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Die 5 größten Mythen zu Mundgeruch

1 Kommentar Donnerstag, 10. September 2015

In Deutschland leiden 15 Millionen Menschen unter Mundgeruch. Das Unangenehme dabei ist, dass der Betroffene es selbst meist nicht bemerkt. Wie entsteht Mundgeruch? Und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es gegen einen schlechten Atem? Alles rund um das Tabu-Thema, das in unserer Gesellschaft mit Scham behaftet ist.

Wie entsteht Mundgeruch?

An üblem Mundgeruch leiden verhältnismäßig viele Menschen. Die Auslöser dafür liegen zu etwa 90 Prozent im Mund selbst; medizinisch ist hier die Rede von Foetor ex ore, was übersetzt „übler Geruch aus dem Mund“ bedeutet. Die schlechte Atemluft wird als Halitosis bezeichnet. Der Geruch aus dem Mund wird durch Bakterien erzeugt: Die normale Mundflora besteht nämlich aus Billionen von Mikroben, die an den Zähnen, in den Zahnzwischenräumen, in den Zahnfleischtaschen und an defekten Zahnfüllungen haften. Diese ernähren sich von Essensresten, abgestorbenen Zellen und Blut und scheiden unter anderem Schwefel-Verbindungen aus, die unsere Nase als unangenehm empfindet.

Der Mundgeruch tritt infolge chemischer Zersetzungsvorgänge als Nebenerscheinung auf. Zu den normalen Gründen für Mundgeruch zählen Getränke, die man getrunken hat und Essen, welches man am Vortag verzehrt hat, wie beispielsweise sehr würzige Gerichte oder Speisen mit Knoblauch oder Zwiebeln, die sowohl Speichel als auch Mundschleimhaut beeinflussen.

Mundgeruch kann darüber hinaus, bei nur 10 Prozent aller Betroffenen, auch aus Krankheiten entstehen. Ursachen können sein: mangelhafte Mund- und Zahnpflege (Karies, Paradontitis, Pilze) oder Prothesenpflege, Zahnfäule, bakterieller Zungenbelag, Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, chronische eitrige Mandelentzündungen, chronische Magenerkrankungen sowie Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen. Weitere Krankheiten begünstigen den üblen Mundgeruch, z.B. krankhaft erweiterte und eitrig entzündete Bronchien, eine krankhafte Speisenröhrenaussackung (Ösophagusdivertikel), chronische Harnvergiftung, eine Lungenerkrankung, Diphterie, Zuckerkrankheit und Kehlkopfentzündung.

Weitere in Frage kommende ursächliche Krankheiten bzw. Faktoren für die Entstehung von üblem Mundgeruch sind:

  • Nierenleiden
  • Leberleiden
  • Sodbrennen, Refluxerkrankung
  • manche Krebserkrankungen (erdig oder kotähnlicher Geruch)
  • bei manchen Frauen vor und während der Periode
  • charakteristischer Mundgeruch bei Alkoholikern
  • Rauchen (scharf und stechender Geruch)
  • Stress
  • gestörte Darmflora
  • Hunger, Mangelernährung
  • Fasten
  • Medikamente
  • Essensrückstände im Mund
  • verminderter Speichelfluss, trockener Mund

Die Ursachen für das Zustandekommen von Mundgeruch sind vielfältig, trotz allem sollte nicht sofort an eine ernstzunehmende Krankheit gedacht werden. Vielmehr sollte man zunächst vor allem die Mundhygiene und des weiteren die Essgewohnheiten überprüft werden. Bei auffälligem Mundgeruch sollte man unbedingt den Zahnarzt oder Hausarzt aufsuchen.

Der Test – Leide ich an Mundgeruch?

Hin und wieder hat man nach bestimmten Lebensmitteln einen schlechten Geschmack im Mund – die erste Vermutung an Mundgeruch zu leiden. Halten Sie Ihre hohle Hand vor den Mund und hauchen Sie hinein. Anschließend halten Sie Ihre hohle Hand vor die Nase und riechen Sie an Ihrer ausgeatmeten Luft. So lässt sich der Geruch Ihres Atems kontrollieren.

Sofern Sie wegen Ihres Mundgeruchs einen Arzt aufsuchen, wird dieser zunächst ein Anamnesegespräch mit Ihnen durchführen und Sie nach Krankheiten und Voroperationen, insbesondere im Mund-und Rachenbereich befragen. Im Anschluss daran wird Ihr Atem untersucht, indem der Geruch beim Sprechen sowie Atmen aus Mund und Nase beurteilt wird. Hierbei ist keine Spezialausstattung notwendig, denn erfahrene Ärzte haben sprichwörtlich „ein Näschen dafür“. Des Weiteren ist das Benutzen von Zungenabstrichen und Plaqueproben für den Geruchstest möglich. Auch kann ein Messinstrument, der sogenannte Halimeter Hinweise liefern und den Schwefelgehalt in Ihrem Atem messen.

