelt, das Virus kann sich immer noch im Körper befinden und jederzeit wieder ausbrechen. Doch auch neu auftretende Warzen können auf diese Weise behandelt werden.

Warzen vereisen

Eine andere Methode sich der Warzen zu entledigen ist das Vereisen. Hierbei behandelt ein Arzt die betroffene Hautstelle mit flüssigem Stickstoff oder ähnlichen Mitteln. Durch die Kälte bildet sich unter der Warze ein Bläschen, in dem sich eine neue Hautschicht entwickelt. Nach einiger Zeit fällt die Warze einfach ab und die Haut sieht aus wie neu. In den meisten Fällen genügt eine Anwendung.

Auch zu Hause kann man mit in Apotheken frei erhältlichen Mitteln Warzen vereisen. Eine Beratung beim Hausarzt zur richtigen Anwendung ist jedoch sinnvoll. Durch unsachgemäße Anwendung kann die Haut nachhaltig geschädigt werden.

Operative Entfernung

Die chirurgische Entfernung von Warzen wird angewandt, wenn andere Methoden erfolglos waren. Mit einem scharfen Löffel können Warzen ausgeschabt werden. Vor allem Warzen, die wie eine Dornwarze an der Fußsohle weit in die Haut hineinragen, können so effektiv entfernt werden. Nachteile dieses Verfahrens sind ein hoher Blutverlust und die zum Teil lang dauernde Abheilungsphase, so Dr. Gumpert.

Auch mittels Laser kann der Arzt eine gutartige Hautwucherung entfernen. Dieser kann die Blutgefäße zur Warze verschließen, sodass sie nicht mehr weiter versorgt wird und letztendlich abstirbt.

Andere Möglichkeiten

Eine schmerzfreie Entfernung von Warzen verspricht das Wegätzen der Wucherung. Über einen Stift wird hierbei Silbernitrat oder Chloressigsäure auf die Warze aufgetragen woraufhin die Warze nach einiger Zeit verschwindet, berichtet die Pharmazeutische Zeitung.

Auch die Homöopathie hält etwas gegen Warzen bereit: Die sogenannte Thuja-Tinktur soll auf die Warze getupft werden und sie so bekämpfen. Das Öl des Lebensbaumes kann Hautreizungen hervorrufen. Eine Tinktur aus dieser Essenz kann Warzen bekämpfen.

Sonderfall Genitalwarzen

Bei den Feigwarzen im Genitalbereich sollte auf jeden Fall ein Spezialist aufgesucht werden. Es ist nicht ratsam diese Veränderungen in Eigenregie zu behandeln. Gerade bei Frauen bergen Genitalwarzen ein großes Risiko: Sie können über einen längeren Zeitraum den Gebärmutterhals befallen und so eine Krebserkrankung begünstigen. Aus diesem Grund ist hier immer ein Arzt zu konsultieren.

Hier  finden Sie unterschiedliche Warzenmittel im apomio Apotheken-Preisvergleich.

Lesen Sie hier den ersten Teil unserer Serie "Warzen: Ursachen und Formen"

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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