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Nicht immer nur ein ästhetisches Problem: Besenreiser vermeiden und erfolgreich behandeln

Kommentar schreiben Aktualisiert am 01. August 2023

Gerade im Sommer schämen sich viele Menschen, wenn man an den nackten Beinen diese bläulich schimmernden Besenreiser sieht. Meist sind sie ja harmlos, aber man sollte trotzdem nicht leichtsinnig damit umgehen.

 

 

Was sind Besenreiser und wie erkenne ich sie?

Mit einem Durchmesser von bis zu 1 mm sind Besenreiser (Teleangiektasien) die Miniaturausgabe von Krampfadern. Die erweiterten kleinen Venen liegen in der Haut und nicht wie die größeren Krampfadern unter der Haut. Daher schimmern sie meist rötlich-bläulich durch die Haut, besonders, wenn man ein heller Typ ist. Überwiegend treten sie an den Beinen auf. Rund 60 Prozent der deutschen Erwachsenen sind davon betroffen. Der Begriff entstand übrigens durch den Vergleich mit Reisigbesen, weil sie den dünnen verzweigten Verästelungen des Reisigs ähneln. Medizinisch gesehen gehören sie aber zu den Krampfadern und treffen Frauen als auch Männer gleichermaßen.

 

Mit dem Alter nimmt auch die Häufigkeit der Erkrankung zu. Trotzdem kann es auch sehr junge Menschen treffen. Schon bei den unter 29-jährigen leiden in Deutschland etwa 14 Prozent an Besenreisern und selbst bei den 18-19-Jährigen zeigen sich bei 2 Prozent bereits die kleinen Venen. Überwiegend treten sie an den Oberschenkeln, den Innenseiten der Unterschenkel, den Kniekehlen und der Knöchelregion auf. In seltenen Fällen aber auch an der Nase oder Brust. Gibt es aber auch geografische Regionen, in denen die Menschen häufiger unter Besenreisern leiden? In einer international angelegten Studie wurde überprüft, ob Venenerkrankungen – wie so oft behauptet – im Fernen Osten weniger häufig als in der westlichen Welt vorkommen. Zwar scheint Deutschland besonders stark betroffen zu sein, dennoch sind Besenreiser und netzförmige Krampfadern ein weltweites Problem.

 

 

Was sind die Ursachen und welche Faktoren begünstigen Besenreiser?

Besenreiser können die Folge einer angeborenen Bindegewebsschwäche sein oder durch eine Venenschwäche mit Blutstauung im Venensystem entstehen. Die feinen Venen büßen im Laufe der Zeit ihre ursprüngliche Elastizität ein und leiern aus. Haben also schon Vater und Mutter Besenreiser, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder daran erkranken. Aber auch eine hormonelle Umstellung wie in der Schwangerschaft, Östrogen lockert das Bindegewebe und weitet die Gefäße, und die Wechseljahren kann die Besenreiser begünstigen.

 

Dazu sind Rauchen und Alkohol große Risikofaktoren. Diese Genussgifte können die Blutgefäße dauerhaft schädigen. Nikotin setzt dabei den Botenstoff Vasopressin frei, der die Blutgefäße verengt. Übermäßiger Alkoholkonsum führt häufig zu einer Gefäßerweiterung. Aber auch überwiegend stehende oder sitzende Berufe bergen ein Risiko, genauso wie mangelnde Bewegung, die Einnahme von Medikamenten gegen Bluthochdruck und die Pille. Dazu kommen zu enge Kleidung oder zu hohe Absätze an den Schuhen. Auch Übergewicht spielt eine erhebliche Rolle.

 

Besenreiser sind kleine, rot-blaue Verästelungen unter der Haut - Apomio Gesundheitsblog

 

Wie kann ich vorbeugen?