An der Berliner Charite´ im Institut für Zahnerhaltung ist 1999 die erste Halitosis-Sprechstunde in Deutschland gegründet worden – eine Beratungsstelle, bei der Betroffene durch Fachleute behandelt werden können. Mittlerweile sind derart Sprechstunden in vielen Städten vertreten.

Medizinische Mythen

Die häufigsten Mythen zum Thema Mundgeruch sind:

Mythos: Mundgeruch ist erblich bedingt!

Diese Annahme ist falsch! Es gibt zwar bestimmte Bedingungen, die erblich bedingt sein können und zu einem schlechten Atem führen können, aber das sogenannte Mundgeruch-Gen existiert nicht.

Mythos: Mundgeruch entsteht durch den Helicobacter pylori.

Auch diese Behauptung ist falsch, denn der Helicobacter pylori ist eine der häufigsten Ursachen von Magengeschwüren, aber nicht Auslöser für die Entstehung von Mundgeruch.

Mythos: Mundgeruch lässt sich durch Probiotika beseitigen.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Probiotika in der Behandlung von Mundgeruch erfolgsbringend sind. Probiotische Lebensmittel schaffen Abhilfe und beseitigen üblen Mundgeruch.

Mythos: Mundgeruch kommt aus dem Magen

Der Mythos, Mundgeruch sei ursprünglich aus dem Magen entstanden ist nur bedingt, in seltenen Fällen, richtig. Denn eine Reinigung des Magen-Darm-Trakts bietet keine Vorteile bei der Behandlung von Mundgeruch.

Mythos: Es gibt keine Behandlung für Mundgeruch

Auch diese Behauptung ist falsch. 99 Prozent aller Patienten aus dem Zentrum für Breath in San Francisco konnten den Mundgeruch mit der Einnahme von Probiotika behandeln lasssen.

Behandlung – Tipps gegen Mundgeruch

Die Behandlung gegen Mundgeruch richtet sich nach der Ursache. Gründliche Zahnpflege ist stets Voraussetzung. Außerdem spült man den Mund häufig und gurgelt mit einem Mundwasser, Myrrhentinktur (ca. 20 Tropfen auf ein Glas Wasser), Wasserstoffperoxid 2% oder Kamillen-oder Salbeitee. Sofern der Mundgeruch aus dem Magen kommt, können Sie eine Kur mit Propolis (Bienenharz) aus dem Bienenstock machen, dessen Wirkung antibiotisch und antiviral ist.

Weitere Tipps, sowohl kurz - als auch langfristig, können sein:

  • Einnahme von Probiotika
  • Lutschen von Pastillen mit Eukalyptus
  • Kauen folgender Kräuter oder Gewächse: Thymian, Majoran, Fenchel, Anis, kleingehackte Petersilie, Dill
  • Verwendung von Zahnseide, um auch in den Zahnzwischenräumen Essensreste und Bakterien zu entfernen
  • regelmäßige professionelle Zahnreinigung
  • regelmäßiger Wechsel von Zahnbürstenköpfe
  • Zungenreinigung mit einer weichen Bürste
  • Kauen zuckerfreier Kaugummis
  • ausgewogene Ernährung
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Volksleiden Mundgeruch. Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung ist betroffen. Mit einer guten Prophylaxe geben Sie dem Mundgeruch erst gar keine Chance: Eine regelmäßige Mundhygiene gehört zur allgemeinen Körperpflege. Folglich: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

     

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

1 Kommentare

Lene – Dienstag, 28. Januar 2020
Hallo...ich leide seit vielen Jahren unter Mundgeruch...Leider weiß ich nicht, woher es kommt.... Zähne, Zahnfleisch ist alles okay. 2 mal im Jahr Zahnreinigung....Zur Magenspiegelung war ich auch gewesen...alles okay...Auch der HNO Arzt meinte alles okay... Nun mein Frage...ich bin lactoseintolerant...Kann es damit vielleicht zusammen hängen? Wäre vielleicht eine Probiotika Kur sinnvoll? Evtl. mit Lactopro? Bin echt am verzweifeln. LG Lene
Antwort von apomio.de - Ihr Preisvergleich für Apotheken-Produkte

Hallo liebe Lene, natürlich kann die Einnahme von Probiotika helfen. Du solltest mit deinem Hausarzt sprechen, welche Möglichkeiten in Frage kommen könnten, da du eben Lactoseintolerant bist. Es können zudem einige Faktoren eine Rolle spielen die zu Mundgeruch führen, daher solltest du ein Anamnesegespräch mit deinem Arzt durchführen, um eine passende Behandlung zu finden. LG dein apomio-Team

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