Gesundes Winter-Fast-Food: Maronen Montag, 13. November 2017

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Sobald die Weihnachtsmärkte öffnen, steigt die Vorfreude auf den Glühweinstand und die große Auswahl an Lebkuchen. Aber auch mit frisch gerösteten Maronen kann man die Kundschaft für sich begeistern: Maronen sind in der kalten Jahreszeit der ideale gesunde Snack, denn verglichen mit anderen Nüssen enthalten Maronen nur wenig Fett und wenig Kalorien. Welche Arten von Maronen gibt es? Was ist der Unterschied zwischen Marone und Kastanie? Welche Zubereitungstipps gibt es für zu Hause? Wissenswertes über Maronen und deren Wirkungen im folgenden Beitrag.

Was sind Maronen?

Herbst- und Winterzeit ist Maronenzeit. Sie sind Kindheitserinnerung, Herbstduft und Vorbote für die Weihnachtszeit zugleich. Maronen sind Edelkastanien, die zur Familie der Nüsse gehören und stammen ursprünglich aus Kleinasien. Mittlerweile sind Maronen aber auch in Japan, China, Nordamerika und in den wärmeren Regionen Europas beheimatet und fallen zur späten Herbstzeit in ihren stacheligen Hüllen aus bis zu 30 Meter Höhe von den Bäumen.

Auch in Deutschland gibt es Maronenbäume, nämlich in den wärmeren Weinbaugebieten, am Bodensee oder in der Pfalz. Maronen benötigen eine gewisse Bodenbeschaffenheit und sind für ihr Wachstum auf ein mildes Klima angewiesen. Und auch wenn Maronen der heimischen Rosskastanien sehr ähnlich sehen, haben Maronen und Rosskastanien wenig bis gar nichts gemeinsam, was im Verlauf des Artikels noch näher beleuchtet wird. Maronen gehören zu den Nüssen und haben, abhängig von der Region in den Monaten September bis November Saison. Eine Herbstdelikatesse, die heute nicht nur Grundnahrungsmittel für die ärmere Bevölkerung ist, wie es jahrhundertelang der Fall gewesen ist. Maronen galten nämlich als das „arme Leute Essen“, das Brot des kleinen Mannes, weil der hohe Ballaststoff- und Stärkegehalt der Maronen schnell satt machte und die enthaltenen gesunden Nährstoffe wie Eisen, etliche Vitamine und Kalium kleine Kraftpakete für das Immunsystem waren. Das Image der Maronen hat sich komplett gewandelt: Maronen sind heute ein gesunder Snack und werden auch in der Gourmetküche mit Vergnügen in Speisen eingearbeitet und veredeln die Gerichte durch vielseitigen Einsatz. Gegessen werden Maronen ohne Schale und Haut.

Auf dem Weihnachtsmarkt lohnt sich ebenfalls der Griff in eine heiße Tüte Maronen: die duftenden Edelkastanien gehören zu den gesündesten und leichtesten Winter-Fast-Foods, die auf den Weihnachtsmärkten zum Verkauf angeboten werden. Eine 100 Gramm Tüte Maronen enthält etwa 192 Kalorien, 2 Gramm Eiweiß und nur knapp 2 Gramm Fett. Zum Vergleich: 100 Gramm Erdnüsse in der Schale enthalten rund 390 kcal, 32 g Fett, Erdnüsse geröstet und gesalzen 585 kcal und knapp 50 g Fett, 100 Gramm süße Mandeln 577 kcal, 54 g Fett und 100 Gramm Walnüsse 662 kcal und 62,5 g Fett. Maronen schneiden also im Hinblick auf die Nährwerte und im Vergleich zur Verwandtschaft sehr gut ab. Maronen passen also ideal zu jeder Diät. Außerdem sind Maronen sehr reich an Ballaststoffen und daher gut für die Verdauung.

