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Ratgeber: Fieber bei Erwachsenen

Kommentar schreiben Freitag, 23. Dezember 2016

Im Allgemeinen ist Fieber nichts Bedrohliches – ganz im Gegenteil: Eine Erhöhung der Körpertemperatur bedeutet die Aktivierung des Abwehrsystems, um schädlichen Einflüssen entgegenzusteuern. Ab welchem Zeitpunkt kann Fieber gefährlich werden? Wann sollte man etwas tun? Näheres im folgenden Beitrag.

Definition von Fieber

Fieber ist ein Begleitsymptom zahlreicher Erkrankungen als Ausdruck der gesteigerten körperlichen Abwehrtätigkeit. Es macht nicht nur auf einen Krankheitsprozess aufmerksam, sondern spiegelt auch die gesteigerte Abwehrvorgänge im Körper wider. Fieber ist meist als eine rektal gemessene Körpertemperatur von über 38°C definiert; Körpertemperaturen, die sublingual oder axillär gemessen werden, liegen ca. 0,3 bis 0,5 °C unter dem rektalen Wert. Von subfebrilen Temperaturen wird ab einer Körpertemperatur von über 37 °C gesprochen. Fieber und die Begleiterscheinungen wie Frösteln, Hitzewallungen und Abgeschlagenheit sind unangenehm und ab einer gewissen Körpertemperatur kann es durchaus gefährlich werden – vor allem bei Kindern, aber auch älteren Menschen ist dann Vorsicht geboten. Ab 39°C Körpertemperatur handelt es sich um hohes Fieber, ein Arzt sollte umgehend aufgesucht werden, wenn das Fieber länger als einen Tag andauert oder ohne erkennbaren Grund plötzlich aufgetreten ist. Ab 41°C liegt extremes Fieber, die sogenannte Hyperpyrexie, vor, welches bei schweren Virus-Infektionen, Vergiftungen oder Gehirn-Erkrankungen vorkommen kann. Bei einer Temperatur von 42,6 °C besteht absolute Lebensgefahr, die Eiweißstrukturen im Körper gerinnen.

Wie gefährlich ist Fieber bei Erwachsenen?

Hauptursachen für Fieber bei Erwachsenen sind häufige Infektionen wie zum Beispiel

  • ein Harnwegsinfekt mit Übergang in eine Nierenbeckenentzündung
  • obere und untere Atemwegsinfektionen u. a.
  • Lungenentzündung, durch Grippeviren, Pneumokokken

und/oder

  • Fieber bei gestörter Immunabwehr
  • Fieber nach Bluttransfusionen
  • erworbenes Fieber durch einen Krankenhauskeim
  • Fieber nach Eingriffen (Abszess, nekrotisierende Fasziitis)

Betrifft das Fieber Erwachsene, die schon etwas älter sind, oder Frauen während der Schwangerschaft können auch schon erhöhte Temperaturen bedrohlich werden, da gerade ältere Menschen ein schwächeres Immunsystem haben können und häufig zu wenig Flüssigkeit aufnehmen. Auch kann Fieber bei vorerkrankten Menschen mit Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs, der Lunge usw. als riskant eingestuft werden.

Was sind Fieberkrämpfe?

Unter Fieberkrämpfe werden Gelegenheitsanfälle verstanden, die bei Kindern im Rahmen fieberhafter Infekte – meist bei Temperaturen über 38°C - in Erscheinung treten können, ohne das hierbei eine Infektion des zentralen Nervensystems vorliegt. Etwa 3 – 4% aller Kinder erleiden einen Fieberkrampf. Als Ursache für Fieberkrämpfe wird das Herabsenken der Krampfschwelle bei Fieber vermutet, wobei die Erhöhung der Körpertemperatur nur eine untergeordnete Rolle spielt, da nämlich die meisten Fieberkrämpfe im Fieberanstieg auftreten. Aus diesem Grund kann eine prophylaktische Maßnahme oft schon zu spät kommen und einen Krampf nicht mehr verhindern. Das Risiko für ein erneutes Auftreten nach einem ersten Fieberkrampf beträgt 30 %, 2 bis 4 % der Kinder, die einen Fieberkrampf erlitten haben, entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Epilepsie.

Komplikationen

Bei einigen Kleinkindern kann das Auftreten eines Krampfes durch Fieber begünstigt werden, allerdings muss dies keinesfalls bedeuten, dass diese Kindern daraufhin ein Krampfleiden (Epilepsie) entwickelt. Bei einem aufgetretenen Fieberanfall sollte unbedingt versucht werden, die Körpertemperatur bei einem nächsten Fieber nicht höher als 38,5°C steigen zu lassen. Allgemeine Hauptgefahren bei hohem und anhaltendem Fieber sind:

  • Austrocknung durch Flüssigkeitsmangel
  • Herz- und Kreislaufprobleme
  • Schwindel
  • Störungen des Zentralen Nervensystems
  • körperliche Schwäche
  • Kollaps- und Sturzgefahr

Verhaltenstipps bei Fieber

Betroffene mit Fieber sollten keine körperlich anstrengenden Arbeiten verrichten, sondern sich schonen und strenge Bettruhe einhalten, wenn mittleres bis hohes Fieber vorliegt. Weitere geeignete Maßnahmen sind:

  • ausreichend Flüssigkeit trinken, da die körpereigene Abwehr Höchstleistungen erbringen muss und deshalb noch mehr Flüssigkeit als sonst benötigt
  • Wadenwickel, die für etwa 20 Minuten in Form von kühlen Tüchern um die Unterschenkel gewickelt werden, können das Fieber bei höheren Temperaturen senken
  • Erkältungsbäder sind hilfreich, um das Fieber aus dem Körper zu schwitzen – anschließend wird die Bettruhe nach dem Bad empfohlen
  • Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente wirken gegen die lästigen Gliederschmerzen und können das Fieber temporär herabsenken
  • viel schlafen

Da Fieber kein Krankheitsbild, sondern vielmehr ein Symptom einer Grunderkrankung vorliegt, richtet sich die Therapie primär gegen die auslösende Ursache, nämlich der Grunderkrankung. Die oben genannten geeigneten Maßnahmen sind symptomatische Maßnahmen des Fiebers.

J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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