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Una de Gato (Katzenkralle) – Die Powerpflanze aus dem Regenwald

Kommentar schreiben Mittwoch, 07. August 2019

Schon die Inkas sollen sie als Heilpflanze verehrt haben. Auch die Ureinwohner Perus nutzen die Katzenkralle oder Una de Gato, wie sie auf Spanisch heißt, als kraftvolles Geschenk der Natur zur Wundheilung, bei Infektionen und Magen-Darm-Erkrankungen. Gegen Krebs ist sie rezeptfrei für Jeden zu haben. Katzenkralle heißt die Liane aus dem Amazonas-Regenwald, weil sie sich mit ihren Dornen katzengleich an ihrer Wirtspflanze festkrallt und nach oben arbeitet.

 

Obwohl Una de Gato schon 1990 von der WHO als Heilpflanze anerkannt wurde, hinkt man in Europa mit ihrer medizinischen Nutzung noch hinterher: In Österreich wurde immerhin ein Medikament gegen rheumatoide Arthritis zugelassen. In Deutschland ist der Immunbooster aus dem Regenwald noch weitgehend unbekannt.   

 

Was für eine Pflanze ist die Katzenkralle?

 

Die Katzenkralle (Uncaria tomentosa) ist eine verholzte Liane und wächst im tropischen Südamerika. Sie gehört zur Familie der Rötegewächste (Rubiaceae) und kann bis zu 30 cm dick und 30 – 60 Meter hoch werden.1 Das Besondere an der Heilpflanze sind ihre Halteorgane: Die Dornen der Kletterpflanze befinden sich an den Blättern. Mit ihnen findet sie Halt an ihrer Wirtspflanze. Una de Gato wird seit Jahrhunderten von der indigenen Bevölkerung Perus als Tonikum, zur Stärkung des Immunsystems und zur Empfängnisverhütung verwendet.

 

Diese Inhaltsstoffe enthält die Liane aus dem Regenwald

 

Die Katzenkralle schützt sich mit einem beachtlichen Arsenal an chemischem Kampfgerät gegen Bakterien, Viren und Pilze im feuchten Regenwald. Dazu zählen pentazyklische Oxindolalkaloide (Isopteropodin, Uncarin F, Hirsutin, Mitraphyllin) und tetrazyklische Oxindolalkaloide wie Rhyncophyllin. Auch Catechine, Flavonole, Tannine, Procyanidine und andere Flavonoide, Quinovinsäureglykoside, Sterole, Terpenoide und Terpene haben wirkungsvolle Schutzfunktionen in der tropischen Liane. Natürlich können auch wir Menschen von der Armee an natürlichen Abwehrstoffen, Antioxidantien und Entzündungshemmern profitieren. Nur bei den tetrazyklichen Oxindol-Alkaloiden (TOA) wird vermutet, dass sie die Wirkung der anderen Alkaloiden verringern können. Deshalb gibt es TOA-freie Produkte mit dem Namen Samento auf dem Markt.1

 

Una de Gato als Immunbooster und Antioxidans

 

Die südamerikanische Liane bekämpft Bakterien, Viren und Pilze.1 Verantwortlich dafür sind die pentazyklischen Oxindolalkaloide und Triterpene. Sie tragen auch zu der antientzündlichen und antiallergischen Wirkung bei.4 Die Rinde der tropischen Liane stärkt das Immunsystem, indem die Phagozytose, das „Auffressen“ von Krankheitserregern, um ein Vielfaches gesteigert wird.2 Sie unterstützt die Reparatur der Fettsubstanzen in den Zellwänden und verhindert so die Ausbreitung von Viren. Außerdem erhöht sie den Anteil der T-Lymphozyten, die an der spezifischen Immunabwehr beteiligt sind.5


Una de Gato hemmt entzündliche Prozesse und wirkt blutreinigend und entgiftend.2, 3 Die tropische Heilpflanze kann gegen Herpes, Eppstein-Barr-Virus, Hepatitis und HIV, bakterielle Infektionen wie Blasenentzündungen und Prostatitis und rheumatoide Arthritis antimikrobiell wirksam sein.1,3 Die antioxidativen Eigenschaften verdankt sie den Tanninen, Catechinen, Procyanidinen und Uncaria-Flavonoiden.4 Sie verhindern die Schädigung von Zellmembran und Zellkern. Das Erbgut wird vor Mutationen geschützt.3,4 Außerdem wird ihnen eine blutverdünnende Wirkung zugeschrieben. Tetrazyklische Oxindolalkaloide werden auch positiv bewertet, indem sie sich gesundheitsfördernd auf das Herz-Kreislauf-System auswirken und als Antioxidantien das Erbgut schützen können.4  Sterine stärken die entzündungshemmende Power der Katzenkralle.4 Una de Gato hat wundheilende Eigenschaften und wird auch als allgemeines Stärkungsmittel verwendet.3