Der Unterschied zwischen Marone und Kastanie

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Esskastanie und einer Marone? Häufig werden diese Begriffe als Synonym verwendet. Aber Esskastanien und Maronen sind keinesfalls das Gleiche. Vielmehr handelt es sich um zwei verschiedenen Arten von Edelkastanien und die Marone zählt zu der weiter gezüchteten Form der Esskastanie. Im Vergleich zu Esskastanien weisen Maronen ein intensiveres und süßes Aroma auf; Esskastanien sind außerdem runder und kleiner als Maronen und wie bereits erwähnt schwächer im Geschmack. Die Schale von Maronen lassen sich auch leichter vom Fruchtfleisch entfernen, was die weitere Zubereitung wesentlich erleichtert. Außerdem ganz wichtig: Kastanie ist nicht gleich Kastanie. Und Kastanien-Arten gibt es viele, nämlich etwa 200 Sorten.

Während wir uns an die Kindheitstage erinnern, und Rosskastanien gesammelt und daraus kleine Figürchen gebastelt haben, zählt diese Art der Kastanie beispielsweise zu den nicht genießbaren und für uns giftigen Kastanien. Rosskastanien dürfen als Tierfutter verwendet werden, sollten jedoch nicht von Menschen verzehrt werden. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uniklinik Bonn zufolge sind Rosskastanien gering giftig: Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen können die Folge sein.

Maronen bei Schlafstörungen

Jeder dritte Deutsche kämpft in der dunklen Jahreszeit unter Schlafproblemen und Tagesmüdigkeit, so Umfragen zufolge. Der Schlafmediziner Michael Feld aus Köln erklärt:

„Zu wenig Sonnenstrahlen hemmen im Gehirn die Produktion der Botenstoffe, zum Beispiel Serotonin“.

Die Produktion von Serotonin kann unterstützt werden, indem man ausreichend Ausgangsmaterial, nämlich Tryptophan, zur Verfügung stellt. Was den Schlaf betrifft, da sind Maronen besonders wertvoll: Das Eiweiß von Maronen enthält Tryptophan, eine Aminosäure, die im Gehirn zu einem Botenstoff verstoffwechselt wird, welcher die Nachtruhe steuert. Esskastanien unterstützen also ein tiefes und erholsames Abtauchen in den Schlaf – genau wie die Lebensmittel Himbeere, Sonnenblumen-Kerne und Kakao.

Maronen in der Küche

Esskastanien und Maronen schmecken wunderbar zu jedem Gang: ob gekocht oder gebraten, als Suppe, Beilage, nussige Füllung oder süße Creme im Dessert – die Zubereitung mit Maronen scheint grenzenlos zu sein. Roh sind Maronen nicht genießbar, weswegen man diese vor dem Verzehr kochen oder rösten sollte. Im Anschluss daran sollten sie zur Weiterverarbeitung komplett von ihrer Schale und der Samenhaut, welche die Frucht umschließt, befreit werden. Die einfachste Art, Maronen zuzubereiten ist, ihre Schale kreuzweise aufzuschlitzen und auf einem Backblech zu verteilen und für etwa 20 Minuten im Backofen bei 200 Grad zu halten bis sie anfangen zu duften und die Schale aufspringt. In der Mitte des Backblechs kann man ein offenes Gefäß mit Wasser platzieren, was verhindert, dass die Maronen während des Backens austrocknen.

Wenn man Maronen lieber kochen, anstatt rösten möchte, dann sollte man die eingeritzten Maronen in leicht gesalzenes kochendes Wasser für etwa 10 Minuten kochen und danach sofort die Schale entfernen. Anders als beim Rösten sind kochende Maronen weicher und daher leichter zu schälen und besser zu Püree zu verarbeiten. Der Nachteil bei gekochten und nicht gerösteten Maronen ist allerdings, dass viel von dem intensiven Aroma verloren geht. Aus getrockneten und gemahlenen Maronen ist darüber hinaus auch sehr gut Mehl herzustellen, eine gute Alternative für Menschen, die an Zöliakie leiden und sich glutenfrei ernähren müssen.

