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Dermatologie – Sonnenschutz 1x1

Kommentar schreiben Mittwoch, 22. April 2015

Ein Sonnenbad, das Einwirkenlassen des natürlichen Sonnenlichts auf den unbedeckten Körper, kann ein wahrer Gesundbrunnen für Körper und Seele sein. Leider liegen Heilung und Schaden nah beieinander: in den letzten Jahren sei die Zahl der Hautkrebsneuerkrankungen drastisch gestiegen. Dermatologen empfehlen in der Sonne auf einen angemessenen Sonnenschutz zu achten. Alles rund um das Thema Sonnenschutz.

Bräune um jeden Preis?!

Sonnenbräune gilt als Zeichen von Fitness und Gesundheit, so heißt es häufig. Dies dürfte in den folgenden Jahren zunehmend kritischer gesehen werden. Die schwindende Ozonschicht mit der zunehmenden Hautkrebsgefährdung wird zu einem Umdenken geführt haben. Derzeit sind jährlich 875.000 Patienten aufgrund einer Hautkrebserkrankung in Behandlung. Die Tendenz ist steigend. Die UV-Strahlung hat fatale Auswirkungen auf das größte Organ des Menschen, nämlich auf die Haut und wer seiner Haut durch vielstündige Sonnenbäder mit dem Ziel der Hautbräunung, zu viele UV-Strahlen zumutet, riskiert Hautkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat aus dem Grund UV-Strahlung in die höchste Kategorie krebsauslösender Faktoren eingestuft.

Ratschläge der Deutschen Krebshilfe

Der richtige Umgang mit der Sonne ist wichtig und kann das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, verhindern. Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) spricht Empfehlungen aus, wie man sich in der Sonne schützen kann. Folgende Sonnenschutz-Richtlinien sind zu erwähnen und unbedingt einzuhalten:

Das Tragen von sonnengerechter Kleidung inklusive einer Kopfbedeckung und das Aufhalten im Schatten seien einfach umzusetzen und am wirksamsten. Darüber hinaus sollte die Sonne in der Mittagszeit zwischen 11 bis 16 Uhr gemieden werden. Sonnencreme sollte auf unbedeckten Körperstellen mindestens 30 Minuten vor einem Sonnenbad aufgetragen werden, um eine angemessene Einwirkzeit zu gewährleisten. Ebenso sollte der Sonnenschutz mehrmals erneuert werden. Sofern man sich im Wasser aufhält, ist die Verwendung von wasserfestem Sonnenschutz in jedem Fall zu empfehlen; jedoch sollte nach dem Abtrocknen erneut Sonnencreme aufgetragen werden. Mit einem T-Shirt lassen sich empfindliche Körperpartien wie Schultern oder Dekolleté bedecken und schützen. Auch die Augen sind UV-gefährdet: Schützen Sie die Augen mit einer Sonnenbrille mit UV-Filter. Abgesehen vom UV-Schutz empfiehlt es sich viel Wasser zu trinken, da der Körper viel Flüssigkeit in der Sonne verliert.

Die Sonnencreme als Schutz gegen Sonnenbrand

Neben der Einhaltung der sogenannten Sonnenschutz-Richtlinien ist auch die richtige Anwendung von Sonnenschutzmitteln von großer Bedeutung.

UV-Strahlung kann nachhaltig schädigen, weswegen eine auf den Hauttyp abgestimmte Sonnencreme ein geeigneter Schutz gegen Sonnenbrand sein kann. Das Bundesamt für Strahlenschutz informiert auf dessen Homepage über den „UV-Schutz für die Haut“ und legt nahe, dass eine Sonnencreme zwar ein geeigneter Schutz gegen Sonnenbrand sein kann, aber auf keinen Fall Schutzmaßnahmen wie Bekleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und das Aufhalten im Schatten ersetzt. Denn trotz Sonnenschutzmittel dringt immer ein gewisser Teil der UV-Strahlung in die Haut ein, die Schäden in der Haut entstehen lassen können, noch bevor zum Beispiel ein Sonnenbrand entwickelt wird. Die Erfahrung lehrt zum Beispiel, dass allergieähnliche Hautreaktionen, die sich als Rötungen, Schwellungen, Pickel-, Bläschen- und Quaddelbildung zeigen, gegenüber intensiv und länger andauernder Sonneneinstrahlung auftreten können. Bestimmte Stoffe in Kosmetika und Parfüms können die Sonnenempfindlichkeit verstärken, daher sollte auf diese Produkte verzichtet werden.

