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Die Heilplfanze des Jahres: Das Gänseblümchen

Kommentar schreiben Montag, 27. März 2017
Klein und unscheinbar ziert sie den Rasen, Wiesen und Wegränder. Ihre Heilkräfte bei Verletzungen und in der Frauenheilkunde sind nicht so bekannt wie die von anderen Korbblütlern wie Arnika oder Löwenzahn. Die Rede ist von der Heilpflanze des Jahres 2017. Das Gänseblümchen, lateinisch Bellis perennis, wird zur Wundheilung bei Hautleiden und Behandlung von Husten und Verdauungsbeschwerden vor allem bei Kindern eingesetzt. Ihre ganz große Stärke zeigt die frisch gekürte Wiesenblume in der Homöopathie. Bei Verletzungen der weiblichen Organe, nach Prellungen, Quetschungen und Operationen der Weichteile, Muskelbeschwerden und Hautentzündungen ist Bellis perennis das Mittel der Wahl. Es ist das weibliche Gegenstück zu Arnika bei stumpfen Traumen und nach Operationen. Erfahren Sie hier alles über die Heilkräfte des Gänseblümchens und wie Sie sie für sich nutzen können.

Die Pflanze

Jeder kennt den kleinen Korbblütler. Bellis heißt schön und perennis ausdauernd. So bringt die Blattrosette der bis zu 10 cm hohe Wiesenpflanze von März bis November ununterbrochen neue Blütenstände hervor. Sie ist unermüdlich am Werk und wird doch oft übersehen. Die Blütenkörbchen wachsen und bewegen sich immer in Richtung Sonne. Bei schlechtem Wetter und am Abend schließen sie sich.

So wirken die Inhaltsstoffe des Gänseblümchens

Die Blüten enthalten Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide, Mineralien, ätherisches Öl und Vitamin C. Saponine setzen die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herab. So verflüssigen sie zähes Sekret in den Bronchien und erleichtern das Abhusten. Gerb- und Bitterstoffe wirken verdauungsanregend, entgiftend, blutreinigend, zusammenziehend und entzündungshemmend. Schleimstoffe legen sich schützend auf die Schleimhaut im Mund- und Rachenraum und Verdauungstrakt und regulieren den Stuhlgang. Bei dem hellgelben Pflanzenfarbstoff Apigenin wird die Möglichkeit einer zytostatischen Wirkung bei malignen Tumoren diskutiert.

Das sind die Indikationen für das Gänseblümchen in der Phythotherapie

Tee und Tinktur können Sie bei Husten anwenden. Beide Darreichungsformen sind schleimlösend und auswurffördernd. Der Korbblütler wird besonders bei Kindern eingesetzt, auch bei Durchfall, wenn er nicht auf einen Infekt zurückgeht (dann zum Arzt!). Gänseblümchen regt den Stoffwechsel an. Mit seiner entgiftenden Wirkung geben seine getrockneten Blüten einen wertvollen Bestandteil von Blutreinigungstee ab. Als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden bereiten Sie einen Tee zu und tränken das Tuch damit. Bei unreiner Haut und Akne stellen Sie einen Auszug aus Gänseblümchen- und Stiefmütterchentee her: Je 1 EL Tee mit 1 Liter heißem Wasser übergießen, über Nacht stehen lassen, abgießen und die Haut damit waschen. Gleichzeitig wenden Sie den Gänseblümchentee innerlich zur Anregung des Hautstoffwechsels und zur Blutreinigung an. Auf Insektenstiche unterwegs auf einer Wiese oder im heimischen Garten können Sie den Saft von Gänseblümchen-Blättern geben. Einfach ein Blatt zwischen den Fingern verreiben und mehrmals auftragen. Gänseblümchen regen den Appetit, die Verdauungssäfte und die Leber an. Nach neueren Studien soll die Wiesenblume auch die Senkung von Blutfetten unterstützen. Trinken Sie dazu den Tee oder mischen Sie es frisch in den Salat. Es hat eine leicht bittere Note und sieht toll aus. Ideal auch als Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit.

Darreichungsformen in der Phytotherapie

Gänseblümchenblütentee, Urtinktur von Ceres oder DHU. Die Pflanzen für die Ceres-Urtinkturen werden nach Bio- oder Demeter-Richtlinien angebaut und von Hand geerntet. Das erklärt den Preis.

