Leben ohne Zucker: Schöner, gesünder, besser? Donnerstag, 08. Februar 2018

Leben ohne Zucker: Schöner, gesünder, besser? | apomio-Gesundheitsblog © Stockwerk-Fotodesign – Fotolia.com

Zucker ist nicht gleich Zucker. Der Zucker in Kirschen versorgt mit Vitaminen und Mineralstoffen im Gepäck optimal den Körper. Raffinierter Zucker in Süßigkeiten, Brot, Säften, Milch- und Fertigprodukten dagegen produziert schwindelerregende Blutzuckerschwankungen. Dem kurzen Energie-Kick folgt lähmende Trägheit. Der nächste Schokoriegel wird es schon richten. Ein Teufelskreis beginnt.

Um diesen Zucker geht es hier. Er schlägt auf die Gesundheit. Dass dieser Zucker die Zähne zerstört und dick macht, ist gemeinhin bekannt. Dass er auch Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfällen Vorschub leistet, die Haut altern lässt und das Gehirn schrumpft, ist weniger verbreitet. Eine Frage, bei der auch die Wissenschaftler noch uneins sind, ist die Rolle von Zucker bei Krebs. Füttert das weiße Kristall tatsächlich die entarteten Zellen? Wie wirkt raffinierter Zucker auf den Körper? Welche Alternativen gibt es?

Wofür braucht der Körper Zucker?

Hauptaufgabe von Zucker bzw. Kohlenhydraten ist es, Energie zu liefern und zu speichern. Gehirn und Blutzellen z.B. gewinnen ihre Energie ausschließlich aus Glukose (Traubenzucker). Außerdem ist er an der Produktion von Lipiden, Aminosäuren, Glykoproteinen und anderen Substanzen beteiligt.

Was ist der natürliche Kreislauf von Zucker im Körper?

Zucker wird mithilfe von Verdauungssäften in seine kleinsten Bestandteile wie Glukose oder Fruktose zerlegt. Große Zuckermoleküle werden langsam verdaut und gelangen auch langsam ins Blut. Raffinierter Zucker wie Haushaltszucker besteht nur aus 2 Molekülen. Er wird schnell im Körper abgebaut und gelangt sofort ins Blut.

Steigt der Blutzucker nach dem Essen, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Das Hormon transportiert die Glukose aus dem Blut ins Gewebe, um den Blutzucker wieder zu normalisieren. Was nicht benötigt wird, baut die Leber zu Glykogen um und speichert es ein. Was darüber hinausgeht, wird in Fettsäuren umgewandelt und im Fettgewebe gespeichert. Sinkt der Blutzucker, schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Glukagon aus. Die Vorräte in der Leber werden wieder zu Glukose abgebaut und stehen als Energielieferanten zur Verfügung.

Warum erhöht raffinierter Zucker das Risiko für Diabetes?

Stehen Weißmehlprodukte, Softdrinks und Süßigkeiten ganz oben auf dem Speiseplan, wird der Körper von schnell abbaubarem Zucker überschüttet. Der Blutzuckerspiegel schnellt nach oben. Insulin wird in großer Menge ausgeschüttet, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Zuckerschock und Insulinschock folgen aufeinander. Der Blutzucker fällt unter den Normalpegel. Heißhunger ist die Folge. Zuckerhaltige Nahrung oder Drinks werden zugeführt. Der Kreislauf beginnt von vorne.

Folge ist eine zunehmende Insulinresistenz der Zellen: Sie nehmen trotz vorhandenem Insulin nicht ausreichend Zucker auf. Der Blutzuckerspiegel wird nicht auf die Norm gesenkt. Es entsteht Diabetes vom Typ 2. Früher nannte man ihn Alterszucker. Heute wird er schon bei Schulkindern diagnostiziert.

Wie wirkt Zucker schädigend auf Zähne, Gewicht und Herz?

Zum Ausgleich des überhöhten Blutzuckers werden Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium benötigt. Sie fehlen dann in den Knochen, Zähnen und bei Stoffwechselprozessen. Zucker zersetzt die Zähne und macht dick. Raffinierter Zucker wird bis zu 5-mal schneller zu Fett umgebaut wie Stärke. Da er über die Leber verstoffwechselt wird, entsteht eine Fettleber. Blutfettwerte und Blutdruck steigen, Arteriosklerose entwickelt sich. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird erhöht.

Wie wirkt Zucker auf die Haut?

Zucker beschleunigt die Hautalterung. Bei seiner Verstoffwechslung entstehen sogenannte fortgeschrittene Kohlenhydrat-Endprodukte. Sie schädigen Blutgefäße und Kollagen, das die Haut straff und elastisch hält. Das Gewebe verzuckert, die Zellen altern schneller. Haut und Bindegewebe bauen ab.

