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Ursachen für Dehnungsstreifen: Schwaches Bindegewebe, Hormonumstellung oder Gewichtsveränderung
Die Ursachen für die Geweberisse sind vielfältig. Während der Pubertät können die Hormonumstellung und damit ein unausgewogener Östrogenspiegel bereits bei jungen Frauen zu Dehnungsstreifen führen. Auch Wachstumsschübe (bei Mädchen und Jungen) können die Striae, etwa an den Hüften, verursachen. Im Erwachsenenalter ist meist eine Schwangerschaft die Ursache für die unschönen Streifen am Bauch. Vor allem hellhäutige Frauen, bei Mehrlingsschwangerschaften oder bei starker Gewichtszunahme während der Schwangerschaft entstehen Dehnungsstreifen. Auch an den Brüsten, dem Po oder den Armen können die Streifen während der Schwangerschaft auftreten. Denn: Durch die hormonelle Veränderung wird das Hautgewebe lockerer, damit sich das Kind im Mutterleib richtig entwickeln und wachsen kann. Das Bindegewebe wird weicher und die Haut reißt schneller. Bei Männern führt starker Muskelaufbau, etwa beim Bodybuilding, oft zu Dehnungsstreifen an den Armen, Schultern oder der Brust. Übergewichtige Menschen leiden nach starker Gewichtszunahme vermehrt an Striae cutis. Auch eine Hormonbehandlung (etwa beim Cushing-Syndrom) kann die Geweberisse bedingen.
Auftreten von Dehnungsstreifen: Striemen an Bauch, Beinen und Po
Dehnungsstreifen können am ganzen Körper vorkommen. Meist sind folgende Partien betroffen:
- Bauch; seitlich
- Innenseite der Oberschenkel
- Hüften
- Busen; seitlich, halbkreisförmig um den Warzenvorhof
- Knie; vertikal verlaufend, an der Innenseite des Beins
- Schultergürtel (v.a. bei muskulösen Männern)
- Oberarme
Dehnungsstreifen vorbeugen: Öle, Massagen und Wechselbäder festigen die Haut
Gegen ein genetisch bedingt schwaches Bindegewebe kann frau leider nichts tun. Auch die Tatsache, dass sich hormonbedingt während einer Schwangerschaft das Gewebe lockert ist eine natürliche und wünschenswerte Tatsache. Deshalb müssen die Dehnungsstreifen mehr oder weniger in Kauf genommen werden. Doch das weibliche Geschlecht kann mit einigen Tricks die Haut so unterstützen, dass die Streifen weniger drastisch ausfallen oder weniger sichtbar sind. Grundsätzlich ist alles, was die Durchblutung der Haut fördert präventiv zur Behandlung von Dehnungsstreifen geeignet. Massagen mit vitaminhaltigen Ölen sollen dabei helfen Geweberisse zu vermeiden. Vitamin E ist dabei ein Wirkstoff, der positive Resultate aufzeigen soll. Auch das reichhaltige Jojobaöl pflegt die Haut und spendet Feuchtigkeit. Sanfte Zupfmassagen regen die Durchblutung an und fördern so die Elastizität des Bindegewebes an der betroffenen Stelle. Peelings sind ebenfalls geeignet, um Dehnungsstreifen vorzubeugen. Geeignete Präparate gibt es in Drogeriemärkten oder der Apotheke, aber auch eine einfache Mischung aus Zucker und Olivenöl pflegt die Haut und regt den Blutfluss an. Ebenso sollen sich Wechselbäder und Kneipp’sche Güsse eignen, um die Vitalität der Haut zu verbessern.
Gut für die Haut: Gesunde Ernährung und Sport
Das Mittel schlechthin für gesunde und straffe Haut ist eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung. Viel Obst und Gemüse, Ballaststoffe und gesättigte Fettsäuren sind gut für die Haut und das Bindegewebe. Auch ausreichend Bewegung hilft dabei, Hautschäden zu vermeiden und das Gewebe zu festigen. Sind die Dehnungsstreifen aufgrund von starker Gewichtszunahme entstanden, verschwinden sie oft nahezu komplett, wenn die zusätzlichen Kilos wieder purzeln. Auch schwangere Frauen können mit Bewegung der Bildung von Schwangerschaftsstreifen entgegenwirken. Hier empfehlen sich vor allem Gymnastik, Yoga oder Wassersportarten.
Behandlung von Geweberissen: Linderung ist möglich
Sind die hellen Striemen bereits entstanden, ist das noch kein Grund seinen Körper zu verstecken. Dehnungsstreifen sind ein normales körperliches Erscheinungsbild und sollten keine Scham hervorrufen. Doch viele Frauen leiden psychisch unter dem vermeintlichen Makel. Da es sich nicht um ein medizinisches Problem, sondern lediglich um einen ästhetischen Makel handelt, kommen die Krankenkassen nicht für eine Behandlung auf. Der Hautarzt ist bei einer geplanten Behandlung der Striae cutis die richtige Anlaufstelle. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Dehnungsstreifen zu behandeln. Dabei sollte jedem Patienten klar sein: eine Heilung gibt es nicht, die Streifen werden nicht komplett verschwinden -doch eine Verbesserung ist immer möglich.
Microneedling, Laser und Co.: Mit diesen Verfahren lässt der Arzt Schwangerschaftsstreifen verblassen
Je nach Lokalisation und Ausprägung der Dehnungsstreifen kann der Dermatologe mit verschiedenen Verfahren gegen die Streifen auf der Haut vorgehen. Eine Laser-Therapie kann dabei helfen, die Risse der Unterhaut zu kaschieren. Dabei wird die oberste Hautschicht mit dem Laser so bearbeitet und abgetragen, dass neu Haut gebildet wird. Dabei entsteht natürlicherweise Hyaluronsäure und Kollagen. Nach der Ausheilung der behandelten Stelle, sollte die Haut wieder eine natürliche Farbe angenommen haben – die weißlichen Linien verblassen. Von einer eigenständigen Behandlung mit frei verkäuflichen Dermarollern ist eher abzuraten. Eine andere Methode um Geweberisse zu behandeln ist das sogenannte Microneedling. Dabei behandelt der Hautarzt die betroffene Körperpartie mit einer Walze oder einem Stempel. Auf dem Gerät sind winzige Nadeln angebracht, die in die Haut eindringen. Diese kleinsten Verletzungen regen die Bildung und Erneuerung der Haut an: Die keinen trichterförmigen Narben werden wieder aufgefüllt. Diese Behandlung wird ebenso gegen Pigmentstörungen, Cellulite oder bei Narben eingesetzt. Auch chemische Hautpeelings sollen dabei helfen, Dehnungsstreifen unauffälliger zu machen. Die Substanzen tragen die oberste Hautschicht ab und der Körper muss mit der Bildung neuen Gewebes darauf reagieren. Welche Methode in welchem Fall die geeignete Therapie für Schwangerschaftsstreifen ist, entscheidet der Dermatologe individuell.