© © T. L. Furrer - Fotolia.com

Parasiten im Darm: Das bedeutet ein Wurmbefall

Kommentar schreiben Dienstag, 27. September 2016

Eine eklige Vorstellung: Ein Bandwurm nistet sich im Körper ein und fristet jahrelang unbemerkt sein Dasein. Was uns einen gewaltigen Schauer über den Rücken jagt ist allerdings durchaus möglich, aber meist nicht so gefährlich wie gedacht. Lediglich die Echinokokkose kann lebensbedrohlich werden. Dabei handelt es sich um eine Infektion mit dem Larvenstadium des Wurms. Ein Überblick über Bandwurm-Arten und daraus resultierenden Beschwerden. 

Was sich für Viele nach einem Problem für Hund, Katze und Co anhört, kann auch dem Zweibeiner zu schaffen machen. Parasitärer Wurmbefall ist auch heute noch, trotz der hohen Hygienestandards, möglich. Über den Verzehr von kontaminiertem (rohen) Fleisch/Fisch oder mit Larven bedecktem Fallobst oder Beeren aus dem Wald, können sich Menschen mit Bandwürmern infizieren. Das muss aber nicht immer gefährlich sein.

Madenwürmer kommen bei Kindern vor

Unter Kindern verbreitet ist die harmlose Infektion mit sogenannten Madenwürmern. Dabei handelt es sich um fünf bis 10 Millimeter lange, weißliche Parasiten, die sich im menschlichen Darm ansiedeln. Das verursacht ein unangenehmes Jucken am After. Sind die Würmer identifiziert, kann der Arzt die passende Behandlung starten. Eine Bedrohung geht von diesem Parasiten kaum aus.

Das sieht bei den Larven verschiedener Bandwürmer allerdings anders aus. Der Hunde- oder der Fuchsbandwurm hat als eigentlichen Endwirt den Hund oder eben den Fuchs im Visier. Trotzdem kann es sein, dass sich Menschen mit den Larven anstecken. Diese werden als Eier entweder über die Nahrung oder durch den Kontakt zu einem infizierten Tier (zum Beispiel Mäuse o.ä.) oral aufgenommen.

Hunde- und Fuchsbandwurm: Larven sind gefährlich

Die Eier des Bandwurms befindet sich meist im Kot eines anderen Tieres. Der Wurm hat zum Ziel, von einem geeigneten Zwischenwirt aufgenommen zu werden, wo sich dann die Larven ausbilden können. Im Zwischenwirt wartet der Parasit dann, bis er von seinem eigentlichen Wirt aufgenommen wird. Dies geschieht bei fleischfressenden Tieren vor allem über die Nahrungsaufnahme. Verspeist ein Fuchs ein mit Larven befallenes Kleintier, entwickelt sich der Bandwurm in seinem Darm zu seiner ausgewachsenen Form.

Der Mensch ist für den Hunde- und Fuchsbandwurm weitgehend uninteressant. Trotzdem kommt es ab und zu zu Infektionen. Werden die Eier oral aufgenommen gelangen sie über den Verdauungstrakt zu den inneren Organen. Dort siedeln sie sich an und wachsen zu Zysten heran. Beim Hundebandwurm entstehen auf diese Weise abgekapselte Hohlräume etwa an der Leber, in der Lunge oder im Herzen und im Gehirn. Beim Fuchsbandwurm wuchern die Eier ähnlich wie ein Tumor und vergrößern sich immerzu. Dieser Befall wird Echinokokkose genannt.

Echinokokkose bleibt oft unbemerkt

Bis es beim Krankheitsbild der Echinokokkose zu Beschwerden kommt, vergehen oft Monate oder Jahre. Dann klagen die Betroffenen von Bauchschmerzen, Übelkeit, Druckgefühl oder wenn die Zyste oder die Wucherung in der Lunge sitzt über Atemprobleme und Husten. Über bildgebende Verfahren entdecken die behandelnde Ärzte die abgekapselten Larven (auch Finnen genannt). In den meisten Fällen werden sie operativ entfernt. Ist das nicht möglich wird ein Antiwurmmittel verabreicht, das das Wachstum begrenzt und die Parasiten absterben lässt.

Kommt es zu einem Aufplatzen einer Zyste, tritt das parasitäre Gewebe aus und es kann zu einer heftigen allergischen Reaktion kommen. Ein anaphylaktischer Schock ist möglich und kann tödlich enden. Wird der Befall allerdings rechtzeitig bemerkt, kann eine mitunter jahrelang andauernde medikamentöse Therapie zu einer Beschwerdefreiheit führen.

Ausgewachsene Bandwürmer sind keine Gefahr

Steckt sich der Mensch allerdings mit der adulten Form des Bandwurms an, ist das weitaus weniger gefährlich. Dies geschieht, wenn ein Mensch die Würmer über die Nahrung oder den Kontakt zu einem infizierten Tier oral aufnimmt. Die Bandwürmer werden oft über den Kot des befallenen Tiers ausgeschieden und können auch außerhalb des Wirts lange überleben. Der Parasit nistet sich im Darm ein und ernährt sich von Stoffen aus der Nahrung und dem Kot. Der Bandwurm kann mehrere Meter lang werden. Meist werden Betroffene durch Symptome wie Durchfall oder Verstopfung, Gewichtsverlust oder Übelkeit aufmerksam.

Mittels eines Antiwurmmittels oder einer speziellen Ernährungsweise wird der Parasit im Darm abgetötet. Meist nistet sich aufgrund der Länge nur ein Wurm in einem Wirt ein, sodass damit die Behandlung abgeschlossen ist - der Wurm wird über den Kot ausgeschieden. Der Mensch kann sich mit Rinder-, Fisch-, Schweine-, Fuchs- und Hundebandwürmern infizieren.

Haustiere regelmäßig entwurmen

Hunde und Katzen können den Hunde- und Fuchsbandwurm auf den Menschen übertragen. Der regelmäßige Gang zum Tierarzt kann einen Befall mit dem Parasiten vorbeugen. Zum Entwurmen werden den Tieren spezielle Mittel gegeben, die die Erreger abtöten. Für die Anwendung beim Menschen sind diese Medikamente allerdings ungeeignet.

Trotz regelmäßiger Entwurmung sollte etwas Vorsicht geboten sein: Denn die Eier des Parasiten können auch im Fell hängen bleiben. Gerade Hunde rollen und wälzen sich gerne in Erde, Schlamm oder auch einmal Tierkot. So können die Wurmeier über das Fell beim Menschen ankommen und trotz Wurmkur eine Infektion erfolgen.

Beiträge die Sie auch interessieren könnten

Lisa Vogel
Autor: Lisa Vogel

Von Juli 2014 bis März 2018 arbeitete Lisa Vogel als Werkstudentin in der Redaktion bei apomio.de und unterstützt das Team nun als freie Autorin. Sie hat ein Studium im Fach Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin an der Hochschule Ansbach mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Hier erlangte sie sowohl journalistische als auch medizinische Kenntnisse. Derzeit vertieft sie ihre medialen Kenntnisse im Master Studium Multimediale Information und Kommunikation.

Schreib einen Kommentar

help
help
help

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Zu unseren Datenschutzbestimmungen.