Mythen und Fakten über das optimale Trinkverhalten Mittwoch, 14. Juni 2017

Das optimale Trinkverhalten | apomio Gesundheitsblog © ivanko80 – Fotolia.com

Die Aufnahme von Flüssigkeit ist lebensnotwendig. Sie gehört genauso zu einer gesunden Ernährung wie die Energie- und Nährstoffaufnahme. Wieviel Wasser braucht der Körper? Wieviel Wasser sollten wir wirklich trinken? Und kann zu viel Wasser trinken tatsächlich krank machen? Wissenswertes im folgenden Beitrag.

Fakten: Wasserhaushalt und Flüssigkeitsbedarf

Die Aufnahme von Flüssigkeit ist lebensnotwendig. Sie gehört genauso zu einer gesunden Ernährung wie die Energie- und Nährstoffaufnahme. Insbesondere das Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Körpers, welcher je nach Lebensalter und Körpergewicht, zu 50 bis 70 Prozent besteht. Im Stoffwechsel wirkt Wasser als Lösungs- und Transportmittel. Es umgibt die Zellen der Organe und Gewebe als Verbindungselement für den Stoffwechsel sowie für den Antransport lebenswichtiger Nährstoffe und den Abtransport von Abbauprodukten. Wasser gelangt über die aufgenommene Flüssigkeitszufuhr sowie über die Nahrung in unseren Körper. Die aufgenommene Flüssigkeit setzt sich etwa je zur Hälfte aus Getränken und aus Wasser, das an feste Nahrungsmittel gebunden ist, zusammen. Abgegeben wird das Wasser zu rund 50 Prozent über die Nieren, in Form von Urin, über 20 Prozent über die Atemwege, etwa 20 Prozent über die Haut in Form von Schweiß und vier Prozent über den Darm, in Form von Kot. Aus diesem Grund ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und ein gesundes Trinkverhalten vorzuweisen.

Folgen von geringer Flüssigkeitsaufnahme

Zu wenig Flüssigkeit kann zu körperlichen und geistigen Beschwerden führen. Einen Wassermangel im Körper bezeichnet man als Dehydration, welcher in Folge von:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Einnahme von Diuretika
  • starkem Schwitzen
  • verminderter Flüssigkeitszufuhr

zustande kommen kann.

Betroffene klagen über Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Kreislaufprobleme, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Verstopfung.

Mythos 1: Je mehr Wasser, desto besser

Man kann nie genug Wasser trinken? Falsch. Auch übertriebenes Wassertrinken – auch wenn dieses Verhalten seltener bekannt ist – kann ungesund sein: bei 7 bis 10 Liter Wassereinnahme kann es zu einer Verdünnung des Blutes kommen – wichtige Mineralstoffe stehen nicht mehr in der richtigen Konzentration zur Verfügung. Die Verdünnung kommt zustande, da die Aufnahme schneller als die Ausscheidung erfolgt. Ein Ungleichgewicht liegt vor, was auch als Wasservergiftung bezeichnet wird. Die Folgen können sein:

  • Desorientierung
  • Einschränkung der Nierenfunktion
  • Herzrhythmusstörungen
  • Wasser sammelt sich im Hirngewebe an, wodurch Druck entsteht und Kopfschmerzen eintreten
  • Lungenödem

Mythos 2: Alles auf einmal trinken hilft

Die empfohlene Menge an Wasser morgens nach dem Aufwachen trinken, weil man ansonsten über den Tag verteilt wahrscheinlich wohl aus Zeitgründen, beispielsweise aufgrund eines stressigen Arbeitstages, eher nicht dazu kommt und schon muss man sich keine Gedanken mehr machen, nicht genügend getrunken zu haben? Sprich: lieber auf Vorrat trinken als zu wenig trinken?! Eine schöne Vorstellung. Doch leider ist dem nicht so. Da der Körper nämlich nur kleine Mengen Flüssigkeit „verarbeiten“ kann, wird der Rest Wasser einfach wieder ausgeschieden.

Wieviel Wasser braucht unser Körper wirklich?

Wieviel Wasser wir pro Tag trinken müssen, ist zum Einen individuell verschieden und hängt darüber hinaus von vielen Faktoren ab: Der Flüssigkeitsbedarf hängt vom Alter, von verschiedenen Stoffwechselbedingungen sowie von Umweltfaktoren wie der Luftfeuchtigkeit, der Lufttemperatur und der körperlichen Belastung in der Arbeits- und Freizeit ab. Die Trinkmenge schwankt individuell in einem weiten Bereich und kann über kurze Zeiträume sowohl über als auch unter dem physiologischen Flüssigkeitsbedarf liegen. Auch der Anteil der festen Nahrungsmittel und Getränke an der Deckung des Flüssigkeitsbedarfs kann in Abhängigkeit von

  • Alter
  • Umgebungstemperatur
  • körperlicher Tätigkeit
  • verschieden stark gewürzten Speisen
  • ballaststoffreicher Nahrung

in weiten Grenzen schwanken. Ein Bespiel: Es versteht sich von selbst, dass der Flüssigkeitsbedarf bei sportlicher Aktivität erhöht ist und man mehr Flüssigkeit  als gewöhnlich aufnehmen sollte, weil der Köper auch mehr Wasser in Form von Schweiß ausscheidet als gewöhnlich. Durch die erhöhte Flüssigkeitszufuhr wird also die erhöhte Flüssigkeitsausscheidung ausgeglichen.

1,2 oder 3 Liter Wasser?

Da in Nahrungsmitteln auch Flüssigkeit enthalten ist, nämlich insgesamt ungefähr 1 Liter, wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine Trinkmenge von mindestens 1,5 Liter pro Tag empfohlen. Dies sollte das Minimum sein, denn bei starker Sommerhitze oder körperlicher Anstrengung ist mehr Flüssigkeit erforderlich. Das Trinken sollte nicht so lange eingedämmt werden, bis das Durstgefühl einsetzt, da man in diesem Fall schon von einem „Alarmzeichen“ des Körpers sprechen kann und dem Organismus bereits Flüssigkeit fehlt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich „über den Durst zu trinken“, denn wenn sich Durst einstellt, besteht schon ein Flüssigkeitsmangel. Der beste Durstlöscher ist Wasser – frei von Kalorien wird unser Körper, ob als Leistungswasser oder aus der Flasche, mit Flüssigkeit versorgt. Wem auf Dauer Wasser dennoch zu langweilig wird, der könne auch durch zuckerfreie Tees oder stark verdünnten Saftschorlen für Abwechslung sorgen. Bei Alkohol handelt es sich allerdings um kein Getränk, welches den Flüssigkeitsbedarf decken kann. Denn das Gegenteil ist bei Alkohol der Fall: Alkohol wirkt harntreibend. Aus diesem Grund wird beispielsweise zu einem Glas Wein auch ein Glas Wasser empfohlen.

Fazit: Abhängig von der aktuellen Lebenssituation ist der Flüssigkeitsbedarf variabel. Man sollte keine starren Regeln befolgen oder ständig an der Wasserflasche „nuckeln“. Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt und halten Sie Ihre Balance, indem Sie Ihren eigenen individuellen Mittelweg zwischen zu wenig und zu viel viel finden.

Autor: Judith Schega

Judith Schega ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Schega schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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