Tipps beim Einkauf von Maronen

Beim Einkauf von frischen Maronen sollte man auf folgende Eigenschaften achten, um nach den „guten“ Maronen zu greifen:

  • glatte und glänzende Maronen (matte Maronen sind eingetrocknete Maronenfrüchte)
  • keine löchrigen Maronen (Maronen mit Löchern können auf einen Wurmbefall hinweisen)

Frische Maronen sollten zeitnah verarbeitet werden, damit diese nicht an Geschmack verlieren. Ein weiterer Tipp für zu Hause, um „gute“ Maronen von „schlechten“ Maronen zu unterscheiden: Einfach ins Wasser legen! Wurmstichige Maronen schwimmen oben. Auch stehen fertig gekochte Maronen zum Verkauf. Diese sind luftdicht verpackt und in der Regel im Obst- und Gemüsebereich erhältlich. Ganzjährig kann man Maronen auch in verschiedenen Formen kaufen: roh, geröstet, getrocknet, in Konserven, als Kastanienpüree oder glasiert.

Leckeres Rezept zum Nachkochen: Cremige Maronen-Kartoffel-Suppe

In nur 5 Zubereitungsschritten, einer Arbeitszeit von 40 Minuten inklusive Garzeit von 35 Minuten kann man ein leckeres warmes Suppengericht für die nasse und kalte Jahreszeit kochen, denn Suppen sind ideal, um ein wenig von innen zu wärmen.

Die Zutaten für vier Portionen:

  • 1 Schalotte (30 g)
  • 300 g Kartoffeln
  • 200 g Pastinaken
  • 45 g Butter
  • 1 Lorbeerblatt
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 830 ml Gemüßebrühe (heiß)
  • 400 ml Milch
  • 300 g geschälte Maronen (Vakuumpack)
  • 60 g Zucker
  • Piment d’Espelette (ersatzweise Cayennepfeffer)
  • 6 g getrocknete Steinpilze
  • Fleur de sel
  • 5 Bund feiner Schnittlauch (15 g)
  • 1 Beet Gartenkresse
  • 8 El Rapskernöl
  • Zitronensaft

Schritt 1:

  • Schalotte fein würfeln
  • Kartoffeln und Pastinaken schälen und in 2 cm große Stücke schneiden
  • 30 g Butter in einem Topf erhitzen
  • Schalotten darin bei mittlerer Hitze 3 Minuten glasig dünsten
  • Kartoffeln und Pastinaken zugeben
  • 3 Minuten unter Rühren dünsten

Schritt 2:

  • Lorbeer, Wein und Brühe zugeben und zugedeckt aufkochen
  • Milch zugeben, erneut zugedeckt aufkochen
  • 30 Minuten kochen lassen bei milder Hitze

Schritt 3:

  • 100g Maronen sechsteln
  • Zucker in einer Pfanne hellbraun karamellisieren
  • 80 ml Brühe zugießen (Vorsicht, es spritzt!)
  • Maronen unterrühren
  • bei milder Hitze kochen, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist
  • restliche Butter unterrühren
  • würzen mit Piment d’Espelette und beiseitestellen

Schritt 4: 

  • Steinpilze im Blitzhacker fein mahlen
  • mit 3 Tl Fleur de sel mischen und beiseitestellen
  • Schnittlauch in sehr feine Röllchen schneiden
  • Kresse kurz unter den Blättchen vom Beet schneiden, mit Schnittlauch und Öl verrühren

Schritt 5: 

  • Restliche Maronen 5 Minuten in der Suppe erhitzen
  • Suppe mit dem Schneidestab (oder im Mixer) sehr fein pürieren
  • mit 1-2 Spritzern Zitronensaft abschmecken

Guten Appetit!

Autor: Judith Schega

Judith Schega ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Schega schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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