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Goldene Milch - Das Getränk aus der ayurvedischen Medizin

Kommentar schreiben Donnerstag, 24. Juni 2021

Goldene Milch ist mehr als ein leckeres Trendgetränk: Die warme Milch mit Gewürzen und natürlicher Süße ist seit Jahrhunderten Bestandteil der indischen Gesundheitslehre Ayurveda. Wichtigstes Gewürz und Farbgeber ist Kurkuma. Deshalb wird das Getränk bei uns auch Kurkuma Latte genannt. Ob morgens als Powerdrink in den Tag oder abends als natürliche Einschlafhilfe: Goldene Milch fördert auf unterschiedliche Weise die Gesundheit und das Wohlbefinden. Erfahren Sie hier, was Goldene Milch ist, wie sie wirkt, wie man sie selbst herstellt und wo man sie fertig kaufen kann, für wen sie gut ist und wer besser darauf verzichtet und wie die einzelnen Inhaltsstoffe gut für Ihre Gesundheit sind. 

 

 

Was ist Goldene Milch?

Goldene Milch ist ein uraltes Rezept aus dem Ayurveda. Neben dem gelb färbenden Kurkuma wird die Milch mit Ingwer, Zimt, schwarzem Pfeffer und Muskatnuss gewürzt, dazu kommt ein hochwertiges Fett wie Ghee oder Kokosöl . Wer es gerne süß hat, kann natürliche Süße wie Honig Honig, Kokosblütenzucker, Ahornsirup oder etwas Jaggery, den indischen Rohrzucker, dazu geben. Im Ayurveda gehören Gewürze zur Ernährungstherapie.

Deshalb gilt Goldene Milch nicht nur als wohlschmeckendes Getränk. Sie hat auch gesundheitsfördernde Funktionen, ist stärkend, nährend und beruhigend.1

 

Was ist das Prinzip von Ayurveda?

Ayurveda, die Lehre vom Leben, umfasst ein umfassendes Programm aus Ernährung, Heilkräuter, Ölbehandlungen, Massage, Verjüngungs- und Entgiftungskuren, Körperpflege, Yoga, Meditation und Vastu (das „indische Feng-Shui“). Ayurveda gibt Anleitung, um den ganzen Menschen, Körper, Seele und Geist, gesund zu erhalten bzw. bei Krankheit ganzheitlich zu behandeln.

Im Mittelpunkt stehen die drei Konstitutionstypen, die Doshas: Vata (Luft), Pitta (Feuer) und Kapha (Erde, Wasser). Krankheit heißt, dass die Doshas unausgeglichen sind: zu viel Pitta führt z.B. zu Wut und Entzündungen, zu viel Vata zu Nervosität und Verstopfung, ein Überschuss an Kapha zu Trägheit und Übergewicht. Ayurveda soll dazu beitragen, die Doshas auszubalancieren, was Heilung und Gesundheit bedeutet. Die Ernährung spielt dabei eine große, besonders Nahrungsmittel, die sich auf alle drei Doshas positiv auswirken. Dazu gehört die Goldene Milch.1 

 

Was sind die Vorteile von Kuhmilch?

Kuhmilch ist reich an Eiweiß und Kalzium. Der Mineralstoff ist notwendig für eine stabile Struktur der Knochen.3 Kuhmilch enthält die Aminosäure Tryptophan, die der Körper nicht selbst produzieren kann und deshalb von außen aufnehmen muss. Tryptophan ist z.B. Ausgangspunkt für die Herstellung des Glückshormons Serotonin und des Schlafhormons Melatonin im Gehirn. Deshalb liefert Kuhmilch nicht nur Nährstoffe, sondern fördert auch das seelische Wohlbefinden und den Schlaf.4  

 

Welche veganen Alternativen sind ideal für Goldene Milch?

