Genitalherpes: Virusinfektion erkennen und behandeln Sonntag, 03. Dezember 2017

Genitalherpes: Virusinfektion erkennen und behandeln | apomio Gesundheitsblog © chrupka – Fotolia.com

Genitalherpes gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten und wird von Herpesviren verursacht. Die Erreger schlummern nach der Erstinfektion ein Leben lang im Körper – Herpes genitalis kann daher immer wieder ausbrechen. Erfahren Sie hier, wie sich Genitalherpes äußert, wie die Infektion behandelt wird und wie Sie sich davor schützen. 

Es juckt im Intimbereich, die Haut ist empfindlich und gerötet und kleine Bläschen bilden sich: Das alles sind Anzeichen für eine Herpesinfektion. Herpes genitalis wird in etwa 80 Prozent der Fälle durch Herpes-simplex Viren vom Typ 2 verursacht. Typ 1 des Erregers ist vor allem für Lippenherpes verantwortlich, doch auch diese Variation des Virus kann zu Problemen an Vagina, Penis und After führen.

Die Infektion mit Genitalherpes erfolgt in den meisten Fällen durch Geschlechtsverkehr. Ist der Sexualpartner infiziert, gelangen die Viren über minimale Verletzungen der Schleimhäute im Intimbereich in den Organismus und vermehren sich dort. Auch eine Schmierinfektion über verunreinigte Gegenstände ist möglich. Gemeinsam benutzte Handtücher, ein gebrauchtes Kondom oder getragene Unterwäsche sind Risikofaktoren. Die Viren befallen das Nervensystem und lagern sich vor allem an den Nervenwurzeln an. Ist die erste Infektion überwunden verfallen die Erreger hier in eine Art Ruhemodus und schlummern unentdeckt im Körper. Genitalherpes tritt meist ab dem Beginn der sexuellen Aktivität auf. Durch häufig wechselnde Geschlechtspartner und ungeschützten Verkehr steigt das Erkrankungsrisiko.

Genitalherpes: Die Symptome erkennen

Circa ein bis zwei Wochen nach der Infektion mit den Herpes Viren treten die ersten Symptome auf. Die Haut im Intimbereich kann hierbei brennen, jucken oder spannen. Es kommt zu Schmerzen beim Urinieren, glasigem Ausfluss aus Scheide oder Penis und einer Schwellung der gesamten Region. Im Anschluss bilden sich die typischen Herpesbläschen und füllen sich mit hoch infektiöser Flüssigkeit. Die Bläschen treten gruppiert auf und können bei schweren Verläufen der Infektion ein großes Körperareal befallen.

Etwa eine Woche nach dem Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen platzen die Bläschen auf und das Sekret entweicht. Die offenen Stellen verkrusten nach und nach bis diese Kruste schließlich abfällt und die Infektion ausgestanden ist.

Die Erstinfektion (auch Primärinfektion genannt) verläuft in vielen Fällen sehr unauffällig, sodass der Betroffene nichts von der Erkrankung weiß. Experten vermuten, dass etwa 20 Prozent der Erwachsenen das Virus in sich tragen.

Reaktivierung der Erkrankung: Herpes genitalis kommt zurück

Auch wenn die erste Infektion ausgestanden ist, sind Betroffene nicht aus dem Schneider: Die Herpesviren bleiben im Körper und können immer wieder ausbrechen. Die Viren werden wieder aktiv und wandern von den Nervenknoten in Richtung Hautoberfläche. Diese Reaktivierung (auch Rezidivinfektion genannt) verläuft weniger ausgeprägt als die Erstinfektion.

Vor allem bei einem geschwächten Immunsystem haben die Viren eine Chance sich erneut auszubreiten. So kommt es im Zuge einer anderen Erkrankung, vermehrter UV-Strahlung, erhöhtem Stress oder eines Hormonungleichgewichts zu einem erneuten Krankheitsausbruch. Die Häufigkeit der Herpesausbrüche ist von Patient zu Patient verschieden. Bei einer Immunschwäche treten die Beschwerden häufiger auf als bei gesunden Personen.

Behandlung von Genitalherpes: Antivirale Medikamente dämmen die Infektion ein

Treten die beschriebenen Symptome auf, ist umgehend ein Mediziner aufzusuchen. Bei Frauen ist der behandelnde Gynäkologe der Ansprechpartner der Wahl, Männer können sich an den Hausarzt oder den Urologen wenden. Der Mediziner wird zunächst die betroffene Körperregion untersuchen und einen Abstrich machen. Durch die Analyse des Gewebes können die Herpesviren meist nachgewiesen und der Typ bestimmt werden.

