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Achtung: Winter für Vierbeiner - Pfoten schützen

Kommentar schreiben Donnerstag, 08. Januar 2015

In der kalten Jahreszeit können Kälte, gefrorene Bürgersteige sowie Wege, Schneefall und Streusalz den Pfoten der Vierbeiner besonders zusetzen. Rissige und spröde Pfoten beeinträchtigen das Wohlbefinden von Hund und Katze und können Spaziergänge zur Qual machen. Ausreichender Pfotenschutz kann diese Probleme vorbeugen.

Pflegeschutzprogramm im Winter

Winterkleidung für Hund und Katze? Nur in seltenen Fällen sei dies zu empfehlen, denn in der Regel schützt das vorhandene Fell die Tiere vor Kälte und Nässe. Und allgemein macht die Kälte den Vierbeinern weniger zu schaffen, als die Hunde-und Katzenbesitzer häufig befürchten. Diese Meinung teilt auch der Experte Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzverbund: „Handelt es sich allerdings um ein altes, krankes Tier oder um eine Hunderasse mit einem sehr kurzen Fell, kann ein geeigneter Mantel oder Pullover sinnvoll sein. Wichtig ist, dass das Kleidungsstück leicht ist und der Vierbeiner ungehindert darin laufen und toben kann. Daher ist eine perfekte Passform weitaus wichtiger als der modische Gesichtspunkt. Beim Material sollte man darauf achten, dass dieses möglichst naturbelassen ist und keinerlei Duftstoffe oder chemische Zusätze enthält". Zu den Hunderassen, die im Winter ohne Pullover zu Zittern beginnen, zählt beispielsweise der Chihuahua, der verglichen mit einem Bernhardiner wenig Fell besitzt.

Viel wichtiger ist es nämlich, den Pfoten der Vierbeiner Beachtung zu schenken. Denn während Autos winterfest gemacht werden und sich die Menschen in dicke Pullover, Jacken, Mützen, Handschuhen und Winterschuhen kleiden, gerät die vorbeugende Pfotenpflege des Haustieres und der Schutz vor den extremen Temperaturen in Vergessenheit.

Ein Pfotenschutz-Programm kann Ihr Haustier vor Beeinträchtigungen wie Schnee-und Eisklumpenbildungen an den Pfoten, Streusalz, Streusplitt und Eis effektiv schützen und lässt den Vierbeiner optimal durch den Winter kommen.

Schnee-und Eisklumpen können Verletzungen herbeirufen

Egal wie viel Spaß und Freude Ihr Hund beim Herumtollen und Spielen im Schnee hat, langfristig betrachtet können sich Schnee-und Eisklumpen an den Pfoten bilden, die die Ballen und die Zehenhaut aufreiben und Verletzungen, offene Wunden sowie Entzündungen verursachen können und das Tier plötzlich anfängt zu humpeln. Deswegen ist es in der kalten Jahreszeit besonders wichtig das Fell an den Pfoten regelmäßig zu stutzen, denn lange Haare begünstigen die Bildung von Schnee-und Eisballen. Das Prozedere der Pfoten-und Ballenpflege ist auch bei Katzen, die sich nicht ausschließlich zu Hause aufhalten, empfehlenswert. Am Einfachsten ist dies mit einer Pfotenschere durchzuführen; Hunde sind im Vergleich zu Katzen umgänglicher und geduldiger, weswegen es vorkommen kann, dass Sie bei Katzen ein wenig mehr Zeit für das Stutzen der Haare aufbringen müssen.

Von Pfotensprays bis hin zum Auftragen von Vaseline

Besonders im Winter sollten die Pfoten Ihres Haustieres regelmäßig auf Risse und Verletzungen kontrolliert werden. Überprüfen Sie, ob sich eventuell verklebter Schnee zwischen den Ballen befindet, der umgehend entfernt werden sollte, damit keine Scheuerstellen sowie Verletzungen entstehen können. Generell ist bei eisigen Temperaturen von langen Spaziergängen abzuraten; vielmehr sind häufige kurze Spaziergänge zu empfehlen, denn dann sind die Pfoten nicht zu lange der Kälte ausgesetzt und können sich zwischendurch regenerieren. Vor dem Gassigehen ist es darüber hinaus hilfreich, eine dicke Schicht Vaseline auf die Ballen aufzutragen, was eine kostengünstige Variante zur Pfotenpflege darstellt. Ebenfalls sei ein „sanftes Einreiben mit Melkfett, Hirschtalg oder einer speziellen Pfoten-Creme auf rein natürlicher Basis für die empfindliche Haut des Tieres" unterstützend. Auch die Pfoten der Katzen können mit diesen Pflegeprodukten behandelt werden.

