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Trockenbürstenmassage - Gut für Haut und Gesundheit

Kommentar schreiben Montag, 23. September 2019

Wer morgens schnell fit sein und eine zarte Haut haben möchte, greift gleich nach dem Aufstehen zur Bürste für die Trockenmassage. Schon nach den ersten Strichen kommt der Kreislauf in Schwung. Der Blutdruck wird reguliert. Stoffwechsel und Lymphfluss werden angeregt und die Haut leitet Giftstoffe nach außen ab. Lesen Sie hier, welche Vorteile die Trockenbürstenmassage für Haut und Gesundheit hat, wie man sie am besten durchführt, welche Bürsten sich eignen und wie die Pflege danach aussieht.

 

Wie kommen Giftstoffe in den Körper?

 

Schadstoffe kommen nicht nur in der Nahrung vor. Der Körper nimmt sie auch über Kleidung, Körperpflegeprodukte, Kosmetika, Putz-, Wasch- und Reinigungsmittel auf. Giftstoffe befinden sich in Medikamenten, Zahnfüllungen, Baustoffen, Plastikflaschen, Kunststoff und Kochgeschirr.1

 

Wie schädigen Giftstoffe den Körper?

 

Giftige Substanzen wie Schwermetalle und Pestizide gelangen ins Blut, werden im Körper verteilt und lagern sich im Gewebe ab. Zellen werden geschädigt, in ihrer Funktion eingeschränkt oder zerstört. Die Entgiftungsorgane Leber und Nieren werden überfordert. Typische Symptome für eine Belastung mit Giftstoffen sind Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Verstopfung und eine geschwächte Abwehrkraft.

 

Auf welche Weise trägt die Haut zur Entgiftung bei?

 

Neben Lungen, Nieren und Darm dient auch die Haut als Ausscheidungsorgan. Je mehr sie durchblutet ist, umso besser kann sie über den Schweiß Giftstoffe und körpereigene Stoffwechselprodukte ausscheiden. Dazu zählen z.B. Harnstoff, Harnsäure, Quecksilber, Ammoniak, Salze, Milchsäure und Aminosäuren. Bei Fieber und verstärkter Schweißbildung können auch Krankheitserreger über die Haut ausgeleitet werden.2 

 

Wie fördert eine regelmäßige Trockenbürstenmassage die Entgiftung?

 

Trockenbürsten unterstützt den Entgiftungsprozess, indem es die Poren öffnet und sich abgestorbene Hautzellen und Schadstoffe lösen. Die Haut wird gepeelt und Verunreinigungen entfernt. Trockenbürsten aktiviert die Schweißdrüsen, die Giftstoffe über die Haut ausleiten, und wirkt auf das Lymphsystem. Es besteht aus feinen Lymphkapillaren, die in größere Lymphgefäße und zuletzt in Lymphknoten münden. Ihre Aufgabe ist es, die Flüssigkeit zwischen den Zellen aufzunehmen und mit den Stoffwechselabbauprodukten und Giftstoffen zur Leber zu transportieren.

 

Dort werden sie für den Körper unschädlich gemacht. Die Lymphe wird allein durch Muskelbewegung und die Stimulation durch die Haut bewegt. Fehlt diese Bewegung von außen, kommt es zum Lymphstau. Die Abfallprodukte sammeln sich an. Die Trockenbürstenmassage stimuliert die feinen Lymphkapillare, die direkt unter der Haut liegen, und fördert den Transport der Lymphflüssigkeit zur Leber. Sie regt auch die Lymphknoten an, in denen Krankheitserreger bekämpft werden.

 

Wie pflegt die Trockenbürstenmassage die Haut?

 

Hautschüppchen werden entfernt, die Haut wird gepeelt, geglättet und erneuert. Die Durchblutung wird gefördert, der Stoffwechsel der Haut aktiviert. Sauerstoff und Nährstoffe werden vermehrt zugeführt und die Abfallstoffe entsorgt. Die Haut wird schön zart und rosig, Ihre Elastizität verbessert.

 

Welche weiteren Vorteile hat die Trockenbürstenmassage für die Gesundheit?

