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Alternative Medizin Asien - Die yogische Heilatmung

Kommentar schreiben Dienstag, 12. März 2019

Alternative Medizin bezeichnet in dieser Serien von Texten zur „Alternativen Medizin in Asien“ all solchen Verfahren aus Asien, die der Lebenskraft Qi zu neuen Kräften verhelfen. Qi steht aus der Weltsicht des alten China für Leben – und für ein gesundes Leben muss diese Lebenskraft im Menschen ausreichend vorhanden sein. Aus der altchinesischen Sicht heraus benötigt der Körper den ungestörten Energiefluss seiner Organe als „Kraftwerke“. Zusätzlich ist unser Körper nach altchinesischer Denkweise von einem Netzwerk aus Meridianen als „Energiebahnen“ durchzogen.

 

Kurze Einleitung: Alternative Medizin in Asien

 

Auch die alternative Medizin Asiens geht, ebenso wie die alternative Medizin Europas, davon aus, dass es eine im Einklang zueinander stehende Einheit von Körper, Geist und Seele gibt. Der Körper des Menschen ist aus asiatischer Sicht von einem Netzwerk aus Meridianen durchzogen. Stört beispielsweise eine unstete Lebensweise die Organe, die Meridiane oder die Einheit von Körper, Geist und Seele, kommt es zur Dysbalance. Als Folge eines längeren Ungleichgewichts im Körper können Seele und Geist des Menschen leiden – und vice versa: Als Folge eines seelisch-geistigen Ungleichgewichts kann der Körper des Menschen krank werden.

 

Was steckt hinter der Heilatmung (Yogalehre)?

 

Unser Leben basiert auf Atmung. Tief durchatmen – das hat nicht nur etwas mit spiritueller Meditationshaltung zu tun. Es befähigt uns tatsächlich, Einfluss auf unser Nervensystem, auf unsere Psyche, auf Körpergewebe und auf unsere Körperorgane zu nehmen.

 

Unsere Gehirnzellen sterben bereits nach 2 bis 3 Minuten ohne Sauerstoff nach und nach ab. Interessanterweise atmen wir nicht nur bewusst, sondern auch unbewusst. Ein

Überlebensmechanismus unseres Körpers achtet darauf, dass wir auch während des Schlafs oder während einer Bewusstlosigkeit weiteratmen. Niemand kann bewusst steuern, dass er aufhören möchte zu atmen. Ein ureigens gegebener Lebensreflex wird ein solches Unterfangen stets verhindern. Umgekehrt können wir unsere Atmung bewusst kontrollieren und verändern. Wir können bewusst tiefer und länger atmen – oder wir können bewusst kürzer, gepresster und schneller atmen.

 

Eine richtige, gesunde Atmung schenkt dem Menschen mehr Lebenskraft und befreit ihn von ungesunden Zuständen von Körper, Geist und Seele.

 

Das Prinzip der Yoga-Heilatmung geht davon aus, dass richtige Atmung dazu dient den Tonus (Spannungszustand) des Gewebes (Bindegewebe, Muskeln, Blutgefäße) zu normalisieren und dadurch indirekt sämtliche Organe (Herztätigkeit, Drüsentätigkeit, Blutzirkulation, Zellstoffwechsel) zu harmonisieren (intensivieren, regulieren, drosseln). Auch die Ausscheidung von Stoffwechselschlacken sowie die Körperabwehr und Selbstheilung verbessert sich. Außerdem kann richtige Atmung die Schmerzwahrnehmung verbessern (Hypobirthing, Geburtsatmung, Schmerzatmung). Hier findet sich bei näherer Betrachtung einmal mehr der Harmonie-Gedanke aus der naturheilkundlichen Medizin. Aus Sicht der Yogalehre erzeugt falsche Atmung viele denkbare Erkrankungen (Atemwegserkrankungen, seelische Erkrankungen uvm.) und ungesunde Lifestyle-Faktoren können die „Luft zum Atmen nehmen“ (Stress, schlechte Luft, Rauchen, Übergewicht, Fehlhaltungen).