Ideal ist es natürlich, die oben genannten Risikofaktoren so weit wie möglich zu minimieren. Sie können aber auch aktiv einiges tun. Verändern Sie so häufig wie möglich ihre Position zwischen Sitzen, Stehen und Liegen. Das heißt auch, dass man die Beine öfter mal hochlegen sollte. Dazu spielt Sport eine große Rolle. Radfahren, Laufen und Schwimmen stärken die Wadenmuskulatur und Verbessern nicht nur den Rücklauf des Venenblutes zum Herzen, sondern auch generell die Durchblutung. Ideal ist natürlich spezielle Venengymnastik, die Ihre Wadenmuskelpumpe aktiviert. Zehn Minuten sollten Sie am Tag einplanen. Und das geht so:

 

  • Fußwippen: Heben Sie abwechselnd Zehenspitzen und Fersen an – stehend oder sitzend.
  • Zehenstandsübung: Stellen Sie sich hin, und gehen Sie mit beiden Füßen gleichzeitig in den Zehenstand, das heißt: Sie heben die Ferse an und bleiben mit dem Fußballen auf dem Boden.
  • Zehenspitzen anziehen: Bei dieser Übung bleibt die Ferse am Boden, und Sie heben die Zehenspitzen an. Die Übung können Sie im Sitzen und im Liegen durchführen.
  • Fußrollen: Setzen Sie sich, und heben Sie die Fußspitzen an, die Fersen bleiben am Boden. Rollen Sie Ihre Füße abwechselnd im und gegen den Uhrzeigersinn.
  •  


Auch eine ausgewogene Ernährung ist ganz wichtig: Gesunde Venen brauchen eine nährstoffreiche Ernährung. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte spielen hierbei eine große Rolle. Wichtig für die Venenelastizität sind zudem Omega-3-Fettsäuren. Fisch, Avocados, Leinsamen und Walnüsse bieten davon besonders hohe Mengen. Aber auch ausreichend Flüssigkeit ist wichtig. Eineinhalb bis zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee sollten es am Tag schon sein. Auch feurige Gewürze und Saucen wie Tabasco, Senf, Pfeffer, Chili oder Paprika verbessern den Blutfluss.

 

 

Ernährung für Venengesundheit auf einen Blick:

  • Ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung
  • Vollkorn statt Weißmehl
  • Viel frisches Obst und Gemüse
  • Sparsamer Umgang mit Fett und Zucker
  • Fisch, Nüsse, Avocados und Leinsamen für Omega-3-Fettsäuren
  • Dunkle Schokolade statt Vollmilchschokolade
  • Nur geringe Mengen an Fleisch (besonders rotem Fleisch)
  • Kaum, besser gar kein Alkohol
  • Kein Nikotin

 

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Es gibt aber auch spezielle pflanzliche Produkte wie Cremes, Kapseln oder Tinkturen, die einen venenschützenden Effekt haben. Das sind Präparate aus Weinlaub- aber auch Rosskastanienextrakt. Kleiden Sie sich dazu locker und bequem, und wählen Sie flache Schuhe. Wenn möglich immer mal wieder Stützstrümpfe tragen, vor allem, wenn Sie länger im Flugzeug sitzen. Kompressionsstrümpfe sind besonders in Verbindung mit Bewegung wirkungsvoll.

 

Und dann gibt es noch einen ganz hilfreichen Trick, den Sie morgens oder abends anwenden können: Duschen Sie Ihre Beine regelmäßig kalt ab. Dadurch ziehen sich die Venen zusammen und das Blut kann besser zum Herz fließen. Auch eine regelmäßige Bürstenmassage unter der Dusche kann kleine Wunder bewirken. Das Bindegewebe strafft sich und das Risiko für neue Besenreiser sinkt.

 

Wie wird diagnostiziert?

Da Besenreiser in erster Linie mit bloßem Auge erkennbar sind, reichen meist schon ein Anamnese-Gespräch und eine körperliche Untersuchung aus. Mit einer Duplex-Sonografie, also einer Ultraschall-Untersuchung, lässt sich schnell klären, ob noch andere Venenerkrankungen vorliegen.

 

Wie behandelt man sie?

