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Welcher Yogatyp bist du?

Kommentar schreiben Donnerstag, 15. Oktober 2015

3,3 % der Deutschen praktizieren Yoga. 16 % können sich vorstellen, innerhalb der nächsten 12 Monate damit anzufangen. Yoga ist beliebt, um von Stress und Hektik herunterzukommen und den Körper straff und gelenkig zu halten. Doch welche Yoga-Form ist die Richtige? Was verbirgt sich hinter Begriffen wie Ashtanga- Iyengar- und Yin-Yoga? Braucht man einen Kurs mit persönlichem Lehrer oder genügen auch die Anleitungen bei youtube oder auf einer DVD?

Woher kommt Yoga?

Yoga ist ursprünglich der spirituelle Weg des Hinduismus. Neben den geistigen Übungen dient der körperliche Yoga mit seinen Asanas (Körperhaltungen) der Reinigung und energetischen Öffnung. Der klassische Name dafür ist Hatha-Yoga. Ha heißt Sonne und tha Mond. Es geht um den Ausgleich von männlicher und weiblicher Energie. Das Wort Yoga kommt aus dem Sanskrit und hat zwei Bedeutungen: „Vereinigen“ und „Anbinden, Anschirren“ (von Zugtieren vor einen Wagen). Vereinigt werden Körper, Seele und Geist, die männliche und weibliche Seite sowie der Mensch mit der universellen Kraft, dem Ganzen. Die geistig zu kontrollierenden Kräfte, Sinne und Begierden werden durch mentales Training und Meditation beherrscht und gemeinsam vor den Wagen gespannt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Yoga heute

In der westlichen Kultur gibt es Richtungen, die auch die spirituelle Seite integrieren. Die meisten neuen Yoga-Formen konzentrieren sich jedoch auf die körperlichen Übungen bis hin zu einem sportiven, schweißtreibenden Workout.

Acro Yoga

Diese Variante verbindet Yoga mit Akrobatik und Thai Massage. Ideal auch für Menschen die Spaß an Akrobatik und keine Yoga-Vorerfahrung haben.

Ansura Yoga

Diese Form beinhaltet auch den spirituellen Hintergrund und die Entwicklung von Konzentration durch das genaue Ausführen der Asanas (Körperpositionen). Anliegen sind Achtsamkeit, Energiefluss und das Handeln aus dem Herzen heraus.

Ashtanga Yoga/Vinyasa Yoga, Flow

Dieser Yoga-Stil wird seit 1927 unterrichtet und gehört zu den klassischen Hatha-Yoga-Systemen. Es zählt zu den schwierigsten Formen und ist Ausgangspunkt für die dynamischen, modernen Stile wie Power-Yoga. Ziel ist u.a., den Atem mit einer festgelegten Reihe von dynamisch ausgeführten Yoga-Positionen in Einklang zu bringen. Die Form ist für alle geeignet, die tiefer ins Yoga einsteigen und daneben eine gute Kondition entwickeln möchten.

Bikram Yoga

Eine sportliche Variante mit 26 Körperübungen und 2 Atemübungen, auch Hot-Yoga genannt, da es in einem 35-40 Grad heißen Raum praktiziert wird. Die Wärme soll die Muskelarbeit sicherer machen und den Körper entgiften. Nicht geeignet für Menschen mit niedrigem oder hohem Blutdruck. Der starke Elektrolytverlust kann zu Muskelkrämpfen und Kreislaufkollaps führen. Für jeden, der körperlich eine hohe Herausforderung braucht und tüchtig abschwitzen möchte.

Hatha-Yoga

Der Oberbegriff für jede Art von Körperyoga und die eigentlich klassische Form. Für diejenigen, die die Yoga-Asanas in ihrer ursprünglichen Form von Grund auf erlernen möchten. Es gehören auch Pranayama (Atemübungen) und Mudras (Handgesten) dazu.

Hormon-Yoga

Die von der Brasilianerin Dinah Rodrigues in den 1990er Jahren entwickelte Methode soll nach mehrmonatiger täglicher Übung deutliche Verbesserungen bei PMS (prämenstruellem Syndrom) und Wechseljahresbeschwerden mit sich bringen.

Integraler Yoga/Sivananda Yoga

Integral bedeutet hier die Rückbesinnung auf das ursprüngliche Yoga mit den 6 Yoga-Wegen, die das ganze Leben mit bestimmen und nicht davon abgetrennte Übungen sind. Mit Asanas, Atemtechniken, Meditation, Selbstbeobachtung, Reinigung der Psyche, Anbindung des Geistes an höhere Werte – für Menschen, die Yoga als Lebensweg gehen möchten.

