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Mönchspfeffer - für geballte Frauenpower

Kommentar schreiben Montag, 30. November 2015

Der Mönchspfeffer gehört zur grünen Apotheke und kommt seit der Antike zur Behandlung von Frauenleiden zum Einsatz – er besitzt Inhaltsstoffe, die den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen: Menstruationsbeschwerden werden verbessert und Brustempfindlichkeit sowie Beschwerden durch das prämenstruelle Syndrom, wie Reizbarkeit und Unruhezustände gemindert. Die Pflanzenart wird als natürliches Mittel besonders bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt und sehr geschätzt, da es die weiblichen Hormone normalisieren kann.

Die Pflanze

Der Mönchspfeffer, lateinisch Vitex agnus castus, ist ein sommergrüner Strauch, welcher bis zu fünf Meter hoch werden kann. Die Pflanzenart stammt aus der Gattung Vitex, wird der Familie Lippenblütler (Lamiaceae) zugeordnet und ist vorwiegend im gesamten Mittelmeergebiet, Zentralasien und Indien beheimatet. Im Volksmund bezeichnet man den Mönchspfeffer auch als Keuschlamm, Keuschbaum oder Liebfrauenbettstroh, weil der griechischen Mythologie zufolge die sexuelle Lust abgeschwächt werde (latanisch/ altgriechisch: agnus = Lamm, lateinisch: castus = keusch). Um keusch zu bleiben, habe man damals auf großen Blättern geschlafen oder sich mit den Blüten der Pflanze geschmückt. Auch die katholischen Mönche waren von der Wirkung überzeugt, weshalb sie Früchte der Pflanze aßen; daraus entstand der deutsche Name Mönchspfeffer.

Mönchspfeffer: Inhaltsstoffe

Die Wirkung von Mönchspfeffer beruht auf folgenden Inhaltsstoffen, die in den reifen Früchten enthalten sind:

  • bizyklische Diterpene
  • Iridoidglykoside (darunter Agnusid, Aucubin)
  • lipophile Flavonoide (darunter Castucin)
  • hydrophile Flavonoide (darunter Orietin, Isovitexin)
  • Triglyceride
  • Linolsäure
  • ätherisches Öl

In der Regel sind zu hohe Prolaktinwerte für gynäkologische Beschwerden verantwortlich. Diese äußern sich in einer unregelmäßigen Regelblutung, schmerzhaften Regelblutung, Ausbleiben der Regelblutung, Unfruchtbarkeit, prämenstruellem Syndrom (= Beschwerden, die vor der Regelblutung einsetzen) sowie Spannungsschmerzen in der Brust. Die Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers haben allem Anschein nach eine dopaminerge Wirkung, das heißt sie können die Funktion von Dopamin übernehmen und die hohen Prolaktinwerte senken, wodurch eine Linderung der Beschwerden erfolgt.

Wirkung von Mönchspfeffer

Die Wirksamkeit der Heilpflanze ist durch Tierversuche und kontrollierte klinische Studien teilweise belegt: In einer großen Studie an 1542 Patientinnen wurde in 57 Prozent der Fälle eine Besserung im Hinblick auf körperliche Symptome wie Brustspannen, Brustempfindlichkeit, Müdigkeit und psychische Symptome wie Unruhe und Konzentrationsmangel nachgewiesen.

Basierend auf Ergebnisse aus pharmakologischen Studien und klinischen Forschungen ist auch erwiesen, dass Mönchspfeffer zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden unterstützend beiträgt. Es wird jedoch nahe gelegt, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um den Zusammenhang zwischen der Wirksamkeit von Mönchspfeffer und den Symptomen während der Wechseljahre zu begreifen.

Anwendungsbereiche

Neben der Behandlung von gynäkologischen Beschwerden sind weitere Anwendungsbereiche zu nennen: Akne, Austritt der Muttermilch aus der Brust ohne stattgefundene Schwangerschaft, Hyperprolaktinämie, Konzentrationsschwäche.

Darreichungsformen

Mönchspfeffer sollte nur in Form von standardisierten Fertigarzneimitteln aus der Apotheke eingenommen werden. Es gibt Mönchspfeffertropfen, Mönchspfefferkapseln- oder Tabletten. Die Einnahme erfolgt einmal täglich über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ohne Unterbrechung.

Mönchspfeffer: Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen durch die Einnahme von Mönchspfeffer sind nicht bekannt. Gelegentlich kann Mönchspfeffer für juckende Hautreizungen verantwortlich sein. Während der Schwangerschaft, Stillzeit und in der Pubertät sollte Mönchspfeffer aufgrund möglicher Komplikationen nicht eingenommen werden.

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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