So bereiten Sie den Gänseblümchentee zu

Übergießen Sie 2 Teelöffel mit 250 ml heißem Wasser. Tee 10 Minuten ziehen und dann abgießen. Trinken Sie täglich 2-mal 1 Tasse.

Dafür können Sie das Gänseblümchen homöopathisch einnehmen

Bellis perennis wirkt gegen Folgen von Verletzungen, vor allem durch einen Stoß, Quetschung, Verrenkung, Gewalt oder chirurgischen Eingriff. Betroffen sind in erster Linie Weichteile, Bauchraum, weibliche Organe, Muskeln, Gefäße, Haut, Magen-Darm und Milz. Auch bei plötzlicher Abkühlung durch kaltes Wasser, kalte Nahrung oder Nasswerden nach Erhitzung oder bei Überanstrengung kann Bellis perennis indiziert sein. Anwendungsgebiete sind z.B. stumpfe Verletzungen, Stoßverletzungen, Verletzungen von Brust und Genitalorganen, nach der Mammographie, Brustentzündung, Gebärmuttersenkung, nach einer anstrengenden Geburt, Blutergüsse, Muskelschmerzen und –krämpfe, als Unterstützung bei entzündeten Wunden im Bauchraum, vergrößerte Milz, Krampfadern, Furunkeln und Akne. So fühlen sich Schmerzen bei Bellis perennis an In der Homöopathie müssen neben den körperlichen Erkrankungen auch andere Befindlichkeiten passen, um sich für das Mittel zu entscheiden. Zu Bellis perennis gehört das Gefühl, dass alles wund ist. Dazu kommt ein Zerschlagenheitsgefühl im ganzen Körper. Die Schmerzen sind so, wie wenn etwas zerquetscht oder geprellt ist. Der Patient ist berührungsempfindlich. Die Stirn fühlt sich wie zusammengeschnürt an. Weitere Charakteristika von Bellis perennis Wenn Bellis perennis zu Ihnen passt, sind Sie müde, kaputt, fertig und wollen sich nur noch hinlegen. Die Beschwerden werden besser durch Kälte, Druck, Reiben und Ruhe. Sie werden schlimmer durch (Bett-)Wärme, nasskaltes Wetter, vor Gewitter und Sturm, wenn Sie erhitzt sind und etwas Kaltes trinken oder auf etwas Kaltem sitzen. Nachts wachen Sie um 3 Uhr auf und können nicht mehr einschlafen. Morgens sind Sie völlig gerädert. Das ist die seelische Verfassung bei Bellis perennis Wenn Sie Bellis perennis brauchen, tendieren Sie wie die Blume dazu, mit viel Ausdauer Ihren Dienst zu tun. Es nimmt nur keiner richtig wahr. Sie machen sich klein und unauffällig. Ihre Leistungen werden nicht gebührend anerkannt. Man kann auch gut auf Ihnen herumtrampeln und Sie stehen immer wieder auf. Sie haben viel Energie und sind sehr produktiv. Sie sind schön und ein kleiner Sonnenschein. Da Sie aber Ihr Licht unter den Scheffel stellen, bekommen Sie zu wenig zurück. Das homöopathische Mittel gibt Ihnen Ihren Schwung und Selbstbewusstsein zurück. Sie können Ihre Werke, Ihre Persönlichkeit ruhig stolz präsentieren. Anerkennung bekommen Sie dann, wenn Sie sich auch selbst anerkennen! Also würdigen Sie Ihre Leistungen. Und orientieren Sie sich an den Sonnenseiten des Lebens und Ihrer selbst. Bellis perennis ist auch ein Mittel zur begleitenden Therapie bei Brustkrebs. Seelischer Hintergrund ist bei diesem Mittel das „Sich-Klein-Machen“. Körperliche Ursachen sind Stöße und Quetschungen der Brust.

So wenden Sie Bellis perennis als Homöopathikum an

Bei körperlichen Verletzungen wie Prellungen: D6, 5 Globuli, stündlich, bis zur Besserung der Beschwerden, höchstens 8-mal am Tag, höchstens 3 Tage lang. Nach Mammographie oder Folgen einer Operation: C30, 3-mal täglich, 1 Tag lang, oder C200 ein Mal. Bei Besserung der Beschwerden grundsätzlich das Mittel absetzen, da Sie sonst eine Verschlimmerung provozieren. Bei schwerwiegenden Erkrankungen suchen Sie einen Homöopathen auf.
Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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