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Psychosomatische Hintergründe von Allergien und Hilfsmittel

Kommentar schreiben Aktualisiert am 26. Juli 2018

Jede Allergie ist ein Stellvertreterkrieg. Der wirkliche Feind im Leben wird nicht angegriffen. Wie gerne würde der Heuschnupfengeplagte seine Zähne zeigen und den Partner oder Chef anschreien. Doch dann lächelt er freundlich und verschiebt den Kampf auf die Körperebene. Das ist einfacher. Eine Allergie lähmt. Statt seine Energie für eine notwendige Aktion zu mobilisieren, hebt der Betroffene Truppen aus, stellt sich gegen Hausstaub und Katzenhaar und ist dann so geschafft, dass der eigentliche Kampf nicht mehr durchgefochten werden kann. Eine Allergie ist auch eine hervorragende Möglichkeit, um sich aus der Affäre zu ziehen. Man braucht nicht Nein zu sagen. Man bleibt verschont von dem unliebsamen Familienfest, weil ein Heuschnupfenanfall Auto fahren unmöglich macht. Wie praktisch. Allergien sind aber auch sehr leidvoll. Erfahren Sie hier, was dahinter steckt und was Sie selbst tun können, um die Erkrankung nicht länger oder zumindest nicht mehr in dem Maße als Ersatzkriegsschauplatz zu brauchen.

Was ist eine Allergie?

Das Immunsystem kämpft gegen harmlose Substanzen. Es kann nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden. Statt sich auf die Bösen, den Feind, zu stürzen, wie Bakterien und Viren, kämpft es gegen für den Körper belanglose Stoffe oder bei Nahrungsmittelallergien sogar gegen Freunde. Es reagiert über und behandelt völlig fehlgeleitet einen unschuldigen Pollen oder arglosen Apfel wie einen Erzfeind.

Warum hat man eine Allergie?

Es heißt, dass das Immunsystem sich mit einer harmlosen Substanz übt, weil es aufgrund des Hygienewahns zu wenig Krankheitskeime für sein Training zur Verfügung hat. Seelisch spiegelt eine Allergie die Verlagerung von Kampfgeist, Wut und Aggression auf die Körperebene, weil man sich im Leben nicht in der Lage fühlt, diese starken Energien konstruktiv auszudrücken. Man ist allergisch gegen eine Person oder Sache und sagt es nicht oder handelt nicht danach. Die nach innen gewendete Wut manifestiert sich als Allergie. Die zweite Funktion ist die Möglichkeit, sich durch allergische Reaktionen einer unangenehmen Situation zu entziehen oder dank der durch die Allergie entstehende Energielosigkeit nicht handeln zu müssen. Eine Allergie kann auch auf ein Problem mit der Abgrenzung hinweisen. Außerdem kann man als Allergiker Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die man sonst nicht bekommen würde: Es muss unter Berücksichtigung einer Nahrungsmittelallergie etwas Besonderes eingekauft und gekocht werden. Es müssen Blumensträuße, Pflanzen, Teppiche o.a. jedes Mal entfernt werden, wenn der Allergiker zu Besuch kommt, usw.

Welche zusätzliche Bedeutung haben die Allergie-Auslöser?

Pollen stehen für Frühling samt Frühlingsgefühlen, Aufbruch und Neuanfang. Alles sprießt und treibt aus. Die Verbindung zur Sexualität, Leichtigkeit des Seins und zu Glücksgefühlen mit ganz viel Power dahinter ist schnell hergestellt. Frage: Warum sind Sie dagegen allergisch? Warum haben Sie eine Aversion dagegen? Warum macht es Sie traurig und bringt Sie in Abwehrhaltung?
Hausstaub gibt es in jeder Ecke. Er symbolisiert den Alltag, das Übliche. Als Kot der Hausmilben steht er aber auch als Ausscheidungsprodukt für das Schmutzige, Unreine. Wofür steht der Milbenkot in Ihrem Leben? Wogegen sind Sie in Wirklichkeit allergisch? Warum haben Sie etwas gegen den Alltag? Hatten Sie sich für Ihr Leben etwas Besseres vorgenommen gehabt?
Nahrungsmittel symbolisieren das Thema Nähren. Was nährt Sie? Was nährt Sie nicht oder nicht mehr? Was wollen Sie um keinen Preis in sich aufnehmen? Bei welcher unguten Nahrung im übertragenen Sinne sollten Sie Nein sagen? Aber auch: Was können Sie nicht annehmen? Was wollen oder können Sie nicht analysieren, verdauen (verarbeiten) und in Ihr Leben integrieren?
Tiere stehen für das Animalische in Ihnen, Ihre tierhafte Seite: der Hund für das Bissige, die Katze für Schmusen, bei dem auch die Krallen ausgefahren werden können, und das Pferd für das Triebhafte. Wo und wie sollten Sie Ihre tierische Seite zum Ausdruck bringen?
Allergien gegen Insektengift sprechen für eine Aversion dagegen, dass ein Stachel reingestochen wird (Sex), und besonders massiv werden Aggression und Wut gegen sich selbst gerichtet.
Auch gegen Medikamente können Sie allergisch sein. Stellen Sie wirklich die Heilung für Ihre Beschwerden dar? Gibt es Alternativen? Sind Sie bereit, die Hintergründe der Erkrankung anzusehen und zu reflektieren, die mit dem Medikament behandelt werden?