 

Una de Gato für einen gesunden Verdauungstrakt

 

Una de Gato ist reich an Bitterstoffen, die Appetit, Leber, Gallenfluss und die gesamte Verdauung in Schwung bringen. Una de Gato wird zudem traditionell bei Gastritis und Magengeschwüren, Colitis und Divertikulitis, Leaky-Gut-Syndrom, Reizdarm, Hämorrhoiden und Parasiten sowie zur Senkung von Cholesterin im Blut und zur Vorbeugung von Entzündungen und Geschwüren im Verdauungstrakt eingesetzt.3 Man geht davon aus, dass sich die antimikrobielle Wirkung positiv auf die Darmflora auswirkt, die Voraussetzung für eine starke Abwehrkraft ist. Ist der Darm gesund, wird auch die Heilung entzündlicher Prozesse im ganzen Körper optimal unterstützt.2

 

Una de Gato bei Krebs?

 

In der peruanischen Volksmedizin wird mit Una de Gato auch Krebs behandelt.6 Besonders Lungenkrebs soll der Therapie mit der tropischen Liane zugänglich sein.2 An der Uni Mailand hat Renato Rizzi eine Studie mit Rauchern durchgeführt: Beim Raucher finden sich kanzerogene, d.h. krebserregende Stoffe im Urin. Nach nur 14-tägiger Anwendung war der Urin der Teilnehmer frei von kanzerogenen Substanzen, obwohl sie in der Zeit der Studie weiter geraucht haben. Die Wirkung hielt noch 10 Tage an.5


Die Katzenkralle hat eine äußerst starke krebsvorbeugende Wirkung. Ihr antioxidatives Potenzial schützt den Zellkern mit dem Erbgut vor aggressiven Sauerstoffverbindungen. Der Wirkstoff Uncarin F kann die Ausbreitung leukämischer Zellen verhindern.2 Als Ursachen für die hemmende Wirkung der Katzenkralle auf das Tumorwachstum wurden in Studien Einflüsse auf Transkriptionsfaktoren bei der Zellteilung und die Auslösung des programmierten Zelltods, der bei Körperzellen ganz natürlich, bei Krebszellen nicht stattfindet. 7 (18,19) / 7 (24) 

 

Sie leben normalerweise ewig. Una de Gato kann auch die Begleiterscheinungen und Schädigungen durch eine Chemotherapie und die Verletzungen der Schleimhaut bei der Strahlentherapie reduzieren.1, 7 (25,26)

 

Wie verträglich ist Una e Gato?

 

Wenn die empfohlene Dosis eingehalten wird, sind Nebenwirkungen kaum zu erwarten. Bei höheren Dosen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden und Diarrhoe kommen. Zudem geht man von einer blutverdünnenden Wirkung aus, die bei hoher Dosierung und Daueranwendung zu Blutungen führen könnte.4

 

Gibt es Gegenanzeigen?

 

Katzenkralle regt das Immunsystem an und wird traditionell auch aufgrund seiner verhütenden Wirkung verwendet.7 (14) Die Produkte dürfen deshalb nicht vor oder nach einer Organ-, Knochenmarks- oder Hauttransplantation und von Frauen mit Kinderwunsch angewendet werden. Bei der Einnahme von Antikoagulanzien (Blutverdünnern) muss die mögliche blutverdünnende Wirkung von Una de Gato berücksichtigt werden.7 (13-15)

 

Wechselwirkungen mit anderen Präparaten?

 

Aufgrund ihrer abwehrstärkenden Wirkung macht die Anwendung von Katzenkralle keinen Sinn in Kombination mit immunsupprimierenden Medikamenten wie Glukokorticoide (Kortison) und Zytostatika (Krebs-Mittel). Die tropische Heilpflanze kann blutverdünnende Medikamente in ihrer Wirkung verstärken. Tierversuchen zufolge kann Una de Gato die schädliche Wirkung auf den Verdauungstrakt durch bestimmte Schmerzmittel (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen vermindern.6

 

Die Darreichungsformen der Katzenkralle und ihre Anwendung

 

Katzenkralle ist als Tee, Pulver, Kapseln, Tabletten, wässriger Auszug, Tinktur und zur äußerlichen Anwendung als Gel und Salbe erhältlich.4 Es sollte nur die empfohlene Dosis verwendet werden. Der Tee schmeckt recht bitter, ist aber die ursprüngliche Form der Anwendung. Auch die Ureinwohner Perus bereiten sich einen Tee durch Auskochen der Rinde zu.2 In Deutschland ist die Katzenkralle nicht als standardisiertes Präparat, sondern als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.

 

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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