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Was ist der ideale Abstand zwischen einer Geburt und einer erneuten Schwangerschaft?

Kommentar schreiben Freitag, 04. Januar 2019

Die Schwangerschaft ist ein Zeitabschnitt im Leben der Frau, welcher erhöhte Anforderungen an den Organismus darstellt. Was sollte demnach der ideale Abstand sein, um nach einer Geburt wieder schwanger zu werden? Sollte man dem Körper zunächst eine „Pause“ gönnen? Oder ist schnell wieder schwanger werden eher unbedenklich? Mehr zu diesem Thema im folgenden Beitrag.

 

Die Schwangerschaft

 

Jede Schwangerschaft stellt erhöhte Anforderungen an alle Organsysteme des weiblichen Organismus. Besonders gefordert werde dabei die hormonellen Systeme, das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem und die wichtigen Stoffwechselorgane Leber und Niere.

Daher ist es erstrebenswert, dass sich die Frau bei Eintritt der Schwangerschaft in einer guten gesundheitlichen Verfassung befindet.

Den erhöhten Anforderungen einer Schwangerschaft ist eine Frau umso besser gewachsen, je stabiler ihr Gesundheitszustand ist.

Wie sollte da der ideale Abstand zwischen zwei Geburten ausschauen?

Schnell wieder schwanger werden?

Insbesondere dann, wenn der Kinderwunsch erst spät erfüllt werden konnte, weil man beispielsweise berufliche Karrierechancen wahrnehmen wollte und die Familienplanung daher nach hinten verlegt hatte?

Tatsächlich ist es so, dass kurz aufeinander liegenden Schwangerschaften Risiken bergen.

Auch wenn der Wunsch da ist, zeitnah und schnell die Familienplanung abschließen zu können, sollte sich die Frau nach der Geburt eines Kindes mit der nächsten Schwangerschaft etwas Zeit lassen.

Zu diesem Ergebnis ist eine Studie aus Kanada, erschienen im Fachmagazin Jama Internal Medicine, gekommen: über 148.000 Schwangerschaften sind von über 123.000 Frauen in der kanadischen Provinz British Columbia ausgewertet worden.

Die Hauptautorin der Universität von British Columbia teilte mit: Unsere Studie hat ein gestiegenes Risiko sowohl für die Mutter als auch für das Baby festgestellt, wenn Schwangerschaften eng aufeinanderfolgen“.

Diese Erkenntnis ist besonders für ältere Frauen, die sich bewusst für kurze Pausen zwischen zwei Schwangerschaften entscheiden, wichtig und zu beherzigen!

Denn bei 1,2 Prozent der Frauen über 35 Jahren, die weniger als sechs Monate nach einer Geburt wieder schwanger wurden, traten der Studie zufolge schlimme Komplikationen auf; in seltenen Einzelfällen starben die Frauen sogar vor, während oder kurz nach der Geburt. Das Risiko, Komplikationen zu erleiden, minimierte sich auf etwa 0,5 Prozent, wenn eine Pause von mindestens 18 Monaten eingelegt worden war.

Ein erhöhtes Komplikationsrisiko bestand zwar bei jüngeren Frauen, in einem Alter zwischen 20 und 34 Jahren, nicht, dafür war aber das Risiko einer Frühgeburt gegeben, wenn nach der Geburt eine sehr zeitnahe erneute Schwangerschaft beobachtet wurde.

Die Empfehlung der kanadischen Studie ist folgende:

Zwischen einer Geburt und einer erneuten Schwangerschaft sollte mindestens ein Jahr liegen.

 

Ältere Empfehlungen zum Abstand zwischen Geburt und einer erneuten Schwangerschaft

 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfahl im Jahr 2005 noch, dass nach einer Schwangerschaft eine Auszeit von 24 Monaten genommen werden sollte, um dann wieder schwanger zu werden. Die aktuelle Empfehlung der kanadischen Studie muss demnach nicht nur abschrecken und Frauen, die zu sehr kurzen Pausen tendieren, warnen, sondern könnte auch Frauen mit Kinderwunsch, die der Empfehlung von 2005 nachgehen, darin bestärken, früher ein weiteres Kind zu planen.

In der Studie wird als das Intervall als "optimales Intervall zwischen den Schwangerschaften" von etwa 18 Monaten, mit einem Spielraum zwischen 12 und 24 Monaten genannt.

 

Kurze Schwangerschaftspause als „rationale Entscheidung“

 

In Deutschland betrug das Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt ihrer Kinder 31,2 Jahre. Im Jahr 1991 hat man noch ein Durchschnittsalter von 27,9 Jahren vermerken können – in den letzten Jahrzehnten konnte demnach ein Anstieg beobachtet werden, das darin begründet ist, dass das Alter der Mütter aufgrund ihrer Karrieremöglichkeiten gestiegen ist. Klinikärzte sollten verstehen können, dass auch Frauen über 35 Jahre mehr Kinder wünschen als empfohlen und früher gebären wollen, so die Forscherinnen in einem Kommentar zu der Studie. In diesem Fall sind die Risiken abzuwägen und individuell nach ärztlicher Absprache und unter ärztlicher Aufsicht zu berücksichtigen.

 

Erholung nach einer Geburt

 

Die Schwangerschaft ist ein Zeitabschnitt im Leben der Frau, in der sich eine befruchtete Eizelle in ihrem Körper zum Kind entwickelt, das nach entsprechendem Wachstum und Reifung geboren wird. Gut 40 Wochen werden benötigt, in welchen sich der Körper einer Frau vor der Geburt verändert. Nach der Geburt braucht dieser Körper Zeit, sich wieder zu erholen. Als Wochenbett wird jener Zeitraum bezeichnet, der vom weiblichen Organismus für die Rückbildung der Geschlechtsorgane und der Schwangerschaftsveränderungen auf den Normalzustand benötigt wird. Im Allgemeinen umfasst er sechs bis acht Wochen nach einer Entbindung oder auch genannt 40 Tage.

Frauen sollten sich nicht zu schnell zu viel vornehmen.

Häufig wird ein völlig falsches Bild von der Zeit nach der Geburt vermittelt, wenn man in den Medien Models sieht, die bereits wenige Wochen nach einer Geburt wieder in Unterwäsche über den Laufsteg laufen oder Prinzessinnen, die nur wenige Stunden nach der Entbindung mit dem Baby vor der Kamera in der Öffentlichkeit stehen, als sei nichts gewesen.

Die Regeneration von neun Monaten Schwangerschaft ist wichtig, man sollte sich nicht zu viel zumuten und die Vorstellung nach nur 40 Tagen Erholung und weiteren 4 Monaten, also nur 6 Monate Abstand zwischen Geburt und erneuter Schwangerschaft, erscheint dann nachvollziehbar doch recht kurz.

 

 

J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Judith Ehresmann ist als gelernte Operationstechnische und Chirurgischtechnische Assistentin in einem Krankenhaus beschäftigt. Das Schreiben hat sich immer mehr als Gegengewicht zu ihrem Vollzeitberuf im Gesundheitswesen entwickelt. Vor allem auch als Ausdruck ihres medizinischen Interesses, mit dem Wunsch, dieses auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Frau Ehresmann schreibt unter anderem für den Thieme Verlag und ist seit November 2014 auch als Autorin für apomio.de tätig.

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