Diabetes mellitus: Warnzeichen erkennen Donnerstag, 15. März 2018

Diabetes mellitus erkennen | apomio Gesundheitsblog © adragan – Fotolia.com

In der heutigen Wohlstandsgesellschaft erkranken immer mehr Menschen an Diabetes mellitus. Es ist eine weit verbreitete Stoffwechselerkrankung und kommt vor allem in Industrieländern vor. In den meisten Fällen wird der Körper durch zu viel ungesundes Essen, Bewegungsmangel und Übergewicht resistent gegen das Blutzuckerregelnde Insulin – Krankheiten und andere Beschwerden folgen.

Weltweit leben zurzeit etwa 415 Millionen Diabetiker. Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankungen, die eine verminderte Insulinbildung oder –wirkung nach sich zieht. Diabetes ist nicht heilbar und beeinträchtigt unbehandelt die Lebensqualität und –dauer der Betroffenen stark. Doch wird die Erkrankung diagnostiziert, kann dies eine Umstellung des Lebenswandels eine enorme Verbesserung der Beschwerden bringen.

Verschiedene Formen von Diabetes

Beim Diabetes mellitus unterscheiden Mediziner zwei verschiedene Formen. Typ 1 und Typ 2.

Die Ursache für Diabetes Typ 1 ist die Zerstörung der insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch einen Autoimmunprozess. Das bedeutet, das Immunsystem des Körpers richtet sich fälschlicherweise gegen die eigenen Körperzellen der Bauchspeicheldrüse. Da hier normalerweise das Insulin gebildet wird, kommt es nach und nach zu einem Mangel des Hormons. Die Folge: die Regulation des Blutzuckerspiegels ist nachhaltig gestört. Der Organismus ist nicht mehr in der Lage den über die Nahrung aufgenommenen Zucker aus dem Blut in die Zellen aufzunehmen. Der Blutzuckerspiegel bleibt konstant hoch. Diabetes vom Typ 1 tritt meist erstmals im Kindes- oder Jugendalter auf. Die noch funktionsfähigen Zellen der Bauchspeicheldrüse kompensieren über einen längeren Zeitraum den Insulin-Mangel. So treten erste Symptome erst sehr spät auf.

Beim Diabetes Typ 2 kommen viele Faktoren, wie Übergewicht, Bewegungsmangel und genetische Veranlagung zusammen und verursachen eine Insulinresistenz. Ein ungesunder Lebensstil in Kombination mit genetischer Veranlagung ist die Ursache für Diabetes mellitus Typ 2. Durch die stetig erhöhte Nahrungszufuhr steigt die Menge an ausgeschüttetem Insulin. Diese wiederum führt zu einer mangelnden Insulinwirkung. Insulin ist dafür verantwortlich, dass die Glukose aus der Nahrung in die Zellen gelangt, wo sie umgesetzt oder gespeichert wird. Durch eine Insulinresistenz kann die Glukose die Blutlaufbahn nicht verlassen – der Blutzuckerspiegel ist permanent erhöht. Das bedeutet, der Körper schüttet zwar nach der Nahrungszufuhr wie gewohnt Insulin aus, die Zellen können aber nicht mehr auf den Wirkstoff reagieren. Etwa 90 Prozent der Diabetiker leiden unter Typ 2.

Diese Form der Erkrankung wird auch Altersdiabetes genannt, da vor allem Männer und Frauen im mittleren Alter erste Symptome zeigen. Diabetes vom Typ 2 entwickelt sich schleichend. Häufig fallen die erhöhten Blutzuckerwerte im Rahmen einer Kontrolluntersuchung beim Arzt auf. Dass sie an einem Diabetes leiden, ist vielen Betroffenen nicht bewusst.

Diabetes erkennen

Bei einer Diabetes Erkrankung kommt es zunächst zu eher leichten und unspezifischen Symptomen. Dazu gehören

  • Gesteigerter Durst
  • Häufiger Harndrang
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Abnahme des Körpergewichts
  • Abnahme der Muskelmasse

Durch den erhöhten Glukosegehalt im Blut müssen Diabetiker häufiger Wasser lassen. Die Glukose entzieht den Zellen Flüssigkeit. Daher kann auch gesteigerter Durst ein Anzeichen für eine Diabetes-Erkrankung sein. Außerdem verlieren Diabetiker häufig an Gewicht und sind müde und antriebslos. Auch die Muskelmasse kann sich durch eine unbehandelte Diabetes-Erkrankung verringern.