Wer es lieber pflanzlich möchte, kann zu Mandel-, Hafer-, Reis-, Soja- oder Cashew-Milch greifen – je nachdem, welche Geschmacksrichtung Ihnen am meisten liegt. Wenn man von Sojamilch absieht, enthalten pflanzliche Alternativen jedoch weniger Eiweiß und Kalzium, allerdings auch weniger Kalorien als Kuhmilch.3 Soja- und Cashewmilch punkten als pflanzliche Milchsorten mit einem hohen Tryptophangehalt.5, 6

 

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Welche Milch hilft zum Ausgleich für welches Dosha (Konstitiutionstyp) in Goldener Milch?

Im Ayurveda werden alle Nahrungsmittel den drei Doshas zugeordnet. So wissen Sie genau, mit welcher Ernährung Sie Ihren derzeitigen Zustand am besten regulieren können. Das gilt auch für Milch: Kuhmilch ist optimal nährend in einem Vata-Zustand, d.h. wenn Sie nervös sind und unter Schlafstörungen leiden. Wenn Sie jedoch Kuhmilch nicht vertragen oder vegan leben, können Sie zu einer gehaltvollen pflanzlichen Milch, z.B. Soja-, Mandel- oder Cashewmilch greifen.

In einem Pitta-Zustand, also gereizt, cholerisch und mit Tendenz zu Bluthochdruck und Wutanfällen, körperlich übersäuert und anfällig für entzündliche Prozesse, werden fettarme Kuhmilch, Ziegenmilch oder eine pflanzliche Milch wie Hafer- oder Reismilch empfohlen. Im Kapha-Zustand, wenn Sie phlegmatisch und träge sind und auch schnell ein paar Pfunde mehr auf den Rippen haben, ist Milch nicht so vorteilhaft.1

Wenn Sie trotzdem Goldene Milch genießen wollen, nehmen Sie fettarme Kuhmilch, Ziegenmilch oder Sojamilch.2

 

Wie wirkt Goldene Milch?

Der fernöstliche Gesundheitstrunk ist wärmend, nährend und beruhigend. Goldene Milch aktiviert den Stoffwechsel, fördert die Entgiftung, regt die Verdauung an und kann zur Senkung von Blutzucker und Cholesterin beitragen, wenn genügend Kurkuma enthalten ist und die Goldene Milch regelmäßig getrunken wird. Da Goldene Milch positiv auf alle drei Konstitutionstypen wirkt, macht sie munter am Morgen, führt ausgleichend durch den Tag und verhilft zu einem erholsamen, regenerierenden Schlaf. Goldene Milch passt immer, um Ihnen gut zu tun, zu sich zurückzufinden, Ruhe zu schaffen und besserer Laune zu sein.

 

Kurkuma – verdauungsanregend, entgiftend, antioxidativ und entzündungshemmend

Was man im indischen Ayurveda und auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schon seit Jahrhunderten weiß und medizinisch anwendet, findet langsam auch bei uns Einlass in das Gesundheitswissen: Kurkuma mit seinem Hauptwirkstoff Curcumin lindert Verdauungsprobleme wie Blähungen und Völlegefühl. Die Gelbwurz mit ihrem erdigen, leicht bitteren Geschmack aus der Familie der Ingwergewächse regt die Bildung und Sekretion der Verdauungssäfte, insbesondere den Gallenfluss an und fördert so die Verdauung fettreicher Speisen.7,8

Was ist drin in der gesunden Knolle?

In 5 Gramm Kurkuma finden sich 2 mg Eisen, immerhin 16 % des Tagesbedarfs. Die orange-farbene Knolle enthält 10 % Fett, wodurch sie selbst zur besseren Aufnahme ihrer fettlöslichen Inhaltstoffe beiträgt. An Mineralstoffen bietet sie Kalium, Magnesium, Kalzium und Natrium, dazu kommen die Vitamine C, B1 und B2, wenn auch nicht in maßgeblichen Mengen.8

Welche gesundheitlichen Effekte hat Kurkuma?

Neben der verdauungsfördernden Wirkung ist Kurkuma für seine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung bekannt und erforscht. Die Wirkung setzt schon im Darm ein und kann dort entzündlichen Prozessen entgegenwirken. Ist der Darm gesund, wird auch die Abwehrkraft gestärkt.

