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Progressive Muskelentspannung: Fokus auf einzelne Muskelgruppen
Die Theorie besagt, dass die innere Entspannung mit der Entspannung der Muskulatur einhergeht. Durch gezieltes Anspannen verschiedener Muskelgruppen können somit auch unwillkürliche körperliche Vorgänge wie der Herzrhythmus positiv beeinflusst werden. Zu Beginn der Übung suchen Sie sich einen bequemen Stuhl oder Sessel oder legen sich flach auf den Boden. Alle störenden Faktoren sollten vorab eliminiert werden. Das heißt: Handy aus, bequeme Kleidung an und es kann losgehen. In der sitzenden Position stehen die Beine im 90 Grad Winkel auf dem Boden, die Hände liegen auf den Oberschenkeln auf. Am besten lehnen Sie sich entspannt an. Die Augen können geschlossen oder offen sein. Geschlossene Augen unterstützen den Vorgang des Loslassens eventuell etwas besser. Die richtige Position werden Sie nach einigen Trainingseinheiten finden.
Muskulatur: Anspannen und Entspannen
Als erstes wird die rechte Hand zur Faust geballt. Konzentrieren Sie sich bei der Übung auf die Spannung in den Fingern, der Hand und den Unterarm. Die Spannung sollte für etwa zehn Sekunden lang gehalten werden. Es folgt die Phase der bewussten Entspannung. Legen Sie die Hand wieder auf den Oberschenkel und fühlen sie wie die Spannung die Muskulatur verlässt. Etwa 30 Sekunden verharren Sie nun in der entspannten Haltung. Als nächstes sind die Muskeln im rechten Oberarm an der Reihe. Hier verfahren Sie ebenso: Zehn Sekunden lang anspannen und anschließend bewusst die Lockerung genießen. Nach dem rechten Arm folgt der linke – wieder angefangen bei der Hand. Im Anschluss an die beiden Arme sollten das Gesicht, dann der Rumpf und der Bauch und schließlich das rechte und das linke Bein folgen. Als Folge der Muskelentspannung wird sich der Herzrhythmus verlangsamen. Eine angenehme Wärme kann die Glieder durchdringen und zu einem tiefen Wohlbefinden führen. Die Darmaktivität wird reguliert und die Atmung verlangsamt sich.
Progressive Muskelentspannung gegen Stress
Die Übung sollte anfangs vier bis fünf Mal in der Woche durchgeführt werden. Das Fokussieren auf die Muskulatur fällt zunehmend leichter. Auch die Gedanken werden mit der Zeit immer weniger Abschweifen und Sie werden merken, wie Sie nach und nach besser loslassen können. Das Gefühl der tiefen Entspannung setzt immer schneller ein, sodass Sie die Übungen auch bei kurzen Pausen im Büro oder unterwegs durchführen können. Studien haben belegt, dass progressive Muskelentspannung nicht nur Stress mindert, sondern auch gegen Spannungskopfschmerzen und Migräne wirkt. Chronische Schmerzpatienten sollen durch die Methode besser mit dem Schmerz umgehen können und so eine Verbesserung der Lebensqualität erreichen. Auch bei Angststörungen oder dem Burn-Out-Syndrom ist die Entspannungstechnik empfehlenswert.
Kurse zur Entspannung: Manche Krankenkassen zahlen
Um die Technik richtig zu erlernen kann ein Kurs besucht werden. Viele Krankenkassen bieten solche Kurse an und übernehmen manchmal die Kosten. Hier werden den Teilnehmern die wichtigsten Aspekte vermittelt und auf eine saubere Durchführung geachtet. Ein „zu viel“ an Muskelspannung ist auch während der Anspannungsphasen nicht erwünscht, der Trainer wird hier gegebenenfalls eingreifen. Auch Hörspiele oder Videos können anfangs durch die Entspannungsübung leiten. Je nach persönlichem Geschmack kann die Übung mit sanfter Musik oder Naturklängen ergänzt werden. Auch andere Entspannungstechniken wie etwa autogenes Training eine Phantasiereise können mit eingebunden werden.