In Sonnencremes sind physikalische und/oder chemische UV-Filter enthalten, die kombiniert oder separat erhältlich sind.

Die Stoffe chemischer Schutzmitteln dringen in die obere Hautschicht (obere Epidermis) ein und bieten erst nach 30 Minuten einen Sonnenschutz. Chemische UV-Filter absorbieren energiereiche Strahlung, um sie als energieärmere Strahlung wieder abzugeben. Synthetisch hergestellte Produkte können allerdings Hautallergien auslösen, weswegen Menschen mit empfindlicher Haut eher physikalischen Schutzmitteln wählen: Physikalische UV-Filter streuen und reflektieren das Licht.

Wann ist ein optimaler Sonnenschutz gewährleistet?

Ein optimaler Sonnenschutz ist nur dann gegeben, wenn die Sonnencreme in ausreichender Menge, das heißt 30 bis 40 ml für den gesamten Körper, auf alle freien Körperstellen gleichmäßig aufgetragen wird und in regelmäßigen Abständen, sprich mindestens alle zwei Stunden, der Schutz erneuert wird. Auch das Nachcremen nach dem Baden oder Abtrocknen sollte nicht außer Acht gelassen werden. Jedem Sonnenanbeter sollte trotz allem bewusst sein, dass die Sonnenschutzwirkung durch das Nachcremen nicht verlängert, sondern nur erhält. Demnach ist festzuhalten: Viel hilft nicht immer viel! Sondern die Wirkung ist gleichbleibend.

Welches Sonnenschutzmittel für welchen Hauttyp?

Ein Sonnenschutzmittel muss auf den Hauttyp individuell angepasst werden. Je heller der Hauttyp, desto höher sollte also die Schutzwirkung der Sonnencreme sein.

Sonnenschutzmittel werden nach ihren Lichtschutzfaktoren in Schutzstufen von der Europäischen Klassifikation im Folgenden unterteilt:

  • leichter Schutz (low protection): Lichtschutzfaktor (LSF) 6 bis 10
  • mittlerer Schutz (medium protection): Lichtschutzfaktor (LSF) 15 bis 25
  • hoher Schutz (high protection): Lichtschutzfaktor (LSF) 30 bis 50
  • sehr hoher Schutz (very high protection): Lichtschutzfaktor mehr als 50

Für Kinder sollte ein Strahlenschutz von mindestens 30 gewählt werden, für Erwachsene mindestens 20, so die Empfehlung des Bundesamts für Strahlenschutz. LSF ist die deutsche Abkürzung für Lichtschutzfaktor, die englische Fassung lautet SPF „sun protection factor“ und ist mit LSF identisch. Der Lichtschutzfaktor bezieht sich auf den UV-B-Lichtschutz, der ausdrückt, wie lange man mit dem gewählten Lichtschutzfaktor sich einem Sonnenbad aussetzen kann bis man von der UV-B-Strahlung, die für die langfristige Bräunung der Oberhaut und für schädlichen Sonnenbrand verantwortlich ist und zudem auch Hautkrebs verursachen kann, verbrennt: Mit einem Lichtschutzfaktor 20 kann ein Mensch mit einer Eigenschutzzeit von 20 Minuten 20 mal länger in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen (LSF 20 x 20 = 400 Minuten, LSF 30 x 20 = 600 Minuten etc.).

Qualität hat seinen Preis?

Gut muss nicht gleich kostspielig sein: Denn im Stiftung Warentest Sonnen-Produkte wurde in einer Testreihe die teuerste Creme als mangelhaft deklariert. Sonnencremes von Aldi und Rossmann machten als Sieger das Rennen.

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Sommer. Sonne. Sonnenschein. Gerne! Aber nicht das Eincremen vergessen! Ihre Haut und Ihre Gesundheit werden Ihnen danken!

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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