Studien zeigen, dass die Gelbwurz bei 500 bis 1500 mg Aufnahme am Tag und Anwendung von mindestens 4 Wochen chronischen Infektionen, auch im Gehirn, entgegenwirkt. Kurkuma kann begleitend zur Senkung der Cholesterin- und Blutzuckerwerte und zur Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes seinen Einsatz finden.

Als starkes Antioxidans bindet es aggressive, freie Radikale, was Zellen und Erbgut schützt und krebshemmend wirken kann.8 Hochdosiert und 4 bis 12 Wochen angewendet kann Kurkuma Schmerzlinderung und verbesserte Beweglichkeit bei einer Kniearthrose bewirken, ohne dass bei den Studien Nebenwirkungen beobachtet wurden.9, 10, 11 Kurkuma soll die Stimmung heben und den Effekt von Antidepressiva erhöhen.8 Die Gelbwurz ist intensiv in ihren Wirkungen erforscht.12

Wie kann Kurkuma am besten vom Körper aufgenommen werden?

Trotz positiver Studienergebnisse gibt es auch kritische Stimmen zur Wirkung von Kurkuma. Sie sagen, dass die Wirkstoffe, allen voran Curcumin, nur in geringer Menge vom Körper verwertet werden können. Dabei ist inzwischen bekannt, wie die Bioverfügbarkeit der Gelbwurz verbessert werden kann: Durch Zugabe von Piperin und eine fetthaltige Substanz. Das ist bei Goldener Milch mit einer Prise frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer und Ghee bzw. Kokosöl gegeben.

 

Ingwer – anregend auf Stoffwechsel und Verdauung, durchwärmend, gegen Übelkeit

Ingwer mit seinem warmwürzigen Aroma und scharfen, zitronigen und leicht bitteren Geschmack ist die wichtigste Heilpflanze im Ayurveda, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Er durchwärmt den Körper, besänftigt den Magen, steigert die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion, lindert Brechreiz und Schwindel und fördert die Verdauung.

Ingwer steigert die Muskeltätigkeit des Darms, regt seine Durchblutung an und wirkt keimtötend. Ingwer ist eine natürliche Hilfe bei Übelkeit, auch bei Reisekrankheit und Schwangerschaftserbrechen, bei Blähungen, verstimmtem Magen, Bauchkrämpfen und Mangel an Verdauungssäften.

Die Wirkungen gehen auf die ätherischen Öle, Scharfstoffe und Bitterstoffe der auch bei uns beliebten Knolle zurück.13 Ein täglicher Verzehr von 2 g rohem Ingwer soll Muskelschmerzen reduzieren.14 Frischer Ingwer enthält Vitamin C und stimuliert zusammen mit seinen ätherischen Ölen, Scharf- und Bitterstoffen die Abwehrkräfte. Wenn Sie regelmäßig Goldene Milch genießen, fördern Sie mit Ingwer ein wohliges Bauchgefühl, eine gesunde Verdauung und ein starkes Immunsystem.

 

Schwarzer Pfeffer – verdauungsfördernd, wärmend, stimmungsaufhellend

Schwarzer Pfeffer mit seinen Scharfstoffen wärmt durch und regt mit Piperin die Sekretion von Verdauungssäften, insbesondere aus der Bauchspeicheldrüse, an. Aus ayurvedischer Sicht wird das Verdauungsfeuer Agni angefacht. Stoffwechsel, insbesondere der Fettstoffwechsel werden in Schwung gebracht. Schwarzer Pfeffer kann so seinen Beitrag zur Gewichtsreduktion leisten.