Wenn diese Symptome auftreten, sollte umgehend ein Arzt zur Diagnosestellung aufgesucht werden. Denn wird Diabetes nicht erkannt und behandelt, kann es zu bleibenden körperlichen Schäden kommen. Beim Diabetes kann es ohne entsprechende Maßnahmen durch Flüssigkeits- und Gewichtsverlust und einer Veränderung des Säure-Basen-Haushaltes zu einem diabetischen Anfall kommen. Eine Unter- oder Überzuckerung kann in ein diabetisches Koma führen und lebensbedrohlich verlaufen, so das Deutsche-Diabetes-Zentrum (DDZ).

Diabetes Typ 2 wird häufig erst nach Jahren entdeckt, da die Symptome nicht akut und unspezifisch sind. So können Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Augen- und Nierenschäden, Nervenschäden und Durchblutungsstörungen auftreten. Der Patient kann erblinden, die Nieren können versagen und durch Durchblutungsstörungen kann das typische diabetische Fußsyndrom entstehen – Amputationen können folgen.

Behandlung von Diabetes: Insulin und Glukagon regulieren den Blutzuckerspiegel

Besteht der Verdacht einer Zuckerkrankheit, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Über einen Blut- oder einen Urintest kann er den Blutzuckerwert bestimmen. Der Blutzuckerspiegel eines gesunden Erwachsenen liegt in der Regel nüchtern unter 100 mg/dl (bzw. 5,6 mmol/l) im Blutplasma. Nach einer Mahlzeit steigt der Wert an, überschreitet die 140 mg/dl (bzw. 7,8 mmol/l) allerdings nicht. Liegt der Wert bei nüchternem Magen bei 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder höher, ist das ein Anzeichen für Diabetes mellitus. Auch ein gelegentlicher Anstieg des Wertes auf über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) ist ein Symptom für die Erkrankung.

Um den Blutzuckerspiegel in den Griff zu bekommen kann der behandelnde Arzt Insulin und Glukagon verschreiben. Die beiden Wirkstoffe agieren als Gegenspieler: Insulin reguliert die Aufnahme der Glukose in die Körperzellen – der Blutzuckerspiegel sinkt, Glukagon baut Glukose in der Leber ab und gibt diese in das Blut ab – der Blutzuckerspiegel steigt an. Je nach Ausprägung der Stoffwechselerkrankung wird der Arzt das Insulin dosieren. Für den Fall eines diabetischen Anfalls sollte jeder Diabetiker den richtigen Umgang mit Glukagon kennen.

Den Lebensstil ändern, Diabetes verhindern

Übergewicht und Bewegungsmangel sind die beiden größten Risikofaktoren für Diabetes Typ 2. Durch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Sporteinheiten kann jeder viel für seine Gesundheit machen und das Risiko für Diabetes mellitus reduzieren. Auch wenn die Erkrankung bereits besteht, hilft eine Veränderung des Lebensstils dabei die Prognose zu verbessern. Wer sein Körpergewicht normalisiert und sich ausgewogen mit mehreren kleinen Mahlzeiten am Tag ernährt, kann auf lange Sicht die benötigte Medikamentendosis reduzieren.

Durch fünf bis sechs kleine Mahlzeiten am Tag steigt er Blutzuckerspiegel nicht so rapide an und es wird weniger Insulin benötigt. Wer zudem auf langkettige Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten setzt, belastet seinen Blutzuckerspiegel weniger.

Mindestens 30 Minuten leichte Bewegung pro Tag sorgen nicht nur für einen Verlust des Körpergewichts, sondern wirken sich zudem positiv auf das Herz-/Kreislaufsystem und die Regulation des Blutzuckerspiegels aus.

Stark Übergewichtige können sich beim behandelnden Arzt beraten lassen und gegebenenfalls eine Diät mit Abnehmshakes beginnen. Diese können dabei helfen, den Startschuss für eine gesunde Gewichtsabnahme zu setzen, sollten allerdings nicht langfristig eingehalten werden. Ein Kuraufenthalt kann ebenfalls dabei helfen Adipositas in den Griff zu bekommen. Nähere Informationen für Diabetiker bieten die Krankenkassen.

Risiko anderer Krankheiten steigt

Diabetiker haben ein höheres Risiko an anderen Leiden zu erkranken als gesunde Menschen. So ist die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls bei Zuckerkranken höher als normal, schreibt das DDZ. Auch viele Sehstörungen gehen auf eine Diabetes-Erkrankung zurück. Durch die Veränderung der Gefäße kann es zu Komplikationen kommen. Kleine Wunden an den Füßen können durch die schlechte Durchblutung schnell zu schweren Verletzungen mit Wundheilungsstörungen führen. Eine Vielzahl der durchgeführten Amputationen geht auf eine Zuckerkrankheit zurück. Der diabetische Fuß ist eine schwerwiegende Folge von Diabetes mellitus.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.welt-diabetes-tag.de.

Diabetes Infografik

apomio.de

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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