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Stimmungsaufheller aus der Natur

2 Kommentare Mittwoch, 23. November 2016

Kurze Tage, wenig Sonne und Schmuddelwetter: Vielen Menschen schlägt die dunkle Jahreszeit aufs Gemüt. Um wieder motiviert und gut gelaunt durch den Tag zu gehen, gibt es bewährte Mittel aus der Natur. Stimmungsaufheller Nr. 1 ist Johanniskraut. Es kann seine Wirkung aber nur zeigen, wenn Sie es hochdosiert mit Präparaten aus der Apotheke anwenden. Auch andere Heilpflanzen, Homöopathika, Mineralstoffe, Tryptophan und Vitamin D helfen Ihnen dabei, die Schwere der Wintertage abzuschütteln. Wenn Sie sich dann noch regelmäßig in der frischen Luft bewegen, Licht tanken und gesund ernähren, haben Sie alle Register gezogen, um dem Winterblues vorzubeugen oder ade zu sagen. Erfahren Sie hier, mit welchen Mitteln aus der Natur Sie die Melancholie vertreiben und seelisch fit durch den Winter kommen.

Ursachen des Winterblues

Dass wir im Winter weniger Energie haben, geht auf frühere Zeiten zurück. Als es noch keine Heizung gab und die Kälte ausgeglichen werden musste, wurde vom Körper der Energiesparmodus aktiviert. Parallel sorgte man vorsichtshalber für schützenden Winterspeck, worauf der Hang zu kalorienreichem Weihnachtsgebäck und die fette Gans zurück geht. Soziale Kontakte waren selbstverständlich, da man sich aneinander wärmen musste. Während diese Mechanismen früher dem Überleben dienten, passen sie heute nicht mehr in die Zeit. Zum Ankuscheln ist vielleicht keiner da oder nicht mehr, da die Trennungsrate in der dunklen Jahreszeit erhöht ist. Zweite Ursache ist der Mangel an Licht. Weniger natürliches Tageslicht und eine geringere Lichtintensität sind klare Auslöser des Winterblues. Grund ist ein Mangel an dem Glückshormon Serotonin, der den Heißhunger auf Zucker und Schokolade auslöst. Fällt zu wenig Licht auf die Zirbeldrüse im Gehirn, denkt sie, es sei Bettgehzeit. Sie schüttet verstärkt das Hormon Melatonin aus, das für den Schlaf zuständig ist. Folge: Wir werden müde und schlapp.

Johanniskraut – Die Nr. 1 der Stimmungsaufheller

Der gelbe Korbblütler ist für den Einsatz bei leichten bis mittelschweren Depressionen allgemein anerkannt. Seine Wirkungsweise entspricht den synthetischen Antidepressiva (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer), wie an der Uni Frankfurt nachgewiesen werden konnte. Pflanzliche und synthetische Substanz verhindern, dass der für das Wohlbefinden so wichtige Botenstoff Serotonin zu schnell wieder von den Nervenzellen aufgenommen wird. Dadurch steht er länger für die Reizübertragung zur Verfügung. Das Besondere an Johanniskraut im Vergleich zu den synthetischen Wirkstoffen ist, dass es auch auf andere Botenstoffe wie Noradrenalin und Dopamin wirkt, die Motivation und Leistungsbereitschaft beeinflussen. Johanniskraut hat somit ein breiteres Wirkungsspektrum. Weitere Vorteile sind gute Verträglichkeit, kaum Nebenwirkungen, keine Abhängigkeits- und Entzugssymptome. Die Wirkung von Johanniskraut-Präparaten tritt erst nach 2-3 Wochen ein. Deshalb sollten sie frühzeitig eingenommen werden. Ist es nicht nur eine Verstimmung, sondern eine echte Depression, die sich ernsthaft auf die Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen, auswirkt, ist eine ärztliche Betreuung notwendig. Außerdem ist mit einer effektiven Wirkung nur bei Wirkstoffkonzentrationen der Präparate aus der Apotheke zu rechnen.

Lavendel, Passionsblume & Co und ihre Wirkung für eine gute Stimmung

Bestehen aufgrund der Schläfrigkeit am Tag Schlafstörungen in der Nacht, helfen Melisse, Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Lavendel. Sie sind meist als Kombinationspräparate erhältlich. Lavendel hat eine positive Wirkung auf depressive Verstimmungen, wenn er täglich und über einen längeren Zeitraum als Präparat eingenommen wird. Baldrian und Passionsblume verstärken die Wirkung von Johanniskraut, die Passionsblume sogar um das 10-fache. Außerdem beschleunigen sie den Wirkungseintritt des bewährten Stimmungsaufhellers. Die benannten Heilpflanzen entspannen das Nervenkostüm, führen aber nicht zur Müdigkeit am Tag. Kurkuma, eher bekannt durch seine antioxidative, entzündungshemmende und antikanzerogene Wirkung ist laut einer Vergleichsstudie mit einem synthetischen Anti-Depressivum genauso wirksam wie das chemische Medikament. Dazu muss es hochdosiert und in Kombination mit Piperin (schwarzer Pfeffer) eingenommen werden, da er die Bioverfügbarkeit der Gelbwurzel um ein Vielfaches erhöht.

