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Brust, Lippen und Co.? Das sind die Gefahren bei Schönheits-OP’s

1 Kommentar Dienstag, 17. Mai 2016

Aufgespritzte Lippen, Brustvergrößerung und Fettabsaugen: Schönheits-OPs boomen nicht nur in den USA. Auch in Deutschland lassen immer mehr Frauen und Männer Alterserscheinungen glätten oder die Nase gerade rücken. In der Werbung werden die OPs als kleine Eingriffe verniedlicht. In Wirklichkeit sind es Operationen wie jede andere auch. Sie haben dieselben Risiken und enden manchmal sogar tödlich. Jeder fünfte Patient eines Eingriffs für mehr Selbstbewusstsein und jugendliche Frische leidet an den Komplikationen der Operation. Häufig genug sind Nachkorrekturen notwendig. Noch eine OP, ohne dass das Ergebnis gesichert ist. Erfahren Sie hier mehr zu den Gefahren und Kosten von Schönheits-OPs und worauf Sie achten müssen, um eine guten Spezialisten  zu finden.

Was sind die Risiken einer Schönheits-OP?

Bei einer Vollnarkose kann es zu Störungen des Herz-Kreislauf-Systems kommen. Weitere Komplikationen können das das Einatmen von Mageninhalt bis in die Lunge sein, was zu Verätzungen führt, Reizungen des Halses mit Heiserkeit und Husten, Stimmritzenkrampf, Beschädigung der Frontzähne bei der Intubation und Übelkeit und Erbrechen danach. Wie bei jeder Operation können Blutungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen und Infektionen auftreten. Auch Nervenschädigungen, z.B. der Brustwarzen oder Gesichtsnerven mit der Folge von Gefühlsstörungen und Taubheitsgefühlen sind möglich. Narbenwucherungen, Abstoßungsreaktionen auf Implantate und das Absterben von Gewebe sind weitere Risiken. In seltenen Fällen tritt eine Thrombose und nachfolgende Embolie auf. Die Notwendigkeit von erneuten OPs zur Nachkorrektur ist unterschiedlich. Bei Fettabsaugungen liegt sie bei 10-50 %. Eine besondere Gefahr liegt in der fehlenden Qualifikation oder Übung des Behandlers. Kritisch wird es, wenn sogar nicht-medizinisches Personal Botox unterspritzt. Wird das Nervengift falsch angewendet, können Allergien, Gesichtslähmungen und –asymetrien die Folge sein. Weitere Risiken sind eine falsche Indikation, z.B. Übergewicht mit Fettabsaugen bekämpfen zu wollen, und eine mangelhafte Nachsorge.

Welche Gefahren gibt es bei Brustimplantaten?

Die häufigste Komplikation ist die Kapselfibrose. Der Körper bildet als Abwehrreaktion gegen den Fremdkörper eine kapselartige Kollagenschicht um das Silikonimplantat. Bei jeder fünften Frau verdickt sich diese Kapsel und wird hart. Folge sind unangenehme Spannungen, Schmerzen und Verformungen der Brust. In seltenen Fällen wird das Implantat abgestoßen. Weitere Komplikationen sind allergische Reaktionen auf das Betäubungsmittel, Entzündungen, besonders wenn das Silikonkissen über den Warzenhof eingesetzt wird, sowie Nachblutungen. Die Haut kann sich verfärben und es können sich schwulstige Narben, Falten und Runzeln bilden. Die Milchgänge und der Brustmuskel können verletzt werden. Die Brüste können nach der OP auch verschieden groß sein. Der Einsatz über die Brustfalte kann einen gefühllosen Bereich über der Narbe verursachen. Beim Einlegen über den Warzenhof ist eine Überempfindlichkeit der Brustwarzen möglich. Tropfenförmige Implantate drehen sich bei 7-14 % der Patientinnen. Dann muss noch einmal operiert werden. Die neuesten Silikonimplantate haben eine mehrschichtige Hülle und festere Struktur. Das soll vor dem Auslaufen von Silikon, dem Reißen des Kissens und dem Platzen durch den Druck des Sicherheitsgurts bei einem Unfall schützen. Auch den Luftdruckschwankungen beim Fliegen sollen sie standhalten. Es ist dennoch nicht gesichert, dass kein Silikon austritt. Es gibt unzählige Studien zur Frage, ob Silikon krebserregend ist. Im Moment lautet die Antwort Nein. Dazu gibt es allerdings auch Gegenstimmen. Ebenso wird diskutiert, inwieweit Autoimmunerkrankungen, Lymphknotenvergrößerungen und Tumore des Lymphgewebes durch die Silikonkissen ausgelöst werden. Brustimplantate halten nicht für den Rest des Lebens. Die Kissen verbleiben 10-15 Jahren in der Brust. Dann ist spätestens die nächste OP fällig.