Sind sie für den Patienten ein rein ästhetisches Problem, können sie mit einer Verödung (Sklerosierung) oder einer Lasertherapie beseitigt werden. Bei der Verödung wird ein Wirkstoff in die Venen gespritzt. Das führt zu einer gewollten Reizung bzw. Entzündung der Venenwand. Was bewirkt, dass sich das Blutgefäß verschließt, verklebt und schließlich stillgelegt wird, danach löst es sich langsam auf. Nach dem Eingriff wird empfohlen, entweder einen Druckverband oder Kompressionsstrümpfe für 1-14 Tage zu tragen. Bei der Lasertherapie wird der Laser entlang des zu behandelnden Gefäßes an der Hautoberfläche geführt und setzt dabei punktuelle Energie in Form von Lichtblitzen frei. Diese durchdringen die Haut, ohne sie zu verletzen. Der rote Blutfarbstoff nimmt diese Energie auf. Die Gefäßwand verschließt sich und verklebt. Damit ist der Blutdurchfluss gestoppt und der Besenreiser verschwindet. Das dauert etwa 10 bis 30 Minuten. Es können allerdings einige Wochen vergehen, bis man das Ergebnis dann auch sehen kann. Manchmal werden sogar beide Methoden kombiniert. Und denken Sie daran: Oft bedarf es auch mehrerer Behandlungssitzungen. Meist dauert eine Sitzung etwa 30 Minuten. Leider übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten nicht, da es sich um eine ästhetische Behandlung handelt. Pro Verödungs-Sitzung fallen im Schnitt 100 bis 150 Euro an, da meist mehrere Sitzungen notwendig sind, kommen Betroffene schnell auf Kosten von mehreren hundert Euro.

 

Eine Lasertherapie kann sogar bis zu 1.500 Euro kosten. Befinden sich die Besenreiser an gut sichtbaren Stellen, zum Beispiel auf der Nase oder generell im Gesicht, übernehmen manche gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Entfernung möglicherweise zumindest anteilig. Nachfragen lohnt sich.

 

Besenreiser können ein Anzeichen für folgende Krampfadern sein - Apomio Gesundheitsblog

 

Nach der Behandlung sollten Sie unbedingt das beachten: Nicht Sonnenbaden. Das behandelte Hautareal ist zunächst noch sehr lichtempfindlich nach einer Lasertherapie oder dem Veröden. Wie lange keine Sonne an die Haut darf, kann von Fall zu Fall variieren. Rund vier bis sechs Wochen sollten Sie direkte Sonnenbestrahlung jedoch meiden. Auch auf heiße Bäder und Sauna sollten Sie rund drei Tage verzichten.


Keine zu starke Bewegung. Für einige Tage nach der Behandlung durch Lasern oder Besenreiserveröden sollten Sie keinen Sport machen, der intensiv ist und/oder den Druck aufs Venensystem erhöht (zum Beispiel mit Gewichten). Herumlaufen dürfen und sollten Sie nach einer Besenreiser-Behandlung aber sogar, ebenso wie Radfahren. Das regt die Durchblutung an. Außerdem sollten Sie regelmäßig die Beine hochlegen, um sie zu entlasten.


Manche Menschen probieren das Lindern von Besenreisern aber auch mit Hausmitteln, eine gesicherte Wirkung gibt es hier allerdings nicht, also bitte vorsichtig sein. Sie wenden zum Beispiel Umschläge mit Kartoffeln oder Tomaten an. Auch pflanzliche Mittel wie Apfelessig, Arnika, Knoblauch oder Latschenkieferöl fördern in gewissem Maße die Durchblutung. Manche Patienten setzen sie ein, um den Blutabfluss aus den Besenreisern anzukurbeln.

 

Sind Besenreiser auch Warnzeichen für eine andere Erkrankung?

Die meisten Menschen sehen sie eher als ästhetisches Problem, denn sie verlaufen oft ohne Symptime.

 

Besenreiser können aber auch das erste sichtbare Anzeichen einer stärker werdenden Venenschwäche sein. Sie sind Vorläufer von Krampfadern. Und Krampfadern wiederum sind ein Risikofaktor für Venenentzündungen, die einen ernsthaften Verlauf mit Thrombosen und Schlaganfall nehmen können.

 

Besonders wenn Beschwerden wie schwere, geschwollene Beine, Kribbeln oder Missempfindungen aber vor allem auch Schmerzen hinzukommen, sollte man unbedingt einen Venenspezialisten aufsuchen und das abklären lassen.

 

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Andrea Rodat
Autor: Andrea Rodat

Andrea Rodat ist seit 30 Jahren als Journalistin mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Psychologie tätig. Sie war auch für verschiedene Magazine als Chefredakteurin und Stellvertretende Chefredakteurin verantwortlich. Seit zwei Jahren arbeitet sie als freie Autorin sowie Life und Business Coach. Sie unterstützt seit 2022 auch die Apomio-Redaktion als freie Autorin.

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