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Wenn wir das Wetter fühlen

Kommentar schreiben Samstag, 27. Dezember 2014

„Ich habe heute schon wieder Kopfschmerzen.“ „Das liegt bestimmt am Wetter.“ Solche Gespräche kennen wir alle. Doch warum reagieren manche Menschen mit körperlichen Symptomen auf einen Wetterumschwung und andere nicht? Lesen Sie hier die Gründe für Wetterfühligkeit und was man dagegen unternehmen kann.

Von heiß zu kalt, von schwül zu Regen – das Wetter ändert sich mitunter innerhalb von wenigen Tagen von einem Extrem ins andere. Schnelle Temperaturschwankungen und schwankende Luftdruckverhältnisse machen dem Körper zu schaffen. Jeder zweite Deutsche reagiert auf den Wetterumschwung mit körperlichen Symptomen. Bei manchen ist die Wetterfühligkeit stärker ausgeprägt, bei anderen weniger.

Gestörte Thermoregulation

Zu den häufigen Symptomen zählen Kopfschmerzen, Gereiztheit, schmerzende Knochen, ziepende Narben oder Müdigkeit. Auch der Kreislauf kann mitunter bei starken Wetterumschwüngen verrückt spielen. „Wetterfühligkeit beruht zu einem großen Teil auf einem Trainingsmangel des ganzen Körpers“, so die Professorin für medizinische Klimatologie der Ludwig-Maximilians-Universität Angela Schuh in ihrem Buch „Biowetter“. Der Körper kann sich den unterschiedlichen Wetterlagen nicht schnell genug und nicht physiologisch richtig anpassen.

Wir halten uns immer weniger im Freien auf. Klimaanlagen, spezielle Kleidung und Heizungen nehmen unserem Körper die Temperaturregulation ab. So „verlernt“ der Körper die Anpassung an äußere Begebenheiten. Auch die Umstellung auf die Sommerzeit kann zu Wetterfühligkeit führen oder diese verstärken, so die Professorin. Warum manche Menschen so stark auf Wetterumschwünge reagieren und andere nicht ist unklar.

"Zieht ein Tief heran, ändern sich Puls und Blutdruck, das vegetative Nervensystem wird gereizt, der Hormonhaushalt kann plötzlich durcheinander geraten, und sogar das Immunsystem wird beeinflusst", erklärt Dr. Ursula Maschall, Ärztin bei der Barmer GEK, in einem Artikel von RP-online. Dabei unterscheidet man zwischen wetterfühligen und wetterempfindlichen Personen. Wetterfühlige Menschen reagieren auf Wetterumschwünge mit körperlichen Symptomen. Wetterempfindliche Menschen leiden bereits an einer chronischen Krankheit, durch den Wetterwechsel werden die Symptome verstärkt.

Mittel gegen Wetterfühligkeit

Wer regelmäßig an der frischen Luft unterwegs ist und sich nicht von Wind und Wetter abschrecken lässt, härtet nicht nur sein Immunsystem ab, sondern gibt dem Körper die Gelegenheit sich an die Umgebung anzupassen. Ausdauertraining im Freien kann sich positiv auf die Wetterfühligkeit auswirken. Der Bayerische Rundfunkt (BR) empfiehlt wetterfühligen Personen einen geregelten Tagesablauf und ausreichend Schlaf. Das könne die Symptome verhindern. Wechselduschen, Kneippsche Anwendungen und regelmäßige Saunagänge können die Thermoregulation des Körpers in Schwung bringen und so der Wetterfühligkeit entgegen wirken.

Einfache Hausmittel, wie Mellissentee oder Grüner Tee, sowie ein Bad mit Rosmarinöl kann die Kopfschmerzen bei einem Wetterumschwung lindern, so der BR.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet seit Juli 2007 im Internet aktuelle Vorhersagen für wetterfühlige Personen an. Sie können sich so einige Tage im voraus auf Wetterumschwünge und die daraus resultierenden Folgen einstellen. Diese Biowetter-Vorhersagen stellt der DWD in einer Deutschlandkarte einfach dar. "Der Einfluss des Wetters auf das körperliche und psychische Befinden vieler Menschen ist wissenschaftlich nachgewiesen", so Dr. Paul Becker. Der Leiter der Abteilung Medizin-Meteorologie des DWD erklärt in einer Pressemitteilung weiter: "Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht seine Biowetter-Vorhersagen immer auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Unsere Vorhersagen helfen vielen Wetterfühligen, sich rechtzeitig auf die Auswirkungen von Wetteränderungen einzustellen."

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Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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