 

Die Yogalehre aus Indien hat sich die Erkenntnis zunutze gemacht, dass richtige Atmung Körper, Geist und Seele in ihrer Gesundheit fördert. Pranayama (Prana=Lebensenergie, Ayama=Kontrolle, Pranayama=Kontrolle über Lebensenergie) bezeichnet die yogischen Atemübungen. Der 2. Grundvers zum Pranayama erläutert, inwiefern Atem und Geist zusammenhängen.

 

Der 2. Pranayama-Vers beschreibt folgende 6 Atemsituationen:

 

- Bist du aufgeregt, wird dein Atem unruhig.

- Bist du verärgert, wird dein Atem vielleicht unruhig und tiefer.

- Bist du traurig, wird dein Atem kaum bemerkbar.

- Bist du ängstlich, verspannt sich dein Bauch und atmest du im oberen Brustbereich.

- Bist du froh, frei und in Harmonie, atmest du tief im Bauch ein und aus.

 

Davon abgeleitet lässt sich durch Bauchatmung die richtige Atmung und das Prana (Lebensenergie) gut beeinflussen. Einfluss über die Atmung auf die Lebensenergie wirkt sich wiederum auf Denken und Geist aus. Als Beispiele kennt das Yoga-Pranayama Atemübungen, die Ärger, Stress, Ängste und Lampenfieber verbessern sollen.

 

Das Pranayama kennt 8 große Atemübungen der Yoga-Heilatmung (Mahakumbhakas):

 

1. Bhramari (Schnarchton-Einatmung und Summton-Ausatmung) zur Entwicklung, Reinigung und Stimulierung von Stimme, Kehle, Chakras und bessere Atembeherrschung

2. Shitali (Zischlaut-Einatmung mit längsgerollter Zunge, Nasen-Ausatmung) zur Regulierung von Appetit, Geistberuhigung, Kühlung des Organismus und Energieharmonisierung

3. Sitkari (Zischlaut-Einatmung mit quergerollter Zunge, Nasen-Ausatmung) zur Körperverjüngung und zur Reduktion von Schlafbedarf, Hunger, Durst, Trägheit

4. Ujjayi (Kontrollierte Ein- und Ausatmung mit leicht verschlossener Stimmritze) zur Beruhigung des Geistes, besserem Lungenvolumen (Vitalkapazität) und erhöhter Lebensenergie (Prana)

5. Surya Bheda (Einatmung durch das rechte Nasenloch, Ausatmung durch das linke Nasenloch) zur Erhöhung der „Sonnenenergie“ des Menschen

6. Bhastrika (Ein- und Ausatmung durch die beiden Nasenlöcher) zur eigenen Energetisierung und Erweckung der Kundalini (ätherische Kraft des Menschen, deren Vervollkommnung mit hohem Glückszustand assoziiert wird)

7. Murccha (Betäubungsatmung) zur eigenen Versenkung in einen Ohnmachtszustand durch sehr langes Luftanhalten, welche für Ungeübte ohne Lehranweisung gefährlich sein kann.

8. Plavini (Bauchatmung oder „Rülpsatmung“) zum Aufblasen des Magens zum „Öffnen des Herzens“, „Wachmachen des Geistes“ und zur Einleitung einer Meditationsübung

 

 

 

Quellenangabe:

 

- Minker, Margaret und Scholz, Renate: Das große Buch der Naturheilweisen. Vorbeugen, helfen, heilen. Aktualisierte Auflage 1996, Gruner + Jahr, Hamburg.

 

- Govinda, Kalashatra: Grundlagen des Atem-Yoga. Lebensenergie wecken, Selbstheilungskräfte aktivieren, Gelassenheit entwickeln. 1. Auflage 2017, Irisiana Verlag, München.

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