Sogenannte Pfotensprays bieten einen optimalen Schutz gegen Schnee, Salz, Eis und Schmutz und wirken weichmachend sowie rückfettend. Darüber hinaus bringen sie Linderung bei rissigen Pfoten und desinfizieren kleine Wunden und Kratzer. Die Benutzung dieser Pfotensprays ist umweltfreundlich und erbringt einen Langzeiteffekt: Kinderleicht aufzusprühen, ohne dabei das Fell zu verkleben – die Sprays lassen sich gut verteilen und riechen zudem angenehm.

Von vielen Hundebesitzern werden die Pfotensprays gelobt und für den ganzen Winter verwendet. Das Resultat: Die Pfoten sind spürbar gepflegt.

Pfotenschuhe im Winter?

Lieber vorsorgen, anstatt nachsorgen? Viele Tierhalter greifen zu speziell entwickelten Schuhen für die Pfoten, die für einen optimalen Pfotenschutz sorgen sollen. Doch oft wird beklagt, dass der Hund die Schuhe bereits nach wenigen Metern verliert, da diese nicht der Anatomie der Hundebeine entsprechen würde. Schuhe für Hunde dienen prinzipiell der Belustigung von Frauchen und Herrchen und erfüllen nicht den gewünschten Zweck, da die Tiere sich kaum darin fortbewegen können. Auch hierzu bezieht der Deutsche Tierschutzverbund, der 1881 gegründet wurde, Stellung und rät von Pfotenschuhen ab: "Schuhe oder Socken würden den Hund nur behindern, da es sich bei den Pfoten um höchst sensible Tastorgane handelt. Eine Ausnahme wäre ein tierärztlich verordneter Schuh aufgrund von Verletzungen".

Sofern Sie doch Schuhe oder Socken für Ihr Haustier bevorzugen, sollten Sie auf qualitativ gute Produkte achten und dabei vom Kostenfaktor absehen. Denn die Auswahl ist groß: Von einfach über sinnlos bis hin zu aufwendig und teuer ist alles erhältlich.

Der Schutz der Schuhe sollte folgendes zu bieten haben:

  • problemlos und schnell anzuziehen
  • gute Passform
  • sicherer Sitz und Halt auch beim Rennen
  • keine Bewegungseinschränkungen
  • Haltbarkeit für mindestens einen Winter

Booties von Uwe Radant werden in Bezug auf Pfotenschuhe uneingeschränkt von vielen Tierhaltern empfohlen. Diese zählen als Favoriten aufgrund ihres schnellen Hineinschlüpfens und des günstigen Preises.

Pfoten mit einem feuchten Tuch reinigen

Sobald der Freigang Ihrer Katze beendet ist und diese das Haus betritt, sollten Sie die  Pfoten mit einem feuchten Tuch reinigen, um beispielsweise das Streusalz zu entfernen. Gleiches gilt auch für Hunde nach jedem Gassi gehen. Der Grund ist nämlich, dass das Abschlecken des Streusalzes von den Pfoten zu Durchfällen und anderen Erkrankungen führen kann. Im besten Fall sollten Sie die mit Salz gestreuten Wege meiden vorausgesetzt Sie denken dabei sowohl an Ihre als auch an die Sicherheit Ihres Haustieres – bei vereisten Wegen können Sie alternativ auf Spikes zurückgreifen, damit Sie nicht ausrutschen. Älteren und geschwächten Hunden mit Gelenkproblemen sollten Sie allerdings Wege, die nicht gestreut sind, nicht zumuten, da für diese Hunde erhöhte Rutschgefahr besteht und leichte Verletzungen sowie Entzündungen an den Ballen das kleinere Übel darstellen.

Auch zu empfehlen: Jede Pfote in eine Schale mit lauwarmen Wasser eintauchen und dabei mit den Fingern durch den Zwischenzehenbereich streichen. Dadurch werden auch festgesetztes Eis sowie Splitt, die die Haut reizen können, gelöst.

Risse und Verletzungen behandeln

Treten trotz intensiver Pfotenpflege vereinzelt Risse und Verletzungen auf, können auch diese sehr gut behandelt werden: Ein Bad mit Kamille oder Kamillenumschläge können Linderung verschaffen. Auch das Verwenden einer herkömmlichen Wund-und Heilsalbe fördert die Abheilung.

Gerüstet für den Winter sollten sowohl Hunden als auch Katzen nichts mehr im Wege stehen, sodass auch die lieben Vierbeiner die kalten Tage des Jahres unbeschadet überstehen und vom Pfotenschutz nur profitieren können.

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J. Ehresmann
Autor: J. Ehresmann

Die ausgebildete Operations-Technische Assistentin hat nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Weiterbildung zur Chirurgisch-Technischen Assistentin in der Allgemein- und Visceralchirurgie in Köln absolviert. Inzwischen blickt sie auf eine mehrjährige Erfahrung in der OP-Assistenz in diesem Fachgebiet zurück. Neben ihrer Tätigkeit im OP studiert Frau Ehresmann Humanmedizin in einem Modellstudiengang in Aachen.

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