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Bärlauch: Lecker und gut für die Gesundheit

Kommentar schreiben Donnerstag, 11. Mai 2017

Die Blätter des Bärlauchs riechen intensiv nach Knoblauch und haben einen scharfen Geschmack. Sie strotzen nur so vor Vitalstoffen und sind ideal für eine Entgiftungskur. Dazu können sie in Salate, Suppen und Saucen gegeben werden. Besonders lecker ist das Pesto des wilden Knoblauchs. Wie die Knollen seines Verwandten wirkt er gegen Arteriosklerose, Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinspiegel. Als natürliches Antibiotikum wird er gegen Infektionen eingesetzt. Bärlauch versorgt mit einer Vielzahl an Mineralstoffen und Vitaminen. Aber Vorsicht, wenn Sie das Wunderkraut selbst sammeln wollen! Es kann leicht mit seinen giftigen Doppelgängern Maiglöckchen und der Herbstzeitlose verwechselt werden. Erfahren Sie hier, was genau im wilden Knoblauch drin steckt, gegen welche Erkrankungen er wirkt, wie Sie ihn zubereiten können und worauf Sie achten müssen, wenn Sie ihn selbst sammeln.

Was für eine Pflanze ist Bärlauch?

Der mehrjährige Bärlauch gehört zur Familie der Amaryllisgewächse. In der Zeit von März bis Juni wächst aus der zwiebelförmigen Wurzel ein gerader, aufrechter Stängel mit einer Höhe von 20-50 cm. Die grundständigen Blätter sind lanzettförmig und spitz zulaufend. Die am Ende der Stängel in Dolden angeordneten Blüten sind sternenförmig und haben 6 weiße Blütenblätter. Bärlauch gehört zu den ältesten Heil- und Nutzpflanzen Europas. In Deutschland ist er im Süden in feuchten, schattigen und humusreichen Laub- und Auenwäldern, unter Sträuchern und an Bächen zu finden. In Norddeutschland ist er selten und deshalb zum Teil geschützt.

Was unterscheidet Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen?

Die beiden giftigen Doppelgänger riechen beim Zerreiben der Blätter nicht. Hat man aber schon Knoblauchgeruch an den Fingern, riecht man den Unterschied nicht mehr. Die Blätter vom Bärlauch haben eine matte Blattunterseite im Gegensatz zur glänzenden Unterseite von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen. Bärlauch hat nur ein Blatt pro Stiel, das Maiglöckchen mindestens 2 Blätter pro Stiel und die Herbstzeitlose hat keinen Stiel. Blätter der Herbstzeitlose sind bitter und verursachen nach einer Stunde Brennen und Kratzen im Mund. Es muss sofort die Giftnotrufzentrale angerufen werden. Schon 10 Blätter sind tödlich und es gibt im Gegensatz zum Maiglöckchen kein Gegengift. Da empfiehlt sich für den Botanik-Laien doch eher der Gang zum Markt oder Gemüseladen.

Welche Wirkstoffe enthält Bärlauch?

Der wilde Knoblauch enthält ätherische Öle mit Schwefelverbindungen. Das wichtigste ist das vom Knoblauch her bekannte Alliin. Werden die Zellen beim Zerkleinern der Blätter zerstört, entsteht daraus Allicin, das den typischen Geruch ausmacht. In 100 g Bärlauch-Trockenmasse befinden sich bis zu 7,5 mg Schwefel, beim Knoblauch nur 1,7 g! Die wichtigsten Mineralstoffe und Spurenelemente sind Eisen, Kalium, Mangan, Magnesium, Calcium, Phosphor und Selen. Neben Vitamin A, B1 und B6 ist vor allem der Gehalt an Vitamin C beachtlich. 100 g Bärlauch enthalten das Anderthalbfache des Tagesbedarfs an diesem wichtigen Antioxidans. Weitere Inhaltsstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide), Chlorophyll, Lektine und antioxidatives Adenosin.