Gute Laune mit Vitamin D

Unser Körper braucht Licht, um Vitamin D zu produzieren. Das Vitamin ist für die Regulierung des Calcium-Haushalts und damit für gesunde Knochen zuständig. Außerdem zeigt sich ein Vitamin D-Mangel in Erschöpfungszuständen und Müdigkeit. Die Verwertbarkeit des Sonnenvitamins hängt von einem ausreichenden Pegel an Magnesium ab. Doch dieses Mineral fehlt uns oft, da es in Stress-Situationen vermehrt verbraucht wird. So fehlt nicht nur das Vitamin, das zur guten Laune und noch vielen weiteren Gesundheitsfaktoren beiträgt, sondern auch das passende Mineral dazu. Wenn Sie Vitamin D, das nur wenig über die Nahrung aufgenommen werden kann, mit einem Nahrungsergänzungsmittel substituieren, stellen Sie auch Ihre Magnesium-Versorgung sicher. Für die Aufnahme von Calcium in die Knochen, brauchen Sie außerdem Vitamin K2. Bei einer Studie mit Jugendlichen in Schweden, bei denen eine Depression diagnostiziert wurde, stellten die Wissenschaftler ein Vitamin D-Mangel fest. Nach der Substituierung hatte sich auch die Stimmungslage der Probanden deutlich gebessert.

Mit Tryptophan und 5-HTP gegen den Winterblues

Der Mangel an Serotonin ist einer der Gründe für die Melancholie und Antriebslosigkeit. Ursache kann in der zu schnellen Wiederaufnahme des Botenstoffs in die Nervenzellen sein, wie oben dargestellt. Ein weiterer Grund ist, dass zu wenig Serotonin gebildet wird. Ausgangsstoff dafür ist Tryptophan, das z.B. in Bananen vermehrt vorkommt. Präparate werden aus der Schwarzbohne Griffonia hergestellt. Sie sollen besonders bei Menschen wirken, die abends zu lange wach und aufgedreht und morgens schlapp und übellaunig sind. Auch 5-HTP (Hydroxytryptophan), ein Zwischenprodukt bei der Umwandlung von Tryptophan in Serotonin, ist als Präparat erhältlich.

Mineralstoffe und Antioxidantien für mehr Vitalität

Bei trüber Stimmung sollte auch der Bedarf am Vitamin B-Komplex und den Mineralien Eisen für die Blutbildung, Kalium gegen Erschöpfung und Magnesium als Anti-Stress-Mittel gesichert gedeckt werden. Auch Antioxidantien wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A, C und E und sekundäre Pflanzenstoffe wie OPC halten Sie und Ihr Immunsystem fit. Das ist wichtig, da bei Depressionspatienten häufig erhöhte Entzündungsparameter festgestellt wurden.

Homöopathische Mittel und Bach-Blüten für bessere Stimmung im Winter

In Verbindung mit Beschwerden in den Wechseljahren empfiehlt sich Cimicifuga als Einzel- oder Kombinationspräparat. Bei Kummer durch verletzte Gefühle oder den Verlust eines geliebten Menschen, hat sich Ignatia bewährt. Wer lange an altem Kummer festhält und nicht weinen kann, nimmt Natrium chloratum ein. Emotionale Überforderung, Gereiztheit und innere Leere wird mit Sepia behandelt. Bei Melancholie und Energielosigkeit haben die Bach-Blüten Gentian, Gorse, Mustard, Sweet Chestnut und Wild Rose eine aufbauende Wirkung.

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Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

2 Kommentare

Beate Helm – Dienstag, 06. November 2018
Hallo Alexander, das kann nur Ihr behandelnder Arzt beantworten, der die Diagnose gestellt hat. Von einer Selbstmedikation ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt rate ich ab. Fragen Sie ihn einfach, ob in Ihrem Fall auch eine Behandlung mit hochdosiertem Johanniskraut, z.B. mit dem Präparat Laif 900 möglich ist. Alles Gute und herzliche Grüße, Beate Helm Liebe Grüße Beate Helm
Alexander – Montag, 05. November 2018
Hallo Frau Helm, mir wurde Serotonin verschreiben. ich habe jedoch kein gutes Gefühl wegen der Nebenwirkungen. Meine Frage lautet daher, ob ich mit natürlichen Präparaten die gleiche Wirkung erzielen kann? Ich danke Ihnen für Ihr Feedback. Besten Gruß, Alexander

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