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Stielwarzen: Sind sie gesundheitsgefährdend?

Kommentar schreiben Aktualisiert am 09. März 2017

Fibrome oder Stielwarzen sind keine Warzen im eigentlichen Sinne. Vor allem an Hals, Achselhöhlen oder Leisten können Knötchen, die nur Millimeter groß sind, entstehen - im Volksmund werden diese als stielförmige Warzen bezeichnet. Was sind Stielwarzen? Besteht Ansteckungsgefahr? Können sich Stielwarzen am Körper vermehren? Und darf man sie eigenhändig entfernen? Wissenswertes im folgenden Beitrag.

Was sind Stielwarzen?

Bei Fibromen oder umgangssprachlich Stielwarzen genannt handelt es sich – histologisch – um eine gutartige mesenchymale Geschwulst des Bindegewebes, welche durch Wucherung spezieller Hautzellen, den Fibrozyten, zustande kommt. Warum diese Wucherungen entstehen, ist nicht bekannt. In den meisten Fällen bilden diese sich durch Veranlagung oder mit zunehmendem Alter. Fibrome stehen nicht in Verbindung mit anderen Krankheiten oder Funktionsstörungen des Organismus. Man unterscheidet zwischen den sogenannten echten Stielwarzen bzw. Fibromen – diese treten häufig an Armen und Beinen in Erscheinung und können eine bis zu einem Zentimeter rundliche Vorwölbung aufweisen – und Reizfibrome, auch fibroepitheliale Polypen, die an der Mundschleimhaut entstehen und einen Hinweis auf eine chronische Entzündung oder einen chronischen mechanischen Reizzustand bieten. Darüber hinaus gibt es auch Fibrome am Zahnfleisch, welche Epulis genannt werden. Das sogenannte harte Fibrom, lateinisch Fibroma durum, ist keine Stielwarze, es ist derb und wird auch als Dermatofibrom bezeichnet. Das echte, weiche Fibrom – Fibroma molle – auch „gestieltes Fibrom“ oder „pendelndes Fibrom“ ist ein gutartiger Hauttumor, vorkommend an Hals, Augenlidern, Achselhöhlen, Leisten sowie auch anderen Körperregionen. Sie sind hautfarben, millimetergroß und haben eine Stiel- oder Knötchenform. Manchmal kann das „kleine Hautsäckchen“ so groß wie eine Erbse werden.

Symptome

Erkennbare Krankheitszeichen bei der Entstehung eines Fibroms sind nicht zu beobachten – eine sensible Berührungsempfindlichkeit ist möglich. Durch Reibung von Kleidung und Schmuck kann es zu Hautirritationen kommen. Fibrome am Fuß können durch Druck der Schuhe auf die befindliche Stelle Schmerzen verursachen.

Besteht Ansteckungsgefahr?

Fibrome sind nicht gesundheitsgefährdend und können zu keinem Zeitpunkt bösartig entarten. Auch sind sie nicht ansteckend. Zu empfehlen ist es trotz allem die Hautwucherungen bei einem Arzt abzuklären, um bei einer Untersuchung von Krebsgeschwüre abgrenzen zu können. Die einzige Gefahr bei Fibromen besteht darin, dass sich diese entzünden können, falls sich der Stiel dreht, und es sogar zum Schwarzfärben der Stielwarze, also einem nekrotischen Zustand führen kann. Störend sind Fibrome, wenn sich diese in der Halsregion befinden und man unter Umständen durch Schmuck daran hängen bleibt und verfängt. Auch Fibrome in den Achselhöhlen können unangenehm sein, da es sich um eine schwitzende Körperregion handelt, in der es zu einer Entzündung der Fibrome kommen kann. Wen Fibrome nicht stören, kann mit diesen leben und ignorieren sowie alt werden, denn gesundheitliche Einschränkungen sind ausgeschlossen.

Wie lassen sich Stielwarzen entfernen?

Eine typische Warzenbehandlung wie man sie im eigentlichen Sinne kennt, ist bei Stielwarzen nicht erfolgsbringend, da es sich nun mal nicht um richtige Warzen handelt: Cremes, Salycilsäure oder andere Warzenmittel schlagen nicht an, weil bei Stielwarzen kein Virus bekämpft werden kann/muss. Stielwarzen können fachärztlich vom Dermatologen entfernt werden. Von einer laienhaften Selbstbehandlung im Sinne von unvorsichtig Abreissen oder Abschneiden sollte man absehen, da Fibrome im Inneren fast ausschließlich ein größeres Blutgefäß enthalten, das langanhaltend bluten kann. Ein Grund weshalb man früher die sogenannten Stielwarzen abgebunden hat, sodass sie schwarz wurden und im Anschluss daran von selbst abfielen – und häufig eine Entzündungsreaktion als Begleiterscheinung folgte, da steriles Arbeiten nicht gegeben ist. Ein kleiner chirurgischer Eingriff beim Hautarzt verläuft schmerzlos und entzündungsfrei. Bevorzugt wird eine abtragende Haut-Laser-Technik, nahezu schmerzlos, auch ein Rezidiv, also das Wiedererscheinen des Fibroms, ist nicht zu erwarten. Die Kosten einer Fibromentfernung werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen, es sei denn es handle sich aufgrund der Größe und Lokalisation um eine Behinderung, sodass eine Entfernung unausweichlich ist. Der chirurgische Eingriff liegt aber in einer Preiskategorie, welche bezahlbar ist. Wer zu Hausmitteln greifen möchte, könne Apfelessig verwenden, sofern sich das Fibrom nicht nahe des Auges befindet – dreimal pro Tag mit einem in Apfelessig getunkten Wattepad und vielleicht ist dies zielführend. Von dieser Maßnahme könne allerdings auch abgeraten werden, da Essig nicht nur die Stielwarze angreift, sondern auch das umgebende Gewebe, sodass schmerzhafte Ekzeme und Entzündungsreaktionen möglich sein können.

Prophylaktische Maßnahmen

Eine vorbeugende Maßnahme gegen Stielwarzen ist bislang nicht bekannt. Insbesondere hier gilt noch einmal, dass vorbeugende Maßnahmen gegen (richtige) Warzen nicht bei Stielwarzen bzw. Fibrome zielführend sind. Ein gesundes Körpergewicht sollte angestrebt werden, da Übergewicht zu vermehrten Wachstum der Stielwarzen führen kann. Auch eine ausreichende Körperpflege ist empfehlenswert – bei vermehrtem Schwitzen können Fibrome schneller entstehen.

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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