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Warum die Nase läuft: Vier Unterschiede zwischen Allergie und Erkältung

Kommentar schreiben Mittwoch, 20. April 2016

Heuschnupfen oder Erkältung? Diese Frage stellen sich in den ersten Frühlingstagen viele Deutsche. Die Pollen fliegen schon, aber eine Erkältung als Nachwirkung des Winters ist auch möglich. Die Symptome ähneln sich zum Teil: Eine triefende Nase, Kopfschmerzen und Husten treten bei beiden Krankheiten auf. Wir zeigen Ihnen vier Unterscheide zwischen einem Erkältungs-Schnupfen und einer allergischen Reaktion. 

Die Nase kribbelt, der Gaumen juckt und der Kopf dröhnt. Das sind häufig die ersten Anzeichen einer klassischen Erkältung. Doch gerade in den Frühlingsmonaten kann auch etwas anderes dahinter stecken: Pollen fliegen durch die Luft und plagen Allergiker. Die Symptome sind denen eines grippalen Infekts sehr ähnlich und werden daher häufig als Schnupfen abgetan. Dabei kann sich eine Allergie unbehandelt zu Asthma bronchiale verlagern und die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen.

Erkältung oder Allergie?

Erkältungen sind virale Infekte und treten häufig in der kalten Jahreszeit auf. In der Regel vergehen vom ersten Kratzen im Hals bis zu vollständigen Genesung bis zu sieben Tage. Die Faustregel bei einem grippalen Infekt lautet „Drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er“. Die Symptome sind eine verstopfte Nase, Husten, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und erhöhte Temperatur.

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf einen äußeren Reiz (Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Nahrungsmittel, etc.). Dieser Reiz wird fälschlicherweise als Bedrohung angesehen und der Körper bildet sogenannte Entzündungsmediatoren – dazu gehört Histamin. Durch diese Reaktion entstehen beim Kontakt zum Allergen Symptome wie eine laufende Nase, Husten, Juckreiz auf Haut und am Gaumen, tränende Augen, Kopfschmerzen und in einigen Fällen auch Fieber.

Unterschied 1: Die Jahreszeit

Ein Hinweis auf einen Heuschnupfen ist das jährliche Auftreten. Trieft Ihnen jedes Jahr zur selben Zeit die Nase, kann eine Allergie der Auslöser sein. Bereits im Dezember oder Januar steht die Hasel in der Blüte und kann bei Allergikern für Unmut sorgen. Später im Jahr blühen Laubbäume, Getreide und Gräser. Eine Allergie gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare machen sich vor allem in den Heizperioden im Winter bemerkbar. Hier verbringen die Leute vermehrt Zeit in den eigenen Vier-Wänden und durch die trockene Heizungsluft werden die Allergene aufgewirbelt und gelangen vermehrt in die Atemwege.

Erkältungen treten wegen des geschwächten Immunsystems zwar vermehrt in Herbst und Winter auf, sind allerdings trotzdem von der Jahreszeit unabhängig.

Unterschied 2: Die ersten Symptome und die Dauer

Eine Erkältung beginnt häufig schleichend mit einem Kratzen im Hals und etwas Kopfschmerzen. Am zweiten Tag kommt die verstopfte Nase und gegebenenfalls Fieber und Husten dazu. Nach etwa einer Woche sollten die Symptome abgeklungen sein. Eine allergische Reaktion hingegen beginnt sehr plötzlich, unmittelbar nach dem Kontakt mit dem entsprechenden Allergen. Gelangen Pollen in die Atemwege setzt die Reaktion ein. Niesanfälle, juckende Augen oder ein juckender Gaumen, aber auch Hautausschläge können die ersten Anzeichen sein. Die allergische Reaktion hält so lange an, wie der Körper dem Allergen ausgesetzt ist. Das kann mitunter mehrere Wochen oder Monate dauern.

Unterschied 3: Zeit und Ort

Eine grippale Infektion kann einen immer und überall erwischen. Eine Allergie hingegen ist tageszeit- und ortsabhängig. In der Stadt fliegen vor allem in den Abendstunden die meisten Pollen und Allergiker reagieren heftig. Auf dem Land ist die Konzentration morgens höher. In hohen Gebirgslagen oder am Meer ist weniger Blütenstaub in der Luft, sodass die Beschwerden weniger auftreten oder gar ausbleiben.

Nachdem es geregnet hat, können Heuschnupfen-Geplagte durchatmen. Das Wasser „wäscht“ die Pollen aus der Luft und die Symptome gehen zurück. Weht hingegen ein starker Wind, wird der Blütenstaub über viele Kilometer weit getragen und aufgewirbelt, sodass sich der Schnupfen verstärkt.

Unterschied 4: Die Farbe und Konsistenz des Sekrets

Bei einer Erkältung hinterlässt man im Taschentuch ein gelb bis grünliches und dickflüssiges Sekret. Das ist ein deutlicher Hinweis auf einen viralen Infekt. Beim Heuschnupfen läuft die Nase ununterbrochen und sondert eine klare und wässrige Flüssigkeit ab.

Wann zum Arzt?

Egal ob Erkältung oder allergische Reaktion: halten die Symptome länger als eine Woche an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann klären, ob es sich bei der Schnief-Nase um einen Infekt oder Heuschnupfen handelt. Beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einem Allergologen kann ein Allergietest Aufschluss darauf geben, auf welche Pollen der Körper reagiert. Bleibt eine Allergie unbehandelt kann sie sich auf die Bronchien verlagern und zu Asthma führen.

Bei einer Erkältung werden vor allem Mittel gegen die Symptome verordnet. Dazu gehören Schleimlöser oder temperatursenkende Medikamente. Bei einer Allergie verschreibt der Fachmann Antihistaminika, kortisonhaltige Nasensprays und Augentropfen. Außerdem kann bei enorm hohem Leidensdruck eine Desensibilisierung in Frage kommen. Dabei wird der Körper unter ärztlicher Aufsicht immer höheren Dosen des Allergens ausgesetzt, damit dieses vom Immunsystem nicht mehr als „Gefahr“ erkannt wird.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

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