Die Schärfe wird im Mund als Schmerz wahrgenommen und löst die Ausschüttung von Endorphinen aus. Das sind körpereigene Glückshormone: Es wird nicht nur der „Schmerz“ gelindert, sondern auch die Laune gebessert. Außerdem hat Schwarzer Pfeffer die Funktion, die Bioverwertbarkeit von Kurkuma zu verbessern.15

 

Muskatnuss – anregend auf die Verdauung, krampflösend und gegen Blähungen

Die Muskatnuss ist der Fruchtkern des Muskatnussbaums. Das ätherische Öl des beliebten Gewürzes fördert die Verdauung und kann so gegen Magen- und Darm-Beschwerden helfen. Das Gewürz gibt dem ayurvedischen Trunk eine weitere wohlschmeckende und eine entspannende Komponente. Auch in der traditionellen indonesischen Medizin, wo der Muskatnussbaum ursprünglich beheimatet ist, hat man den Fruchtkern bei Verdauungsbeschwerden, Rheuma, Erkältung, Nervosität sowie als Tonikum und Aphrodisiakum eingesetzt.

Wichtig: Muskatnuss enthält die Substanz Myristicin. Sie hat bei einer Dosis von über 5 g eine berauschende bis halluzinogene Wirkung. Es treten Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Zittern, Sehstörungen und Wahnvorstellungen auf. Eine Muskatnuss wiegt 6 – 7 g und entspricht einem Esslöffel gemahlenem Gewürz. Um diese Menge geht es hier nicht. Eine Prise in Goldener Milch entfaltet ausschließlich die positiven Wirkungen.16 

 

Zimt – kurbelt den Stoffwechsel und Fettabbau an, wärmt und entspannt

Zimt wärmt von innen heraus. Er wird aus der Rinde des Zimtbaums gewonnen und ist reich an sekundären Pflanzenstoffen. Daraus ergibt sich seine antioxidative, entzündungshemmende und antikanzerogene Wirkung.17 Ein Gramm Zimt am Tag soll den Blutzucker senken können. Auch Cholesterin im Blut soll mit Zimt herabgesetzt und Fett abgebaut werden können. Dazu braucht man laut einer Studie allerdings 3 Gramm Zimt täglich. Aber auch die Prise Zimt in jeder Goldenen Milch trägt dazu bei, etwas für einen aktiven Stoffwechsel zu tun und den Geschmack abzurunden.18

 

Kardamon – entzündungshemmend, entblähend, anregend auf den Gallenfluss

Wenn Sie sich neben dem Grundrezept noch für Kardamon entscheiden, kommt ein weiteres Gewürz dazu, das den Gallenfluss für die Fettverdauung anregt und Blähungen entgegenwirkt. Kardamon mit seinem Geschmack nach Eukalyptus und Zitrone hat außerdem antioxidative, entzündungshemmende Eigenschaften. Schon die Römer sollen die Kapseln aus der Kardamonstaude gegen Verdauungsprobleme zum Einsatz gebracht haben. In der arabischen Welt hat man dem Ingwergewächs eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.19

 

Ghee – das goldene Elixier im Ayurveda

Ghee ist Butterschmalz. Er wird durch Köcheln der Butter gewonnen. Dadurch werden Milcheiweiß, Milchzucker und fast alles Wasser aus der Butter entfernt. Ghee ist Speisefett und Medizin zugleich. Die geklärte Butter wird innerlich und äußerlich für ayurvedische Behandlungen und zur allgemeinen Gesundheitsfürsorge verwendet. Ghee beruhigt und nährt vor allem das Vata-Dosha, d.h. wenn Sie nervös und schlaflos sind.

Auch für Pitta, das Dosha der Aktivität und Wut, ist Ghee geeignet. Nur in trägen Kapha-Phasen ist Ghee wie alle Fette und Öle nur in Maßen zu empfehlen. Ghee ist reich an mittelkettigen Fettsäuren und an kurzkettiger Buttersäure für eine gesunde Darmflora. Ghee unterstützt die Gesundheit und verbessert die Aufnahme von Kurkuma in den Körper.1

Wenn Sie eine vegane Goldene Milch vorziehen, können Sie ersatzweise zu Mandelöl oder Kokosöl greifen.