Wie führen Sie ein Allergie-Tagebuch?

Machen Sie 6 Spalten. Als Überschriften wählen Sie: Datum, Uhrzeit, allergische Reaktion, Umfeld, innere Verfassung, Ursache. Datum und Uhrzeit sind klar. Unter „allergische Reaktion“ schreiben Sie, in welcher Weise und wie stark sich die Allergie äußert. „Umfeld“ bedeutet, was um Sie herum gerade geschieht. „Innere Verfassung“ ist Ihre emotionale Befindlichkeit: Wie fühlen Sie sich? Was denken Sie? Was wollen Sie? Unter „Ursache“ notieren Sie, was von all dem Ihrer Meinung den allergischen Anfall verursacht hat. So haben Sie für sich und bei Bedarf auch für die Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker einen genauen Überblick, wann was bei Ihnen eine allergische Reaktion auslöst.

Wie gehen Sie bei der Selbstanalyse bei Allergien vor?

Basis ist das Allergie-Tagebuch. Seien Sie ehrlich zu sich bei der Auswertung. Auch wenn es klare Erfahrungswerte für die psychischen Ursachen von Allergien gibt, finden Sie Ihre ganz individuelle Form davon. Machen Sie eine Liste mit 2 Spalten: In der einen schreiben Sie auf, welche Vorteile Ihnen Ihre Allergie bringt. In der Spalte daneben notieren Sie, wie Sie diesen Effekt auf andere Weise erreichen können. Wählen Sie den wichtigsten Vorteil aus und konzentrieren Sie sich auf die Umsetzung der Alternativen. Nehmen Sie jede Woche einen Vorteil und seine Alternative dazu. Fragen Sie sich immer wieder, was Ihr tiefster Wunsch, Ihre größte Sehnsucht, Ihr Traum im Leben ist, der durch die Allergie unter den Teppich gekehrt wird. Wenn Sie die Antwort haben, machen Sie schriftlich einen Plan mit realistischen Zeitfenstern, wie Sie dieses Traumziel erreichen können.

Welche Hilfsmittel für die Seele helfen Ihnen außerdem?

Um Ihre Mitte zu finden und Ihre Abgrenzungsfähigkeit zu stärken, empfiehlt sich jede Form von Meditation. Das können klassische Methoden wie Zazen, das stille Sitzen im Zen-Buddhismus, Vipassana aus dem Theravada-Buddhismus oder die christliche Kontemplation sein. Auch Bewegungsmeditationen wie Tai Chi und Qi Gong sowie achtsam durchgeführtes Hatha-Yoga sind möglich. Aber auch jede andere Betätigung, die Sie regelmäßig, bewusst und achtsam durchführen, hat meditative Qualität. Um Ihre Aggressionen besser zu spüren und konstruktiv abzubauen, sind Kampfsportarten wie Karate, Judo und Aikido gut geeignet.

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Beate Helm
Autor: Beate Helm

Beate Helm, Heilpraktikerin, freie Redakteurin und Autorin für Gesundheitsthemen und Persönlichkeitsentwicklung. Selfpublisherin. Weiterbildungen in Ernährungswissenschaft, Homöopathie, Pflanzenheilkunde, Ayurveda, psychologischer Beratung und systemischer Therapie. Langjährige Erfahrung in Yoga und Meditation. Bei apomio seit 04/2015.

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