ISG-Blockade – Was steckt dahinter? Montag, 09. Oktober 2017

blackday – Fotolia.com © ISG-Blockade – Was steckt dahinter?

Eine Blockierung des Iliosakralgelenks verursacht oberhalb des Gesäßes unangenehme Schmerzen im Rücken und Bewegungseinschränkungen – sieben von zehn Menschen erleiden mindestens einmal in ihrem Leben eine sogenannte ISG-Blockade. Wie kommt es zu einer ISG-Blockade? Welche prophylaktischen Maßnahmen können getroffen werden? Und wie lässt sich eine ISG-Blockade lösen? Mehr dazu im folgenden Beitrag.

Die Aufgabe des Iliosakralgelenks

Die Iliosakralgelenke, welche von vielen Bändern und Muskeln umgeben sind, stellen die Verbindung zwischen Becken und Wirbelsäule her und bilden die Schnittstelle der Kraftübertragung zwischen Unter- und Oberkörper – eine Blockade hat folglich unmittelbar Auswirkung auf die Beweglichkeit von Rücken und Beine, sodass ISG-Beschwerden in Erscheinung treten. Die Iliosakralgelenke sind aufgrund von Muskeln und Bändern in ihrer Beweglichkeit starrt und eingeschränkt, lediglich ein Vor- und Zurückneigen, eine sogenannte Notation, ist möglich. Muskelverspannungen sind typisch, die somit in eine ISG-Blockade führen. Schmerzen entstehen, die sich verschlimmern, da eine Schonhaltung eingenommen wird, wodurch sich die Verspannungen zunehmend verhärten und die Schmerzen verstärken und weitere Fehlhaltungen begünstigt werden. Die Blockade kann altersunabhängig auftreten, nämlich anfallsartig beim Beugen oder Drehen des Rumpfes; Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Auch langes Sitzen und körperliche Belastung tragen zu einer ISG-Blockade bei. Ausstrahlendes Schmerzen, häufig bis in den Rücken und in die Knie treten ein.

Wie kommt es zu einer ISG-Blockade?

Auf die Frage, wie es zu einer ISG-Blockade kommt, hatte bereits Hippokrates eine Antwort darauf: „Was genutzt wird, entwickelt sich, was ungenutzt bleibt, verkümmert! – Unser moderne und bewegungsarme Lebensstil ist dafür verantwortlich, dass unser Stoffwechsel einschläft und Muskeln und Bänder nicht so in Anspruch genommen werden, wie sie es sollten und sich die Faszien verkleben.

Zu den häufigsten Ursachen für muskulär-fasziale Verspannungen, sind unter anderem:

  • Dysbalancen, beispielsweise bei einer Beinlängendifferenz
  • Fehl- oder Überlastungen, wie beispielsweise Übergewicht, schweres Heben, falsche Sitzhaltung
  • Schwangerschaft: die Hormonumstellung und die zunehmen größere Bauchumfang üben auf das Becken Druck aus, es kommt zur Lockerung des Bänderapparates, die ein ISG-Syndrom verursachen können

Seltener sind folgende Ursachen möglich:

  • Knochenbrüche / Sturz auf das Gesäß
  • Geschwülste
  • Infektionen
  • Nervenschädigungen
  • Hüfterkrankungen
  • Morbus Bechterew

Symptome und Diagnostik bei einer ISG-Blockade

Charakteristisch für eine Blockade am ISG sind:

  • „tief sitzender“ Rückenschmerz
  • einseitiger Schmwerz
  • ausstrahlender Schmerz

Der Schmerzursprung ist meist über dem Gesäß lokalisiert oder vom seitlichen Becken sowie der Leistengegend ausgehend und kann bis in die Oberschenkelrückseite sowie bis ins Knie ausstrahlen.

In einem ausführlichen Anamnesegespräch, in welchem festgehalten wird, welche Beschwerden bestehen, wo diese auftreten und ob der Schmerz ausstrahlt, kann in einer körperlichen Untersuchung, in der klinische, orthopädische Tests durchgeführt werden, Aufschluss liefern, ob eine ISG-Blockade vorliegt.

Folgende Untersuchungen zählen hierzu:

  • Test auf Druckschmerz
  • Provokationstest: bestimmte Bewegungen, wie Rotationsbewegungen der Beine und Hüfte können Schmerzen im ISG hervorrufen
  • „Mennel“-Zeichen: Während das zu untersuchende Bein in Rückenlage überstreckt wird, wird gleichzeitig das andere Bein angewinkelt
  • 3-Phasen-Test: Diese Untersuchung findet in Bauchlage statt.  Ein gestrecktes Bein wird nach oben gezogen, das andere Bein bleibt liegen. Gleichzeitig fixiert der behandelnde Arzt mit den Händen, Unterarmen den Bewegungsapparat an drei verschiedenen Stellen: Becken, Kreuzbein, Lendenwirbelsäule

Therapie

Neben der medikamentösen Behandlung mittels entzündungshemmender Schmerzmittel sowie der Wärmebehandlung, kommt die Physiotherapie (Manualtherapie, Osteopathie) zum Einsatz – mit bestimmten Griffen wird eine Krafteinwirkung auf das Gelenk ausgeübt und die Blockade im ISG-Gelenk behoben. Auch werden in der Physiotherapie Techniken erlernt, um einer ISG-Blockade entgegen wirken zu können und das Gelenk in die richtige Position zu bringen. In nur seltenen Fällen, wenn Beschwerden lange bestehen und die konservative Therapie – Schmerztherapie und Physiotherapie – ohne Erfolg sind, wird eine Operation in Erwägung gezogen.

Wie lässt sich eine ISG-Blockade vorbeugen?

Eine ISG-Blockade und andere Rückenschmerzen kann man zukünftig gezielt vorbeugen, wenn folgende Empfehlungen von Gesundheitsexperten wahrgenommen werden:

  • regelmäßiges Training der Rumpfmuskulatur
  • weniger sitzen
  • mehr Bewegung in den Alltag integrieren
  • regelmäßige Dehnübungen ausführen, insbesondere an Körperregionen, wo muskulär-fasziale Verspannungen häufig auftreten können
Autor: Judith Schega

Judith Schega ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Schega schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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