 

Für alle, die es süß mögen: Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup Kokosblütenzucker oder Jaggery

Honig besteht zwar zum großen Teil aus Zucker, aber er enthält auch sekundäre Pflanzenstoffe, die seine antibakterielle und antivirale Wirkung erklären, und Mineralstoffe. Honig wirkt entzündungshemmend und entgiftend. Er entspannt auch das Herz: Honig kann die Herzfrequenz senken und zur Erweiterung der Herzkranzgefäße beitragen.20 Vegane Alternativen stellen Agavendicksaft, der aufgrund seines hohen Fruktosegehalts jedoch kritisch betrachtet werden kann, Ahornsirup aus dem Saft des kanadischen Zuckerahorns, Kokosblütenzucker und Jaggery, der indische Rohrzucker, dar.

 

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Goldene Milch – Gibt es Nebenwirkungen?

Eigentlich nein! Bei Kurkuma sind selbst in hoher Dosis, die weit über den Gehalt in Goldener Milch hinausgeht, bis auf selten leichte Magen-Darm-Beschwerden keine Nebenwirkungen zu erwarten. Das zeigen auch die Studien mit wochenlanger Einnahme von 1,5 g und mehr. Auch bei den anderen Gewürzen sind bei der Menge in Goldener Milch keine Nebenwirkungen beobachtet worden.

Erst eine chronische Überdosierung von Kurkuma, Ingwer und schwarzem Pfeffer sowie eine Überdosierung von Muskatnuss kann unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Davon ist nicht auszugehen, wenn die Goldene Milch nach dem ursprünglichen Rezept zubereitet wird. Dann ist sie eine Quelle für mehr Wohlbefinden.

 

Goldene Milch – ein Genuss für alle?

Auch bei dieser Frage kommt es auf die Dosis an. Selbst bei einer großen Tasse Goldener Milch am Morgen und am Abend sind Sie auf der sicheren Seite, sich etwas Gutes zu tun. Kurkuma und Muskatnuss können nur in hoher Dosierung Einfluss auf die Wirksamkeit von Medikamenten haben. Ingwer sollte bei Gallensteinleiden und Schwangerschaftserbrechen nur nach Rücksprache mit dem Arzt verzehrt werden.

Große Mengen Muskatnuss sind bei psychischen Erkrankungen nicht angesagt und können eine abortive (abtreibende) Wirkung haben. Vorsicht in der Schwangerschaft! Diabetiker sollten aufgrund der Wechselwirkungen mit Antidiabetika, Leberkranke wegen Zimt (Cumarin-Gehalt), Menschen, die Blutverdünner einnehmen (wird durch Kurkuma verstärkt), und insbesondere Schwangere und Stillende sollten ihren Arzt fragen, bevor sie Goldene Milch trinken.

Bei Schwangeren wird der Genuss von Kurkuma und Muskatnuss grundsätzlich nicht empfohlen!8, 13, 15, 18

 

Goldene Milch zum Abnehmen?

Goldene Milch kurbelt Verdauung, Stoffwechsel und Fettabbau an. Tryptophan in Kuhmilch gilt als natürlicher Appetitzügler. Das klingt gut in den Ohren all derer, die gerne ein paar Kilos loswerden möchten. Aber so einfach ist es nicht. Goldene Milch bringt Schwung in Ihren Stoffwechsel, heizt das Verdauungsfeuer an und schafft dabei Ruhe in Seele und Geist – eine fantastische Mischung, um sich auf genussvolle Weise gut zu fühlen und etwas für Entgiftung und Entschlackung zu tun.

Wenn Sie dann noch Junkfood weglassen, stattdessen intervallfasten und sich in Ihrem Lieblingssport bewegen, dann kommen Sie Ihrer Wunschfigur schnell näher. Goldene Milch unterstützt Sie in dem Prozess, erspart aber nicht eine gesunde Ernährung und Bewegung.