Iyengar Yoga

Diese sehr präzise Form praktiziert Asanas und Atemübungen. Dieser klassische Yoga kann von jedem unabhängig von Alter, Konstitution oder körperlichen Einschränkungen geübt werden.

Jivamukti Yoga

Ziel ist die Befreiung (Mukti) der Seele (Jiva). Diese dynamische Form, die Fitness voraussetzt und auch die spirituelle Seite mit einbezieht, ist mit Singen, Meditation und inspirierender Musik kombiniert.

Kundalini-Yoga

Ziel ist das Erwecken der Kundalini-Kraft am unteren Ende der Wirbelsäule und ihr Aufsteigen durch die Chakren nach oben bis zur Einheit mit dem kosmischen Bewusstsein. Praktiziert werden Asanas, Pranayama (Atem), Mudras (Handgesten), Mantras („heilige Wörter“) und Visualisierungen. Für jeden, der ernsthaft an sich und seiner Weiterentwicklung arbeiten will.

Kriya-Yoga

Bekannt durch Yogananda („Autobiografie eines Yogi“). Techniken sind Pranayama (Atemübungen) und einfache Körperübungen, Selbststudium und Studium der Schriften und „Gottvertrauen“ (Hinwendung zu Gott). Diese Form ist für Menschen geeignet, die für sich alleine arbeiten möchten. Es bedarf einer „Einweihung“ durch autorisierte Personen.

Luna-Yoga

Besonders wirksam, anregend und entspannend auf den Beckenraum und die Sexualorgane. Soll die Fruchtbarkeit und Kreativität fördern. Es geht um Spüren, Fühlen, sanfte Bewegungen, aber auch stampfende Fruchtbarkeitstänze zur Lösung starker Blockaden.

Power Yoga/Yoga-Pilates/Yogilates

Dehnungs-, Beweglichkeits- und Kräftigungsübungen aus dem Yoga werden bei bewusster Atmung mit der Stärkung der Körpermitte (Powerhouse) aus dem Pilates kombiniert. Für den, der mehr Dynamik braucht und trotzdem von den Vorteilen der Gelenkigkeit und inneren Durchblutung des Yoga profitieren möchte.

TriYoga/Flow Yoga

TriYoga verläuft mit fließenden Übergängen von einer Körperposition zur nächsten, kombiniert mit Atemübungen und Handgesten (Mudras). Übung von Stärke, Flexibilität und dem Loslassen in die Körperposition hinein. Für den, der feste Abfolgen und das Gefühl des Fließens beim Praktizieren mag.

Yin-Yoga

Schwerpunkt liegt auf der Hingabe an die Körperposition. Effektivität durch Loslassen, nicht durch Powern. Die Stellungen werden mehrere Minuten gehalten und man lässt sich in die Anspannung hineinfallen, während man sie gleichzeitig hält. Für alle, die im Yoga ihr Durchhaltevermögen und Loslassen erfahren wollen.

Kinderyoga

Die Übungen werden spielerisch und mit Spaß vermittelt. Die Kinder lernen schon früh einen Ausgleich zwischen An- und Entspannung, können ihrem Bewegungsdrang folgen, verbessern ihre Konzentrationskraft und entwickeln ihre Phantasie.

Hundeyoga

Damit das Haustier mit von der Ruhe profitieren kann, wird es wie eine Hantel z.B. in der Hand oder auf dem Arm in die Übungen mit einbezogen. Das funktioniert natürlich nur mit recht kleinen Tieren.

Mit Lehrer oder DVD/youtube?

Zum Einstieg eignet sich auf jeden Fall ein Kurs. Vorteil eines Lehrers ist die Korrektur. Yoga ist auch Feinarbeit. Effektivität und Gesundheitseffekt steigen mit der genauen Ausführung. Weiß man, wie sich die Positionen anfühlen, wenn sie richtig praktiziert werden, kann man auch mit einer DVD oder youtube weitermachen. Die Frage ist, ob man lieber zu Hause allein und zeitunabhängig oder in der Gruppe mit professioneller Unterstützung Yoga üben möchte. Yogalehrer/innen sollten eine Ausbildung von mindestens 500 Stunden in 2 Jahren absolviert haben. Der klassische Berufsverband der Yogalehrenden (BDY) verlangt seinen Schüler(innen inzwischen 800 Stunden in 4 Jahren Ausbildungszeit ab.

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Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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