 

Regelmäßiges Trockenbürsten hilft gegen Cellulite, da auch das Gewebe unter der Haut besser durchblutet und entschlackt wird. Trockenbürstenmassagen regulieren den Blutdruck: Erhöhter Blutdruck sinkt und niedriger Blutdruck steigt. Das Herz wird entlastet. Wassereinlagerungen können durch den verbesserten Lymph- und Venenfluss reduziert werden. Trockenbürsten wird bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises empfohlen. Wer zu kalten Füßen und Händen neigt, kann sich mit der Bürstenmassage etwas Gutes tun. Die verbesserte Durchblutung wirkt nicht nur vor Ort in der Haut, sondern kann auch reflektorisch auf die inneren Organe, die darunter liegen, einwirken. Trockenbürsten härtet ab und stärkt die Abwehrkräfte.4

 

Wie wirkt die Trockenbürstenmassage auf die Psyche?

 

Wer sich morgens gleich nach dem Aufstehen die Haut abbürstet, bringt nicht nur Schwung in den Kreislauf. Er startet auch fit in den Tag. Gerade Morgenmuffel profitieren von dem belebenden Ritual. Trockenbürsten ist eine einfache und effektive Methode, um sich voller Energie zu fühlen und seine Leistungsfähigkeit zu steigern. 

 

Wie wird eine Trockenbürstenmassage durchgeführt?

 

Gebürstet wird in Richtung Herz, um den Fluss der Lymphe und Venen positiv zu unterstützen. Die Bürstenmassage beginnt mit dem rechten äußeren Fuß, setzt sich mit langen Strichen auf der Außenseite der Unter- und Oberschenkel und danach auf der Innenseite von Fuß, Unter- und Oberschenkel fort. Als nächstes folgt die Massage des rechten Pos in kreisenden Bewegungen. Danach werden der linke Fuß, Unter- und Oberschenkel und die linke Po-Hälfte wie für rechts beschrieben massiert.


Bei den Armen wird wieder rechts begonnen mit den Außenseiten von den Handgelenken bis zu den Schultern, gefolgt von den Innenseiten in langen Strichen. Der linke Arm wird genauso mit der Bürste von unten nach oben massiert. Darauf folgt die kreisförmige Massage des Bauches und der Brust im Uhrzeigersinn. Zuletzt wird der Rücken von unten nach oben, die Schultern in kreisenden Bewegungen und der Nacken von oben nach unten gebürstet.4 Wer mag, kann den Kopf vom Scheitel bis zum Haaransatz bürsten und das Gesicht mit einer kleinen, weichen Bürste sanft massieren.

 

Wann und wie oft sollte man mit der Bürste massieren?

 

Gebürstet wird mindestens 10, höchstens 20 Minuten und möglichst täglich oder alle 2-3 Tage. Morgens ist der ideale Zeitpunkt. Vorm Schlafengehen sollte keine Trockenbürstenmassage durchgeführt werden.5

 

Welche Bürsten eignen sich für die Massage?

 

Naturborsten sollen am besten sein. Rosshaarbürsten aus Pferdehaar sind besonders weich. Sie sind für empfindliche Haut, für Gesicht und Dekolleté und für Kleinkinder geeignet. Bürsten aus Schweineborsten sind ideal für die normale Haut. Bürsten aus den Fasern der Sisal-Agaven werden gerne als Massage-Handschuhe und als geflochtene Rückenbürsten verwendet.5 Klosterbürsten bestehen aus einer Mischung von Rosshaar und Sisal mit einer Kupferlegierung der Borsten, die bei der Reibung einen winzigen Strom erzeugen soll, der den Körper revitalisiert.3 Bei sehr empfindlicher, zu Allergien neigender Haut und bei Babyhaut wird der Luffa-Schwamm empfohlen.5 Auch Garshan-Seidenhandschuhe, die im Ayurveda angewendet werden, können für eine sanfte Bürstenmassage angewendet werden.

 

Wer sollte keine Trockenbürstenmassage durchführen?

 

Bei Krampfadern (die Beine nicht massieren), entzündlichen Hauterkrankungen, Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis, Hautverletzungen, überempfindlicher Haut mit Quaddelbildung, Nervosität und leichter Erregbarkeit sind Trockenbürstenmassagen nicht geeignet.4

 

Wie wird die Haut nach der Trockenbürstenmassage gepflegt?

 

Den endgültigen Frische-Kick bietet eine kurze kalte Dusche oder eine Abreibung des Körpers mit kaltem Wasser. Danach warm anziehen und bewegen. Oder man macht 15 Minuten nach der Bürstenmassage Wechselduschen mit warm, kalt, warm, kalt, um die abgeschilferte Haut zu entfernen.4 Zur Pflege danach greift man zu Mandel-, Oliven- oder Jojobaöl, das mit mehreren Tropfen ätherischen Ölen wie Orange, Wacholder oder Zypresse beduftet werden kann.

 

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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