 

Goldene Milch und Kinderwunsch

Wenn chronische entzündliche Prozesse Hintergrund eines unerfüllten Kinderwunsches bei der Frau sind, kann Kurkuma und damit auch Goldene Milch den Heilungsprozess unterstützen. Es gibt aber auch Anhaltspunkte, dass hochdosiertes Kurkuma den Eisprung hemmen kann.21 Studien zur Wirkung von Kurkuma bei Tieren haben die Senkung von Cholesterin und Triglyceriden (Fetten) im Blut bestätigt und gleichzeitigt eine verringerte Produktion von Spermien festgestellt.22

Auch wenn Ingwer dagegen die Fruchtbarkeit beim Mann durch erhöhte Anzahl und Beweglichkeit der Spermien23 und bei der Frau durch die Förderung der Durchblutung der Gebärmutter24 steigern soll, ist Goldene Milch zwar für viele Zwecke im Alltag hilfreich und empfehlenswert, aber als Mittel zur Steigerung der Fruchtbarkeit nicht geeignet.

 

Rezepte: So wird Goldene Milch zubereitet

Das Grundrezept für eine Portion:

 

  • 230 ml Ziegenmilch (für Pitta- und Kapha-Zustände, s.o.) oder Kuhmilch (für Vata-Zustand) oder pflanzliche Milch
  • ½ TL Ghee
  • 1 TL Kurkumapulver oder ein 2-3 cm großes Stück frisches, fein geriebenes Kurkuma (Vorsicht- färbt Hände, Kleidung, Küchenutensilien! Handschuhe anziehen!)
  • 1 TL Ingwerpulver oder ein 2-3 cm großes Stück frischer, fein geriebener Ingwer
  • 1 Prise frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise gemahlener Zimt
  • 1 Prise gemahlene Muskatnuss – nur abends
  • ½ TL Honig, Ahornsirup, Kokosblütenzucker, Agavendicksaft oder ein kleines Stück Jaggery – bei Bedarf

 

Alle Zutaten außer dem Honig in einen kleinen Topf geben, zum Kochen bringen, Temperatur reduzieren und die Milch 1 – 2 Minuten köcheln lassen. Bei etwa 40 Grad den Honig hinzufügen. Noch ein Tipp: Bei Verstopfung etwas mehr Ghee verwenden!1

 

Eine Rezept-Variation mit traditionell verwendeter Paste

Neben der täglichen Zubereitung können Sie auch eine Paste herstellen, die im Kühlschrank bis zu 14 Tage hält und nur noch zusammen mit Zucker in die Milch eingerührt werden muss. Für 1 Portion, die für eine Woche reicht:

 

  • 14 g frische Kurkumawurzel fein reiben (Handschuhe!)
  • 7 g frischer Ingwer fein reiben
  • 1 Prise frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ½ TL Zimt
  • ½ TL geriebene Muskatnuss
  • ½ TL Kardamonpulver
  • ½ TL Vanillepulver
  • ½ TL Safranfäden
  • 60 ml Wasser

 

Wasser mit den Zutaten im Mixer fein pürieren, in einen Topf geben und etwa 5 Minuten bei niedriger Temperatur rühren, bis eine feste Paste entstanden ist. Abkühlen lassen, in ein verschließbares Glasgefäß füllen und in den Kühlschrank stellen.

Die Goldene Milch stellen Sie dann ganz einfach her: 250 ml Milch in einem Topf aufwärmen, einen gehäuften Teelöffel der Fertigpaste dazu geben und etwa 2 Minuten lang unter Umrühren köcheln lassen. Dann kommen

 

  • ½ TL Kokosöl oder Ghee
  • ½ TL Kokosblütenzucker
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 1 Prise Kristallsalz

 

dazu.25 Guten Appetit!

 

Goldene Milch – Worauf Sie beim Einkauf der Zutaten achten sollten

Kaufen Sie Bio-Produkte, da bestrahlte oder anderweitig behandelte Gewürze und auch konventionell hergestellte Milch und Honig nicht gesundheitsfördernd sind. Nehmen Sie Ceylon Zimt statt Zimt, da er feiner und nicht so bitter ist und weniger Cumarine enthält.

 

Gibt es Goldene Milch auch als Fertigmischungen und Kapseln zu kaufen?

Ja, gibt es. Sie finden sie in Online-Shops, Drogerien und Bioläden unter dem Namen „Goldene Milch“ oder „Kurkuma Latte“. Goldene Milch Gewürzmischungen sind auch in Kapseln erhältlich.

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Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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