Wie schädigt Zucker das Immunsystem?

Zucker schwächt die Abwehrkräfte. Schon die durchschnittlich konsumierte Menge senkt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems. Zucker aktiviert Entzündungsstoffe. Sie verursachen die sich langsam entwickelnden Low-Grade-Infektionen. Sie spielen auch bei der Krebs-Entstehung eine Rolle.

Welche negative Wirkung hat Zucker auf das Gehirn?

Das Gehirn braucht zwar sehr viel Energie: 120 g in Form von Glukose am Tag. Mehr aber auch nicht. Ein hoher Zuckerkonsum führt zum Abbau von Gehirnstrukturen. Besonders betroffen ist der Hippocampus, der für die Überführung von Inhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis und die gesamte Koordination der Gedächtnisinhalte zuständig ist. Schrumpft diese Struktur ein, kann man sich immer weniger merken und verliert so an geistigen Fähigkeiten.

Wie schlägt Zucker auf unser Gemüt und ändert das Verhalten?

Nimmt das Volumen des Hippocampus ab, führt es zu depressiven Stimmungen und emotionalem Dauerstress. Man wird fahrig, unkonzentriert und verliert gleichzeitig an Antrieb und Motivation. Auch ein Zusammenhang zwischen hohem Zuckerkonsum und ADHS sowie aggressivem Verhalten wird diskutiert. Zucker macht süchtig. Er aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn. Dopamin, ein Glückshormon, wird ausgeschüttet. Das Gefühl will man natürlich immer wieder haben.

Trägt Zucker zum Wachstum von Krebszellen bei?

Dem Krebsforschungsinstitut Heidelberg zufolge ist die Hypothese, dass Krebszellen mit ihrem hohen Zuckerbedarf durch zuckerlastige Ernährung im Wachstum gefördert, also regelrecht gefüttert werden, noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Dasselbe gilt für den Nutzen einer ketogenen Ernährung zur begleitenden Krebstherapie. Bei ihr wird auf alle Kohlenhydrate, auch Nudeln, Reis und Kartoffeln verzichtet.

Andererseits wurde bei Tierversuchen festgestellt, dass das Krebsrisiko bei der Gabe von Zucker verdoppelt wird: 30 % der Versuchstiere entwickelten nach 6 Monaten Brustkrebs. Verabreichte man Ihnen Zucker, stieg die Krebsrate auf 60 %. Die Forscher vermuteten einen Zusammenhang mit dem entzündungsfördernden Effekt von Zucker.

Eine andere Studie zeigte, dass auch bei Krebszellen Zucker nicht gleich Zucker ist. Bauchspeichelkrebszellen breiteten sich im Labor bei der Gabe von raffinierter Fruktose deutlich schneller aus als mit Glukose. Das heißt, dass Lebensmittel mit raffinierte Fruktose besser gemieden werden sollten. Dazu zählen Fertiggerichte wie Suppen, Soßen, Konserven, Brot und Softdrinks. Andere Bezeichnungen für die Fruktose sind Sirup und Maissirup.

Diagnostisch wird der hohe Zuckerkonsum von Tumoren durch die Anwendung des PET Scans genutzt. Dem Patienten wird eine radioaktive Zuckerlösung injiziert. So wird erkennbar gemacht, wo der Körper eine große Menge Zucker verbraucht. Das sind immer das Gehirn und die Nieren. Ist der Zuckerverbrauch noch an anderer Stelle so hoch, kann man von einem Tumor in diesem Bereich ausgehen.

Welche Alternativen zu normalem Zucker gibt es?

Da Süßstoffe auch umstritten sind, bleiben natürliche Süßungsmittel: Xylit aus der Birkenrinde, das gegen Karies und entzündungshemmend wirkt, Stevia und Kokosblütenzucker. Stevia wird aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen und hat eine hohe Süßkraft. Kokosblütenzucker aus dem Blütennektar der Kokospalme zeichnet sich durch einen niedrigen glykämischen Index aus. Der Blutzuckerspiegel wird nur wenig erhöht.

Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm ist Heilpraktikerin und hatte 8 Jahre die Leitung des Bereichs Fachfortbildungen in Naturheilkunde und Psychotherapie einer großen Heilpraktikerschule in Deutschland und der Schweiz. Heute leitet sie ihr eigenes Ausbildungsinstitut und ist Autorin von Fachbüchern und Artikeln zum Thema Gesundheit, Prävention, natürliches Heilen und Persönlichkeitsentwicklung.

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