Wie kann man sich vor Parasiten schützen? Donnerstag, 17. Mai 2018

Wie kann man sich vor Parasiten schützen? | apomio Gesundheitsblog © Africa Studio – fotolia.com

Parasiten, wie Zecken, Flöhe und Würmer bzw. deren Eier und Larven sind ganz leicht in die Wohnung zu kriegen, insbesondere dann wenn man Tierhalter von Hund und/oder Katze ist. Wie kann man die eigenen vier Wände vor Parasiten schützen? Welche Risiken stellen Parasiten für die Gesundheit des Menschen dar? Machen eigentlich alle Parasiten krank? Mehr dazu im folgenden Beitrag.

Parasiten sind Schmarotzer

Der Begriff Parasit beschreibt typischerweise ein Lebewesen, das seinen Wirt als Nahrungsquelle nutzt und entweder im Inneren, als Endoparasit wie beispielsweise der Bandwurm lebt, oder auf dessen Körperoberfläche als Ektoparasit, wie beispielsweise Läuse auf dem Kopf von Kindern. Per Definition ist ein Parasit kleiner als sein Wirt. Er schädigt seinen Wirt, tötet diesen aber nicht, was einen Parasiten von einem Parasitoiden unterscheidet. Einfach formuliert lebt und überlebt ein Parasit auf Kosten eines Anderen. Parasiten leben mit ihrem Wirt also nicht in einer Symbiose, sondern nutzen ihren Wirt aus.

Zu den Ekto- oder Außenparasiten zählen unter anderem:

  • Milben
  • Zecken
  • Läuse
  • Flöhe
  • Wanzen
  • Mücken

Endoparasiten, wie Würmer oder Egel befinden sich im Inneren des Wirts und können den Darm aber auch andere Organe, wie der Leber befallen. Parasiten sind nicht nur ungebetene Gäste und zudem lästig, sondern können auch Krankheiten übertragen ohne dabei selbst an diesen zu erkranken. Aber nicht alle Parasiten machen krank. Kopfläuse zum Beispiel sind keine Krankheitsüberträger. Sie beißen zwar mehrfach am Tag und verursachen oft starken, unangenehmen Juckreiz, doch im Grunde sind sie harmlos; mit chemischen Mitteln kann der Parasitenbefall bekämpft werden.

Im folgenden Beitrag werden einige Parasiten näher vorgestellt.

Wie können Sie sich vor Zecken schützen?

Unter den Parasiten zählen Zecken zu den größten Krankheitserregern. Sie sind überall auf der Welt anzutreffen und finden sich meist in der Natur; in Deutschland kommt der Holzbock am häufigsten vor. Über einen Wald- oder Wiesenspaziergang können Zecken ganz leicht zum Menschen gelangen, indem sich die Spinnentiere von einem Grashalm oder Strauch abstreifen lassen und sich dann an der Körperoberfläche des Menschen festhalten. Aus diesem Grund ist es zu empfehlen, bei einem Spaziergang in der Natur lange Hosen zu tragen und die Arme mit langen Ärmeln zu bedecken, sowie nach einem Spaziergang den gesamten Körper auf Zecken zu kontrollieren. Die Gefahr eines Zeckenbisses besteht darin, sich unter anderem mit Borreliose zu infizieren und kann Krankheitszeichen an Haut, Nervensystem, Gelenken und Herz auslösen. Weitere Infektionen, die über Zecken übertragen werden können, sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose oder einer Ehrlichiose. Nicht jede Zecke trägt die Erreger in sich. Und nicht jede infizierte Zecke steckt uns auch tatsächlich an. Trotz allem ist bei einem Zeckenbiss Vorsicht geboten. Ist ein Zeckenstich bemerkt worden oder steckt womöglich noch eine Zecke in der Haut des Menschen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, bevor man mit einer falschen Technik die Zecke eigenständig entfernen möchte und unter Umständen nicht die gesamte Zecke entfernt.

Flöhe 

Auch Flöhe bevorzugen nicht nur das Blut von Hunde und Katzen, sondern können auch den Menschen stechen und juckende Stiche hinterlassen, die sich mitunter auch entzünden können. Flöhe sind flügellöse Insekten mit mehr als 2400 Arten. Der häufigste Floh in Deutschland ist der Katzenfloh, welcher Katzen Hunde und Menschen befällt. Darüber hinaus können sich Flöhe aufgrund ihrer schnellen Entwicklung und Fortpflanzung zu einer echten Plage entwickeln, wenn sie nicht konsequent von Anfang an eliminiert werden. Flöhe können sich nämlich in Wohnungen optimal ganzjährig aufhalten und sich in den vier Wänden explosionsartig vermehren. Heutzutage ist der Floh zwar nicht mehr eine tödliche Bedrohung, wie er es im Mittelalter im Rahmen der übertragenen Pest-Erkrankung der Fall gewesen ist, aber durch Flohstiche bei Katze und Hund können oft Allergien ausgelöst werden sowie Milben und Bakterien eingeschleppt werden. Zu empfehlen sind Hygienemaßnahmen zur Vermeidung und Entfernung von Flöhen bei ihren Haustieren. Ein Einsatz entsprechender Medikamente in Form von Tabletten und Injektionen kann auch Flohangriffe vorbeugen. Häufig verwendet werden auch sogenannte Flohhalsbänder und/oder Flohpuder.

Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm ist ein 1 bis 2 Millimeter großer Bandwurm des Fuchses, der Hunde und seltener auch Katzen befallen kann. In Endemiegebieten ist jeder zweite Fuchs befallen. Geschlechtsreife Fuchsbandwürmer leben zu Tausenden im Dünndarm des Fuchses und ernähren sich vom Speisebrei; der Fuchs selbst als Wirt wird kaum beeinträchtigt. Sobald die Füchse die Eier der Fuchsbandwürmer mit dem Kot ausscheiden, sind diese noch monatelang infektiös. Nagetiere, meist Mäuse nehmen diese Eier unbewusst auf. Sie sind die Zwischenwirte für den Fuchsbandwurm. In den Magen der Nagetiere schlüpfen die Laren und bohren sich durch die Darmwand und wandern bevorzugt in die Leber, wo sie aussprossen. Durch schleichende Organzerstörung sind die Nagetieren dann irgendwann so geschwächt, dass sie für die Füchse eine leichte Beute darstellen – so schließt sich dann der Kreis. Der Mensch kann ein Fehlzwischenwirt sein. Ist der Mensch von Larven des Fuchsbandwurmes befallen, kann es zu einer schweren Erkrankung kommen, der alveolären Echinokokkose. Die Fuchsbandwürmer vermehren sich in der Leber des Menschen und rufen eine tumorähnliche Wucherung hervor, die die Leber im Laufe von Jahren zerstört. Als Haustierbesitzer empfiehlt es sich Hunde und Katzen regelmäßig zu entwurmen, denn die Vierbeiner können Wurmeier nicht nur über den Kot, sondern auch über das Fressen infizierter Zwischenwirte wie Mäuse oder über Fell und Pfoten verschleppen.

Fadenwürmer

Fadenwürmer aus dem Stamm der Nematoden werden häufig über die Nahrung aufgenommen, meist durch Verzehr von rohem Fleisch oder Fisch, in welchem sich die Larven, Trichinen, befinden. Auch mit Fäkalien verunreinigte Lebensmitteln können einen weiteren Übertragungsweg des Fadenwurms in den menschlichen Organismus darstellen. Roher Fisch, wie Sushi und Nematoden-Würmer? Durchaus möglich! Deshalb muss Fisch für Sushi vorher bei -20 Grad am besten mindestens 24 Stunden komplett durchgefroren sein, in dem Fall überleben die Würmer nämlich nicht. Wer allerdings den Fisch komplett roh und im Naturzustand unkontrolliert verzehrt, der kann sich einen auf den Menschen übertragbaren Parasiten einfangen. Allerdings werden viele Nematoden auch vom völlig fremden Milieu im menschlichen Magen bei einem sauren pH-Wer von 1-2 eher abgetötet. Wenn die Aufnahme in den menschlichen Körper doch überlebt wird, kann können diese genannten Folgen eintreten:

  • Anisakiasis (Geschwürähnliche Erscheinungen im menschlichen Darm)
  • Bauchschmerzen, allgemeine Darmprobleme
  • Verdauungsstörungen
  • Extremfall: Darmverschluss (selten!)

Prophylaktische Maßnahmen: Infektionen mit Parasiten vermeiden

Eine Infektion mit Parasiten ist bereits neben den oben genannten Vorkehrungen auch durch einfache Maßnahmen zu vermeiden:

  • Aufklärung ist nötig, Panik nicht angebracht
  • Hundekots stets entfernen
  • Pädagogisches Lehrpersonal sensibilisieren, damit sie als Multiplikatoren andere um das Thema Zoonosen bildet
  • Wissenstand um Präventionsmaßnahmen, Erkennungsmaßnahmen und Bekämpfungsmaßnahmen
  • einfache Hygienemaßnahmen, vor allem Kinder, anwenden können
  • Distanz halten vor kontaminierter Umgebung: Minimierung des Expositionsrisikos
Autor: J. Ehresmann

Judith Ehresmann ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Ehresmann schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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