Ohrenschmalz: So entfernen Sie ihn richtig Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ohrenschmalz richtig entfernen | apomio-Gesundheitsblog © vladimirfloyd – Fotolia.com

Auch wenn Ohrenschmalz für viele Menschen eine lästige Angelegenheit darstellt, ist Ohrenschmalz ein wichtiges Selbstreinigungssystem unseres Körpers und übt gleichzeitig eine Schutzfunktion aus. Wenn man Ohrenschmalz entfernen möchte, stehen viele Methoden zur Auswahl – Wattestäbchen sind hierbei übrigens die schlechteste Wahl. Wie säubert man die Ohren richtig? Was hilft, wenn sich Ohrenschmalz ansammelt? Ist eine Beeinträchtigung des Hörvermögens zu befürchten? Mehr dazu im folgenden Beitrag.

Was ist Ohrenschmalz?

Bei Ohrenschmalz, im medizinischen Sprachgebrauch als Cerumen bezeichnet, handelt es sich um eine Absonderung von Ohrenschmalzdrüsen, den Glandulae ceruminosae, welche sich im äußeren Gehörgang befinden und eine modifizierte Schweißdrüse darstellen. Die Funktion von Ohrenschmalz besteht darin, dass verschiedene Teile des Ohrs befeuchtet bleiben und ein Schutz gegenüber äußeren Umwelteinflüssen vorliegt: Staub, Schmutz, abgestorbene Hautzellen sowie andere Fremdstoffe werden vom Ohrenschmalz gebunden und können dadurch nicht in das Innere gelangen. Zudem ist ein wichtiger Inhaltsstoff von Ohrenschmalz das „Lysozym“, ein antibakterielles Enzym des Immunsystems. Dadurch wird verhindert, dass Bakterien in den Gehörgang gelangen.

Weitere Inhaltsstoffe sind:

  • Cholesterin
  • Cholesterinester
  • freie Fettsäuren
  • Hydroxycarbonsäuren
  • Triglyceride
  • Carbonsäureester
  • Squalen
  • Kohlenwasserstoffe

Die Gene spielen bei der Produktion von Ohrenschmalz eine wesentliche Rolle und können für die trockene und feuchte Form von Ohrenschmalz verantwortlich sein: Feuchter Ohrenschmalz hat eine gelblich bis dunkelbraune Farbe und ist ölig-klebrig, da es einen großen Anteil ungesättigter Fettsäuren enthält. Bei feuchtem Ohrenschmalz handelt es sich um die dominantere Form. Trockener Ohrenschmalz kommt selten vor – der Anteil der trockenen Form liegt in Europa bei 3% – und enthält einen hohen Anteil von gesättigten Fettsäuren, wodurch der Ohrenschmalz weißlich gefärbt ist.

Warum Ohrenschmalz entfernen?

Warum sollte man Ohrenschmalz entfernen, wenn es doch nützlich ist und eine Schutzfunktion ausübt? Die Antwort: Man sollte es nicht! Wenn man bei der Ohrenreinigung sogar übertreibt, können die Folgen Ohrenschmerzen sein, weil dem Körper das nötige Ohrenschmalz fehlt. Wenn Ohrenschmalz in einem gesunden Maße gebildet wird, ist zu empfehlen, lediglich die äußere Ohrmuschel zu reinigen bzw. das Cerumen das vor dem äußeren Gehörgang sichtbar wird. Auf diese Weise kann die natürliche Schutzfunktion erhalten bleiben.

Menschen, welche zu einer Überproduktion von Ohrenschmalz neigen, sind gefährdet, dass sich Ohrenschmalz im Gehörgang ansammelt und sich zu einem sogenannten Ohrenschmalzpropf bildet – der Gehörgang wird in diesem Fall verschlossen und kann zu einer temporären Hörminderung bis Schwerhörigkeit führen. Aber nicht nur Menschnen, die unter einer Cerumen-Überproduktion neigen, sind gefährdet, sondern auch diejenigen, die für die Ohrenreinigung Wattestäbchen benutzen und unbeabsichtigt den Ohrenschmalz immer weiter in den Gehörgang schieben, bis dieser vollständig verschlossen ist.

Methoden zur Ohrenschmalz-Entfernung

Zu den häufigsten Methoden, Ohrenschmalz zu entfernen, gehören unter anderem:

Ohrenspülung

Eine klassische Methode, Ohrenschmalz schmerzfrei zu entfernen, ist die Ohrenspülung, die auch beim HNO-Arzt durchgeführt wird: Mit Hilfe von Wasser wird das Ohrenschmalz aus dem Ohr hinausgespült. Eine sehr sichere und sehr effektive Methode, die auch zu Hause mühelos durchgeführt werden kann.

Ohrentropfen

Die Verwendung von Ohrentropfen bewirkt, dass Ohrenschmalz weicher wird und sich leichter lösen lässt – eine unterstützende Methode zur Ohrenschmalzentfernung, die in Kombination mit dem Ohrenreiniger genutzt werden kann. In einer Mehrzahl von Studien sind selten bis nie Nebenwirkungen bei der Verwendung von Ohrentropfen aufgetreten. Zu den seltenen Nebenwirkungen gehörten Juckreiz, Hautreizungen, Schwindel sowie Entzündungen des Gehörgangs.

Ohrenreiniger

Mit speziellen Ohrenreinigern, die aus Edelstahl bestehen und zu einer Kürette geformt sind, lässt sich aufgeweichtes Ohrenschmalz entfernen. Man sollte hierbei allerdings vorsichtig vorgehen, da Verletzungsgefahr besteht.

Ohrenspray

Ohrenspray stellt die Alternative zu Ohrentropfen dar, mit dem Unterschied, dass Ohrenspray Meerwasser beinhaltet und dadurch die Haut im Gehörgang weniger stark angegriffen werden kann. Ohrenspray kann täglich verwendet werden und ist ein nützliches Hilfsmittel, um Ohrenschmalz aufzuweichen und die Entfernung zu erleichtern. Im Anschluss daran kann man eine Ohrenspülung durchführen oder mit dem Ohrenreiniger Ohrenschmalz entfernen.

Professionelle Ohrenreinigung

Wenn die Ohren schmerzen, man das Gefühl hat, ein eingeschränktes Hörvermögen zu empfinden, nichts mehr hilft und man sich selbst nicht mehr an die Ohrreinigung heran traut, dann sollte man sich nicht scheuen, einen HNO-Arzt aufzusuchen: Eine professionelle Ohrenreinigung bietet die beste Alternative – besser als an sich selbst herumzudoktern und mit kritischen Hausmitteln selbst zu therapieren. Mit Spezialinstrumentarium kann Ohrenschmalz abgesaugt und der äußere Gehörgang gereinigt werden.

Autor: Judith Schega

Judith Schega ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Schega schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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