Welche Komplikationen sind bei Fettabsaugungen möglich?

Auch wenn das Fettabsaugen nur ein minimaloperativer Eingriff ist, soll es bei jedem 10. Absaugen zu Komplikationen kommen. Jährlich ist mit 5 Todesfällen zu rechnen. Lebensbedrohliche allergische Reaktionen und bleibende Schäden werden in der Werbung als fast ausgeschlossen dargestellt. Häufige Komplikationen sind Blutergüsse und Narbenplatten, die als Unebenheit unter der Haut erkennbar sind. Durch die Irritation von Hautnerven können Taubheitsgefühle auftreten, die nach drei Monaten abgeklungen sein sollen. Der Verlust an Gewebsflüssigkeit und Blut muss bei größeren Absaugungen mit Infusionen und Blutkonserven ausgeglichen werden. Sehr selten kann es auch hier zu Embolien kommen. Interessant ist das Ergebnis von Studien, die besagen, dass die abgesaugte Fettmenge an anderen Stellen des Körpers innerhalb eines Jahres wieder eingelagert wird. Die schlanken Oberschenkel bleiben, dafür schwellen Bauch und Oberarme an. Das Gehirn merkt sich seine Ausgangsfettmenge und ist bestrebt, sie wiederherzustellen. Fettabsaugen macht deshalb nicht schlank, sondern eher fett, und das an Stellen, an denen es auch nicht zur Attraktivität beiträgt.

Woran erkennt man eine gute Qualifikation des Chirurgen?

Wenn schon eine Schönheits-OP, dann vom gut ausgebildeten, erfahrenen Spezialisten. Schönheitschirurg, kosmetischer oder ästhetischer Chirurg sind keine geschützten Begriffe. Sie sagen nichts über die Ausbildung des Operateurs aus. Ein Profi absolviert nach seinem Medizinstudium eine 6-jährige Fachausbildung und hat bei 600 Operationen assistiert. Dann erhält er den Titel Facharzt für plastische (und ästhetische) Chirurgie. Adressen sind erhältlich bei der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen und der Vereinigung Deutscher Ästhetisch-Plastischer Chirurgen. Der plastische Chirurg klärt in mindestens einem Beratungsgespräch die Motive und Erwartungen des Patienten ab. Er zeigt ihm die Grenzen der OP auf. Dann folgt eine genaue Erläuterung zu Kosten, Wirkung, möglichen Nebenwirkungen und Risiken des Eingriffs sowie die Dauer des Erfolgs der Behandlung, z.B. Botox 6 Monate, Brustimplantate 10-15 Jahre. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Nachsorge durch den Chirurg selbst. Der Patient erhält auf jeden Fall eine Bedenkzeit, bevor er unterschreibt.

Was ist bei den Kosten zu beachten?

In der Kostenauflistung müssen neben der OP auch die Kosten für Material, Narkose und Klinikaufenthalt aufgelistet sein. Ein Preisvergleich lohnt sich. Bei einer Brustvergrößerung oder –verkleinerung kann man mit 4.500 bis 7.000 Euro rechnen, eine Nasenkorrektur kommt auf 3.000 bis 6.000 Euro, das große Facelifting liegt zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Je nach Umfang kostet Fettabsaugen 1.000 bis 10.000 Euro und Faltenunterspritzen 160 bis 3.000 Euro. Im östlichen Ausland bekommt man die OP’s zu 50-70 % billiger. Hier müssen vor allem die Qualifikation des Chirurgen und die Kostenauflistung geprüft werden. Die Nachsorge entfällt aufgrund der Entfernung(!) Von diesem Unterfangen ist deshalb dringend abzuraten.

Bis auf wenige Ausnahmen werden Schönheits-OP’s nicht von der Krankenkasse übernommen. Und natürlich gibt es für die Zeit dieser medizinisch nicht notwendigen Eingriffe und ihrer eventuellen Folgeeingriffe kein Gehalt und kein Krankengeld.

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

1 Kommentare

Bettina – Dienstag, 09. Juli 2019
Eine plastische Operation ist ein Eingriff wie jeder andere. Deshalb bin ich froh, dass ich in Yes Visage einen tollen Arzt getroffen habe, der mit mir vor dem Eingriff alles erklärt hat. Nach drei Kindern habe ich eine Brustmodelation absolvieren, für die ich mich schon ein Jahr nach dem Ende des Stillens entschieden habe. Die Risiken grauen jedermann, ich habe aber alle Ratschläge und Empfehlungen zugehört und alles war problemlos. Auch die Rekonvaleszenz war schnell und problemlos, man muss viel fragen und alles einhalten.

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