Handelt es sich um Genitalherpes verschreibt der Arzt ein antivirales Mittel. Diese sogenannten Virustatika sind in Form von Salben (bei leichten Verläufen), Tabletten oder als Infusion (bei stark ausgeprägter Infektion) einsetzbar. Es kommen die Wirkstoffe Aciclovir oder Penciclovir zum Einsatz. Von einer Selbstbehandlung ist in jedem Fall abzusehen – andere Geschlechtserkrankungen wie Vaginalpilz oder bakterielle Vaginose äußern sich durch ähnliche Symptome. Die Ursache muss vor der Behandlung ärztlich abgeklärt werden.

Sind die Krankheitsanzeichen schmerzhaft, können betäubende Salben oder Schmerzmittel angewandt werden. Der Wirkstoff Diclofenac eignet sich zur Therapie.

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Komplikationen und Krankheitsverlauf bei Genitalherpes

In den meisten Fällen heilt akuter Genitalherpes nach ein bis zwei Wochen von allein aus. Komplikationen sind bei einem normalen Verlauf nicht zu erwarten. Bei Patienten mit Immunschwäche wie HIV können die Viren allerdings über die Blutbahn in die inneren Organe oder das Gehirn gelangen und dort zu Beschwerden führen. Eine Entzündung des Gehirns (Herpes-Enzephalitis) kann eine Folge sein.

Auch während einer Schwangerschaft ist eine Infektion mit Genitalherpes gefährlich: Bei der Geburt können die Viren auf das Kind übergehen und zu Komplikationen führen. Ist die Herpesinfektion bekannt, muss immer der Gynäkologe informiert werden. Schwangeren Frauen, die das Herpesvirus in sich tragen, wird meist zu einem Kaiserschnitt geraten, um das Baby nicht zu gefährden.

Herpes genitalis vorbeugen: Auslöser vermeiden

Um eine Rezidivinfektion zu verhindern, sollten Betroffene auslösende Faktoren meiden und auf einen gesunden und ausgeglichenen Lebensstil achten. Ausreichend Schlaf und ein regelmäßiger Schlafrhythmus wirken sich positiv auf den Hormonhaushalt und das Stresslevel aus. Eine gesunde Ernährung und Bewegung stärken das Immunsystem und verhindern so das Wiederkehren der Erkrankung. Im Sommer sollte gut auf den Schutz vor UV-Strahlen geachtet werden, da sie als Risikofaktor für einen erneuten Krankheitsausbruch gelten.

Bei akutem Genitalherpes sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Das Sekret aus den Herpesbläschen ist hochinfektiös und kann den Partner leicht befallen. Kondome reduzieren zwar das Risiko einer Herpesinfektion, treten die Bläschen allerdings im Umfeld von Vagina und Penis auf, bietet ein Präservativ keinen ausreichenden Schutz.

Eine gute Hygiene ist die beste Prävention von Krankheiten. Dazu gehört das regelmäßige Händewaschen, täglicher Kleidungswechsel (vor allem Unterwäsche) und das regelmäßige Wechseln und Waschen von Handtüchern und Bettwäsche. Fallen Ihnen bei ihrem Partner Bläschen oder andere Veränderungen an den Genitalien auf, ist es ratsam Abstand zu nehmen. Bläschen sollte man niemals öffnen und ausdrücken, Geschwüre nicht anfassen, da sich sonst das infektiöse Material verbreitet.

Kommt es immer wieder (mehr als sechsmal im Jahr) zu einem Herpes-Ausbruch, können Virostatika präventiv eingenommen werden.

Übertragung von Lippenherpes

Auch die Viren, die Lippenherpes verursachen können zu Beschwerden im Genitalbereich führen. Durch Oralverkehr können die Erreger in die Intimzone gelangen und Genitalherpes verursachen. Daher sollte auch mit Lippenherpes auf sexuellen Kontakt verzichtet werden.

Etwa 90 Prozent der Erwachsenen haben sich unbemerkt mit Herpes-simplex Typ 1 (Lippenherpes) infiziert. Dies geschieht meist bereits im Kindesalter durch eine Schmierinfektion. Die gemeinsame Nutzung von Besteck, Gläsern oder Spielzeug führt zur Infektion. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass es zu einem erneuten Ausbruch von Herpes kommen muss.

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Seit Juli 2014 arbeitet Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion und im online Marketing bei apomio.de. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation an der Hochschule Ansbach.

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