Die Wirkung von Bärlauch auf die Gesundheit

Die schwefelhaltigen Substanzen, allen voran Allicin, haben eine antimikrobielle, keimtötende Wirkung. Sie bekämpfen Bakterien, Viren, Pilze und Würmer. Sie aktivieren Enzyme, die zur Entgiftung beitragen. Die Blut- und Lymphzirkulation wird erhöht, so dass Stoffwechselabbauprodukte und Toxine besser abtransportiert und die Zellen optimaler mit Nährstoffen versorgt werden können. Doch Allicin wirkt nicht nur als natürliches Antibiotikum und Entgiftungsmittel. Es senkt erhöhte Cholesterinwerte und die Blutgerinnung. Als Blutverdünner und Antioxidans reduziert Bärlauch das Risiko für Arteriosklerose. Seine Wirkstoffe verhindern, dass sich Cholesterin an den Gefäßen anlagert und Plaque entsteht. Die Fließgeschwindigkeit des Bluts wird erhöht, die Gefäße in der Körperperipherie erweitern sich: Die beste Prophylaxe gegen Herzinfarkt und Schlaganfall. Voraussetzung ist die Anwendung über einen längeren Zeitraum. Vitamin C, Schwefel, Chlorophyll und die sekundären Pflanzenstoffe verstärken die antioxidative Wirkung und den entzündungshemmenden, entgiftenden, ausleitenden Effekt.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete von Bärlauch

Er hält die Gefäße sauber, verdünnt das Blut und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Arteriosklerose, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte sind klassische Indikationen. Seine entgiftende Wirkung vertreibt nicht nur Schwermetalle und andere Toxine aus dem Körper, sondern auch die Frühjahrsmüdigkeit. Der Stoffwechsel wird angekurbelt, ideal für eine Reinigungskur und bei rheumatischen Erkrankungen. Gelenkerkrankungen profitieren von dem entzündungshemmenden und abschwellenden Effekt. Eine Darmsanierung, z.B. nach einer Antibiotika-Behandlung, bei Candida albicans oder zur allgemeinen Verbesserung der Immunlage kann mit Bärlauch begleitet werden: Nur die „schlechten“ Darmbakterien sowie Pilze und Würmer werden bekämpft. Die Bakterien, die eine gesunde Darmflora fördern, können sich wieder vermehren und ausbreiten. Der wilde Knoblauch regt den Appetit, den Gallenfluss und die Verdauung an. Bärlauch unterstützt auch die Behandlung chronischer, stoffwechselbedingter Hautkrankheiten.

Welche Teile werden verwendet?

Nur die Blätter. Wenn Sie selbst Bärlauch sammeln oder kultivieren: Reißen Sie Pflanze nicht heraus. Schneiden Sie die Blätter etwas über dem Boden ab. So kann die Pflanze im nächsten Jahr wieder neu sprießen.

Die Anwendung von Bärlauch in der Küche

Bärlauch kann genauso als Gewürz genutzt werden wie Knoblauch. Am gesündesten sind frische Blättern, z.B. klein geschnitten in Blatt-, Nudel- oder Gemüsesalat, in Quark, Kräuterbutter oder auf den Brotaufstrich. Um die Inhaltsstoffe zu schonen, geben Sie ihn erst zum Schluss in Suppen und Saucen. Bärlauch kann auch wie Spinat als Gemüse angerichtet werden.

Lecker und Gesund - Rezeptvorschlag Bärlauchpesto

Zutaten: 150 g frischen Bärlauch, gewaschen, getrocknet, geschnitten; 40 g fein geriebener Parmesankäse, 75 g Pinienkerne, 150 ml Olivenöl, Salz und Pfeffer. Zubereitung: Die Pinienkerne mit schwacher Hitze ohne Fett vorsichtig anrösten, bis sie etwas Farbe haben. Mit Pürierstab oder Nussmühle zerkleinern. In ein hohes Gefäß geben, die anderen Zutaten hinzugeben und mit dem Pürierstab zu einer Pesto-Masse verarbeiten. In kleine Gläser mit Drehverschluss abfüllen und in den Kühlschrank. Die Haltbarkeit von 2 Monaten können Sie verlängern, wenn Sie auf das Pesto in jedem Glas ca. ½ cm Olivenöl geben, damit die Masse vollständig abgedeckt ist. Guten Appetit!

Auch nach dem Frühling von den Heilkräften des Bärlauchs profitieren

Außer als Pesto können Sie Bärlauch durch Einfrieren oder als Tinktur konservieren: Eine Handvoll gewaschenen, geschnittenen Bärlauch in ein Glas mit Schraubverschluss geben, mit Doppelkorn auffüllen, bis er vollständig bedeckt ist. Nach 3 Wochen filtern und in eine dunkle Flasche füllen. Bei Bedarf nehmen Sie 3-mal täglich 15 Tropfen vor dem Essen ein. Bärlauch ist auch als Saft oder als Tabletten erhältlich.

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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